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D 58 761

13. Jahrgang

März 2010

1

medAmbiente

EINRICHTUNGSKONZEPTE, GESTALTUNGSTRENDS

care

& MODERNE DIENSTLEISTUNGEN

THEMENSCHWERPUNKT: WOHNEN – WOHLFÜHLEN – ORIENTIEREN

Therapeutische Architektur | Titelstory

Von der Leuchte zum Erscheinungsbild | Christian Bartenbach

Das geheime Leuchten | von Garnier

Vertrauen im Fremden | Sabine Mahl

www.gitverlag.com


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Wachstum mit Qualität

Nikolai Dmitrijewitsch Kondratjew war

Jurist und Wirtschaftswissenschaftler,

der durch die nach ihm benannten Konjunkturzyklen

– eben die „Kondratjew-

Zyklen“ – bekannt wurde. Er führte ein

bewegtes Leben, war Revolutionsteilnehmer

1917 und zeitweise Minister,

fiel später auf Grund seiner Theorien

bei Stalin in Ungnade und wurde bereits

1938 umgebracht. Doch noch heute

ist seine – von anderen Wissenschaftlern

weiterentwickelte – Theorie der

langen Wellen populär, die, grob gesagt,

von einem Abwechseln konjunktureller

Abschwünge und – von Innovationen

getragener – Aufschwünge, ausgeht. Ein

Grund für die anhaltende Popularität

ist sicher das Streben nach möglichst

wegweisenden Prognosen als Grundlage

für unser wirtschaftliches Handeln.

Das Thema „Gesundheit“ wird neben

Nano- und Biotechnologie häufig als

Träger eines sechsten Kondratjew-

Zyklus (nach der Informationstechnologie)

gesehen.

Was aber gehört alles zur „Gesundheit“?

Welche Knappheiten bewirken

hier welche Innovationsdrücke – bei

Medizintechnik, Medical Wellness oder

Pflege? Das sind für Investoren entscheidende

Fragen. Umso vielversprechender

ist es, wenn sie konkrete Zahlen

vorgelegt bekommen – wie die aus

einer von Georg und Ottenströer, einem

Hamburger Institut für Immobilienwirtschaft,

vorgelegten Studie zum Pflegeheimbedarf

in Deutschland bis 2025.

Nach den Berechnungen des Instituts

wird es bis dahin im Vergleich zu heute

einen zusätzlichen Bedarf von immerhin

rund 330.000 bis 413.000 stationären

Pflegeplätzen geben. Dabei gibt

es allerdings starke regionale Unterschiede,

wie die Studie en detail zeigt.

So wird es den größten Bedarf in Nordrhein-Westfalen

geben, gefolgt von

Bayern, Baden-Württemberg und

Niedersachsen.

Deutlich wird aus der Hamburger Studie

aber auch, dass nicht immer die Lebensqualität

für jeden einzelnen Bewohner

der einzige Maßstab sein kann

für die Konzeption dieser neu zu schaffenden

Pflegeplätze. So spricht sie auch

von der noch steigenden Bedeutung von

Kosten- und Effizienzerwägungen und

sieht beispielsweise vorher, dass die

derzeit eindeutige Tendenz in Richtung

Einzelzimmer sich künftig wohl wieder

verringert – und viele Einzelzimmerbewohner

werden sich eine Nasszelle mit

seinem Nachbarn teilen müssen.

Matthias Erler

Chefredakteur medAmbiente

Es wird Sache der Einrichtungsträger

wie der Architekten und Gestaltungsexperten

sein, bei allen Kostenerwägungen

die Qualität zu sichern – mit

Hilfe des umfangreichen Wissens über

die Bedürfnisse der zu Pflegenden, auf

das wir heute auf so vielen Gebieten

zurückgreifen können: des Wissens aus

Medizin und Pflegewissenschaften

ebenso wie der Licht- und Farbexperten,

der Architekten und Innenarchitekten.

Den Stand der Dinge abzubilden, hat

sich die nunmehr im 13. Jahrgang erscheinende

medAmbiente zur Aufgabe

gemacht.

In dieser Vorfrühlingsausgabe berichten

Experten unterschiedlicher Fachrichtungen

über neue und bewährte Erkenntnisse

im Zusammenhang mit der

Gestaltung von Altenpflege- und Senioreneinrichtungen:

So zeigt der bekannte

Farbphilosoph Friedrich-Ernst von

Garnier zum Beispiel, welche Rolle Farbe

bei der Architektur von Seniorenresidenzen

spielen kann (Seite 38). Auf

Seite 24 erläutert Sabine Mahl, wie

man Leitsysteme in die Gesamtkommunikation

von Serviceimmobilien integriert.

Und unsere Titelstory (Seite 30)

befasst sich mit dem Thema Bauen für

Menschen mit Demenz am Beispiel des

Fürstlich-Fürstenbergischen Alten- und

Pflegeheims in Hüfingen. Auf Seite 28

schließlich entführen wir Sie in die von

den 60er Jahren inspirierte Welt von

Regina Dahmen-Ingenhoven: Von ihr

erfahren Sie, was „Healing Places“ mit

den Kathedralen und Tempeln von einst

gemeinsam haben.

Wir wünschen Ihnen, wie immer, eine

anregende Lektüre.

Ihr

Matthias Erler

Chefredakteur medAmbiente

Editorial

Weltleitmesse für Architektur und Technik

Weltgrößtes

Innovationsforum

Die Light+Building 2010 ist der

weltweit größte Branchentreff

für Licht, Elektrotechnik sowie

Haus- und Gebäudeautomation.

Lassen Sie sich die Gelegenheit

nicht entgehen, vor Ort dabei

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Frankfurt am Main

11. – 16. 4. 2010


4 medAmbiente 1 · 2010

Inhalt

Editorial

3 Wachstum mit Qualität

Matthias Erler

Verbandsnachrichten

5 AKG-Architekten informieren

Markt- und Management

8 Mit Schwankungen leben

Pflegeeinrichtungen können vom Hotelmarkt lernen

10 Personal entlasten

Nach AOK-Studie verhilft Technik zu geringerem Krankenstand

Architektur und Generationen

12 Gewachsen wie aus einem Guss

Erweiterung des Pflegezentrums Laichinger Alb

14 Das ist mein Haus

Architektur für Pflegeeinrichtungen

16 Frisch und authentisch

Pflegeleichte Vinylböden im Naturlook

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

18 Weiter Wohnen

Ein Neubau für die Seniorenstiftung Prenzlauer Berg

20 Ein innenarchitektonischer Balanceakt

Hygiene und Ästhetik im Pflegezimmer

22 Jedes Zimmer ein Unikat

Ein neues Pflegeheim am Kreiskrankenhaus Schorndorf

24 Vertrauen im Fremden

Zur Integration von Leitsystemen in die Gesamtkommunikation von

Serviceimmobilien

26 Gemütlichkeit mit Weinbergsblick

Zur Funktion der Innenraumgestaltung in Einrichtungen der

Altenpflege

28 Healing Places

Architektur für die Seele

10 26 28

Titelstory | Licht und Farbe

30 Therapeutische Architektur

Bauen für Menschen mit Demenz – Das Projekt Hüfingen

Licht und Farbe

32 Von der Leuchte zum Erscheinungsbild

Im Gespräch mit dem Lichtplanungspionier Christian Bartenbach

34 Vollwertiges Tageslicht

Von Lichtsensoren, Vitamin D und circadianen Rhythmen

36 Raumgestaltung mit Wohlfühlatmosphäre

Wie Licht und Farbe die Stimmung in Innenräumen beeinflussen -

Teil 1

38 Das geheime Leuchten

Farbe in der Architektur

40 Mit Voliere und Aquarium

Renovierung des Wichernstifts in Ganderkesee

Sicherheit und Schutz

41 Telemedizinisches Pilotprojekt

in Wiesbaden

Vorsorge und vernetzte Technik

6 Meldungen

21, 42 Produkte

3. US Index, Impressum

Titelbild

Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, Villingen-Schwenningen

www.waldmann.com

Foto: Fürstlich-Fürstenbergisches Alten- und Pflegeheim, Hüfingen

(Fotograf: Becker-Lacour, Stuttgart)

Mehr dazu lesen Sie in der Titelstory ab Seite 30.


AKG-Architekten informieren

Die AKG – Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen im Bund Deutscher Architekten e. V. sind ein

Zusammenschluss von ca. 160 spezialisierten Architekten aus über 80 Büros. Es werden nur solche Mitglieder berufen,

die bereits qualitätsvolle Arbeit auf dem Sektor des Krankenhausbaues und des Gesundheitswesens nachgewiesen

haben. Hauptanliegen der AKG ist die Fortbildung der eigenen Mitglieder, Information der Öffentlichkeit über neueste

Trends im Krankenhausbau und im Gesundheitswesen, die internationale Zusammenarbeit mit Fachkollegen sowie die

Förderung des Nachwuchses.

1. Ehrenmitgliedschaft

Auf dem AKG-Herbsttreffen am 18. September

2009 wurde Herrn Prof. Dipl.-Ing. Franz Labryga

zum Ehrenmitglied der AKG ernannt.

2. Mitgliedertreffen

Vom 23.–25. April 2010 findet das AKG-Frühjahrstreffen

2010 in Wien statt (wir berichteten

bereits). Das Tagungsprogramm steht auf der

AKG-Website zur Verfügung.

Das nächste Herbsttreffen findet von 1. bis

3. Oktober 2010 in Essen, Kulturhauptstadt Europas

2010, statt.

3. Gesundheitspark statt

Krankenhaus

Am 19. November 2009 wurde die Veranstaltung

auf der Medica von ca. 150 Teilnehmern

besucht. Die gehaltenen Vorträge zum Thema

„Gesundheitspark statt Krankenhaus“ können

inzwischen auf der AKG-Website abgerufen

werden.

4. New Trends in Health Facilities

Einmal jährlich treffen sich Krankenhausarchitekten

aus 30 Ländern zu Internationalen

Public-Health-Seminaren. Das letzte Seminar

fand vom 2.–6. November 2009 in Buenos

Aires/Argentinien statt. Ein Bericht über diese

Veranstaltung kann auf der AKG-Website abgerufen

werden.

Das nächste UIA-Public Health Seminar findet

vom 29. November–2. Dezember 2010 in Kuala

Lumpur/Malaysia statt.

5. Green Hospitals

Nicht nur durch das politisch inszenierte Kopenhagen-Treffen

ist weiteren Teilen der Bevölkerung

im Bewusstsein, dass ökologischer und

ökonomischer Umgang mit vorhandenen Ressourcen

eines der Zukunftsthemen – auch im

Bauen von Krankenhäusern – ist.

Der AKG-Vorsitzende Dr. Peter R. Pawlik überreicht Professor Franz Labryga die Ernennungsurkunde

zum Ehrenmitglied sowie einen historischen Stich des Krankenhauses Halle (Architekt Hermann

Distel)

Die AKG-Architekten bereiten in diesem Jahr

eine Vortragsveranstaltung mit dem Thema

„Green Hospitals“ vor. Krankenhäuser gehören

zu der Gebäudekategorie mit hohem technischen

und Energieaufwand. Viel zu wenig

haben sich bisher „Grüne Gedanken“ im Krankenhausbereich

durchgesetzt. Auf der Medica

in Düsseldorf sollen voraussichtlich am

18.11.2010 sowohl theoretische Modelle wie

auch praktische Beispiele zum Thema „Green

Hospitals“ vorgestellt werden. Die Teilnahme

an dieser Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung

wird jedoch gebeten.

AKG-Architekten für Krankenhausbau und Gesundheitswesen

im Bund Deutscher Architekten e. V.

Köpenicker Straße 48/49

10179 Berlin

Tel.: 030/27 87 99 14

Fax: 030/27 87 99 15

akg@bda-bund.de / www.bda-akg.de

medAmbiente 1 · 2010 5


6 medAmbiente 1 · 2010

Meldungen

90 Jahre WIBU

Die WIBU-Gruppe blickt auf 90 Jahre Firmengeschichte zurück. Unter dem

Namen „Wirtschaftsbund des Reichsverbandes der privaten gemeinnützigen

Kranken- und Pflegeanstalten Deutschlands“ wurde die WIBU Gruppe am

26. April 1920 in Berlin gegründet. Der erste Vorsitzende des Aufsichtsrates,

Geheimrat Professor Dr. Martin Fassbender, führte über 20 Jahre den Vorsitz

im Aufsichtsrat des WIBU. Als erste Vorstandsmitglieder wurden Direktor

Fritz Martin Vietor und Direktor Joseph Otto Sendker berufen. Unter der Leitung

dieser Männer nahm das Unternehmen eine stürmische Aufwärts-entwicklung.

So wurden bereits in den ersten Jahren des Bestehens elf Niederlassungen

im damaligen Bundesgebiet gegründet. Der Weltwirtschaftskrise

und Inflation zum Trotz und auch während des zweiten Weltkriegs machte es

das Unternehmen möglich, immer eine ausreichende Warenversorgung der

Pflege-Einrichtungen sicherzustellen. 1950 wurde dann die WIBU Zentrale

von Berlin nach Hamburg verlegt. Die WIBU Gruppe ist heute ein modernes

Handels- und Dienstleistungsunternehmen mit 226 Mitarbeitern und fünf

Geschäftsbereichen: Objekteinrichtung, Medizinischer Bedarf, Textil, Medizintechnik

und Service und Wartung. Durch die ineinandergreifenden

Leistungen der Geschäftsbereiche macht die WIBU Gruppe die Komplettausstattung

der modernen Pflegeeinrichtungen, Kliniken, Hotels sowie die Einrichtung

von Veranstaltungsinstitutionen oder modernen öffentlichen Aufenthaltsbereichen

möglich.

www.wibu-gruppe.de

Wissner-Bosserhoff gewinnt Kalenderpreis

Der Kalender „Hommage an das Leben VI“ von Wissner-Bosserhoff gelangt

zu weltweitem Ansehen. Die Jury des Graphischen Klubs Stuttgart zeichnete

das Wickeder Unternehmen beim Preis der Internationalen Kalenderschau

2010 am 21. Januar neben Mercedes-Benz und Porsche mit der Bronzemedaille

aus. Die Kalenderschau gehört zu den bedeutendsten Wettbewerben

der Druck- und Medienbranche in Europa. Wissner-Bosserhoff stellte sich

erstmals diesem Wettbewerb. Menschen, die über 100 Jahre alt sind, stehen

im Mittelpunkt des international angelegten Kalenders. Die Portraits erzählen

jeweils eine individuelle, authentische Geschichte. Gleichzeitig beanspruchen

die Aufnahmen für sich, bildhaft formulierte Philosophie des Alten- und

Pflegeeinrichtungen herstellenden Unternehmens zu sein. „Der Kalender

zeigt unseren Respekt vor den Menschen“, sagt Uwe Deckert, Leiter Marketing

und Produktmanagement bei Wissner-Bosserhoff. Die Portraits nahm

der renommierte Fotograf René Schwerdtel auf, die graphische Umsetzung

verantwortete „Sieger Design“, Bad Sassendorf. Von insgesamt 1.313 einge-

Altenpflege 2010

Die niedersächsische Landeshauptstadt ist vom 23. bis 25. März das Zentrum

der internationalen Pflegewirtschaft. Auf dem Messegelände in Hannover

treffen sich Experten, Entscheider und Fachkräfte zur „Altenpflege

2010“, die auch im 21. Jahr ihres Bestehens wieder die Zukunft der Branche

in all ihren Facetten abbildet. Über 700 Aussteller, vier Messehallen,

55.000 m 2 Ausstellungsfläche, dazu Sonderschauen, Management- und Pflegekongress

sowie hochkarätige Fachforen prägen die Veranstaltung. Mehr

denn je ist der Pflegemarkt ein Wachstumsmarkt, der sich in rasantem Tempo

dynamisch weiterentwickelt. Alle Berufsgruppen, ob Entscheider oder

Fachkräfte, ob aus den Bereichen Pflege, Küche oder Hauswirtschaft, werden

auf der Messe angesprochen. Je nach Bereich können sich die Besucher

in auf sie zugeschnittenen Fachforen über Neuheiten, Trends und Entwicklungen

informieren und austauschen. Darüber hinaus zeigt der 2009 neu

konzipierte Management-Kongress, wie sich Entscheider der ambulanten

und stationären Pflege auf die Veränderungen in der Branche, auf neueste

Trends und auf die rechtlichen und politischen Weichenstellungen einstellen.

Das entsprechende Wissen wird von hochrangigen und bekannten Branchenkennern

und bekannten Akteuren vermittelt. Nicht nur die Fachforen und

Kongresse sind Publikumsmagneten, sondern auch Spezialthemen wie die

zum 7. Mal stattfindende Sonderschau „Lebensräume“. Hier werden innovative,

spannende und ungewöhnliche Einsichten und Aussichten zur Entwicklung

ambulanter und stationärer Versorgungsstrukturen präsentiert.

www.altenpflege-messe.de

reichten Kalendern aus Deutschland und zehn

weiteren Ländern zeichnete die erste Fachjury

des Graphischen Klubs in diesem Jahr nur 40

Kalender aus aller Welt aus. Dabei beurteilte sie

nach den Kriterien Gesamteindruck, Funktionalität

und Originalität, Konzeption, Gestaltung,

Fotografie und Typographie sowie Qualität der Produktion. Alle Kalender

sind vom 22. Januar bis 14. Februar auf der weltweit größten Kalenderausstellung,

der 60. Kalenderschau, im Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg

in Stuttgart zu sehen. Veranstalter sind der Graphische Klub Stuttgart,

die Kodak GmbH, Stuttgart, der Verband Druck und Medien in Baden-Württemberg

e.V. und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg. Vom 19.

Februar bis 14. März 2010 wandert die Ausstellung ins Regierungspräsidium

nach Karlsruhe.

www.wi-bo.de


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Panton Chairs.“

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8 medAmbiente 1 · 2010

Markt und Management

Warum ist es noch immer vielen Pflegeheim-Betreibern trotz einer bundesweiten Auslastung von über 90 % nicht mög-

lich, wirtschaftlich zu arbeiten? Die Diskussion um Überkapazitäten im Bereich der stationären Altenhilfe hält weiter an.

Hermann J. Thiel, Geschäftsführer der Kölner Beratungsgesellschaft Terranus-Gruppe, reflektiert die Mechanismen im

Management von Altenpflegeheimen und zieht Vergleiche zum Hotelmarkt.

Mit Schwankungen leben

Pflegeeinrichtungen können vom Hotelmarkt lernen

Hermann J. Thiel, Geschäftsführer

der Kölner Beratungsgesellschaft

Terranus-Gruppe

In Zeiten, in denen Volkswirtschaften nicht

mehr prosperieren, wird insbesondere im Gesundheitswesen

der Ruf nach dem Staat lauter.

Er möge stärker regulierend eingreifen, um gefühlte

„Überkapazitäten“ auszusteuern und „Sicherheit“

zu schaffen. Diese Forderung wird

mit der Diagnose „Marktversagen“ begründet.

Ob ein solches Vorgehen in das System der sozialen

Marktwirtschaft in Deutschland passt

oder ob aus Aktionismus allzu voreilig das

„Kind mit dem Bade ausgeschüttet“ wird, steht

hier nicht zur Diskussion. Vielmehr stellt sich

die Frage: Welche Versäumnisse gab es in der

Vergangenheit, die dazu führten, dass trotz hoher

Auslastung die Wirtschaftlichkeit in der

Altenpflege nicht erreicht und die Qualität

ständig infrage gestellt wird?

Schon lange passé: garantierte

Vollauslastung

Die stationäre Altenhilfe kommt aus einer Zeit,

in der es nur das Wort „Vollauslastung“ gab –

unabhängig von Alter, Struktur, Lage und Qualität

eines Pflegeheimes. Diese sehr auskömmliche

Situation war eine Folge der starken

Regulierung. Sie hat dazu geführt, dass sich

kaum ein Markteilnehmer in diesem „geschützten“

Umfeld darüber Gedanken machte,

wie mit möglichen Belegungsschwankungen

oder gar Rückgängen umzugehen sei.

Dies erklärt auch, warum es noch immer vielen

Betreibern trotz einer bundesweiten Auslastung

von knapp über 90 % (inkl. Pflegstufe 0)

nicht möglich ist, wirtschaftlich zu arbeiten.

Parallel fürchten sie – zu Recht – den Wettbewerb

in Form von moderneren, anspre-

chenderen Häusern mit gut ausgebildeten jungen

Fachkräften.

Durch planwirtschaftlich anmutende Mechanismen

schien sich die Branche in einem

scheinbar selbstständigen Markt zu bewegen –


konjunkturunabhängig wie auch wenig elastisch

in Preis und Nachfrage. Was dazu führte,

dass der Gesundheitsmarkt – in der Vergangenheit

als langweilig und zu komplex abgetan

– aufgrund seiner vermeintlichen Stabilität

plötzlich als attraktiv identifi ziert und wachgerüttelt

wurde. Weiteres Plus in der Bewertung:

Die Insolvenzraten in diesem Segment

lagen 2008 deutlich unter 0,5 %, im Gegensatz

zum bundesdeutschen Durchschnitt von

über 1,2 %.

Der Blick über den Tellerrand:

Hotelmarkt

Seit einigen Jahren kommen die ehemals festgefügten

Strukturen dieses vermeintlich krisensicheren

Marktes ins Wanken: Mit Einführung

der Pfl egeversicherung 1996 und den

letzten Gesundheitsreformen sollten mehr

Marktmechanismen die Effi zienz steigern.

© vege - Fotolia.com

Dabei unterliegt die Branche viel geringeren

Belegungsschwankungen als beispielsweise der

Hotelbereich. Letzterer wies bei ca. 1,3 Mio.

Betten 220 Mio. Übernachtungen (Hotel/Hotel

Garni) aus. Das entspricht einer durchschnittlichen

Auslastung von unter 40 % (2007 und

2008). Seit 1995 verzeichnet die

Hotellerie ein Wachstum von

ca. 25 %.

Im Bereich der stationären Altenhilfe

werden heute ca. 770.000

Betten mit 255 Mio. Übernach-

tungen gezählt. Das entspricht einer

Auslastung von 91 % – und trotzdem ist das

Jammern groß. Im Bereich der Akutkliniken

beträgt sie mittlerweile 80 % und gilt als „bedarfsgerecht“.

Was macht den großen Unterschied zwischen

deutschem Gastgewerbe und Pfl egebranche

aus? Wieso kann das Erstere viel besser mit

Leistungs- und Rationalisierungsdruck umgehen?

