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BEZAHLT WIRD NICHT! - beim Theater Oberhausen

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Dario Fo<br />

Bezahlt wird nicht!


Angela Falkenhan Klaus Zwick Angela Falkenhan, Anna Polke,<br />

Klaus Zwick, Michael Witte<br />

Michael Witte, Klaus Zwick<br />

Anna Polke, Torsten Bauer, Angela Falkenhan<br />

Angela Falkenhan, Michael Witte


Bezahlt wird nicht! –<br />

Die subversive Kraft<br />

des Komischen<br />

Schon wieder ist im Supermarkt alles teuer geworden!<br />

Wer bestimmt eigentlich die Preise und wer verdient<br />

an den überteuerten Lebensmitteln, die man ja kaufen<br />

muss, wenn die Familie nicht verhungern soll? Antonia<br />

und andere Hausfrauen geraten über die ständigen<br />

Preiserhöhungen so in Rage, dass sie den Supermarkt<br />

plündern. „Bezahlt wird nicht!“ ist ihr Schlachtruf. Jede<br />

rafft aus den Regalen, was ihr gerade zwischen die<br />

Finger kommt, gefrorene Kaninchenköpfe, Hirse für<br />

Kanarienvögel, Katzenfutter – ganz egal, nur schnell<br />

weg damit. Zu Hause angekommen, weiß Antonia erstmal<br />

gar nicht wohin mit den ganzen geklauten Sachen.<br />

Wenn ihr Mann Giovanni doch nur nicht so gesetzestreu<br />

wäre! Und schon hat die Polizei den Wohnblock umstellt<br />

und macht sich auf die Suche nach den gestohlenen<br />

Lebensmitteln. Also wird Antonias Freundin Margherita<br />

mit dem Diebesgut als Schwangere ausgestopft, um<br />

die Waren in Sicherheit zu bringen. Leider kommt<br />

Giovanni dazu und wundert sich über die plötzliche<br />

Schwangerschaft. Doch Antonia ist nie um eine<br />

Ausrede verlegen, auch wenn sie sich dabei um Kopf<br />

und Kragen redet. Die turbulente Komödie in bester<br />

Commedia dell’arte – Tradition nimmt ihren Lauf.<br />

„Im Gelächter liegt der höchste Ausdruck des Zweifels,“<br />

schrieb der italienische Nobelpreisträger Dario Fo.<br />

Bei Bezahlt wird nicht! macht Fo aus einem Stoff,<br />

der eigentlich Ausgangspunkt für ein Sozialdrama sein<br />

könnte, eine witzige Farce. Die subversive Kraft des<br />

Komischen hat auch der Clown und Komiker Beppe<br />

Grillo für seinen Wahlkampf genutzt. Mit seiner Partei<br />

der „5 Sterne“ schaffte er es bei den italienischen<br />

Parlamentswahlen Ende Februar 2013, über 25 % der<br />

Stimmen zu gewinnen. Grillo nutze dabei für seine<br />

Auftritte öffentliche Plätze, auf denen er, wie die Volkstheater-Gruppen<br />

im Mittelalter, agierte. Interviews und<br />

Fernsehauftritte verweigert Grillo, sein Parteiprogramm<br />

verkündete er via Internet. Grillos Ziel ist eine direkte<br />

Volksbeteiligung via Internet, abseits des etablierten<br />

Parteiensystems. Unterstützt wird er dabei von Dario Fo,<br />

für den <strong>Theater</strong> immer schon ein Mittel der politischen<br />

Agitation war. Seine Stücke zielen auf das heftige<br />

Lachen der Zuschauer ab. „Denn das Lachen“, so Fo,<br />

„bewirkt, dass der Zorn gespeichert wird, nicht abreagiert,<br />

sondern umgesetzt wird in aktives Handeln.“<br />

Im ebenfalls krisengeschüttelten Griechenland, der<br />

zweiten Heimat des deutsch-griechischen Regisseurs<br />

Sarantos Zervoulakos ist Bezahlt wird nicht! eines<br />

der meist gespielten Stücke auf den <strong>Theater</strong>spielplänen.<br />

Griechenland hat, wie Italien, eine lange Komödientradition,<br />

die immer auch mit einer politischen Dimension<br />

verknüpft war. Für Zervoulakos steckt die revolutionäre<br />

Kraft von Bezahlt wird nicht! in der anarchischen<br />

Kreativität ihrer Figuren. Antonia, Margherita und ihre<br />

Männer lassen sich nicht unterkriegen, sie begegnen<br />

der Krise mit unbedingten Überlebenswillen und einem<br />

Erfindungsreichtum, der stellenweise an kreativen<br />

Wahnsinn grenzt. Mit Witz und Energie meistern sie<br />

den absurden Parcours ihres Alltags und hoffen auf<br />

das erlösende, finale Wunder, wie es nur die Komödie<br />

schenken kann.<br />

Simone Kranz


Dario Fo<br />

Bezahlt wird nicht!<br />

Aus dem Italienischen von Peter O. Chotjewitz<br />

Mit Angela Falkenhan (Antonia), Anna Polke (Margherita) /<br />

Michael Witte (Giovanni), Klaus Zwick (Luigi), Torsten Bauer<br />

(Polizist, Carabiniere, Papst, Leichenbestatter, Alter)<br />

Regie Sarantos Zervoulakos Bühne Thea Hoffmann-Axthelm<br />

Kostüme Christian Kiehl Dramaturgie Simone Kranz<br />

Regieassistenz Judith Weißenborn Bühnenbildassistenz<br />

Caroline Forisch Kostümassistenz Ines Koehler Soufflage Markus<br />

Henkel Inspizienz Uta Neubert/Stephanie Simons Regiehospitanz<br />

Sandy Gleißner Statisterie Heike Persch Bühnenmeister Gunther<br />

Elsasser Licht Alexandra Sommerkorn Ton Heiko Jooß, Kevin Berlauwt<br />

Maske Thomas Müller Requisite Hermann Schulz<br />

Aufführungsrechte Verlag der Autoren, Frankfurt am Main<br />

Premiere 22. März 2013, 19.30 Uhr im Großen Haus<br />

Dauer ca 1 Stunde 50 Minuten, keine Pause<br />

<strong>Theater</strong> <strong>Oberhausen</strong><br />

Spielzeit 12 / 13, Nr. 5<br />

Will-Quadflieg-Platz 1<br />

46045 <strong>Oberhausen</strong><br />

Telefon 0208/85 78 - 184<br />

Telefax 0208/800 703<br />

besucherbuero@theater-oberhausen.de<br />

Intendant Peter Carp<br />

Redaktion Simone Kranz<br />

Design Benning, Gluth & Partner, <strong>Oberhausen</strong><br />

Probenfotos Axel J. Scherer<br />

Druck Walter Perspektiven<br />

www.theater- oberhausen.de

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