Die Antwort ist simpel: Die Hotelbranche

ist seit jeher gewohnt, mit Schwankungen zu

leben. Sie war deshalb gezwungen, trotz hohen

Anspruchs an Ausstattung und Dienstleistung

im Wettbewerb viel fl exibler zu reagieren. Dabei

unterliegen Hotels – anders als in der Altenhilfe

– viel stärker konjunkturellen Einfl üssen

und einer stetig wachsenden Konkurrenz.

Die in Gastronomie und Hotellerie gezahlten

Stundenlöhne sind nicht hoch, weswegen das

Thema Mindestlohn diskutiert und auch eingeführt

wurde. Im Bereich von Altenhilfe und

Zeitarbeit hat man in Teilen mit ähnlichen Problemen

zu kämpfen, hat sie aber möglicherweise

besser gelöst.

Sicherlich ist die Preisbildung im Gesundheitsmarkt

ein entscheidender Unterschied: Kranken-

und Pfl egekassen diktieren die Preise, die

auf einer unterstellten Auslastung (in der Altenhilfe:

95 %) kalkuliert sind. Das Gastgewerbe

kann Leerstände preislich fl exibler abbilden,

muss sich damit aber dem Wettbewerb stellen.

Trotzdem bleibt die Frage, wo das Problem der

„gefühlten Überkapazitäten“ liegt. Rein theoretisch

müssten diese auch im Hotelbereich in

dramatischen Größenordnungen vorhanden

sein. Warum ist man aber in der Altenhilfe in

weiten Bereichen nicht in der Lage, bei einer

90 %igen Auslastung wirtschaftlich – und

gleichzeitig qualitativ gut – zu arbeiten?

Hotels haben – wie alle Dienstleistungsunternehmen

– mit steigenden Energie- und Versicherungsbeiträgen

sowie Personalkosten und

gleichzeitig stagnierenden und sogar rückläufi

gen Erlösen pro Zimmer zu rechnen. Dennoch

gibt es eine solide Anzahl von Marktteilnehmern,

denen es in guten wie in schlechten

Zeiten stets gelingt, zufriedene Gäste zu haben

und auch wirtschaftlich erfolgreich zu agieren.

Den Markt regulieren alle:

Betreiber, Bewohner, Staat

An den in den vergangenen Jahren implementierten

Marktmechanismen im Gesundheitswesen

wird sich in den nächsten Jahren nicht viel

ändern, sollten diese Zeichen der Zeit nicht erkannt

werden. An einem möglichen Verdrän-

gungswettbewerb wird

– egal wie laut die öffentliche

Diskussion

sein wird – niemand

ernsthaft etwas ändern

wollen. Wer mit einem

besseren Haus an einem

guten Standort, entsprechender

Spezialisierung und Mitarbeiter-

Qualifi kation nachhaltig bessere Leistung

bringt, wird seine Kunden und Patienten überzeugen

und damit wirtschaftlich erfolgreich

sein. Dazu gehört aber auch, dass die Vertragspartner

auf der Kostenträgerseite und auch der

Gesetzgeber Preis- und Leistungsdifferenzierungen

zulassen.

Andererseits gibt es immer noch zu viele Angebote,

die in ihrer Struktur- und Immobilienqualität

nicht mehr den Anforderungen an die

moderne Pfl ege entsprechen. Es liegt dann an

den Kunden/Bewohnern/Angehörigen, durch

ihre persönliche Entscheidung gegen ein solches

Haus dazu beizutragen, dass diese Angebote

idealerweise kurzfristig vom Markt genommen

werden.

Das heißt aber nicht zwangsläufi g, dass Einzelbetreiber,

die nicht zu einer Gruppe oder Kette

gehören, unter den heutigen Bedingungen

nicht bestehen können. Zwar haben Ketten

manchmal – und das nicht nur auf Basis von

besseren Einkaufskonditionen – einen Wettbewerbsvorteil.

Zudem ist bei ihnen häufi g die

Professionalisierung im Hinblick auf Dienstplan-Gestaltung,

Prozesse und Qualität weiter

vorangeschritten. Individualität und Standortvorteile

eines Einzelbetreibers können jedoch

diese Vorteile einer Kette im Einzelfall durchaus

aufheben.

Unabhängig von dieser Differenzierung gilt jedoch:

Diejenigen, die regungslos auf die Wiederkehr

der „guten alten Zeiten“ hoffen, sind

einem immer stärkeren Abwärtstrend ausgesetzt.

Es sei denn, sie stellen sich aktiv dem

Strukturwandel. Nur so sichern sie sich ihr Bestehen.

Die nötigen Voraussetzungen sind da, denn das

heutige Gesundheitswesen – speziell das stationäre

Krankenhaus- und Pfl egesegment – ist

immer stärker mit anderen Wirtschaftszweigen

verwoben. Das hält die Branche, die aufgrund

der limitierten Zuwendungen des Staates auf

Finanzierung und Investitionen von Dritten

angewiesen ist, transparent – und weiterhin

interessant.

Kontakt:

Hermann Josef Thiel

Terranus Consulting GmbH, Köln

Tel.: 0221/93700700

info@terranus.de

www.terranus.de

Markt und Management

medAmbiente 1 · 2010 9


10 medAmbiente 1 · 2010

Markt und Management

Personal entlasten

Nach AOK-Studie verhilft Technik zu geringerem Krankenstand

Moderne Technik hilft nicht nur den Patienten, sondern auch dem Pflegepersonal und den

Arbeitgebern. Diesen Schluss lassen statistische Auswertungen der AOK Bayern zu. Von

2001 bis 2008 ist der Krankenstand im Elisabethenstift im nordbayrischen Lauingen den

Daten der Krankenkasse zufolge deutlich gesunken. Ein Grund für den geringeren

Krankenstand könnte in der seit 2001 in Lauingen eingesetzten Technik liegen.

„Moderne Technik hilft nicht nur den Patienten,

sondern auch dem Pflegepersonal und

den Arbeitgebern“, sagt Walter Manz, Pflegedienstleiter

der Elisabethen-Stiftung im schwäbischen

Lauingen. „Die Augen“, erläutert Manz,

„stehen für das Erkennen der Situation, der

Hilfebedürftigkeit, das Herz für das Gefühl und

das Helfen-Wollen und die Hände für das

Handwerk des Pflegens.“ Dies alles könnte

wohl jeder seiner Kollegen unterschreiben.

Manz sieht sich darüber hinaus aber vor allem

als moderner Dienstleister, der seinen Kunden

den Lebensabend so angenehm wie möglich

machen will. Dazu gehören großzügige Räumlichkeiten

ebenso wie gut ausgebildetes Personal

und das notwendige Maß an moderner

Technik.

Statistik der AOK

Eine Bestätigung dieses Ansatzes kam jüngst

von der AOK Bayern. Von 2001 bis 2008

ist nach einer von ihr erhobenen Statistik der

Krankenstand im Elisabethenstift im nordbayrischen

Lauingen den Daten der Krankenkasse

zufolge deutlich gesunken. Weist die

Statistik über die Arbeitsunfähigkeitstage je

100 Mitarbeiter in Lauingen 2001 noch 2.083

Ausfalltage aus, fiel die Zahl in 2008 auf nur

1.190. Zwischendurch erreichte das Stift sogar

einen Spitzenwert von nur 898 Ausfalltagen.

Das war etwas mehr als halb so viel wie im

Landesschnitt und weniger als die Hälfte des

Bundesschnittes. In 2006 und 2007 stiegen die

Arbeitsunfähigkeitstage an, um in 2008 wieder

drastisch zu fallen. Insgesamt war der Kran-

kenstand zuletzt im Vergleich zum Beginn

der Auswertungen um 43 % reduziert.

Auch bei den Arbeitsunfähigkeitsfällen je 100

Mitarbeiter liegt das Elisabethenstift deutlich

unter den Werten, die in Bayern oder auf Bundesebene

erzielt werden. In Lauingen sank die

Elisabethenstift in Lauingen


Markt und Management

Zahl über den Vergleichszeitraum

von 111 auf 104. In 2006 glänzte

die Pflegeeinrichtung sogar mit

nur 85 Arbeitsunfähigkeitsausfällen

je 100 Mitarbeiter. Aber auch

mit dem in 2008 erreichten Wert

von 104 steht Lauingen besser da

als der Durchschnitt in Bayern

(139) oder der Bundesdurchschnitt

(150).

Deckenliftsystem zur

Entlastung

Ein Grund für den geringeren

Krankenstand könnte in der seit

2001 in Lauingen eingesetzten

Technik liegen. Deckenliftsysteme

von Guldmann entlasten hier

nämlich das Pflegepersonal. Patienten

müssen nicht mehr, oder

zumindest deutlich weniger, mit

Muskelkraft gehoben werden. Entsprechend

leichter fällt die Arbeit

den Pflegerinnen und Pflegern.

Diese These lässt sich mit einem

weiteren Blick in die Datenlage

erhärten. Während im Bundes-

und Landesdurchschnitt fast ein

Viertel (23 %) aller Krankheitsfälle

Muskeln und Skelett betrafen, wa-

„Unser Anspruch ist es,

Arbeitsunfähigkeitstage* Elisabethenstift Lauingen 2001 bis 2005

im Vergleich zu Bayern und zur Bundesrepublik

* je 100 Mitarbeiter

Stift

Bayern

Bund

Ihren Bewohnern eine

Umgebung zu schaffen,

die ihre Privatsphäre erhält.“

2500

1500

2001

2083

1992

2281

2002

1718

1944

2225

2003

1400

1858

2091

ren es im Elisabethenstift nur

noch 17 % 2000 oder jeder sechste Fall.

Die Investition rechnet sich. Wenn

nur die Hälfte der gegenüber dem

1000

Landesschnitt eingesparten Ausfalltage

seit 500 2001 auf die eingesetzte

Muskel und Rücken scho-

2004

1100

1709

1944

2005

898

1732

1880

2006

1128

1700

1842

nende Lift-Technik 0

2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008

zurückzuführen Stift 2083 ist, spart 1718 das 1400 Stift 1100 898 1128 1572 1190

Bayern 1992 1944 1858 1709

allein dadurch bares Geld. Geld,

Bund 2281 2225 2091 1944

1732

1880

1700

1842

1785

1932

1658

2015

das wieder in bessere Pflege und

bessere, gesündere Arbeitsbedingungen

investiert werden kann.

Dazu kommt ein Marketingeffekt

– denn zufriedene Kunden haben

zufriedene Angehörige. Allein die

Mund-zu-Mund-Propaganda sorgt

für Wartelisten bei der Aufnahme.

Als Pflegedienstleiter freut sich

Walter Manz über einen gesun-

2007

1572

1785

1932

2008

1190

1658

2015

kenen Krankenstand seiner Mitarbeiter,

der dem Stift bares Geld

spart. Rückenschäden durch zu

schweres Heben gebe es quasi Stift

Bayern

nicht mehr, so Manz. Das Personal

Bund

kann länger im Beruf bleiben und

muss weniger befürchten, aus gesundheitlichen

Gründen vorzeitig

ausscheiden zu müssen. Das

macht wiederum das Stift als Arbeitgeber

attraktiv. Engagierte

Mitarbeiter, so Manz, könnten gehalten

werden. Insgesamt erleichtere

die Technik die Arbeit –

und sie sorge für ein modernes,

innovatives Image des Arbeitgebers.

Kontakt:

Guldmann GmbH, Wiesbaden

Tel.: 0611/974530

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Altenpflege

23.-25.03.2010

Hannover

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Stand C34

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medAmbiente 1 · 2010 11


12 medAmbiente 1 · 2010

Architektur und Generationen

Gewachsen

wie aus einem Guss

Erweiterung des Pflegezentrums Laichinger Alb

Das Pflegezentrum Laichinger Alb bietet ein Spektrum von der stationären Pflege bis zur Tagespflege und

-betreuung alter Menschen. Das 1996 erbaute Pflegeheim wurde um einen Erweiterungsbau ergänzt;

insgesamt verfügt das Zentrum heute über 71 Zimmer, davon sind 56 Einzelzimmer. Die architektonische

Federführung hatte das Stuttgarter Büro Blocher Blocher Partners.

Wohnortnahe und qualifizierte Versorgung im

diakonischen Auftrag, an christlichen Werten

orientiert – dieser Tradition folgt das Pflegezentrum

Laichinger Alb. Das hiesige Krankenhaus

wird seit 1907 selbstständig geführt und ist

1988 erstmals mit einer Altenpflegestation ergänzt

worden. 1996 kam neben einem Ausbau

des Krankenhauses ein eigenes Pflegeheim dazu

– dessen Erweiterung wurde im Herbst

2007 eingeweiht.

Die hellen und freundlichen, großzügig ausgestatteten

Räume sind solche der stationären

Dauerpflege. Darüber hinaus wird aber auch

die – größtenteils von den Pflegekassen finanzierte

– Möglichkeit der Kurzzeitpflege angeboten:

Ältere Menschen können sich hier auch

nur einige Tage oder Wochen versorgen lassen.

Das entlastet beispielsweise die pflegenden Angehörigen,

kann aber auch zur Unterstützung

der weiteren Genesung nach einem Krankenhausaufenthalt

geboten sein. Selbst an einzelnen

Tagen kann man das qualifizierte Pflegepersonal

des Hauses in Anspruch nehmen und

abends wieder nach Hause gehen.

Optische Einheit ohne Bruchstellen

An die nach einem Wettbewerb ausgewählten

Architekten Blocher Blocher Partners wurde

vor allem die Aufgabe herangetragen, für eine

optische Einheit sämtlicher Gebäudeteile ohne

Bruchstellen zu sorgen – trotz der sukzessiven

Nachverdichtung im historischen Verlauf der

Erweiterungen und Ergänzungen des Krankenhaus-

und Pflegezentrumskomplexes. Die unterschiedlichen

Funktionsbereiche wie Krankenhaus,

Pflegeheim und Senioren-Wohnanlage

sollten in einem kompakten Ensemble zusammengefasst

werden, abgerundet durch Ärztehaus,

physikalische Therapieräume und Apotheke.

Die Proportionen der Neubauten wurden

so gewählt, dass sie sich in das ländliche Gefüge

und die Hanglage der idyllischen Alb-Region

einbetten.

Der architektonische Entwurf sollte dabei zugleich

den Maximen der Zweckmäßigkeit und

Wirtschaftlichkeit folgen. Hinsichtlich der Vorgaben

bezüglich der Innengestaltung

wünschte man sich insgesamt einen freundlichen

Charakter der Gebäude. Diese sollten

möglichst von Licht durchflutet sein, Farbe

sollte der Orientierung dienen, aber auch zur

Förderung einer positiven Stimmung bei Bewohnern,

Pflegenden und Besuchern beitragen.

Sollte der Funktionsbau Krankenhaus eher

sachlich konstruiert werden, kam es beim Pflegeheim

und bei der auf längerfristige Aufenthalte

eingerichteten Seniorenwohnanlage auf

eine heimelige Anmutung an.

Nicht modisch – aber modern

Der gesamte Ausbau des Pflegezentrums Laichinger

Alb umfasste alle neun Leistungsphasen

und eine Zeitspanne von gut 16 Jahren.

Vom Bau der Seniorenwohnanlage 1991 bis

1993 über den Funktionsbau Krankenhaus und

das Seniorenpflegeheim, beide 1995 bis 1997,

bis hin zur Erweiterung des Krankenhauses

2001 bis 2003 und der Erweiterung des Seniorenpflegeheims

2004 bis 2007. „Dabei ist es gelungen,

in einer zeitlos-modernen Architektursprache

zu bleiben. Wir haben nicht modisch,

aber modern gebaut“, sagt Angela Kreutz von

Blocher Blocher Partners. Die einzelnen Gebäudeteile

verdichten sich zu einem stimmigen En-


semble, das nach Bedarf weitere Anbauten mit

perfekter Anbindung an den Bestand ermöglicht.

So wächst das Pflegezentrum mit dem Bedarf

seiner Nutzer und Besucher.

Das innenarchitektonische Konzept verfolgt

eine freundliche Linie mit einer lichtdurchlässigen

Bauweise und warmer Ausstrahlung.

Eine dezente Farbgebung im Wechsel mit kräftigen

„Farbtupfern“ sorgt für eine bessere

Orientierung und Wiedererkennbarkeit der einzelnen

Zimmer. Die Böden sind mit pflegeleichtem

Linoleum und robustem Industrieparkett

ausgestattet, an den Wänden finden sich

florale Grafiken, und großflächige Fenster sorgen

für einen natürlichen Lichteinfall. Neben

Standardmöbeln bleibt Raum für die Ausstattung

der Zimmer mit persönlichen Gegenständen

der Patienten. Helles Holz unterstützt den

ländlichen Charme der Räume.

Übersichtliche und offene Struktur

Die zuletzt realisierte Erweiterung des Seniorenpflegeheims

ist niveaugleich an das Hanggeschoss

des bestehenden Pflegeheims angebunden.

Ein zum Teil transparenter

Verbindungsflur führt vorbei am offen gestalteten

Dienstzimmer und Empfangsbereich und

mündet in einem zentralen lichtdurchlässigen

und freundlichen Aufenthaltsbereich. Um die

Gemeinschaftsräume sind alle notwendigen

Neben- und Sanitärflächen gruppiert. Vom zentralen

Aufenthaltsbereich erreicht man direkt

die beiden Pflegespangen. Die großzügigen

Pflegezimmer mit innen liegenden behindertengerechten

Sanitäreinheiten sind alle nach

Osten bzw. Westen ausgerichtet.

Die Herausforderung für die Architekten, berichtet

Angela Kreutz, lag im zu berücksichtigenden

Wechselspiel zwischen Um- und Neubau.

Die alte Substanz musste aufgefrischt

werden, ohne dass sie im Ergebnis wie ein

Fremdkörper neben den Bauten neueren Datums

wirkt. Außerdem, so berichtet Angela

Kreutz, ging es darum, dazu beizutragen, dass

die Bewohner so lange wie möglich selbstständig

bleiben können. Dies setze eine penible

Planung vor aus, die alle Eventualitäten einkalkuliert,

die mit „freundlichen“ Wohnungen ein

neues Zuhause schafft und mit Orten der Kommunikation

eine mögliche Vereinsamung vermeidet.

Auch komplexe medizinische Erfordernisse

habe man planerisch umsetzen müssen

– und zwar so, dass dennoch eine Atmosphäre

entsteht, in der sich die hier aufhaltenden Men-

schen aufgehoben fühlen. Es gehe nicht allein

um den Blick auf den Patienten als solchen,

sondern um die Privatheit von Individuen.

Die den planerischen Aufwand rechtfertigende

gute Aufnahme des Entwurfs zeigt sich an positiven

Rückmeldungen der Bewohner und

Pflegenden sowie an der guten Auslastung des

Hauses. Darüber hinaus wurde er bereits für

den Bauabschnitt 1997 bis 2001 im Rahmen

des Auszeichnungsverfahrens „Beispielhaftes

Bauen, Alb-Donaukreis und Ulm“ gewürdigt.

Es wurde von der Architektenkammer Baden-

Württemberg durchgeführt – mit dem Ziel,

„rundum gelungene Architektur“ auszuzeichnen

und einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Kontakt:

Blocher Blocher Partners, Stuttgart

Tel.: 0711/22482-0

partners@blocherblocher.com

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Architektur und Generationen

Mit den Kunststoff-Designbodenbelägen von PROJECT FLOORS realisieren Sie immer ein naturnahes, positives Wohlfühlambiente in Altenheimen, Pfl egeeinrichtungen und Praxen.

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14 medAmbiente 1 · 2010

Architektur und Generationen

Das ist mein Haus

Architektur für Pflegeeinrichtungen

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung wird aufgrund der demografischen Entwicklung zukünftig weiter stark

steigen. Sind heute 21 % der Bevölkerung über 65 Jahre alt, werden es im Jahr 2030 rund 31 % sein. Das bedeutet, dass

die Nachfrage nach zeitgemäßen Pflegeeinrichtungen kontinuierlich wachsen wird. Ein Beitrag von Harald Nürnberg.

Große Schlafsäle waren in den 50ern und noch

bis in die 60er Jahre üblich, wenn es um die

Unterbringung von Pflegebedürftigen ging. Erst

Heime der 70er Jahre lösten sie ab – mit langen

Fluren und direkt daran angeschlossenen

Mehrbettzimmern. In den 90ern ging man zu

Einzelzimmern über und verkürzte die Flure,

und unsere modernen Konzepte setzen auf

Haus- und Wohngemeinschaften. So weit wie

irgend möglich sollen sie Normalität und vertraute

Alltäglichkeit ausstrahlen. So lässt sich

im Groben die Entwicklung der Pflegeeinrichtungen

seit der Nachkriegszeit skizzieren.

Gewandelte Rahmenbedingungen

Den rechtlichen Rahmen für den Neu- und

Umbau von Pflegeeinrichtungen regeln Gesetze

der Länder – in Nordrhein-Westfalen ist dies

das Wohn- und Teilhabegesetz (WTG). Darin

ist beispielsweise festgelegt, dass bis Juli 2018

der Einzelzimmeranteil aller Pflegeeinrichtungen

bei mindestens 80 % liegen muss und

dass Neubauten für 60 bis 80 Bewohner konzipiert

werden.

Der Gesetzgeber verfolgt damit das Ziel, den

Bewohnern ein möglichst selbstbestimmtes

und selbstständiges Leben zu ermöglichen –

und zwar unter weitestgehender Wahrung ihrer

Privat- und Intimsphäre. Neubauten sollen

ausschließlich an integrierten Wohnstandorten

errichtet werden. Ging man in der Vergangenheit

davon aus, Pflegeheime an den Stadtrand,

auf die „grüne Wiese“ zu bauen, bevorzugt

man heute Standorte, die den Bewohnern vertraut

sind. Das Verbleiben in der gewohnten

Nachbarschaft soll dazu beitragen, bestehende

soziale Kontakte aufrechtzuerhalten.

Um öffentlich subventionierte Finanzhilfen in

Anspruch nehmen zu können, müssen die festgelegten

rechtlichen Rahmenbedingungen eingehalten

werden. So schreibt z. B. das Landespflegegesetz

eine zwingend einzuhaltende

Kostenobergrenze pro Pflegebett fest (heute ca.

85.000 €). Das Haus muss so attraktiv gestaltet

sein, dass mit einer dauerhaften maximalen

Auslastung zu rechnen ist. Die Architektur

muss auch für die Angehörigen – die i. d. R. bei

der Auswahl des Pflegeheimes entscheidend

mitwirken – überzeugend sein. So sollte beispielsweise

der Eingangsbereich wie eine Hotelrezeption

wirken. Das Objekt sollte architektonisch

so geplant und gestaltet sein, dass sich

ergebende Veränderungen, wie z. B. die Entwicklung

hin zu einem Hospiz, mit wenig Aufwand

realisieren ließe.

Multikulturelles Seniorenzentrum

Ein Beispiel ist unser 1995 in Betrieb genommenes

Haus in Duisburg-Homberg (Mulitkulturelles

Seniorenzentrum), das schon damals von

uns nach dem Wohngruppenprinzip geplant

worden ist und noch heute den derzeitigen Anforderungen

entspricht. Die hohe Auslastung

bestätigt die Attraktivität des Hauses. Die ge-

schilderte „Normalität“ lässt sich baulich am

ehesten mit einem städtebaulich stark gegliederten

Baukörper realisieren. Die Architektur

erinnert an vertraute Gebäudegrößen und vermittelt

den Bewohnern sehr stark das Gefühl

„Ich wohne hier, das ist mein Haus“.

Empfehlenswert sind maximal drei Geschosse,

um keine zu große Distanz zwischen den Bewohnerzimmern

und der Umgebung zu schaffen.

Die Bewohner verbringen i. d. R. deutlich

mehr Zeit im Haus, sodass der optische Bezug

zur Außenwelt möglichst nah und ausgeprägt

sein sollte.

Die Wohnbereiche werden von einem Zentralbereich

aus erschlossen – dieses Raumkonzept

ermöglicht vor allem kurze Wege. Das ist nicht

nur für die Bewohner bequem, sondern es erleichtert

auch den Mitarbeitern, einen reibungslosen

Betrieb der einzelnen Wohnbereiche zu

organisieren. Farbleitsysteme innerhalb des

Gebäudes erleichtern zusätzlich die Orientierung.

Der Zentralbereich selbst umfasst alle

Räumlichkeiten, deren Nutzung den Wohngruppen

übergeordnet sein kann, wie z. B.

Dienstzimmer, Pflegebäder, Pflegearbeitsräume,

Mitarbeiteraufenthaltsbereiche etc.

Das sichere Gefühl einer

Großfamilie

Die verglasten Dienstzimmer verbessern den

Überblick der Mitarbeiter und geben den Be-


wohnern ein beruhigendes Gefühl von Sicherheit.

Das Pflegebad ist als „Wohlfühloase“ mit

Wellnesscharakter konzipiert. Erreicht wird

dies durch warme Farben, akzentuierte, an

Sonnenlicht erinnernde Beleuchtungskonzepte

sowie eine Begrünung. Funktionalität wird gepaart

mit Wohnlichkeit. Flächen mit marktähnlichem

Charakter (Kiosk, Friseur, Fußpflege

etc.) regen zur wohngruppenübergreifenden

Kommunikation an und fördern die Begegnung

und den Austausch mit anderen Menschen.

Die Bewohnerzimmer einer Wohngruppe gliedern

sich um einen zentralen Wohn- und Aufenthaltsbereich.

Dieser Aufbau gewährleistet,

dass die Bewohner die Möglichkeit haben, ihr

Leben in der Pflegeeinrichtung ähnlich dem

ihres bisherigen vertrauten Alltagslebens zu

führen. Die Miteinbeziehung in alltägliche

hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie Vorbereitung

des Essens etc. fördern die Kommunikation

und vermitteln das sichere Gefühl der

„Großfamilie“.

Alltägliche Verrichtungen – auch gemeinsam

mit anderen – schaffen wohltuende Normalität.

Deshalb ist der Wohn- und Aufenthaltsbereich

als Wohnküche gestaltet. Hier kann – vor

allem auch gemeinsam mit den Bewohnern

und mit deren Beteiligung – gekocht werden.

Mit Rollstühlen unterfahrbare Arbeitsflächen

erleichtern die Integration der bewegungseingeschränkten

Mitbewohner. Die großzügig verglasten

Fassadenflächen der Wohn- und Aufenthaltsräume

sorgen für helle natürliche

Belichtung. Die vorgelagerten Balkone bieten

einen Zugang ins Freie und sorgen optisch für

ein vergrößertes Raumempfinden. Diese Balkone

sind im Übrigen auch Voraussetzung für

verschiedene staatliche Förderungen – etwa für

die Finanzierung durch das nordrhein-westfä-

lische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und

Soziales.

Bedürfnisse demenzkranker

Bewohner

Wohnbereiche für die zunehmende Anzahl demenzkranker

Bewohner bedürfen einer besonderen

Planung, die auf deren eigene Bedürfnisse

Rücksicht nimmt. Einerseits muss die

Möglichkeit zur Bewegung bestehen, anderseits

muss aber auch unkontrolliertes „Weglaufen“

verhindert werden. Es erweisen sich meist

schon ganz einfache Mittel als hilfreich: Ein

farblich abgesetzter Streifen im Bodenbelag

kann für einen Demenzerkrankten schon eine

Barriere darstellen.

Möglichst sollte an eine Demenzwohngruppe

ein Sinnesgarten angebunden sein. Hier sollen

die Sinne der Bewohner durch sehen, hören,

riechen, schmecken und fühlen angesprochen

werden. Elemente der Gartengestaltung wie

Fühltafeln, Klangobjekte, besondere Nutz- und

Duftpflanzen trainieren das Gehirn und beeinflussen

damit den Verlauf der Demenz positiv.

Sichere Türen und Blick nach

draußen

Flurnischen ermöglichen das Aufschlagen der

Bewohnerzimmertür nach außen. Im Notfall

kann das Pflegepersonal jederzeit die Tür nach

außen öffnen und Bewohnern helfen, die im

Zimmer einen Schwächeanfall erlitten haben

– so können sie die Tür nicht von innen blockieren.

Nischen für die Türen verhindern außerdem

das gefährliche Aufschlagen der Türen

in den Flurbereich und tragen überdies zur optischen

Auflockerung des Flurs bei.

In den Zimmern lösen großzügige, bodentiefe

Verglasungen der Fenster die Grenze zwischen

Innen- und Außenbereich optisch auf. Insbe-

Architektur und Generationen

sondere bettlägerigen Bewohnern wird so in

jeder Lage der Blick nach draußen eröffnet, sodass

sie nicht von der Außenwelt abgeschnitten

sind und den Wechsel der Jahreszeiten miterleben

können. Durch einen ausreichenden

Schallschutz bleibt die Privat- und Intimsphäre

erhalten – auch bei lauten Nachbarn. Jedes

Zimmer erhält ein eigenes Bad mit bodenbündiger

Dusche, mit Rollstühlen unterfahrbaren

Waschtischen und ausreichend Halte- und

Stützgriffen. Die Waschtische sind mit Kippspiegeln

ausgestattet. Die Ausstattung und

Größe der Bäder ist in DIN-Normen geregelt.

Sanierung oder Neubau?

Bei einer Vielzahl von künftigen Projekten

wird sich die Frage stellen, ob ein Umbau oder

ein Neubau sinnvoller ist. Die vorhandenen statischen

Strukturen und häufig auch Brandschutzauflagen

stellen die Träger vor schwierige

Aufgaben. Selbst in Häusern, die erst in

den 70er Jahren errichtet wurden, sind heutige

Pflegekonzepte teilweise kaum zu verwirklichen.

Dennoch lohnt sich eine genaue Analyse,

denn allein der Erhalt der Rohbausubstanz

spart bis zu 25 % der Baukosten.

Auch Kompromisslösungen wie z. B. der Teilabriss

und Teilneubauten stellen häufig sinnvolle

Lösungen dar. Die Entscheidung für oder

gegen einen Abriss muss letztlich davon abhängen,

ob mit dem Umbau eine zeitgemäße

Pflegeeinrichtung konzipiert werden kann, die

den Ansprüchen der Bewohner, Mitarbeiter

und Angehörigen gerecht wird.

Kontakt:

Architekt Harald Nürnberg

Tel.: 02244/92060

info@Architekturbuero-nuernberg.de

www.architekturbuero-nuernberg.de

medAmbiente 1 · 2010 15


16 medAmbiente 1 · 2010

Architektur und Generationen

Frisch und authentisch

Pflegeleichte Vinylböden im Naturlook

Der Bodenspezialist Armstrong präsentiert eine frische Kollektion heterogener

DLW Vinyl Beläge, die optimal sind für den Einsatz im Gesundheitswesen.

Viele der Dessins sind Motiven aus der Natur nachempfunden und wirken

überaus authentisch. Der Aufbau des Belages aus mehreren Schichten macht

effektvolle Optiken möglich: Neben beliebten Holz- und Steindekoren gibt es

auch Anmutungen wie gebürsteten Stahl oder oxidiertes Metall.

DLW Vinyl eignet sich überall dort, wo ein

langlebiger, robuster Bodenbelag gewünscht

ist, der sich einfach reinigen und pflegen lässt,

aber auf natürliche Optik nicht verzichtet werden

soll – in Krankenhäusern, Pflege- und Senioreneinrichtungen

oder Reha-Zentren. Alle

heterogenen DLW Vinyl Beläge vergütet

Armstrong mit dem Pur Eco System. Sie sind

dadurch noch unempfindlicher gegen Schmutz,

Verstrichungen und Kratzer, der Pflegeaufwand

wird minimiert, ebenso der Bedarf an Reinigungsmitteln

und Wasser.

Holz in seiner zeitlosen Schönheit interpretiert

„Timberline“. Der Belag kombiniert täuschend

echte Optiken mit geringem Pflegeaufwand.

Das Spektrum reicht von traditionellen einheimischen

Baumarten über moderne, sehr dunkle

und sehr helle Hölzer bis zu rustikalen Varianten.

Die Palette der eleganten Hölzer

ergänzen nun zwei Buchen-Töne und eine Europäische

Kirsche, eine dunkle Eiche sowie ein

heller Ahorn. Im Kontrast dazu stehen die neuen

rustikalen Hölzer mit besonders kräftigen

Strukturen und einer intensiven Prägung.

Raffinierte Ton-in-Ton-Effekte

Avantgardistischer Look und raffinierte Ton-in-

Ton Effekte zeichnen „Perspectives“ aus. Auch

mit den drei neuen Nuancen greift Armstrong

Architektur- und Designtrends auf: dunkles,

leicht oxidiertes Eisen, rauchiges Stahlgrau so-

wie die Used-Optik eines alten schwarzen Bodens.

Edle moderne Umgebungen lassen sich

mit dem robusten und reinigungsfreundlichen

Belag realisieren.

„Connection Corlon“ erinnert mit seiner Chip-

Optik an einen gepflegten, feinkörnigen Steinweg.

Acht Töne von zartem Porzellanweiß über

Kalkstein bis zu dunklem Anthrazit umfasst

die Palette. Mit seiner hervorragenden Rutschsicherheit

von R 10 ist er ideal für stark frequentierte

Bereiche und insbesondere für Zonen

mit hoher Rutschgefahr.

Neue Kolorierung

Das Farbspektrum von „Contract Interior“ hat

der Hersteller neu koloriert. 16 harmonische

Farben bietet der heterogene Belag mit richtungsfreier

Chip-Struktur. Als perfekte Ergänzung

für stark frequentierte Bereiche und solche,

in denen Trittschalldämmung gefragt ist,

bietet Armstrong „Contract Interior II Acoustic“

in neun Farben passend zur Contract Interior.

Mit einer speziellen Schaumstoffschicht versehen

sorgt er für eine Trittschalldämmung von

18 dB sowie für hervorragenden Gehkomfort.

Beliebt und besonders fleckenunempfindlich ist

die marmorierte Struktur „Translations“.

Warme Beige- und Terrakottatöne sowie faszinierend

kühle Grau- und Blaunuancen sind unter

den 20 aktuellen Farben zu finden. Optimal

kombinieren lässt sich der Belag mit seiner

trittschalldämmenden und rutschsicheren Variante

„Translations II Acoustic“.

DLW Vinyl Heterogen-Beläge erfüllen alle Anforderungen

an Böden im Gesundheitswesen.

Die einzelnen Bahnen können verschweißt

werden, so dass eine durchgängig fugenlose

Oberfläche entsteht. Bakterien und Schimmelpilze

haben hier also keine Angriffsfläche.

DLW Vinyl ist rutschhemmend, schwer entflammbar

und im Brandfall selbst erlöschend.

Kontakt:

Armstrong DLW GmbH, Bietigheim-Bissingen

Service_germany@armstrong.com

www.armstrong.de


HEWI Dialog

Barrierefreie Architektur

und Pflege.

hewi.de/altenpflege

Besuchen Sie uns vom 23. bis 25. März auf der Altenpflege 2010 Hannover.

Dort bieten wir Ihnen mit "HEWI Dialog – Barrierefreie Architektur und Pflege" ein Vortragsforum

mit kompetenten Fachreferenten und interessanten Themen direkt auf unserem Messestand.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

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Unsere Fachreferenten:

Prof. Dr. Ing.

Gerhard Loeschcke

Tatsachen des Bauens

nach DIN 18040

Dipl. Ing. Architekt

Eckhard Feddersen

Räume schaffen mit

Komfort, Sicherheit und

Orientierung

Sozial-Gerontologe

Alfred T. Hoffmann

Das Heim als Lebensraum

Prof. Dipl. Ing. Architektin

Christine Nickl-Weller

Altenheim Deutschland

Dipl. Ing. Architektin

Angela Fritsch

Zeitgemäße Konzepte in

der Patientenpflege

Bewegungs- und

Physio-Therapeutin

Edith Stibbe

Mit Kinästhetik und

Raumgestaltung die Selbstständigkeit

fördern

Anmeldung und weitere

Informationen finden Sie

unter:

www.hewi.de/altenpflege


18 medAmbiente 1 · 2010

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Weiter Wohnen

Ein Neubau für die Seniorenstiftung Prenzlauer Berg

Mit einem Ersatzneubau vergrößerte der Berliner Träger Seniorenstiftung Prenzauler Berg nicht

nur seine Kapazitäten in der Pflege, sondern verbreiterte mit ‚Pflege Wohnen‘ und ‚Service Wohnen‘

die Angebotspalette, um sich im Markt zu positionieren. Insa Lüdtke über das Projekt des Büros

Feddersen Architekten.

Die Seniorenstiftung Prenzlauer Berg betreibt

seit 1996 vier Senioreneinrichtungen im Berliner

Stadtteil Prenzlauer Berg. In den Stiftungshäusern

werden insgesamt 566 Plätze für Bewohner

aller Pflegestufen überwiegend in

Einzelzimmern angeboten. Die Einrichtungen

der Stiftung bestehen bereits seit den 1980er

Jahren und etablierten sich zu DDR-Zeiten als

so genannte „Feierabendheime“.

Auf dem Gelände in der Gürtelstraße an der

Grenze zum Stadtteil Weißensee befinden sich

drei der Häuser. Zwei der Plattenbauten sind

Anfang des Jahrtausends nacheinander von

dem Berliner Architekturbüro Feddersen Architekten

saniert und modernisiert worden. Der

dritte Bestandsbau – ebenso vom Typ Sk-Berlin

Ratio 3 – aus den siebziger Jahren wurde abgerissen.

An dessen Stelle entstand ein U-förmiger

Neubau, der sich in seiner städtebaulichen Positionierung

an den bereits bestehenden Häusern

orientiert. Für dieses Neubauvorhaben zeichnete

ebenso das auf Seniorenimmobilien spezialisierte

Büro Feddersen Architekten als Generalplaner

verantwortlich.

Ersatzneubau als strategische

Entscheidung

„Die Entscheidung für den Neubau hatte strategische

Gründe,“ erklärt Wilfried Brexel, Vorstandsvorsitzender

der Seniorenstiftung Prenzlauer

Berg. Zum einen ermöglicht der gewählte

Bautyp des 16,5 Mio. € teuren und freifinanzierten

Komplexes mit seiner U-förmigen Gestaltung

eine wirtschaftlichere Ausnutzung des

Grundstückes und schafft damit einen attraktiven

geschützten Hofgarten.

Zum anderen wollte der Betreiber die nach eineinhalb

Jahren Bauzeit im Oktober 2008 bezogenen

Einrichtung sein Angebot um zusätzliche

Wohnformen wie Pflegewohnen und

Servicewohnen ausbauen, um sich von den

umliegenden Mitbewerbern absetzen zu können.

Unterschiedliche Zugänge von Service

Wohnen und Pflege Wohnen unterstützen die

unabhängige Nutzung.

Barrierefreies Hören

Neben den Wohnangeboten ist ein Kompetenzzentrum

für Menschen mit Höreinschrän-

kungen entstanden, das hörgeschädigten älteren

Menschen durch spezielle Angebote mehr

Lebensqualität bieten kann. Für diese Zielgruppe

gibt es derzeit bundesweit gerade drei spezielle

Alten- und Pflegeheime. Das Pflegewohnen

bietet 30 spezielle Plätze für Menschen mit

Hörschädigung, wo im Rahmen eines Modellvorhabens

mit angepasster Raumakustik der

Gemeinschaftsbereiche und moderner Technik

ein „barrierefreies Hören“ ermöglicht wird.

„Nicht selten führen fehlende oder ungenügende

Kommunikationsmöglichkeiten zu Fehleinschätzungen“,

erläutert Lilian Weber, die

Pflegedirektorin der Stiftung. Das könne sogar

zu Fehldiagnosen beispielsweise in Bezug auf

Demenz führen. Die Seniorenstiftung Prenzlauer

Berg hat sich dieses Anliegens angenommen.

Dies betrifft etwa die Raumakustik in

Saal und Foyer. Die Räume wurden zusätzlich

akustisch optimiert, Paneele an den Wänden

und eine entsprechende schallschluckende Decke

sollen die Akustik verbessern. Darüber hinaus

sorgen Induktionsschleifen in Foyer, Saal

und auf der Terrasse für einen besseren Emp-


fang für Bewohner mit Hörgeräten. Spezielle

Telefone und Aufzüge mit optischer Notrufkommunikation

ergänzen die besondere Ausstattung.

Objekte ins Licht setzen – das

schafft Orientierung und Sicherheit

Der Neubau ist auf den Etagen als Mittelgangtyp

organisiert. Jede der gegenüberliegenden

Eingangstüren verfügt über eine Art Vordach,

das die Orientierung erleichtern soll: Ein abgehängtes

Deckenelement, das sich je Geschoss

in der Farbigkeit in einem unterschiedlichen

Pastellton zeigt, setzt sich ab von Wand und

Decke. Ein eingelassener Lichtspot beleuchtet

das Türblatt. „Wir setzten die Objekte ins

Licht“, erklärt Architekt Eckhard Feddersen:

„Was nützt es, die Wand auszuleuchten, wenn

ich das Schlüsselloch nicht finden kann.“

Die 79 nach Osten bzw. nach Westen ausgerichteten

1,5- bis 3-Zimmer-Wohnungen staffeln

sich jedoch überwiegend als 2-Zimmer-Wohnungen

in den Größen zwischen 37 bis 73 m 2 .

Neben einem barrierefreien Badezimmer, das

GH3

Das schnellste und

leistungsstärkste

Liftsystem aller Zeiten

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im Bedarfsfall vorgerüstet ist für weitere Hilfsmittel

wie Stützklappgriffe und einer Küche,

verfügen sie ebenso über einen schwellenlosen

Zugang auf den eigenen Balkon. Die 117 neuen

Pflegezimmer sind als Einzelzimmer erstellt

mit einem Bad mit bodengleicher Dusche. Sie

orientieren sich nach Süden, Osten und Westen.

Eine allgemeinärztliche Praxis, ein Friseur-

und Fußpflegesalon sowie ein Restaurant bieten

zusätzliche Sicherheit und Komfort für alle

Bewohner der Anlage. Die Geschäftsstelle der

Seniorenstiftung wurde ebenfalls in das Erdgeschoss

des Neubaus integriert.

Landschaftlich gestaltete

Freif ächen

Das Gebäude mit einer Bruttogeschossfläche

von insgesamt 14.700 m 2 ist giebelseitig zur

Strasse ausgerichtet und liegt damit parallel zu

den bereits bestehenden Riegeln. Die beiden Seitenflügel

des Gebäudes sind, von der Straßenseite

aus gesehen, mit einem Quergebäude verbunden.

Die entstandene platzartige Vorfahrt

verbindet den öffentlichen Straßenraum mit

dem zentralen Eingangsbereich des Gebäudes.

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

In Verlängerung der Eingangsachse leitet ein

begrünter Gartenhof nach Entwürfen des Berliner

Landschaftsarchitekten Harms Wulf über

in die landschaftlich gestalteten Freiflächen mit

Baumgruppen. Wulf sah dabei z. B. Hochbeete

und einen Wasserstein vor. Von der Terrasse

vor dem Saal führt ein geschwungener Weg zu

einem Gerontogarten am südlichen Ende des

Grundstücks. Zwischen dem Neubau und dem

Nachbarhaus bietet eine geschützte Gartenfläche

mit einem zentralen Sitzplatz Raum für

Rückzug und Kommunikation und Veranstaltungen

wie z. B. Gartenfeste. Ein im wesentlichen

durch Eigenmittel der Stiftung und

Spenden neu errichtetes Tierhaus lädt Bewohner

ein, Tiere zu beobachten, zu streicheln, zu

füttern und sich an ihnen zu erfreuen.

Kontakt:

Feddersen Architekten, Berlin

Tel.: 030/349908-0

Fax: 030/349908-88

mail@feddersen-architekten.de

www.feddersen-architekten.de

Integriertes Wiegemodul

• Ermöglicht das Wiegen der

Patienten während der täg lichen

Hebe-und Transfervorgänge

• Spart Zeit und erleichtert die

erforderliche Gewichtskontrolle

• Die Messwerte können im

Display der Handbedienung

ausgelesen werden

• Immer griff -und einsatzbereit

medAmbiente 1 · 2010 19


Das Pflegezimmer

Fotograf:

Hans-Georg Merkel

20 medAmbiente 1 · 2010

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Ein innenarchitektonischer

Balanceakt

Hygiene und Ästhetik im Pflegezimmer

Die Innenarchitektin Sylvia Leydecker

Fotograf: Reinhard Rosendahl

Funktionalität, reibungslose Arbeitsabläufe, Prozessorientierung und

Kostenmanagement sind die Basiskoordinaten bei der Planung von Pflege-

zimmern. Hygiene spielt dabei im Rahmen der geforderten Funktionalität eine

große Rolle. Die gewünschte Wohlfühlatmosphäre dagegen zwar weniger,

dennoch darf sie bei all dem weder fehlen noch zu kurz kommen.

Aus Gründen der Humanität ist sie schlicht unverzichtbar. Viel zu viele

Pflegezimmer sind bisher ausschließlich funktionsorientiert gestaltet und

können kaum eine Atmosphäre von Geborgenheit und Sicherheit vermitteln.

Ein Beitrag von Sylvia Leydecker.

Dass ein angenehmes Umfeld zum Wohlfühlen

der Bewohner mit einer Verhaltensänderung

im positiven Sinne einhergeht – gerade von

Dementen, die emotional reagieren –, leuchtet

ein. Angenehm gestaltete Räume tun aber auch

dem Pflegepersonal gut. Deren äußere Arbeitsumstände

sind aufreibend genug, sodass

eine gleichermaßen beruhigende, aber auch

anregende, differenzierte und nicht monotone

Innenarchitektur auch die Arbeit leichter gestalten

kann.

Bei der innenarchitektonischen Gestaltung von

Pflegezimmern steht mittlerweile zunehmend

das Wohlbefinden der Bewohner im Fokus, damit

einhergehend das Erscheinungsbild der

Räume bzgl. der anvisierten Zielgruppe. Es ist

anzunehmen, dass der Antrieb dieser Entwicklung

weder ein verändertes Menschenbild noch

neue Erkenntnisse hinsichtlich menschlicher

Bedürfnisse ist, sondern der damit erreichbare

Wettbewerbsvorteil der Einrichtungen. Dass

ein attraktives Pflegezimmer im positiven

Sinne die Wahl des Seniorenheimes insbesondere

aus Angehörigensicht beeinflusst und damit

ein handfestes Marketingtool darstellt, ist

klar: Das rein funktionale nüchterne Pflegezimmer

hat ausgedient und weicht langsam

einem wohnlich gestalteten Raum. Die Finanzierbarkeit

spielt selbstverständlich weiterhin

eine Rolle, Maximum-Output bzw. Return-on-

Investment sind gefragt. Das Niveau der mehr

oder minder komfortablen Ausstattung gleicht

sich dabei dem Niveau der Klientel an.


Bedürfnisse von Bewohnern und

Personal

In diesem Kontext sind die Ansprüche an

Wohlfühlen und Ästhetik eine Sache, die an

Hygiene eine andere. Zuerst einmal stehen beide

Aspekte im Konflikt miteinander, dennoch

ist der Balanceakt zwischen beiden Kriterien

machbar. Aus planerischer Sicht gilt es also,

sämtliche Ansprüche unter einen Hut zu bekommen:

die der Bewohner und Angehörigen

an die Atmosphäre und gleichzeitig die des

Pflegepersonals an reibungslose Arbeitsabläufe

und Hygiene. Insbesondere im gehobenen Bereich

muss mit Komfort gepunktet werden, was

die Erfüllung hygienischer Anforderungen

nicht unbedingt erleichtert. Es muss also möglich

sein, beides so zu vereinen, dass das eine

nicht zulasten des anderen geht.

Das Thema Farbe ist in diesem Zusammenhang

gefragt wie noch nie, der zielgerichtete Einsatz

von Tageslicht und Kunstlicht steht zur Debatte,

und auch die unvermeidliche Nasszelle weicht

veritablen Bädern. Aber nicht nur die Farbe,

auch die akustischen, klimatischen, haptischen

und olfaktorischen Aspekte sind maßgeblich für

die Innenarchitektur verantwortlich.

Smarte Materialien lassen noch auf

sich warten

Die aktuell in der Architekturszene überbordende

Materialvielfalt – man kann durchaus

von einem Materialhype sprechen – spiegelt

sich im Materialeinsatz der Pflegezimmer nicht

wider. Keine Spur von sogenannten „Neuen

Materialien“, „smart materials“ usw. Es finden

sich im Wesentlichen die gleichen Materialien

wie eh und je.

Ein Beispiel sind die Teppichbeläge. Gerade sie

vermitteln die gewünschte Atmosphäre, dämpfen

Geräusche und sorgen besonders in Kombination

mit Vorhängen für eine angenehme

Akustik. Sie vermitteln durch die weiche Haptik

Entspannung beim Gehen, können aber je

nach Verlegung auch zur Stolperfalle werden.

Aus hygienischer Sicht ist es nicht ganz so einfach

– Teppichboden steht nach wie vor in der

Kritik, hier scheiden sich die Geister der Hygieniker.

Für das Pflegepersonal erscheint Teppich

im Vergleich zu beispielsweise PVC nicht so

pflegeleicht wegen aufwendigerer Fleckentfernung,

Pflegemitteln oder auch Lebensmitteln.

Ebenso bietet Teppich einen vergleichsweise

erhöhten Rollwiderstand beim Schieben von

Betten, Rollstühlen oder Rollatoren. Neben dem

Hotelcharakter ist von Vorteil, dass sich eine

gewisse Sturzprophylaxe einstellt, bzw. dass

die Sturzfolgen abgemildert werden.

Textilien gelten generell als nicht besonders hygienisch

– sie verhelfen Räumen aber zu einer

wohnlichen Atmosphäre und werden deswegen

als gestalterisches Mittel in Form von Vorhängen,

Kissen und Polsterstoffen eingesetzt.

Glücklicherweise gibt es mittlerweile entsprechend

ausgerüstete Stoffe von wasserabweisend

bis antibakteriell, die hygienischen Ansprüchen

gerecht werden und den Wunsch nach Textilien

vertretbar machen. Luftreinigende Textilien

sind auf dem Markt, die mittels oxidativer Katalyse

die Moleküle von Schadstoffen und unangenehmen

Gerüchen, wie z. B. Formaldehyd,

Ammoniak und Nikotin, in ihre Bestandteile

zerlegen. Als Lüftungsersatz sind sie nicht gedacht

und können lediglich als unterstützende

Maßnahme in entsprechender Menge die

Raumluftqualität verbessern. Gekoppelt mit antibakterieller

Wirkung, die viele Wäschen übersteht,

sind sie darüber hinaus auch zu haben.

Nanosilber kontra Bakterien

Neue Materialien, die durch den Einsatz von

Silbernanopartikeln antimikrobiell wirken,

sind generell im Gesundheitswesen ein interessantes

Thema: so auch im Pflegezimmer, weil

auch dort MRSA kein Fremdwort mehr ist. Mittels

Nanosilber werden nicht nur Textilien, sondern

auch Oberflächen von Laminaten, Stoffen,

Lichtschaltern, Sanitärobjekten usw. antibakteriell

ausgerüstet, ebenso im medizinischen Bereich

Hörgeräte, Katheter und anderes. Silbernanopartikel

zerstören Bakterien nachhaltig.

Das Hygienedrama rund um Keime und Reinigung

findet seine Fortsetzung im Bad, wo die

Wahl der Fliesen relevant ist. Die Optik von

Mosaik ist beliebt. Beim Einsatz als Bodenbelag

wird gerne mit der erhöhten Rutschfestigkeit

wegen der großen Fugenanzahl argumentiert.

Aus hygienischer Sicht ist die Fuge an sich ein

notwendiges Übel und sollte so weit möglich

reduziert sein. Sturzprophylaxe ist eine Frage

der Fliesenoberfläche und über eine passende

Rutschhemmung lösbar – sie muss also nicht

zulasten der Hygiene gehen. Ein reduzierter Fugenanteil

durch großformatige Fliesen entspricht

also nicht nur zeitgemäßer Ästhetik,

sondern auch ebensolchen Hygieneansprüchen.

Als adäquates Mittel, um angenehme Wärme

und eine gewisse Gemütlichkeit in die Räume

zu zaubern, sind Holzoptiken beliebt. Der Einsatz

erfolgt als zunehmend vom Original

schwer zu unterscheidender Attrappe in Form

von PVC-Bodenbelag und als künstlicher

Schichtstoff auf Nachtkonsolen, Betten und

Schränken. Bisher war das sowohl aus investiver

als auch aus hygienischer Sicht sinnvoll.

In den letzten Jahren vollzieht sich aus wissenschaftlicher

Perspektive ein Wandel, in dem die

von Natur aus antibakterielle Wirkung von

Holz untersucht wird. Man denke dabei an

Handläufe, Griffe, Armlehnen, Tischoberflächen

etc.

Komfort und Hygiene

Um den gewünschte Komfort zu erhalten, werden

vielfach bequeme Polstermöbel integriert,

in denen nur zu oft versteckte Dreckfänger in

Ritzen und Vertiefungen lauern. Vom Personal

kann man kaum erwarten, diese regelmäßig

zu säubern. Man muss aber nicht auf den Komfort

verzichten, sondern es lediglich bei der

Ausstattung bedenken – es geht auch ohne besagte

Ritzen. Hinsichtlich der Hygiene ist der

Verzicht auf Fugen, unkontrollierbare Bereiche,

wie z. B. unzugängliche Ecken, Führungsschienen

von Schiebetüren, Platz unter Heizkörpern,

im Sinne von Bewohnern und überlastetem

Personal unabdingbar.

Die Ästhetik muss und darf unter all diesen

– hier nicht erschöpfend beschriebenen –Anforderungen

nicht leiden. Die Funktion, hierzu

zählt eben auch die Hygiene, bildet immer

noch die, und das ist entscheidend, unauffällige

Basis der Gestaltung eines Pflegezimmers.

Sylvia Leydecker ist u. a. Autorin des bei Birkhäuser

erschienenen Buches „Nanomaterialien

in Architektur, Innenarchitektur und Design“.

Die Innenarchitektin Sylvia Leydecker stellt

mit ihrem Büro auf der Messe Altenpflege 2010

in Hannover aus. Gemeinsam mit Marzusch

Architekten findet sich ihr Stand im Bereich

des Lebens(t)räume.

Kontakt:

Sylvia Leydecker

Dipl.-Ing. Innenarchitektin BDIA

100 % interior, Köln

Tel.: 0221/736383

www.100interior.de

Gegen schlechte Luft und MRSA

Eine optimale Lösung für eine harmonische Zimmergestaltung und

eine effiziente Raumhygiene in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern

präsentiert Drapilux mit der Health & Care-Kollektion

„We care“. Auf farbpsychologischen Ergebnissen basierend wirken

die Stoffe antibakteriell und reduzieren unangenehme Gerüche.

Weltweit ist erstmals eine Kombination der beiden Funktionen

Drapilux Air und Drapilux Bioaktiv in einem Textilprodukt

möglich. Auf die besonderen Bedürfnisse von Demenzerkrankten

abgestimmt, sorgen die sechs Farbthemen der waschbeständigen

Kollektion für ein natürliches Wohnambiente und bieten durch ein

durchgängiges Farbkonzept zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten.

www.drapilux.com

Altenpflege: Halle 2, Stand D30

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

medAmbiente 1 · 2010 21


22 medAmbiente 1 · 2010

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Jedes Zimmer ein Unikat

Ein neues Pflegeheim am Kreiskrankenhaus Schorndorf

Das Kreiskrankenhaus Schorndorf wurde 2006 um den Neubau eines

eigenen Gesundheitszentrums erweitert. Dieses bietet auf einer Etage ein

Pflegeheim mit 33 Plätzen in Einzel- und Doppelzimmern. Ippolito Fleitz wurde

vom Betreiber, der Kranken- und Seniorenpflege Schorndorf (KSP), mit der

Gestaltung der Innenräume beauftragt. Das Leitsystem entwickelte die Agentur

Joussen Karli czek, Schorndorf.

Ziel der Gestaltung ist es, Räume zu schaffen,

die die Individualität und die Persönlichkeit

der Bewohner in den Vordergrund stellt. Sie

fördert deren Selbstständigkeit und geht gleichzeitig

auf die spezifischen Bedürfnisse älterer

Menschen ein. Auch während des Aufenthaltes

im Pflegeheim sollen dessen Bewohner ein Leben

in Würde und Geborgenheit führen können

und sich im Idealfall zu Hause fühlen.

Behindertengerecht und

orientierungssicher

Das Pflegedomizil am Kreiskrankenhaus

Schorndorf ist klar und übersichtlich organisiert.

Alle Räume sind behindertengerecht und

orientierungssicher auf einer Ebene in zwei

Flügeln angeordnet. Die großzügigen Aufenthaltsbereiche

bilden dabei jeweils einen wohnlichen

Mittelpunkt, der die leichte Orientierung

unterstützt.

Die Flure, sonst reine Bewegungsräume, werden

durch eingestellte Sitznischen zu Kommunikationszonen.

Diese sind mit zwei Sesseln,

einem kleinen Tisch und einer Tischlampe ausgestattet

und werden durch einen halbhohen,

transluzenten Vorhang geschützt. So entsteht

eine fast intime Insel, die einen Rückzugsraum

zum Lesen oder zum persönlichen Gespräch

schafft und gleichzeitig in Kontakt zur Umwelt

bleibt.

Die Aufenthaltsangebote sind auf die verschiedenen

Bedürfnisse der Bewohner zugeschnitten:

zurückgezogen in der persönlichen Umgebung

im eigenen Zimmer, kommunikativ und

am öffentlichen Leben teilnehmend in den bequemen

Sesseln der wohnlich gestalteten Aufenthaltsbereiche,

halbprivat in den Sitznischen

der Flure oder mehr aktiv im Restaurant, in

den Therapiebereichen und auf der Terrasse an

der frischen Luft.

Stimulierende Atmosphäre

Das Material- und Farbkonzept versucht, eine

möglichst wohnliche, nicht institutionelle At-

mosphäre zu vermitteln und wirkt gleichzeitig

stimulierend. Die Wände sind in einem differenzierten

Farbkonzept in hellen Tönen gestrichen

oder mit Tapete gestaltet. Im sanften Kontrast

dazu stehen die Möbel aus Eiche, die

Wohnlichkeit vermitteln, und der Boden aus

Linoleum, der in einem warmen Braungrau

gehalten ist. Die Aufenthaltsbereiche werden

durch eingelegte Teppichinseln differenziert.

Kein Pflegezimmer gleicht dem anderen. Im

Sinne der Individualisierung ist jedes in einer

eigenen Farbwelt gestaltet. Wandfarbe, Akzentfarbe

und Vorhänge bilden jeweils eine neue

Kombination und damit eine andere Stimmung.

Die Standardausstattung wirkt durch

Form und Materialität vertraut und alltagsnah.


Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Gleichzeitig schaffen großzügige Ablage- und

Stellmöglichkeiten vielfältige Möglichkeiten,

sich den Raum durch persönliche Dinge anzueignen.

Jedes Zimmer wird so zu einem Unikat.

Das Orientierungssystem nimmt diesen Gedanken

auf. Statt abstrakter Zimmernummern

hat jeder Raum einen eigenen Namen: „Burg“,

„Palais“ oder „Zuhause“ – in ihrer Wortbedeutung

verweisen diese stets auf Wohnsituationen.

Die Zimmer sind zudem alphabetisch angeordnet,

sodass die Orientierung leichtfällt.

Neben der Tür ist ein Rahmen angebracht. Dieser

enthält neben dem Name des Bewohners

auch ein oder zwei Bilder aus dessen Vergangenheit.

Auf diese Weise wird eine Beziehung

zwischen der Person und dem Ort hergestellt,

und eine Brücke zwischen drinnen und draußen,

zwischen gestern und heute entsteht.

Sitzinseln und Bilderwand

Den Hauptflur prägt, neben den Sitzinseln, eine

sich über dessen ganze Länge erstreckende

Bilderwand. In über 170 Bilderahmen werden

hier kollektive und individuelle Erinnerungsfragmente

aus dem Leben der Bewohner gesammelt:

Plattencover von Beethoven bis Rolling

Stones, Spitzendeckchen, Scherenschnitte,

Gedichte, alte Landkarten, Postkarten, Poster,

Fotografien und selbst ganze Bücher. In ihrer

Vielzahl und Verschiedenheit repräsentieren sie

die Individualität und die Einzigartigkeit der

Lebensgeschichten der Bewohner. Beim Betrachten

taucht man ein in die Erinnerungswelten

anderer. Man assoziiert eigene Erlebnisse,

schmunzelt oder tauscht sich über das

Gesehene aus. Gleichzeitig verändert sich dieser

Ort durch den Wechsel der Bewohner kontinuierlich.

Dinge kommen und gehen, ständig

kann Neues entdeckt werden – die Wand bleibt

in „Bewegung“.

Die Bilderwand unterstreicht das gestalterische

Konzept: Würde, Individualität und Selbstständigkeit

der Bewohner werden in den Vordergrund

gestellt und Kommunikation gefördert,

sodass der institutionelle Charakter des Pflegeheimes

nahezu verschwindet.

Kontakt:

Wieland Höhne

Ippolito Fleitz Group GmbH, Stuttgart

Tel.: 0711/993392-334

hoehne@ifgroup.org

www.ifgroup.org



medAmbiente 1 · 2010 23


Foto: Arcus Sportklinik, Foto Siedle, Fürtwangen

24 medAmbiente 1 · 2010

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Vertrauen im Fremden

Zur Integration von Leitsystemen in die Gesamtkommunikation

von Serviceimmobilien

Wer kennt nicht dieses Gefühl: in letzter Minute am Ziel angekommen, irrt man orientierungslos im

Gebäude umher, ohne den richtigen Raum zu finden. Natürlich ist auch niemand in Sicht, den man

fragen könnte. Ein typisches Beispiel: Schon am Telefon hatte mich die Leiterin einer Seniorenresidenz

wohlweislich darauf hingewiesen, dass der Wegweiser an der Straße nur die Lieferanteneinfahrt anzeigt,

das Logo noch vom ehemaligen Hotelkonzept stammt und außerdem von den Besuchern häufig

übersehen wird. Ein Beitrag von Sabine Mahl, deren Master-Arbeit zum Thema „Communication, Orientation, Information“

(COI) zum Studiengang Facility Management an der Fachhochschule Nürnberg gerade als Buch erschienen ist. Sabine Mahl

ist außerdem in der Projektorganisation bei der Firma Siedle tätig.

Einen persönlichen Empfang kann sich längst

nicht jede Immobilie leisten, schon gar nicht

rund um die Uhr. Nutzer und Dienstleister sollen

sich in allen Arten von Mischformen für

Serviceimmobilien der Bereiche Wohnen, Arbeiten,

Freizeit, Pflege und Gesundheit ohne

fremde Hilfe zurechtfinden. So weit die Theorie.

In der Praxis ist, leider, planloses Umherirren

weit häufiger anzutreffen. Es kostet Zeit,

Geld, Nerven und damit das Vertrauen in die

Immobilie.

Wie in der zitierten Seniorenresidenz ist das

Problem oft sogar bekannt, wird aber hingenommen

oder provisorisch umgangen. Wie

aber wäre es grundsätzlich zu lösen? Es stellt

sich die Frage, mit welchen Maßnahmen solche

unsicheren Situationen zu vermeiden sind und

welche Grundlagen geschaffen werden sollten,

um Bewohnern, Besuchern, Personal und externen

Dienstleistern eines Gebäudes das

größtmögliche Maß an Sicherheit zu gewährleisten.

Hier kommt das Prinzip „COI“ zum Tragen, das

drei Leistungen zu einem Produkt bündelt:

Communication, Orientation, Information. Dabei

geht es um den Einsatz von eindeutiger

Kommunikation („Befinde ich mich im richtigen

Gebäude?“), klar strukturierter Orientierung

(„Der Empfang ist im Erdgeschoss, der

Fluchtweg geradeaus“) und ganzheitlicher Information

(„Die Veranstaltung findet im 2.

Obergeschoss, Raum 222 statt“).

Eine multidisziplinäre Aufgabe

Häufig erkennt der Bauherr oder der Betreiber

die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme

erst zum Zeitpunkt des Innenausbaus oder im

Zuge einer Sanierung der Immobilie und

spricht den Innenarchitekten auf ein passendes

Lösungskonzept an. Der Innenarchitekt ist für

diese multidisziplinäre Aufgabe der durchaus

richtige Fachmann. Er strukturiert den optimalen

Lösungsprozess unter Einbindung des

Kernteams, bestehend aus Design, Management,

Technikexperten und Nutzern der Immobilie.

Diese Aufgabe ist sowohl zeitlich als auch

inhaltlich sehr komplex und hat folgende Kerninhalte:

Priorität 1 – Orientierungspunkte nach DIN-

Vorschrift

Priorität 2 – Orientierungspunkte im Außenbereich

Priorität 3 – Orientierungspunkte im Innenbereich

Priorität 4 – Orientierungspunktkonzepte

nach CI, nach Farbe, nach Zielgruppe

Priorität 5 – Orientierungspunkte mit Licht,

mit Meldefunktion, Digital Signage,

Individuallösungen

Idealerweise sollte der Prozess schon vor Baubeginn

und am besten mit Leistungsphase 1

(Grundlagenermittlung) des Bauprozesses beginnen.

Kompetenzen im Facility-Management

und Gebäudesystemdesign sind Grundvoraussetzungen.

Sie verleihen dem Innenarchitekt

die Möglichkeit, den Bauherren von Anfang an

bei der Entwicklung der Immobilie zu begleiten

und zu unterstützen. Zur Überprüfung der

Vollständigkeit und zur Dokumentation des

Lösungsprozesses empfiehlt sich eine Checkliste.

Bei der Konzept- und Checklistenerstellung

sollten als wesentliche Punkte der ständige

Datenaustausch und -abgleich zu Projektbeginn,

die Datenpflege während der Betriebsphase

und die Datenübergabe nach Baufertigstellung

der Immobilie festgelegt werden. Steht

beim Start noch kein durchgängiges Betriebskonzept,

sollte der verantwortliche Projektleiter

zu Beginn alle Übergabeszenarien zwischen

Errichter, Nutzer und Betreiber der Serviceimmobilie

klären.

Ganzheitliche Betrachtung

Die Gesamtkommunikation eines Gebäudes

beginnt oft schon im virtuellen Raum, nämlich

mit der Suche nach dessen Internetseite, dem

Marketingauftritt und dem Corporate Design

des Betreibers. Ergänzt wird Sie im eigentlichen

Gebäude von Leitsystemen und Beschilderungen,

die heute nicht mehr alleine


etrachtet werden sollten, sondern in ihrem

Zusammenwirken mit ergänzenden Funktionen

wie Zutrittskontrolle, Sprechanlagen,

Video und Beleuchtung. Eine vorausschauende

Planung bezieht diese Funktionen mit ein und

vermeidet so solitäre Insellösungen mit

eingeschränkter Synergiewirkung. Auch dafür

ist eine frühzeitige Koordination aller

beteiligten Partner und Gewerke Voraussetzung.

Durch die Kombination eines gut gestalteten

Beschilderungsambientes des Innenarchitekten

und intelligenter Technik entsteht der perfekte

Orientierungsservice für jeden einzelnen Nutzer.

Um ein optimales, einwandfreies Ergebnis

zu erreichen, muss auf eine detaillierte Abstimmungsplanung

mit der Elektrofachplanung, der

Lüftungsplanung, der Lichtplanung und dem

Brandschutz geachtet werden. Die wichtigsten

Aspekte in diesem Zusammenhang sind eine

gute Orientierungsplanung, Design, Flexibilität

und DIN-Konformität.

Bei der Umsetzung solcher komplexen Konzepte

ist die Betrachtung des späteren Facility-

Managements (also der laufende Betrieb, die

Pflege, Ergänzung, Wartung und Nachrüstmöglichkeiten)

sowohl eine Qualitätsgarantie, die

für Zufriedenheit und Sicherheit der Bewohner

und Besucher sorgt, als auch ein erheblicher

finanzwirtschaftlicher Faktor für den Betreiber.

Denn niedrige Betriebskosten und eine hohe

qualitative Ausführung von Anlagen sind oft

ein wesentliches Kriterium für Zertifizierungen

verschiedenster Art.

Universal Design statt Seniorengerechtigkeit

Vielleicht denkt der eine oder andere heute

noch an barrierefreie oder seniorengerechte

Gestaltung im Zusammenhang mit Seniorenserviceimmobilien.

Doch diese Ära ist dank

Universal Design vorbei. Der Ansatz des Universal

Design verfolgt das Ziel, eine Orientierung

für möglichst viele Menschen zu ermöglichen,

ohne spezielle und separierende

Lösungen finden zu müssen, die häufig als stig-

matisierend empfunden werden. Es geht beim

Universal Design besonders darum, ein breites

Spektrum an Lösungen zu bieten, das allen

hilft, nicht nur Senioren oder Menschen mit

Behinderungen.

Das Konzept des Universal Designs berücksichtigt

den Einfluss der äußeren Erscheinung und

versucht, gut gestaltete Lösungen zu finden, die

den Geschmack großer Konsumentengruppen

ansprechen. In der heutigen Zeit auf keinen

Fall mehr wegzudenken sind Kombinationen

mit digitalen Beschilderungen. Vom Eingangsterminal

mit hinterlegten Gebäudegrundrissen

über den Bildschirm mit täglich wechselnder

Speisekarte bis hin zu intelligenter Software

für den Betrieb und die Dokumentation ist

mittlerweile alles am Markt zu finden. Und der

Markt entwickelt sich weiter, denn zufriedene

Nutzer investieren erheblich stärker in den

Konsum von möglichen Zusatzleistungen der

Serviceimmobilie, wie z. B. angeschlossene

Shops oder Praxen.

Qualität und Service

Folglich generiert die Serviceimmobilie ihren

Erfolg durch Qualität und Service. Sobald die

Qualität und der Service durch konsequentes

Umsetzen von „COI“ für den Nutzer einen

Mehrwert darstellen, wird er diesen direkt oder

indirekt finanziell würdigen und der Betreiber

generiert aus der Immobilie wirtschaftlichen

Erfolg.

Ergo hat ein gut geplantes Produkt nach den

„COI“-Gesichtspunkten eine hohe Bedeutung:

Es beeinflusst Qualität und Service einer Immobilie

positiv und generiert Mehrwert für ihren

Marktauftritt. Es entsteht daraus das Markenprodukt

einer Serviceimmobilie. Durch den

wiederholten Einsatz an verschiedenen Standorten

werden eine wirtschaftlich positive Standardisierung

und eine ständige Verbesserung

erreicht. Eine perfekt konzeptionierte Planung

sämtlicher Beschilderungsarten über den

ganzen Lebenszyklus einer Serviceimmobilie

mit allen ihren Veränderungen kann es kaum

geben. Jedoch ist „COI“ eine lösungsorientierte

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Anpassung an die jeweilige Situation unter

Verwendung der vorhandenen Standards, und

es wächst durch ständige Verbesserung.

Kontakt:

Sabine Mahl

Innenarchitektin BDIA, Master of Facility Management

Tel.: 0911/6426309

Fax: 0911 6492679

smahl@t-online.de

Foto: Arcus Sportklinik,

Foto Siedle, Fürtwangen

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26 medAmbiente 1 · 2010

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Gemütlichkeit mit

Weinbergsblick

Zur Funktion der Innenraumgestaltung in Einrichtungen

der Altenpflege

Sabine Marschel ist seit 18 Jahren im DRK Kreisverband Naumburg-Nebra e.V. tätig, seit zehn Jahren verantwortet sie als

Sachgebietsleiterin Soziales für die Bereiche Altenhilfe, Suchthilfe und Kita. Seit dem Jahr 2000 begleitet sie Baumaß-

nahmen im Kreisverband – dabei spielen die Auswahl der Ausstattung und die Farbgestaltung der Räume eine zentrale

Rolle. medAmbiente sprach mit Sabine Marschel über die Funktion der Innenraumgestaltung in Einrichtungen der Alten-

pflege.

Sabine Marschel

>> medAmbiente: Frau Marschel, aus Ihrer

langjährigen beruflichen Erfahrung gesehen:

Welche Faktoren beeinflussen das Wohlbefinden

eines Bewohners im Pflegeheim im Wesentlichen?

>> Sabine Marschel: Höchste Priorität haben

eine ansprechende Atmosphäre und die liebevolle

Gestaltung der Einrichtung. Ich achte in

unseren Häusern vor allem auf ein ausgewogenes

Farbkonzept. So haben warme Farben

eine positive Wirkung auf die Bewohner.

Gleichzeitig muss die Gestaltung auch als Orientierungshilfe

dienen. Das erreichen wir über

das Farb- und Beleuchtungskonzept, zum Beispiel

durch den Einsatz ganz unterschiedlicher

Leuchten für die Wohn- und Aufenthaltsbereiche.

Unsere Bewohner sollen sich rundherum

wohl und geborgen fühlen. Jeder kann

sein Zimmer mit dem Lieblingssessel, Bildern

oder anderen persönlichen Gegenständen ausstatten.

Somit wird es zu einem ganz individuellen

Rückzugsort. In allen Bereichen ist uns

eine gemütliche Einrichtung, die durchaus verschiedene

Stilrichtungen bedient, wichtig. Dieser

Ansatz wird im Betreuungskonzept fortgesetzt.

Das Pflegepersonal stellt sich auf die

persönlichen Gewohnheiten und individuellen

Bedürfnisse des Bewohners ein, berücksichtigt

seine Meinung und nimmt ihn ernst. In wirklich

allen Belangen seines Alltags wollen wir

ihm Sicherheit geben, ob durch die Ausstattung

oder das Team und die Fachleute um ihn herum.

>> Wie spürt man, ob sich die Bewohner wohl

fühlen?


Sabine Marschel: Wohlbefinden wird

durch Verhalten und Kommunikation ausgedrückt.

Zufriedene Bewohner integrieren sich

gut in die Gemeinschaft, sind gesprächig und

aufgeschlossen, lassen sich gern stimulieren

und beteiligen sich aktiv an Veranstaltungen.

Sie geben von sich aus positives Feedback, ob

in Gesprächen mit der Heimleitung, den Pflegekräften,

anderen Bewohnern oder Angehörigen.

Unwohlsein drückt sich beispielsweise

durch Rückzugstendenzen, Unsicherheit beim

Ansprechen von Problemen oder gar depressives

Verhalten aus.

>> Wie müssen Wohlfühl-Räume beschaffen

sein?

>> Sabine Marschel: Es gibt wesentliche Faktoren,

die bei der Entwicklung von Einrichtungsideen

berücksichtigt werden müssen. Ein

Pflegeheim ist ein neues, für den Bewohner

noch unbekanntes und fremdes Zuhause. Er

soll sich hier heimisch fühlen. Diesen Anspruch

muss die Architektur vermitteln. Wohnbereiche

dürfen nicht an Klinikstationen erinnern.

Die Farbgestaltung ist sehr wichtig, sie

soll Gemütlichkeit geben, aber auch die Orientierung

fördern. In der Ausstattung legen wir

auf die Balance zwischen modernen und rustikalen

Elementen großen Wert. Gemeinschaftbereiche

mit Küchen müssen entsprechend

Platz bieten. Kleine, überschaubare Wohngruppen

mit bis zu zehn Personen geben ebenfalls

Sicherheit und Geborgenheit. Wir nutzen ganz

bewusst vertraut klingende Namen für die

Wohnbereiche. Beispielsweise haben wir in unserer

Einrichtung in Laucha den regionalen Bezug

durch Namen wie Orchideenweg oder

Weinbergsblick hergestellt.

>> Ende 2009 wurde das DRK Pflegezentrum

Laucha unter Ihrer Regie gebaut. Mit welchen

Mitteln wurde eine wohnliche Einrichtung geschaffen?

>> Sabine Marschel: Es ist mein Anspruch,

die Funktionalität der Möbel mit dem Gefühl

der Geborgenheit für unsere Bewohner zu verbinden.

In Laucha ist es uns gelungen, einen

würdigen und ansprechenden Platz für pflegebedürftige

Menschen zu schaffen. Hier können

sie die letzte Station ihres Lebens in einer

schönen und sicheren Umgebung verbringen.

Unterschiedliche Farben und hochwertiges Interieur

tragen zur Wohlfühl-Atmosphäre bei.

Geschickt eingesetzte Lichtquellen unterstreichen

das Zusammenspiel von Farben und Bodenbelägen.

Die textil anmutenden Böden und

auch die Holzoptiken geben ein Gefühl von

Wärme und Geborgenheit. Durch diese Struktur

bieten sie Sicherheit, fördern die Mobilität

und verringern das Sturzrisiko. Das Vermeiden

von Lärm ist uns sehr wichtig. Deshalb verwenden

wir speziell geräuschdämmende Bodenbeläge,

die zusätzlich mit einer supermatten

Oberfläche zur Verhinderung von

irritierenden Spiegelungen versehen sind.

>> Wie bewerten die Angehörigen Ihre

Einrichtung?

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

>> Sabine Marschel: Die Familienmitglieder

unserer Bewohner haben ein gutes Gefühl,

wenn sie ihre Angehörigen besuchen. Sie haben

die Gewissheit, einen passenden Platz gewählt

zu haben. In vielen Gesprächen wird uns

bestätigt, dass in unseren Häusern Wert auf

Qualität gelegt wird, sowohl in der Ausstattung

als auch in der Pflege.

>> Welche Aktivitäten unternehmen Sie dafür

bereits in der Bauphase?

>> Sabine Marschel: Das Gebäude muss aus

pflegerischer Sicht zweckmäßig sein und die

Heimmindestbauvorschrift hinsichtlich

Raumaufteilung und Raumgrößen berücksichtigen.

Diese Parameter legen wir bereits in den

ersten Planungsphasen fest. Entscheidend für

den Erfolg unserer Häuser ist ein jeweils eigenes,

in sich schlüssiges und ganzheitliches

Konzept. Wir widmen der Kostengruppe Inneneinrichtung

ein sehr hohes Budget. So stellen

wir sicher, dass wir hochwertiges und individuell

gefertigtes Mobiliar anschaffen können. Alle

Entscheidungen, von der Tapete über das Dekor

der Möbel bis hin zum Geschirr und den

Accessoires werden im Leitungsteam intensiv

beraten und erst dann getroffen, wenn wir aus

einer möglichst großen Palette wählen können.

Wir nehmen uns für diesen Prozess sehr viel

Zeit, achten auf hohe Produktqualität und lassen

uns intensiv beraten. Alle Einrichtungsideen

werden gezeichnet, bemustert und mit

allen Fachplanern besprochen. In einem Musterzimmer

werden alle Gestaltungselemente

installiert, kombiniert und getestet. So erreichen

wir optimale Lösungen und garantieren

unseren Bewohnern ein anspruchsvolles Zuhause.

>> Vielen Dank für das Gespräch,

Frau Marschel.

Kontakt:

Sabine Marschel

DRK Kreisverband Naumburg-Nebra e.V., Naumburg

Tel.: 03445/7133-0

medAmbiente 1 · 2010 27


Healing Places

Architektur für die Seele

Wellness, Relexation,

Entspannung, Spas, Healthcenter oder

Wellnessoasen – das sind die Zauberwörter für neue

Bautypen im Gesundheitswesen. Als moderne Tempel des

Wohlgefühls für Körper, Geist und Seele konzipiert, werden sie

nicht selten mit Gotteshäusern verglichen. Der nachfolgende Bei-

trag von Regina Dahmen-Ingenhoven basiert auf einem Vortrag,

den die Autorin auf dem zweiten Symposium des Perception-

labs an der Hochschule Ostwestfalen-Lippe hielt. Das

28 medAmbiente 1 · 2010

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

interdisziplinäre Forum stand unter dem Titel

„Mensch–Raum–Gesundheit.“

Einst baute man Kathedralen, um Stimmungen

zu erzeugen. Vor allem die Größe Gottes

sollten sie erfahrbar machen. Stimmungen erzeugen,

das wollen – insoweit durchaus vergleichbar

mit den Sakralbauten von einst –

auch unsere heutigen Wellnessbauten. In

Thermen und Spas steht freilich der Mensch

im Mittelpunkt. Und die Welt ihrer Gestaltungs

ideen greift in jüngster Zeit über auf eine

neue Generation von Krankenhäusern, Sanatorien

usw. Die Formel „Health und Care“ fällt in

diesem Zusammenhang immer häufiger.

Einrichtungen, die den neuen Konzepten folgen,

bieten nicht allein formale und technische

Perfektion, sondern streben nach „raumtherapeutischen“

Elementen, also nach einer optimalen

Atmosphäre. Gleichzeitig vollzieht auch die

Medizin einen Wandel. Während der letzten

Jahrhunderte sahen Ärzte Geist, Körper und

Seele getrennt voneinander. Erst in jüngster

Zeit erkennt man wieder stärker, dass z. B. psychische

Belastung einen Einfluss auf die Struktur

und Chemie des Körpers hat.

Body, Mind, Soul

Wie die Architektur zur veränderten Wahrnehmung

beiträgt, wussten schon in den 60er Jahren

Künstler wie Jeffrey Shaw. Installationen

wie „Heavens Gate“ irritieren das gewohnte

Gleichgewicht und heben die Schwerkraft auf,

durch Spiegelungen veränderte der Künstler

das Körpergefühl im Raum. Auch die LSD-

Künstler des „Summer of Love“ entwickelten

ein neues Raumempfinden und

ein neues Wahrnehmungsbewusstein,

das mit den neuesten medizinischpsychologischen

Untersuchungen

über die Heilkraft der Architektur

korrespondiert. Dabei galt als wichtigstes

Kriterium das Bedürfnis danach,

in einem größeren Zusammenhang

aufgehoben zu sein.

Man wollte die Zuversicht stärken,

dass unter der widersprüchlichen Oberfläche

dieser Welt eine nach Einheit strebende

Kraft existiert. So gesehen, ist der

Raum wie ein Mensch, der zu einem spricht,

oder wie eine dritte Haut, die mit allen Sinnen

wahrgenommen wird. Fragt man in diesem

Sinne danach, welche Aufgabe das Krankenhaus

oder Healthcenter heute erfüllt, so steht

die Heilung im Vordergrund. Geht es ums Bauen,

bedarf es heute daher einer Erweiterung

dessen, was die klassische Moderne als Gestaltungsgrundsatz

aufgestellt hat: „form follows

function“. Es geht bei der Gesundheit eben

nicht allein um Funktion, sondern

gleichermaßen um Body, Mind

und Soul.

Heilsame Architektur

Heilsam ist eine Architektur, die Schlichtheit,

Reinheit, Ordnung oder Klarheit ausdrückt und

am besten ein Lächeln auf die Gesichter der

Menschen zaubert. Im Idealfall ist sie ein Gesamtkunstwerk,

bei dem alle Aspekte wie

Licht, Form, Materialien und Farben eine Harmonie

ergeben und der seelische Innenraum

ins Gleichgewicht kommt. Anstelle einer nüchternen

Klinikatmosphäre verzaubern Traum-

und Fantasiewelten mit emotionsstarken Bildern

und schlüssigen Farbkonzepten die

Patienten. Stimulierende Gestaltung lässt nicht

nur die bevorstehende Behandlung vergessen,

sondern trägt zum Wohlbefinden als Vorraussetzung

für den Heilungsprozess bei.

Haben wir eine Seele? Und fühlen wir unsere

Seele auch? Eher selten. Der Arzt und Autor

spiritueller wie alternativmedizinischer Themen

Deepak Chopra meint: „Wenn es uns gelänge,

von der Ebene der reinen Seele aus zu

leben, dann würden wir

erkennen,


dass der beste und strahlendste Teil von uns

mit allen Rhythmen des Universums verbunden

ist.“ Harmonie, Klarheit, Reinheit und

Strahlkraft sorgen für die Botschaft: „Alles ist

gut, und wer die Insel der Ästhetik verlässt,

fühlt sich so leicht und mit sich im Reinen wie

eine Luftblase im Wasser.“

Farbe und Healing Light

Farben sind ebenfalls ein unverzichtbares

Lockmittel für das Auge, Vitamine für die Seele

und Information für das Gehirn. Sie können

fröhlich und heiter stimmen – oder an einen

Frühsommertag in den Bergen erinnern. Auch

das Licht gewinnt in einer Welt des Wohlbefindens

und der Energie eine besondere Bedeutung.

Nie darf es direkt, grell oder erschreckend

wirken. „Healing Light“ erreicht man

vielmehr mit einem Konzept von Nischen mit

sakraler Stimmung, in der die Quelle des

Lichts oft nur erahnt werden kann – so entsteht

eine sehr sanfte Stimmung. Grundsätzlich lassen

sich alle Leuchtmittel dimmen, d. h. an Tageslicht

und Nutzung anpassen.

Healing Light ist mehr als therapeutisches

Licht, bei dem die

Wissenschaft von Lichttherapie, Melatoninproduktion

oder UV-Anteil spricht. Healing

Light ist vielmehr Licht für die Seele – jenseits

des wissenschaftlich klar Bewiesenen,

dafür aber deutlich zu fühlen. Sie gehört zu

einer zukunftsgerichteten Architektur, die zu

den Menschen spricht und Freiraum für Weiterentwicklung

und Veränderung ermöglicht. Es

ist ein Licht für Räume, die nicht repräsentieren

oder manipulieren, sondern die helfen zu

heilen.

Ich bin überzeugt davon, dass Architektur nicht

nur sehr zum Wohlbefinden beiträgt, sondern

dass sie unser Leben verbessern kann. Und: Es

bedarf dazu keiner Regelwerke, da die gestalterischen

Möglichkeiten des Planers so facettenreich

und neuartig sind wie noch nie.

Architekten können heilen, Herz und Seele öffnen,

sie können Glück, Harmonie, Begeisterung,

Befreiung, Schönheit und die Sehnsucht

nach dem Selbst wecken. Eine authentische,

sinnvolle Planung kann positiven Einfluss auf

den Menschen ausüben. Wird sie verfehlt,

kann sie Schaden anrichten.

Magie

Doch über das rein funktionale Denken

hinaus braucht es auch Magie. Ich möchte

als Gestalterin den Bewohnern das

Gefühl geben, sie wären durch einen

Spiegel hindurchgegangen, sie hätten

ihre Welt hinter sich gelassen und wären

in eine neue eingetreten – fremd

und doch vertraut, eine Welt in der es

zugeht wie in einem seltenen Traum.

Wohnen – Wohlfühlen – Orientieren

Diesen Traum haben Buckminster Fuller und

andere begonnen zu träumen: Sie hatten das

Morgen und Übermorgen im Sinn, andere

Dome und Kirchen, andere Schulen und andere

Energiequellen. Fullers Ideen sind noch heute

gültig – und er selbst drückte es so aus: „Ich

glaube (…), wir leben in einer Epoche des noch

Möglichen. Es ist eine enorme Chance, dass

man in einer solchen Zeit lebt, wo die Fehler

der alten Zeit ganz deutlich werden und wo

eine neue Zukunft entworfen werden kann“.

Kontakt:

Ingenhoven Architekten, Düsseldorf

d e signstudio regina dahmen-ingenhoven

Tel.: 0211/30101-01

info@drdi.de

www.drdi.de

Fotograf: Holger Knauf

medAmbiente 1 · 2010 29


Foto: Olaf Becker, Becker-Lacour, Stuttgart

Foto: Gesellschaft für Soziales Planen mbH, Stuttgart

30 medAmbiente 1 · 2010

Titelstory | Licht und Farbe

Therapeutische Architektur

Bauen für Menschen mit Demenz – Das Projekt Hüfingen.

Als alter Mensch im Schloss zu wohnen und gepflegt zu werden, ist eine attrak-

tive Perspektive – ein solches Schloss wirtschaftlich als Pflegeheim zu betreiben,

ist allerdings eine nicht geringe Herausforderung. So hat das Fürstlich-Fürsten-

bergische Alten- und Pflegeheim im baden-württembergischen Hüfingen eine

Analyse der baulichen und betrieblichen Situation vorgenommen. Im Ergebnis

zeigte sich die Notwendigkeit, das Anwesen zu erweitern: Nur so ließ sich die

bislang hohe Zahl an Mehrbettzimmern zugunsten von Einzelzimmern reduzie-

ren. Dies war auch entscheidend für die Spezialisierung des Hauses auf Demenz.

Konzeptentwicklung und Bauplanung für Erweiterung und Unbau übernahmen

die Gesellschaft für Soziales Planen – Heeg, Amann, Volpp, aus Stuttgart. Ein

Beitrag von Sibylle Heeg, Heidrum Mollenkopf und Henning Volpp.

Die Leichtigkeit und der graphische Reiz der

Fassade wird durch die Gliederung des Baukörpers

in drei Häuser bestimmt, durch Betonung

der Erker sowie eine differenzierende

Schichtung von Putz, Glas und farbigem Eternit.

Der historische Garten, attraktiv und wichtig

gerade für Menschen mit Demenz, ist mit

geringem Aufwand so gestaltet, dass diese das

Gelände nicht unkontrolliert verlassen können.

Die drei Geschosse des Erweiterungsbaus bieten

Raum für drei Wohngemeinschaften, in denen

jeweils zwölf Menschen mit Demenz wie

eine große Familie zusammenleben.

Milieutherapeutische Gestaltung

Die milieutherapeutisch orientierte Innenraumgestaltung

geht auf die besonderen Bedürfnisse

von Menschen mit Demenz ein und setzt die

neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse um.

Im Gebäudewinkel liegt der Essbereich mit

offener Küche, der als lebendiges Zentrum

Geborgenheit in der Gemeinschaft bietet.

Privatsphäre finden die Bewohner in den Einzelzimmern,

die knapp dimensioniert, aber

sehr gut möblierbar sind und durch die verglasten

Erker viel Licht und reizvolle Ausblicke

bieten.

Der Flur ist als erlebnisreicher „Wegraum“ konzipiert,

bietet an vielen Stellen Aus- und Durchblicke.

Anstelle eines Rundwegs entschied man

sich für einen natürlich belichteten Flur mit

räumlichen Aufweitungen an ihren jeweiligen

Endpunkten. Sie laden zum Verweilen und

Ausruhen ein. Die gerundeten Wandteile, hinter

denen die Duschen der Sanitärbereiche untergebracht

sind, lockern den Flur auf – so wird

eine krankenhausartige Atmosphäre vermieden.

Farb- und Lichtgestaltung

Zur Differenzierung der Räume nach Charakter

und Funktion legte das Konzept großen

Wert auf die Farb- und Lichtgestaltung. Der

durch großzügige Fenster von zwei Seiten belichtete

Essbereich ist mit regelmäßig angeordneten

Deckenleuchten ausgestattet. Diese bieten

eine gute Lichtausbeute, wirken aber

dennoch wohnlich. Ergänzend trägt der gelborange

getönte Linoleumfuß boden zu einer

warmen Atmosphäre bei.

In den Fluren, die nur zum Teil natürlich belichtet

werden konnten, wurde eine zurückhaltend

wirkende, abgehängte Leuchte mit indirekter

und direkter Strahlung gewählt, die eine

gleichmäßige Ausleuchtung der Flure sichert

und verwirrende Schattenbildung vermeidet.

Ergänzend gliedern Wandleuchten vor den

Zimmertüren durch senkrechte Lichtstreifen

die Flurwand. In den Fluren bieten die in kräftigen

Farben gehaltenen runden Wandteile

deutlich wahrnehmbare Merkpunkte und erleichtern

die Orientierung. Der Teppichboden

wirkt sehr wohnlich und vermeidet akustischen

Stress.


Foto: Gesellschaft für Soziales Planen mbH, Stuttgart

Intelligente Technik und Lebensqualität

Das Erdgeschoss bietet den direkten Zugang

zum historischen Schlossgarten mit Teich und

Tiergehegen. Das ist ein attraktives Angebot

vor allem für solche Bewohner, die herausforderndes

Verhalten wie z. B. Weglauftendenz zeigen.

Eine Förderung durch das Bundesministerium

für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

im Rahmen des Programms „Das intelligente

Heim“ machte es möglich, in diesem Wohnbereich

eine anspruchsvollere technische Ausstattung

zu realisieren als dies sonst üblich ist.

Ziel des experimentellen Technikeinsatzes war

es, unter Praxisbedingungen herauszufinden,

welche Potentiale moderne Technik hat, um

die Lebensqualität von demenziell erkrankten

Bewohner zu erhöhen und gleichzeitig die Belastung

des Personals zu vermindern. Die Demenz

Support Stuttgart, eine gemeinnützige

Forschungs- und Beratungseinrichtung, hat mit

finanzieller Unterstützung der Erich- und Liselotte

Gradmann-Stiftung die Erfahrungen begleitend

evaluiert, um zu Empfehlungen über

Chancen, aber auch Probleme von Technikeinsatz

bei Demenz zu kommen.

Wachsende Bedeutung des Lichts

Aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema

Licht und Demenz geben Hinweise darauf,

dass der Lichtgestaltung gerade bei Pflegeheimbewohnern

mit Demenz große milieutherapeutische

Bedeutung zukommt. Ältere Menschen

brauchen deutlich mehr Licht als

Jüngere, um gut zu sehen. Bei unzureichender

Beleuchtung, wie sie noch in vielen Pflegeeinrichtungen

üblich ist, kann es zu Kompetenzverlust

und häufigeren Stürzen kommen; bei

Menschen mit Demenz tritt auch häufiger aggressives

Verhalten auf.

Lichtlösungen für Menschen mit Demenz

In den Fluren wurde das Lichtmanagementsystem

„Visual Timing Light“ in Verbindung mit

den Spezial-Raumleuchten d lite vanera der

Marke Derungs eingesetzt. Diese Lichtlösung

ermöglicht die Simulation des 24-Stunden-

Lichtverlaufes von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang

und der Nacht mittels Kunstlicht.

Über eine spezielle Lichtsteuerung werden

verschiedene Lichtszenen, wie Morgen,

Vormittag, Mittag, Nachmittag, Abend und

die Nacht, definiert. Jede Lichtszene weist

eine unterschiedliche Beleuchtungsstärke

sowie Lichtfarbe auf. Die verschiedenen

Lichtszenen werden in einer zeitlichen

Sequenz von 24 Stunden abgespielt. Simuliert

wird eine übergangslose Tageslichtnachführung

mit entsprechendem Farb- und

Helligkeitsverlauf.

Das Vergilben der gealterten Linse im Auge

und die eingeschränkten Möglichkeiten, sich

im Freien aufzuhalten, führt aber auch dazu,

dass Menschen in Pflegeheimen in „biologischer

Dunkelheit“ leben, weil ihre Rezeptoren

im Auge kaum noch ausreichend durch

biologisch wirksames Licht stimuliert werden.

Dies führt u.a. zu Störungen des circadianen

Rhythmus, der den Tag-Nacht Zyklus beeinflusst,

d.h. zu Schläfrigkeit bei Tag und gestörtem

Schlaf bei Nacht.

Vor diesem Hintergrund entschied man sich in

Hüfingen zu einem Lichtkonzept mit vorwiegend

indirekter Beleuchtung. Dabei werden die

Decke und das obere Drittel der Wand angestrahlt,

sodass auch bei höherer Beleuchtungsstärke

Blendung vermieden und die für die

Lichtempfindung zuständigen Rezeptoren besonders

gut angesprochen werden. Um das circadiane

System positiv zu beeinflussen, wurden

Leuchten gewählt, für die eine Veränderung der

Lichtfarbe bzw. Farbtemperatur (k) und Beleuchtungsstärke

(lx) über den Tagesverlauf

programmiert werden kann, um sich der Dynamik

des Tageslichts anzunähern. Ergänzend

wurde eine erweiterte Flurzone im Erdgeschoss

mit einer Lichtdecke ausgestattet, mit der eine

Beleuchtungsstärke bis 2000 lx erzeugt werden

kann, um gezielt lichttherapeutisch intervenieren

zu können. Dies soll Aktivitätsgrad und

Stimmung steigern und zur Normalisierung des

Tag- und Nacht-Rhythmus beitragen.

Erfassung des Schlafverhaltens

Um die Auswirkung auf das Schlafverhalten

der Bewohner zu erfassen, dokumentierten die

Nachtschwestern personenbezogen, ob unterschiedliche

Lichtszenarien auch zu Unterschieden

im Schlafverhalten führten. Dabei schaute

man nicht nur auf die Situation im schlecht belichteten

Altbau im Vergleich zum gut belichteten

Neubau. Beobachtet wurden auch die Veränderungen

durch zeitweises Ausschalten des

circadian wirksamen Lichtes (nur notwendige

Grundbeleuchtung). Es zeigten sich bei den Be-

Titelstory | Licht und Farbe

wohnern insgesamt deutliche Veränderungen,

die – trotz methodischer Einschränkungen auf

Grund der kleinen Fallzahl – auf eine Tendenz

zu ruhigerem Schlaf bei Einsatz des circadian

wirksamen Lichts hinweisen. Bei vier Bewohnern

wurde zusätzlich erfasst, wie sich Verhalten

und Befinden während der Beschäftigungstherapie

ändern, wenn diese bei angeschalteter

Lichtdecke und hoher Lichtexposition (2000 lx)

erfolgt. Auch diese Daten deuten auf eine günstige

Auswirkung auf die Stimmung und Aufmerksamkeit

der Bewohner hin.

Die Erfahrungen im Projekt Hüfingen machen

deutlich, dass Architektur und Innenraumgestaltung,

aber auch moderne Technik einen

wichtigen und messbaren Beitrag zur Lebensqualität

von Menschen mit Demenz leisten

können. Dabei kommt in Zukunft besonders

der biologischen Wirkung von Licht besondere

Bedeutung zu. Architekten müssen bei ihren

Entwürfen in Zukunft darauf achten, mehr Tageslicht

in das Innere der Gebäude zu bringen

und – wo dies seine Grenzen hat – zusammen

mit Lichtplanern und Herstellern innovative

Beleuchtungslösungen umsetzen.

Kontakte:

Beleuchtungsberatung:

Herbert Waldmann GmbH & Co. KG, Villingen-Schwenningen

Tel: 07720/601-100

Fax: 07720/601-290

info@waldmann.com

www.derungslicht.com

Konzept und Bauplanung:

Gesellschaft für Soziales Planen – Heeg, Amann, Volpp,

Stuttgart

Tel.: 0711 26359082

mail@sozialesplanen.de

www.sozialesplanen.de

www.demenz-support.de

Foto: Derungs Licht AG, Gossau (Schweiz)

medAmbiente 1 · 2010 31


Prof. Dr. h.c. Ing.

Christian Bartenbach,

Geschäftsführer, Bartenbach

Lichtlabor GmbH

32 medAmbiente 1 · 2010

Licht und Farbe

Von der Leuchte zum

Erscheinungsbild

Im Gespräch mit dem Lichtplanungspionier Christian Bartenbach

>> medAmbiente: Herr Bartenbach, lassen

Sie uns zu Beginn gleich zum Kernthema Ihrer

Profession kommen – zum Licht und Ihrer

Philosophie zu diesem Thema: Sie sprechen

vom Erscheinungsbild eines Raumes, von dem

aus Sie zu einem Lichtkonzept vordringen

wollen – im Gegensatz zum umgekehrten Weg,

der „von der Leuchte zum Erscheinungsbild“

gelangen will. Was meinen Sie damit genau –

und was gehört eigentlich alles zum

Erscheinungsbild?

>> Christian Bartenbach: Licht ist ein Medium,

das uns über die visuelle Wahrnehmung

bis zu ca. 80 % informiert – es ist also ein vorwiegend

geistiger Vorgang. Die Gestaltung von

Räumen bzw. von Bauvorhaben ist geprägt von

visuellen Vorstellungen. Unter visueller Vorstellung

verstehe ich das Erscheinungsbild. Da diese

visuelle Vorstellung (also das gewünschte

Erscheinungsbild) realisiert werden soll, ist es

sinngemäß notwendig, schon in dieser Phase

der Gestaltung die Möglichkeiten der Umsetzung

zu prüfen.

>> Würden Sie uns einmal den Prozess zu

einem Lichtkonzept für ein Gebäude beschreiben?

>> Christian Bartenbach: Der Anfang eines

Lichtkonzeptes ist die Grundlagenermittlung.

Der international renommierte österreichische Beleuchtungsspezialist

Prof. Dr. h. c. Ing. Christian Bartenbach gilt als ein Pionier in seinem Fach.

Er lehrt u. a. an der TU München, an der TU Innsbruck, an der Akademie

der Bildenden Künste München und an der TU Wien.

Seit 2003 betreibt Bartenbach zudem die „Lichtakademie Bartenbach“, an

der man in Kooperation mit der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck den

berufsbegleitenden Universitätslehrgang für Lichtgestaltung belegen kann.

Matthias Erler von medAmbiente fragte Christian Bartenbach nach den

Grundlagen seiner Arbeit sowie deren Relevanz für Pfl egeeinrichtungen.

Das visuelle Verhalten wird weitgehend von

der Tätigkeit und dem Inhalt des Raumes (z. B.

Bildschirmarbeitsplätze) bestimmt. Es werden

die Gesetzmäßigkeiten der visuellen Wahrnehmung

ermittelt, welche die Vorgabe an die Art

der Helligkeitsverteilung ergeben.

Aus diesen Komponenten der Infeld- und Umfeldleuchtdichte

im Zusammenhang mit dem

Material und der Vorstellung des Licht-Raummilieus

entsteht die lichttechnische Voraussetzung

zur Bestimmung der Tages- und Kunstlichtsysteme.

Um diesen gerecht zu werden, ist

es notwendig, die Kriterien wie Quantität, Qualität,

Verlauf, die Sicht nach außen, Sonnenschutz

inkl. der solaren Nutzung vernetzt mit

der Energiebilanz zu planen.

>> Welche Rolle, glauben Sie, kann ein

gutes Lichtkonzept im Gesundheitsbereich

spielen?

>> Christian Bartenbach: Richtig angewandt,

hat Licht einen bedeutenden Einfl uss

auf die Gesundheit und damit auch auf das

Wohlbe fi nden. Wir unterscheiden zwischen

dem visuellen und dem nicht-visuellen System.

Schlechtes Sehen hat hohe mentale Belastungen

zur Folge wie Ermüdung, Stress,

Beeinträchtigung des Wohlbefi ndens, lange

Bearbeitungszeiten und reduzierte Leistungs-

fähigkeit. Der Einfl uss von Licht auf den

Hormonhaushalt (den wir als das nicht-visuelle

System bezeichnen) wirkt sich am Tage auf die

Serotoninbildung aus. Nachweislich hängt die

Serotoninproduktion von ausreichenden Lichtquantitäten

über die Zeit ab. Lichtmangel verringert

die Serotoninbildung, und das kann zu

Depressionen führen, wie z. B. SAD – saisonal

bedingte Depression (sogenannte Winterdepression).

Um einen Serotonin-Mangel zu verhindern,

kann neben dem ausreichenden Aufenthalt

im Freien auch eine Lichttherapie

eingesetzt werden. Die Serotoninbildung ist

zusätzlich auch vom Wohlbefi nden abhängig,

das durch ein geeignetes Licht-Raummilieu

über das visuelle System (Auge) unterstützt

werden kann. Bei Dunkelheit bzw. in der Nacht

wird das Hormon Melatonin ausgeschüttet, das

den Schlafrhythmus (circadiane Rhythmik)

steuert und wesentlich zur Regeneration des

Körpers im Schlaf beiträgt. Es dient außerdem

als Antioxidans, das freie Radikale reduziert

und im erweiterten Sinne auch krebshemmende

Eigenschaften zeigt. Eine Störung der

Melatoninausschüttung kann durch Licht verursacht

werden. Man muss durch geeignete

Spektren der Lichtquellen und entsprechende

Helligkeitsverteilungen im Raum die Melatoninreduktion

unbedingt verhindern. Eine

amerikanische Studie zeigt an ca. 150.000

Krankenschwestern im Nachtdienst, dass diese


is zu 30 % mehr Krebserkrankungen, bedingt

durch Melatoninmangel, aufweisen.

>> Könnten Sie das einmal auf die Anforderungen

einer Seniorenwohnanlage übertragen?

>> Christian Bartenbach: Bei der Lichtplanung

einer Seniorenanlage ist es wichtig, dass

die älteren Menschen, die altersbedingt einen

wesentlich höheren Lichtbedarf haben, entsprechende

Lichtquantitäten erhalten. Diese können

durch ausreichende Mengen Tageslicht,

hohe Intensitäten, große Fensterflächen und

unterstützend durch Anhebung der Raumhelligkeit

durch Kunstlicht ergänzt werden. Für

die Serotoninbildung ist darauf zu achten, dass

die maximalen Helligkeiten mindestens zwei

Stunden wirksam sind und das in einem möglichst

großen Raumwinkelbereich (Decken-

bzw. Wandaufhellung, Fenster). In der Nacht ist

es notwendig, die spektralen Verläufe zu korrigieren.

Es sollten viele Rot-Gelb-Anteile und

wenig Anteile im grün-blauen Bereich des

Lichtspektrums auftreten – entweder durch die

Lichtquellen oder durch die Materialoberflächen

(Remissionseigenschaften). Um das Wohlbefinden

allgemein zu steigern, ist es wesentlich,

das Licht-Raummilieu zu optimieren und

das visuelle und nicht-visuelle System zu synchronisieren,

damit keine gegenläufigen Wirkungen

entstehen.

>> Welchen Stellenwert haben diese Themen

im Gesundheitsbereich derzeit nach Ihrer Einschätzung?

>> Christian Bartenbach: Zurzeit wird viel

über dieses Thema berichtet und vor allem

über partielle Forschungsergebnisse informiert.

Die Zusammenhänge sind jedoch noch zu wenig

ausgereift, um eine entsprechende Lichtplanung

durchzuführen. Die Bedeutung hingegen

ist sicher größer als das Umsetzungsverhalten

und wird in Zukunft einen hohen Stellenwert

einnehmen.

>> Sie befassen sich unter anderem mit Wahrnehmungspsychologie

und kommen zu Grundtypen

von Lichtszenarien. Welche sind das?

>> Christian Bartenbach: Durch die Erforschung

des visuellen Wahrnehmungsverhaltens,

dessen Ergebnisse bereits in der Vorgabe

an die Planungskriterien vorhanden sein müssen,

sind Steigerungen durch stabile Wahrnehmungsbedeutung

notwendig. Das heißt, dass

die Leuchtdichteverhältnisse eines visuell gestalteten

Raumes richtig zugeordnet werden

müssen. Die Helligkeit im Infeld soll größer

sein als die Helligkeit der Umgebung und muss

durch das Theoretische Leuchtdichtemodell abgestimmt

sein. Ebenso ist die Abstimmung mit

dem nicht-visuellen System erforderlich. Die

Ergebnisse des visuellen Systems und das daraus

entstehende Licht-Raummilieu sollen dann

mit der Forderung des nicht-visuellen Systems

synchronisiert werden.

>> Was versteht man unter Energieeintragsanalysen,

die Sie ebenfalls betreiben? Wie gehen

Sie hier vor?

>> Christian Bartenbach: Der Energieeintrag,

der primär durch das Tageslicht entsteht,

kann durch Lichtumlenkungssysteme, die das

Licht in die Raumtiefe lenken, beeinflusst und

so verringert werden, dass im gesamten Raum

über lange Zeit kein oder nur wenig Kunstlicht

zugeschaltet werden muss. Außer der damit

verbundenen Energieeinsparung verbessert

man auch die visuelle Wahrnehmungsqualität

und die visuelle Leistungsfähigkeit.

Eine noch größere Optimierung der Energieeinsparung

ist die Regulierung und Minimierung

der Sonneneinstrahlung, die den klimatischen

Kühlungs- und Lüftungsaufwand stark

reduzieren kann. Des Weiteren kann in zeitlich

geeigneten Phasen (z. B. im Winter) die Sonneneinstrahlung

optimal dosiert als Wärme (solare

Nutzung), aber auch als Lichtquelle eingesetzt

werden.

Licht und Farbe

>> Licht trägt ja stark zum Raumgefühl bei –

nicht selten wirkt es ungemütlich. Was wird

hier falsch gemacht?

>> Christian Bartenbach: Die häufigsten Ursachen

für „Ungemütlichkeit“ liegen in schlecht

abgestimmten Leuchtdichteverhältnissen im

Raum, vor allem in den zu hohen Leuchtdichtebereichen

im Umfeld wie z. B. Fensterflächen,

indirekten Beleuchtungen, Leuchten mit zu hoher

Eigenleuchtdichte. Damit verbunden sind

mentale Belastungen und Ermüdung, die ebenfalls

zu Unbehagen führen. Die nicht abgestimmten

Farborte im Gesichtsfeld, die sich aus

den Spektren der Lichtquellen und den Remissionseigenschaften

der Materialoberflächen zusammensetzten

und nicht mit den Farborten

des Lichtes im Tätigkeitsbereich übereinstimmen

(Zusammenhang Licht/Material), führen

ebenfalls häufig zu Unbehagen.

>> Wie sieht es mit der Farbgestaltung aus –

kann man die Lichtregie eines Raumes überhaupt

ohne ihre Berücksichtigung planen?

>> Christian Bartenbach: Die Farbgestaltung

und die Strukturen der Materialoberflächen

sind ein unverzichtbarer Teil der Lichtgestaltung.

Das sogenannte Sekundäre Licht ist das

Licht, das in unser Auge (über die Pupille)

kommt. Es setzt sich aus den Komponenten:

Material, Leuchtdichteverhältnis, Farb- und Reflexionseigenschaften

zusammen und ergibt

das, was wir als „Licht-Raummilieu“ verstehen.

In der Erweiterung ist es das Erscheinungsbild.

>> Herr Bartenbach, herzlichen Dank für das

Gespräch.

München

Kontakt:

Bartenbach Lichtlabor GmbH

Aldrans/Innsbruck, Österreich

Bartenbach,

Tel.: +43512/3338-0

Peter

Fax: +43512/3338-88

©

info@bartenbach.com

www.bartenbach.com Fotos:

medAmbiente 1 · 2010 33


34 medAmbiente 1 · 2010

Licht und Farbe

Vollwertiges Tageslicht

Von Lichtsensoren, Vitamin D und circadianen Rhythmen

Prof. Dr.-Ing. Heinrich Kramer gründete vor zwei Jahrzehnten zusammen mit

H. T. von Malotki das renommierte Büro Lichtdesign Köln, dessen Referenzliste

von der Berliner Nationalgalerie bis zum Luxor-Museum in Ägypten reicht.

Heinrich Kramer ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zum Thema Licht und

Architektur. Er ist in zahlreichen Gremien und Verbänden tätig, und er ist

Gründungsmitglied der ELDA (European Lighting Designer Association), heute

PLDA (Professional Lighting Designer Association) – dort war er die ersten

beiden Perioden Präsident und ist Fellow-Member. Derzeit baut er an der

Arichtektur-Fakultät der RWTH Aachen das Forschungsprojekt „Human-

ökologische Archtektur“ auf. Matthias Erler von medAmbiente hat mit Prof.

Kramer gesprochen.

>> medAmbiente: Herr Dr. Kramer, wenn Sie

sich heutige Neu- oder auch Umbauten ansehen

– spielt das Lichtdesign aus Ihrer Sicht eine angemessene

Rolle?

>> Heinrich Kramer: Lichtgestaltung spielt

leider in der Architektur eine nicht angemessene

Rolle, wenn man bedenkt, dass die Forschung

der letzten Jahrzehnte herausgefunden

hat, dass unser biologischer Rhythmus und unsere

Gesundheit sehr stark vom richtigen Sonnenlicht

und Kunstlicht abhängen und wir unseren

Lebensstil ebenfalls nicht darauf

einstellen. Alle existierenden Normen sind auf

Sehleistung ausgerichtet. Gesundheit, Wohlbefinden,

Emotionen und Kultur sind darin nicht

berücksichtigt. Zur Einhaltung der Normen

sind die Lichtplaner aber per Gesetz verpflichtet.

Die Lichtgestaltung soll gemäß Honorarordnung

von den Architekten abgedeckt werden,

aber diese sind mehr der Ästhetik denn

der Gesundheit verpflichtet.

>> Zeigt man beim Bau von Altenpflegeeinrichtungen

mehr Sensibilität für das Thema?

>> Heinrich Kramer: Hier sieht es im Gegenteil

noch viel ungünstiger aus. Bei Senioren

nimmt die Fähigkeit, Sonnenlicht für die eigene

Gesundheit nutzbar zu machen, allmählich

ab. Daher benötigen sie mehr gesundes Licht

als junge Menschen. Die Ausstattung von Altenheimen

mit Fenstern ist jedoch oft mangelhaft,

und Kunstlicht kann aus psychologischen

und energetischen Gründen kein Ersatz dafür

sein. Anderseits haben alte Menschen die Tendenz

sich zurückzuziehen, d. h. vor dem Tageslicht

in die Dunkelheit zu „flüchten“. D. h.,

selbst wenn ausreichend Tageslicht vorhanden

ist, müssen alte Menschen animiert werden,

dies auch reichlich zu nutzen. Sie sehen daraus,

dass Architektur, Innenarchitektur und Gesellschaft

das richtige Licht für alte Menschen erst

noch entdecken müssen.

>> Sie sagten gerade, dass die bestehenden

Vorschriften die Aspekte der Gesundheit, des

Wohlbefindens etc. nicht berücksichtigen. Was

müssten solche Normen regeln?

>> Heinrich Kramer: In den bestehenden Normen

und Vorschriften wird nur das Licht zum

„Sehen“ definiert. Die Festlegungen nehmen

keine Rücksicht auf den biologischen Rhythmus

der Menschen. Der verlangt ein anderes

Licht am Tage als in der Nacht und wahrscheinlich

auch im Winter anders als im Sommer.

Gesundes Licht unterscheidet sich in Intensität

und spektraler Zusammensetzung,

bezüglich des Anwendungszeitpunkts und der

notwendigen Einwirkungsdauer ganz erheblich

von Licht zum Sehen. Gesundes Licht am Tage

muss ähnlich intensiv sein wie das Sonnenlicht

und die gesamte Breite des Sonnenspektrums

vom UV-B über das sichtbare Spektrum bis

zum IR-B enthalten. Die Aufenthalts- und Arbeitsplätze

sind so weit von zu kleinen Fenstern

entfernt, dass das Tageslicht schon unter

den biologisch wirksamen Level gesunken ist.

Künstliche Lichtquellen und Tageslicht, gefiltert

durch heute übliches Fensterglas, enthalten

praktisch kein UV-B, IR-A und IR-B mehr und

nur noch geringe Anteile an UV-A. Sparlampen

haben zusätzlich ein lückenhaftes sichtbares

Spektrum (ein sogenanntes RGB-Spektrum ohne

tiefes Blau und Rot). Ultraviolettes Licht erzeugt

in unserer Haut das lebenswichtige Vitamin

D, welches u. a. für die Stabilität unserer

Knochen verantwortlich ist. Es gibt Studien,

denen zufolge die Menschen in den G-8-

Staaten chronisch unterversorgt sind. Alte

Menschen und Frauen sind besonders davon

betroffen (Osteoporose).

>> Herr Prof. Kramer, es gibt ja bei der Erforschung

des Sehens einige Erkenntnisse, die

noch sehr neu sind. Es geht dabei um neurologische

Zusammenhänge bei der Weitergabe

von Informationen vom Auge ans Gehirn. Können

Sie uns das einmal kurz zusammenfassen?

>> Heinrich Kramer: 2002 wurde ein neuer

Lichtsensor in den menschlichen Augen entdeckt,

der unseren biologischen Rhythmus, das

Hormonsystem, die Körpertemperatur u. v. m.

an den Helldunkelrhythmus der Sonne anpasst.

>> Welche Konsequenzen hat das?

>> Heinrich Kramer: Wenn dieser Sensor zu

viel blauhaltiges Licht an unser Gehirn meldet,

führt dies zu Überaktivität und Stress. Besonders

in der Nacht haben schon geringe Dosen

negativen Einfluss auf unser Schlaf- und Regenerationsvermögen.

Hier liegen die Ursachen

von häufigen Schlafproblemen älterer Menschen.

Bei längeren Störungen dieser Art führt

dies bei jungen wie alten Menschen zu ernstlichen

Gesundheitsproblemen. Es ist nachge-


wiesen, dass die hell erleuchteten Nächte das

Krebsrisiko deutlich erhöhen. Nachtarbeiter

sind davon besonders betroffen, aber auch

Menschen, die schon vor Sonnenaufgang und

noch nach Sonnenuntergang bei Kunstlicht aktiv

sind. Winterdepression, Migräne, AMD, MS,

Diabetis, Osteoporose und viele andere „Zivilisationskrankheiten“

sind die Folge. Von AMD

und Osteoporose sind besonders alte Menschen

betroffen.

>> Weitere Forschungsgebiete sind ja auch die

circadianen Rhythmen und der Biorhythmus

(Tag- und Nachtrhythmen)?

>> Heinrich Kramer: Wie schon gerade erwähnt,

steuert der neue Lichtsensor unsere circadianen

Rhythmen und den Biorhythmus

(Tag- und Nachtrhythmen), indem er dem Körper

am Tage Aktivitätshormone und in der

Nacht Schlaf- und Rekreationshormone zuführt.

Diese stellen alle Körperfunktionen und

auch die mentalen in der Nacht auf Ruhe und

Erholung und am Tage auf Aktivität und Leistungsfähigkeit

ein.

>> Stichwort Vitamin-D-Produktion: Das ist für

uns Mitteleuropäer ja ohnehin ein Schwachpunkt

– und bei Senioren liegt es noch ungünstiger?

>> Heinrich Kramer: Wie schon erwähnt, ist

im Jahresmittel jeder Bürger der G-8-Staaten –

besonders im Winter – mit Vitamin D unter-

versorgt. Senioren sind besonders davon betroffen,

weil ihre Haut die Sonnenstrahlung nicht

mehr so effektiv in Vitamin D umwandeln

kann. Hinzu kommt noch, dass aufgrund unserer

Kleidungsgewohnheiten der Sonne nicht

genügend unbedeckte Haut dargeboten wird

und sie in unseren Breiten im Winter selbst im

Freien zu schwach für ausreichend Vitamin D

ist. Außerdem lädt das Klima bei uns im Winter

nicht besonders zu Aktivitäten im Freien

ein. Bedenkt man, dass Senioren besonders viel

Licht benötigen, gleichzeitig aber wenig Lust

an „Freikörperkultur“ in der Öffentlichkeit haben,

wird sehr deutlich, welche Sorgfalt bei der

Planung von Seniorenheimen nötig ist.

>> Welche Konsequenzen haben diese Forschungsergebnisse

für die Konzeption von Einrichtungen,

die für Senioren gedacht sind? Welche

baulichen, gestalterischen oder sonstigen

Maßnahmen sollte man hier ergreifen?

>> Heinrich Kramer: Alle Bereiche, wo sich

Senioren am Tage länger aufhalten, müssen

ausreichend mit vollwertigem Tageslicht versorgt

werden. Ess- und Gemeinschaftsräume

sollten daher eine wintergartenartige Bauweise

haben. Diese Räume sollten keinen Einblick

von „Außenstehenden“ zulassen und für die

Bewohner Ausblick in eine parkartige Landschaft

vorsehen. Ein Garten und Park sollte

Spaziergänge im Freien ermöglichen. Die Einzelzimmer

sollten Erker mit Ausblick in beruhigendes

Ambiente (Natur) haben. Kunstlicht

Licht und Farbe

nur mit Glüh- und Halogenlampen, nur an

Stellen, wo es gebraucht wird, ausreichende

Leseplatzbeleuchtung und sonst sehr gedämpftes

Licht, ausreichend für die Orientierung.

Für den Winter und schlechtes Wetter ein

„Sonnenstudio“ mit Tageslichtersatz und Gymnastikmöglichkeiten.

>> Sie planen mit Ihrem Büro ja eine Vielzahl

von Lichtprojekten. Wie würde eine solche Planung

bei einem Seniorenheim aussehen?

>> Heinrich Kramer: Ich würde ein Seniorenheim

so wie im Punkt vorher beschrieben

planen und bauen. Dabei würde ich all meine

Überzeugungskraft darauf verwenden, die Planungsbeteiligten

zu überzeugen, die bestehenden

Vorschriften im Sinne der neuen gesundheitlichen

Erkenntnisse auszulegen und die

geeigneten Maßnahmen einzuleiten. Besondere

Überzeugungskraft wird darauf zu richten

sein, dass auch das nötige Budget zur Verfügung

steht.

>> Herr Prof. Kramer, ich bedanke mich sehr

herzlich für das Gespräch.

Kontakt:

Lichtdesign Ingenieurgesellschaft mbH, Frechen

Tel.: 02234/69707-0

Fax: 02234/69707-10

lichtdesign-koeln@netcologne.de

© pixelio.de

medAmbiente 1 · 2010 35


36 medAmbiente 1 · 2010

Licht und Farbe

Raumgestaltung mit

Wohlfühlatmosphäre

Wie Licht und Farbe die Stimmung in Innenräumen beeinflussen – Teil 1

Ohne Licht kann der Mensch Raum, Farbe und Oberfläche nicht wahrnehmen.

Durch die Erfindung des künstlichen Lichts ist es möglich geworden, die Tage

zu verlängern. Petra Ruhnau von Caparol Farben Lacke Bautenschutz ist

Diplom-Designerin mit Schwerpunkt Farbe und Architektur und lehrt an der

HAWK Hildesheim im Kompetenzfeld Farb-Design. In ihrem zweiteiligen Beitrag

in medAmbiente geht Petra Ruhnau der Frage nach, wie Licht und Farbe die

Stimmung in Innenräumen beeinflussen. Im folgenden ersten Teil befasst sie

sich mit den Themen Farbwirkung, Licht im Raum sowie Licht und Oberflächen.

Licht liefert in Form von Kunst- und Tageslicht

zwei wesentliche Komponenten der Raumatmosphäre.

Jahreszeiten, Tag- und Nachtzyklen

oder auch unterschiedlich dichte Wolkenformationen

sorgen für ein dynamisches, sich stetig

änderndes, natürliches Licht. Kunstlicht dagegen

ist ein konstantes Licht, das meist durch

Zu- und Abschalten von Leuchtmitteln unterschiedlicher

Lichtführung, Beleuchtungsstärke

oder Farbtemperatur manuell verändert wird.

Nur Beleuchtungsstärken (Lux-Werte) für

künstliches Licht als Planungsgrundlage zu

nutzen, wird dem Ziel einer guten Licht- und

Raumatmosphäre nicht gerecht. Pauschal eine

normgerechte Lichtmenge zu berechnen, ohne

das Reflexionsverhalten der Umgebung einzukalkulieren

ergibt nicht das gewünschte Ergebnis,

denn Licht interagiert mit Farbe und den

Oberflächen.

Farbwirkung

Farbe ist eine Sinnesempfindung durch die allein

zwei Objekte gleicher Größe, gleicher

Form, gleicher Struktur und gleichen Glanzgrades

unterschieden werden können. Jeder

Farbton hat eine eigene emotionale, symbolische

und räumliche Wirkung.

Die Wirkung einer Farbnuance ist von folgenden

Faktoren abhängig:

▪ Farbton (LCH: Helligkeit, Grad der Buntheit

und Farbton)

▪ Farbauftrag (deckend, lasiert...)

▪ Licht und Schatten

▪ Umfeld (benachbarte Farbtöne, Vordergrund-Hintergrund)

In Abhängigkeit von eigenen Erfahrungen und

Vorstellungen, seelischer Verfassung und individuellen

Assoziationen ist die Farbakzeptanz

unterschiedlich. Wie Menschen Farben wahr-

Farbe ist eine Erscheinung, die aus der Interaktion

von Licht und Materie entsteht. Farbige

Objekte reflektieren das Licht selektiv. Der Farbeindruck

einer Oberfläche hängt aber auch von

der Farbzusammensetzung des darauf fallenden

Lichts ab. Enthält das weiß erscheinende Licht

nur Gelb- und Blauanteile, wirkt die Kirsche

graubraun. Man kann also nur die Farben sehen,

die im Farbspektrum einer Lichtquelle enthalten

sind und vom beleuchteten Objekt reflektiert

werden.

Das Licht der Sonne erscheint als weißes Licht,

enthält aber alle Farben zu gleichen Teilen – dies

macht ein Regenbogen sehr schön sichtbar. Mit

Hilfe eines Prismas läßt sich das Tageslicht in

seine Farbbestandteile aufspalten.

nehmen hängt zusätzlich von gesellschaftlichen

und kulturellen Faktoren ab.

Farbauswahl

Die funktionale Farbplanung löst eine definierte

Aufgabe durch gezielte Farb- und Materialauswahl.

Diese Farbentscheidungen sind im

Idealfall keine „Geschmackssache“, sondern an

allgemeingültige Gestaltungsprinzipien gebun-

Visuelle Ergonomie: Die Wand, an der sich die

Tafel, ein Whiteboard oder ähnliches befindet,

ist nicht nur der statische Träger, sie ist Hintergrund

der „Schreibflächen“. Der Farbton dieser

Wandfläche ist so zu wählen, daß genügend

Helligkeits- und/oder Bunttonkontrast für gute

Lesbarkeit gegeben ist. Die Kontraste dürfen

nicht zu hoch sein (grüne Tafel zu weißer Rückwand),

da es sonst zu schnelleren Ermüdungserscheinungen

führen kann.


den. Für die menschliche Wahrnehmung

sollen Helligkeits- und

Farbkontraste eindeutig und visuell

reizvoll eingesetzt werden. Entsprechend

werden Farbtöne – passend

zu den Materialien – aus

einem bestimmten Fundus ausgewählt.

Dieser Fundus, das Angebot

an Kollektionen industrieller Produkte,

verändert sich durch technische

Entwicklungen oder Innovationen.

Dabei sind Zeitbezüge in

Form von Design und Farbe in

den aktuellen Werkstoffkollektionen

ablesbar (Farb- und Materialzyklen

– Studie des Institute International

Trendscouting HAWK).

Beim „Bauen im Bestand“ ist es

die Aufgabe des Gestalters, die

Raumorganisation neu zu interpretieren

und dabei unveränderbare

Fixpunkte, Materialität und

Formgebung gestalterisch zusammenzuführen.

Eine Farbgestaltung

kann hier vorgegebene Materialitäten

integrieren oder kontrastieren.

Farbgebung kann, wenn sie

gut geplant ist, formale Schwachstellen

im Raum erheblich mindern

und den Gesamteindruck optimieren.

Beim Neubau sind

Raumordnung, Form, Materialität,

Farbe und Licht als Gesamtkonzept

zu planen.

Um die gewünschte „Raumatmosphäre“

zu erzielen, sind neben

den funktionsorientierten oder ästhetisch

gelagerten Farbentscheidungen

die Farbpsychologie mit

ihren Aussagen zu Farbwirkung

oder auch die Farbforschung mit

Aussagen zu Farbzyklen und Farbpräferenzen

unverzichtbar.

Ganz wesentlich für die Raumstimmung

ist der Einfluß des

Lichts, das bei einer Farbkonzeption

miteinbezogen werden muß.

Hier gilt es zwischen Farbtongenauigkeit,

Farbtemperatur des

Lichts, Leuchtkraft und der atmosphärischen

Gesamtwirkung im

Raum abzuwägen.

Licht im Raum

Eine gute Lichtplanung berücksichtigt

die Architektur/Umgebung,

die Raumfunktion und die

Nutzer. Prägend für die Lichtatmosphäre

im Raum sind die Helligkeitsverteilung

und die Führung

des Lichts (Einfallswinkel, indirekt-direkt).

Durch die Beleuchtung der Wände

wird ein Erkennen der Raumgrenzen

und damit der Dimensionen

des Raumes möglich.

Da die Wahrnehmung zu 85 %

über Wandflächen stattfindet,

wirkt ein Raum besonders hell bei

einem hohen vertikalen Beleuchtungsanteil.

Reinweiße Wandflächen

reflektieren bis zu 90 % des

Lichts.

Eine gute gleichmäßige Ausleuchtung

stellt eine Grundbeleuchtung

dar. Sie erhöht die Orientierung

und Sicherheit im Raum – erzielt

aber keine Wohlfühlatmosphäre.

Ideal ist es, durch gezieltes Plazieren

der Leuchten, eine abwechslungsreiche

Lichtlandschaft zu

kreieren. Durch unterschiedliche

Helligkeitsniveaus lassen sich Bereiche

hervorheben – hier kann

Licht auch Leitfunktionen übernehmen.

Licht und Oberfächen

Oberflächen und deren Farbigkeit

bilden eine Einheit und haben

starken Einfluß auf die Wertigkeit

der Raumstimmung. Dem Licht

kommt neben der Ausleuchtung

die Inszenierung der Oberflächenbeschaffenheit

zu. In Abhängigkeit

vom Beleuchtungswinkel – flach,

mittel oder steil – sind Texturen

vom Betrachter unterschiedlich

deutlich ablesbar. Glatte und einfarbige

Oberflächen sind künstliche

Ausnahmesituationen: In der

Natur ist alles vielfarbig nuanciert

und strukturiert. Deshalb lebt eine

gute Gestaltung auch vom Angebot

an unterschiedlichen Strukturen

als Anregung für das Auge

und Ansprache an den Tastsinn.

Ob glatt oder rauh, weich oder

hart, stumpf oder glänzend, matt

oder spiegelnd – erst mit dem darauf

abgestimmten Lichteinfall

kommen die Oberflächen wie gewünscht

zur Geltung. Dies gilt im

besonderen Maße für dekorative

Gestaltungstechniken mit glänzenden,

schimmernden Metall-

und Perlglanzeffekten.

Kontakt:

Dipl.-Designerin Petra Ruhnau

Schwerpunkt Farbe und Architektur

Caparol Farben Lacke Bautenschutz,

Ober-Ramstadt

www.caparol.com

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medAmbiente 1 · 2010 37


38 medAmbiente 1 · 2010

Licht und Farbe

Das geheime Leuchten

Farbe in der Architektur

Bauen ist grundsätzlich keine Kunstform. Es

heißt eben „Architektur“ und nicht „Artitektur“.

Sie ist auch dann nicht Kunst, wenn sich

ihr Schöpfer als Künstler fühlt. Der Bautenplaner

muss stattdessen dienen wollen – und zwar

dem, der ihn um seinen Dienst gebeten hat.

Kunst ist etwas völlig anderes. Haben die

Schöpfer eines Gebäudes dies verstanden, ist

Farbigkeit ein Begleiter der Architektur. Sie

werden dann versuchen, das Farbige mit der

Bewegung der Bautengruppierungen zu verbinden.

Die Architektur hat alle Chancen, sich bleibenden

Respekt zu erwerben. Das war schon

immer so. Stattdessen liest man etwa über

diese und jene Architektur so alberne Be-

„Jede Fassade hat der Atmosphäre

eines Gebäudes im Stadtbild zu die-

nen. Durchdachte Gebäude-Gesichter

machen den Betrachter empfindsam,

wenn er die dort Wohnenden sucht.“

Das sagt der Farbphilosoph und Farb-

gestalter Friedrich-Ernst v. Garnier. In

seinem Beitrag für medAmbiente

spürt er der Bedeutung nach, die Far-

be für die Architektur haben kann.

schreibungen wie die, dass sie etwa „durch zeichenhafte

Schlichtheit fasziniere“. Mit noch

bom bastischer klingenden Lobhudeleien feiern

sich die Bauenden gegenseitig – in geradezu

neurotischer Selbstbewunderung. Was sonst

sollten sie auch feiern? Das größere Publikum

erreichen sie ohnehin nicht mehr. Längst hat es

sich inzwischen zurückgezogen. Dabei ist gerade

dies das Letzte, was Architektur sich erlauben

kann, wenn sie für die Menschen da

sein soll.

Gefrorener Farbkreis

Wohlverstandene und gut eingesetzte Farbigkeit

ist dagegen etwas, was die Feinheiten

sucht. Sie ist ein nicht unkompliziertes Wesen,

das ganz geheimnisvoll leuchtet zwischen Phi-

losophie und Soziologie, Bescheidenheit und

Ehrlichkeit, Wärme und Distanz. Da wirkt es

zunehmend blass und ärmlich, wenn wir da so

eine Handvoll Farbexperten hilflos agieren sehen,

wie sie seit Jahrzehnten ratlos um den immer

gleichen, geradezu eingefrorenen Farbkreis

herumrennen. Er hilft nicht im architektonischen

Alltag, er scheitert spätestens an

Schornstein und Klimaanlage. Die Lehre

krankt am Mangel an intelligenter Überführung

kompetenten Wissens in eine verständliche

und weithin akzeptierte Praxis.

Eine treffliche – aber aus ganz anderen Architekturzeiten

stammende – Gilde von Genies

soll immer wieder den Farbkarren in die Lehre

ziehen: Goethe und seine Nachfahren. Sie


konnten nicht ahnen, dass das Thema Farbe in

den Gesprächen über Bautenlandschaften überhaupt

einmal zum Thema werden muss – Goethe

nicht und Le Corbusier nicht, auch Itten

und Taut nicht. Der heutige Architekt muss

sich erst einmal am neuen Bild der Welt orientieren

lernen, um sich dann noch einmal neu

diesen großen Geistern zuzuwenden. Er würde

dann erfahren, wie wenig hilfreich es heute ist,

den Farbkreis immer wieder zu zerlegen und

zu zerreden. Ein Beispiel: Die meisten Baumaterialien,

so etwa die offizielle Lehre, sollen außen

„farblich“ so aussehen wie schon innen.

Das ist teilweise durchaus nachvollziehbar –

keineswegs ist das aber richtig, wenn es um

Beton geht und um Stahl. Deshalb müssen die

Planer erst einmal lernen, was auf der Erde die

„Stimmungen“ der ganz verschiedenen Räume

zwischen den Bauten bedeuten.

Farbige Klänge

Die Farbe gehört in die Lehre. Die Auseinandersetzung

mit ihr führt aber nicht zu buntem

Gebrüll. Sie leitet uns zu einem Verständnis

von Farbigkeit unserer Umwelt, wie sie uns im

natürlichen Leben seit Jahrtausenden begleitet.

Ein Gestalter für farbiger Gebautes sucht also

völlig unterschiedliche Farbenklänge. Dabei ist

das Wort „Farbenklänge“ nicht zufällig gewählt.

Es weist darauf hin, dass wir im Sehen

ständig der Musik begegnen – in Form zusammenhängender

Baukörper, von Stadträumen,

im Zusammenspiel der Gebäude mit alten oder

neu entstehenden Nachbarschaften. Solange

wir nicht unterscheiden lernen, solange wir

nicht erkennen, dass sich hinter „bunten“ Konzepten

einerseits und „farbigen“ anderseits sehr

unterschiedliche Wirkungen verstecken, die die

menschlich geprägte Landschaft und Umgebung

prägen, so lange suchen wir vergebens

nach visueller Bereicherung und menschennaher

Gestaltung.

Als ich mit der Planung zur Farbigkeit für eine

Senioren-Residenz in Köln am Dom startete,

fand ich mich mit einem unwirtlichen und

emotional kalten Objekt konfrontiert. Wer aber

in einem Gebäude leben möchte, sucht etwas

in ihm – einen emotionalen Kontakt mit seiner

Struktur und seiner Gestaltung, wie es ein gelungenes

Gebäude bietet. Dieses dunkle Gebäude

konnte indes keinen Suchenden wirklich

im Inneren erreichen. Gerade auf ältere Menschen

musste es abweisend wirken: Ich sah vor

mir nichts als aneinandergereihte Betonblöcke.

Sie schienen mir allesamt gewissermaßen argumentationsarm:

Ihre schlichten Formen

drängten mir missmutige Empfindungen auf;

ich stellte mir bei ihrer Schöpfung den Einfluss

überheblicher intellektueller Funktionalisten

vor.

Mit der schwarz-glatten Atmosphäre der Anlage

assoziierte ich Trübsinn und Schläfrigkeit

und mangelndes Verständnis für die Bauaufgabe

und die Bedürfnisse der Menschen, die hier

einmal wohnen sollten. Die Denkweise, aus

dem dies entsprang, kam aus dem Geschriebenen,

nicht aus dem Leben. Auch die wohl

angestrebte Funktionalität konnte so nur verfehlt

werden – denn eine nichtfarbige Welt

kann nicht wirklich funktional sein.

Hier wollte niemand einziehen

Es verwundert nicht, dass das Kölner Projekt

von den alten Menschen, für die das Gebäude

ja gedacht war, abgelehnt wurde. Niemand

wollte hier einziehen – erwartungsgemäß.

Mein Ansatz zur farblichen Neugestaltung der

Fassaden des innerstädtisch gelegenen Gebäude-Ensembles

lehnte sich an den Eindruck der

gewachsenen Umgebung an. Ich unterteilte für

die Neukomposition der Farbtöne die dort zu

findende Farbigkeit in Gruppierungen verschiedener

Rot-Töne. Sie alle ließen sich aus dem

Straßenraum der unmittelbaren Umgebung

herauslesen.

Ein solcher Ansatz hat nichts mit „Image“ zu

tun. Übersetzt bedeutet dieses Wort „Bild“ oder

auch „Gesamtbild“. Wenn das Bild aber nicht

stimmt, kann man lange reden – und dennoch

wird jeder, der zuhört, blind bleiben. Wenn

Häuser den Menschen erreichen, erzählen sie

viel. Meine Entwurfsarbeit für die Senioren-

Residenz musste durch das Schwarz hindurch,

um das dadurch geschaffene nicht freundliche

Straßenbild erreichen können.

Nichts zustreichen

Ich stellte mir die Aufgabe, nichts einfach zuzustreichen

– stattdessen suchte ich eine Art

von „Lasur-Anmutung“: Denn ich wollte den

Reihungen in den Fassadenflächen und -trägern

ein attraktiveres, vitaleres und interes-

santeres Leben einhauchen. Es ging mir darum,

diesen Effekt aus der vorhandenen

Situation heraus zu entwickeln. Ein Zusammenspiel

aus mehreren Rot-Tönen mit sichtbar

darunter verbleibenden schwarzen Einschlüssen

des Ursprungskonzepts sollte dies bewirken.

Das so entstandene neue Farblicht stellt

jetzt einen Kontakt der vorher isolierten Fassaden

mit der Umgebung her. Nun grüßen die

Bauten des Ensembles alle dort Wohnenden –

und alle Betrachter, die alltäglich den Straßenzug

benutzen.

Das Ergebnis ist der Eindruck einer künstlichen

Art von Sandstein – eine Anmutung, die

zum Werkstoff Beton gut passt. Und so entwickelte

sich das Projekt schließlich zu einer gemeinsamen

Arbeit, die von einer zunächst bedrohlichen

Anmutung ausging. Ein zunächst

fremdes Material wurde zu einer freundschaftlichen

Verbindung mit der Umgebung fortentwickelt.

So fügt sich das Ensemble heute ein in

die Stimmung eines lebendigen Stadtteils am

Dom. Die alten Menschen und ihre seelische

Verfassung werden vor Kälte und Fremdheit

beschützt – durch ein neues, weiches und farbiges

Licht.

Kontakt:

Friedrich-Ernst v. Garnier

Studio von Garnier, Hof Iben, Fürfeld

Tel.: 06709/910-0

Fax: 06709/910-30

info@studiovongarnier.de

www.studiovongarnier.de

Licht und Farbe

medAmbiente 1 · 2010 39


40 medAmbiente 1 · 2010

Licht und Farbe

Mit Voliere und Aquarium

Renovierung des Wichernstifts in Ganderkesee

1991 entstand im Altenpflegeheim

des Wichernstiftes das Konzept für

eine Station, auf der ausschließlich an

Demenz erkrankte ältere Menschen

ein Zuhause finden. Die Station

„Atrium “ wurde damals nach neues-

ten Erkenntnissen gestaltet und durch

Mitarbeiter und Heimleitung über die

Jahre weiterentwickelt. 2008 wurde

der Wunsch nach einer klareren Linie

laut – das neue Konzept stammt von

der Hamburger Innenarchitektin Sarah

Richwien.

Das Altenpflegeheim Wichernstift in Ganderkesee

bietet für derzeit 177 Bewohner ein Zuhause.

Es besteht aus drei Gebäudetrakten, dem

Ostflügel, dem Westflügel sowie dem Atrium.

Neben der stationären Unterbringung bietet es

auch andere Wohnformen an. Mehrere Wohngemeinschaften

auf dem Gelände bieten kleinen

Gruppen eine eher familiäre Lebensform,

ausgerichtet auf die Bedürfnisse der jeweiligen

Gruppe.

Wohnlich und zweckmäßig

In erster Linie sollte der Umbau Verbesserungen

für die Bewohner mit sich bringen.

Wohnlichkeit, aber auch Zweckmäßigkeit sollte

die Neugestaltung vermitteln. Wohnliches

Mobiliar, angenehme Farben sowie blendfreie

Lichtlösungen. Großzügigere Aufenthaltsräume

für das Gruppengefühl, aber auch Rückzugsmöglichkeiten

für Besucher und Bewohner

wurden eingeplant.

Darüber hinaus sollte auch für Mitarbeiter und

Angehörige eine Atmosphäre geschaffen werden,

die das Arbeitsklima positiv beeinflusst

und Besuchern Ängste nimmt. Da auf einige

Bewohnerzimmer verzichtet werden konnte,

wurden Aufenthaltsräume vergrößert und gemütlich

eingerichtet. In bereits bestehenden

Sitznischen wurden Wände durchbrochen, um

neue Ein- oder Ausblicke zu gewähren.

Alle Fußböden wurden erneuert – verwendet

wurde ein Linoleum von Armstrong DLW, ein

„Uni Walton“ in verschiedenen Farben. Neben

dem neuen Mobiliar (Kusch + Co.) prägen viele

Details den Entwurf – so z. B. eine Vogelvoliere

mit Kanarienvögeln oder ein DVD-Aquarium.

Ein Kräuterbord bietet Küchenkräuter zum

Riechen, Fühlen und Schmecken. Zudem gibt

es auf allen Fluren „Naschschalen“, die mit

Salzstangen oder Gummibärchen gefüllt sind

dies wird von den viel umherwandernden

Bewohnern gerne angenommen.

Struktur durch Farbe

Das „Atrium“ (ca. 1.000 m 2 ) befindet sich im

1. OG des Gebäudes und ist rechteckig um einen

Innenhof angeordnet. Die Aufenthaltsräume

befinden sich in den vier Eckbereichen des

Grundrisses. Jedem „Eckbereich“ wurde eine

Farbe zugeordnet, die sowohl in der Fußbodengestaltung

als auch im Mobiliar sowie bei der

Fensterdekoration wiederzufinden ist. Auch

Wandfarben wurden akzentuiert angepasst.

Das gleiche Prinzip, aber reduziert auf die

Wandfarbe, wurde auf den Fluren angewendet.

Die jeweilige Farbe ist auch in den angrenzenden

Bewohnerzimmern wiederzufinden.

Durch diese „Farbzugehörigkeit“ wird das Wiederfinden

des eigenen oder eines anderen bestimmten

Zimmers erleichtert. Die Möblierung

der Bewohnerzimmer ist weiterhin individuell.

Ein Streifen im Fußbodenbelag auf den Fluren

und den „Gruppenräumen“ soll den Bewohner

leiten, ihm Türeingänge aufzeigen (indem er

dort unterbrochen ist). In gemütlichen Ohrensesseln

kann man hier sitzen und das Treiben

im Küchenbereich verfolgen oder eine Runde

dösen. Im grünen Flur sind eigens dafür angefertigte

„Holzboxen“ Sammelstellen für die geliebten

Kuscheltiere geworden.

Die Reaktionen nach dem Umbau waren

durchweg positiv, berichtet Sarah Richwien.

Auch Bewohner, bei denen die Demenz-

Krankheit noch nicht so weit vorangeschritten

war, äußerten ihr Erstaunen. Eine ältere Dame

machte auf ihre Weise deutlich, wie ihr die behagliche

neue Atmosphäre zusagte – sie verfiel

unmittelbar nach Ankunft auf dem Atrium in

einen Mittagsschlaf auf einem der neuen Sofas.

Kontakt:

Sarah Richwien

SR Interior Design, Hamburg

Tel.: 040 / 97075 730


Foto: Bosch

Telemedizinisches

Pilotprojekt in Wiesbaden

Vorsorge und vernetzte Technik

Weniger Krankenhausaufenthalte durch medizinische Unterstützung in den

eigenen vier Wänden: Auf Initiative und unter Federführung der HSK Rhein-

Main aus Wiesbaden startete in Kooperation mit der Wiesbadener Wohnbau-

gesellschaft (GWW) ein telemedizinisches Pilotprojekt.

Das Projekt „Wohnselbst“ soll es chronisch

kranken Menschen ermöglichen, gesund und

länger in ihrer vertrauten Umgebung leben zu

können. Kernelemente dieses Pilotprojekts sind

ein regelmäßiger Gesundheitsservice sowie

verschiedene Mess- und Kommunikationsgeräte,

die GWW-Mietern kostenfrei zur Verfügung

gestellt werden. Hinzu kommt ein medizinisches

Kompetenz-Center der HSK, über das

Wohnselbst-Teilnehmer rund um die Uhr mit

Ärzten und Pflegepersonal verbunden sind. Das

Projekt läuft bis Ende September 2012 in Wiesbaden,

danach soll es bundesweit angeboten

werden. Weitere Partner dieses Verbundprojekts

sind das Fraunhofer-Institut für Software-

und Systemtechnik ISST, die Robert Bosch

Healthcare GmbH, die Beurer GmbH sowie die

Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik

Informationstechnik im DIN und VDE sowie

das VDE Prüf- und Zertifizierungsinstitut.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung

stellt Fördergelder bereit.

Intelligente Techniksysteme und spezielle

Dienstleistungen können ältere Menschen dabei

unterstützen, Krankheiten vorzubeugen

und möglichst lange in ihrer eigenen Wohnung

zu leben. Das telemedizinische Pilotprojekt

Wohnselbst ist in seiner Form in Deutschland

einzigartig. Es richtet sich an ältere Menschen,

die chronisch erkrankt sind: an Bluthochdruck,

Herzinsuffizienz oder Diabetes in Kombination

mit Adipositas. Auch Menschen mit Risikoanzeichen

für diese Krankheiten gehören zur

Zielgruppe. Die Teilnahme ist für die GWW-

Mieter kostenfrei. Das Pilotprojekt läuft bis Ende

September 2012 und hat ein Kostenvolumen

von 3 Mio. €. „Mit Wohnselbst übernimmt die

HSK eine Vorreiterrolle im Hinblick auf medizinische

Serviceleistungen außerhalb des Krankenhauses“,

so Holger Strehlau, Sprecher der

Geschäftsführung der HSK Rhein-Main.

Gesundheitsservice und vernetzte

Technik als Kernelemente

280 GWW-Mieter werden in das HSK-Vorsorgeprogramm

mcplus aufgenommen. 80 bis 100

von ihnen werden zusätzlich mit medizinischen

Messgeräten ausgestattet: Entsprechend

ihrer Erkrankung erhalten sie ein Blutzuckermessgerät,

eine Waage oder ein

Blutdruckmessgerät der Firma Beurer. Zudem

bekommen sie Zugang zum sogenannten

Smart Living Manager, einem Portal, mit dem

sie über ihren Fernseher Informationen und

Services abrufen können. Die Navigation auf

der Plattform erfolgt über die Fernbedienung.

Per manueller Eingabe übermittelt der Patient

über diesen Smart Living Manager täglich seine

jeweiligen Gesundheitsdaten an das medizinische

Kompetenz-Center. Zum anderen erhält

er über die Plattform umfassende Informationen

zu Gesundheitsthemen, aber auch Angaben

zu Veranstaltungen in seiner Umgebung

sowie Kontaktdaten und Angebote verschiedenster

Dienstleister.

Im Laufe des Projekts erhalten die 80 bis 100

GWW-Mieter die Bosch Telemedizin Plus-Lö-

sung. Diese ermöglicht dem Patienten eine

stärkere Einbindung in seine Therapie mit dem

Ziel, folgenschwere Komplikationen zu vermeiden

und den Patienten zu mehr Eigenverantwortung

zu motivieren. Mit der Lösung entfällt

die manuelle Eingabe der Gesundheitsdaten in

den Smart Living Manager; die ermittelten Daten

werden direkt an das Kompetenz-Center

übertragen. „Alle Geräte sind leicht zu bedienen

und die Vernetzung der eingesetzten Technik

gewährleistet eine zuverlässige Datenübermittlung“,

erläutert Holger Strehlau.

Rund um die Uhr kann der Patient Verbindung

zum Kompetenz-Center aufnehmen. Darüber

hinaus überwacht das medizinische und pflegerische

Personal des Kompetenz-Centers seinen

Gesundheitszustand und kontaktiert ihn bei

Auffälligkeiten. Je nach Art der Auffälligkeit

benachrichtigen die Mitarbeiter beispielsweise

den Hausarzt oder einen mobilen Pflegedienst

– oder geben dem Patienten Tipps zur Selbsthilfe.

„Mit dieser telemedizinischen Überwachung

entlasten wir das mobile Pflegepersonal

und werden dem Trend zu immer mehr ambulanten,

medizinischen Behandlungen gerecht“,

so Holger Strehlau von der HSK.

Während der Laufzeit des Pilotprojekts wollen

die Projektpartner Technik und Prozesse evaluieren

und das Konzept weiterentwickeln. Ziel

ist es, Wohnselbst danach bundesweit anbieten

zu können.

Kontakt:

HSK Rhein-Main GmbH

www.hsk-wiesbaden.de

Sicherheit und Schutz

Foto: GWW

medAmbiente 1 · 2010 41


42 medAmbiente 1 · 2010

Produkte

Hochwertige Designbeläge

Mit den zwei Produktlinien Designline

und Designline Connect bietet

Windmöller Flooring hochwertige

und innovative Designbeläge, die sowohl

für den Objekteinsatz als auch

für den privaten Einsatz geeignet

sind mit dem Ziel, einer der bedeutendsten

Anbieter innovativer Bodenlösungen

europaweit zu werden. Die

Produktlinie Designline liefert mit

sechs Kollektionen und 68 Holz- und

Steindekoren eine attraktive Design-

Auswahl und die perfekte Bodenlösung

für den gewerblichen- und den

privaten Einsatz. Eine neue Generation

der elastischen Designbeläge ist

mit Designline Connect geboren.

Durch die patentierte Verriegelung

lässt sich der elastische Designbelag

schnell, sauber und einfach ohne Verklebung verlegen. 12 attraktive Holzoptiken,

ausgestattet mit einer 0,5 mm starken Nutzschicht und zusätzlicher PU

-Versiegelung machen diese Kollektion zur optimalen Fussbodenlösung für

hoch beanspruchte Objekte.

www.windmoeller-flooring.de

Altenpflege: Halle 2, Stand B85

Böden für die Altenpfege

Mit seiner langjährigen Kompetenz im Gesundheitswesen bietet Armstrong

eine umfangreiche Auswahl an Bodenbelägen speziell für Pflegeeinrichtungen

und Seniorenheime. Diese wird der Hersteller im März 2010 auf der

„Altenpflege“ in Hannover präsentieren. DLW Linoleum beispielsweise erfüllt

sämtliche Anforderungen im Healthcare-Bereich: Absolut dichte Fugenverschlüsse

und verschweißte Hohlkehl-Sockelleisten garantieren optimale Hygiene.

Linoleum PUR ist zudem beständig gegen alle gängigen Flächen-, Hände-

und Wunddesinfektionsmittel. Es vereint Umweltverträglichkeit mit

besten Gebrauchseigenschaften wie leichter Reinigung, langer Lebensdauer

und hoher Wirtschaftlichkeit. Darüber hinaus können mit den farbenfrohen

Linoleum-Kollektionen freundliche und unverwechselbare Interieurs realisiert

werden. Die beliebte Struktur Marmorette ist in 56 Farben – 18 Farbtönen in

je drei Helligkeitsstufen sowie Schwarz und Weiß – erhältlich. Für noch mehr

Effizienz vergütet Armstrong DLW Linoleum mit dem PUR Eco System, das

den Reinigungsaufwand über die gesamte Lebensdauer nochmals deutlich

reduziert.

www.armstrong.de

Altenpflege: Halle H2, Stand B21

„Pur, retro, emotional“

Mit System 800 bringt Hewi eine neue Generation von Sanitär-Accessoires und barrierefreien Produkten in den Oberflächen

Chrom und Weiß auf den Markt. Beim Produktdesign standen die eigenen Sanitär-Klassiker der Serien 477 /

801 Pate – entstanden ist eine formale Weiterentwicklung mit zeitgemäßen Retro-Anleihen. Die Formensprache des

neuen Systems 800 ist pur und geradlinig, dennoch emotional. Basierend auf großen harmonischen Radien sowie

verdeckten Befestigungen eignen sich die Produkte für den universellen Einsatz im hoch frequentierten Objektbereich.

System 800 ist ein professionelles Objektsystem mit formaler Durchgängigkeit, das seinen Einsatz ebenfalls im

privaten Bad finden kann. Die Produkte wurden zusammen mit Phoenix Design Stuttgart/Tokio entwickelt und sind

seit Januar 2010 lieferfähig. Das System 800 bietet bereits mit Markteinführung eine große An-wendungsvielfalt für

die Bereiche Waschtisch, WC und Dusche/Wanne und ermöglicht ganz selbstverständlich die ganze Bandbreite barrierefreier

Ausstattung - von der hoch professionellen Pflege bis hin zum Homecare-Bereich.

www.hewi.de

Altenpflege: Halle 2, Stand D64

Dienstleistung entscheidend für Lieferqualität

Die Sortimentsbreite der Mauser Einrichtungssysteme – als Teil der Vauth-

Sagel Gruppe – ermöglicht es, selbst komplexe Ausstattungswünsche durch

einen kompetenten Partner zu erfüllen. Die Kunden erhalten individuelle Einrichtungslösungen

direkt vom Werk. Sie werden unmittelbar von deutschlandweiten

Niederlassungen und deren Außendienst betreut. Eine zeitaufwendige

Lieferantenabstimmung wird von Kundenseite unnötig. Darüber

hinaus stehen eigene Innenarchitekten für Planungsthemen zur Verfügung,

die auf Wunsch eine Gesamtkonzeption für die Inneneinrichtung der Kunden

erstellen. Objektmanagement und Logistik, Montage, Schulung und Wartung

erfolgen durch eigenes qualifiziertes Servicepersonal. Diese Bereiche sind

Kernelemente des Mauser Care Dienstleistungsspektrums und gewährleisten

eine nachhaltige kundenorientierte Gesamtlösung.

www.mauser-care.de

Altenpflege: Halle 2, Stand C34

Kaffeepott – Fester Halt für

Jung und Alt

Der Kaffeepott aus Melamin von Ornamin

Provita besticht durch sein modernes und

farbenfrohes Design. Sein großer, offener

Henkel lässt sich einfach und gut greifen. So

liegt der Becher angenehm und sicher in der Hand.

Das geringe Gewicht des Materials erleichtert das eigenständige

Trinken und ist so für Jung und Alt optimal geeignet – ganz im

Sinne des Universal Design. Ob beim Frühstück zu Hause, auf der Kaffeetafel

im Pflegeheim oder in Kitas und Schulen: Der Kaffeepott vereint zahlreiche

praktische Eigenschaften wie z.B. platzsparende Stapelbarkeit und hohe

Bruchstabilität mit einem hochwertigen optischen Äußeren und universellem

Design. Egal ob alt oder jung, gesund oder krank - der Kaffeepott ist schön

und praktisch für jeden.

www.ornamin-provita.com

Altenpflege: Halle 4, Stand D34


Firmenindex

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Altenpfl ege 6, 37

Altenpfl egeheim Wichernstift 40

AOK 10

Architekturbüro Nürnberg 14

Arcus Sportklinik 24

Armstrong DLW 16, 42

Bartenbach Licht Labor 32

BDA- AKG Bund Deutscher

Architekten 5

Beurer 41

Blocher Blocher Partners 12

BMBF 41

Brillux 7

Caparol 36

Debolon Dessauer Bodenbeläge

26, 27

Derungs Licht 30, Titel

Drapilux 21

DRK Naumburg-Nebra 26

DRK Pfl egezentrum Laucha 27

Elisabethenstift, Lauingen 10

Feddersen Architekten 18

Fraunhofer-ISST 41

Fürstlich-Fürstenbergisches Alten-

und Pfl egeheim, Hüfi ngen 30

Gesellschaft für soziales Planen 30

Guldmann 10, 19

Herbert Waldmann 30, Titel

Hewi Heinrich Wilke 17, 42

Hochschule Ostwestfalen-Lippe 28

HSK Rhein-Main 41

Informationstechnik Meng 25

Ingenhoven Architekten 28

Ippolito Fleitz Group 22

Kreiskrankenhaus Schorndorf 22

Kusch 40

Lichtdesign 34

Mahl 24

Mauser Einrichtungssysteme 11, 42

Messe Frankfurt 3

Ornamin 23, 42

Pfl egezentrum Laichinger Alb 12

PLDA 34

Project Floors 13

Robert Bosch Healthcare 41

RWTH Aachen 34

Seniorenstiftung Prenzlauer Berg 18

Siedle 24

SR Interior Design 40

Studio von Garnier 38

Terranus Gruppe 8

VDE 41

WIBU Bayern 6

Wiesbadener Wohnbauges. 41

Windmöller Flooring 42

Wissner-Bosserhoff 6, 4.US

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GIT VERLAG GmbH & Co. KG

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13. Jahrgang 2010

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Frotscher Druck

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Printed in Germany

ISSN 1437-1065


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Möbel für ein lebenswertes Ambiente

Altenpflege 2010 in Hannover

23.-25.03.2010 · Halle 2, Stand A64

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