GüteZeichen 1/2012 - Evangelische Kirchengemeinde Erbach/Odw.

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GüteZeichen 1/2012 - Evangelische Kirchengemeinde Erbach/Odw.

Die Musik drückt aus,

was nicht gesagt werden kann

und worüber zu schweigen

unmöglich ist.

Victor Hugo

Nr. Nr. 1–2012 1–2012

März – Mai Mai


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in der evangelischen

Stadtkirche

Sonntag, 25. März

Frühlings-Konzert mit dem

Odenwälder Kammerorchester

Werke von A. Vivaldi („Der Frühling“),

G. Pergolesi, C. Stamitz, E. Elgar u.a.

Petr Sakine, Solovioline

Leitung: Hartmut Liermann Eintritt frei

Palmsonntag, 1. April

Passionskonzert

Gesang und Orgel

Werke von A. Dvorak (Biblische Lieder),

Pergolesi (aus dem „Stabat Mater“),

Rheinberger und Mendelssohn

Simone Garnier, Mezzosopran

Brigitte Harsch, Orgel

Eintritt frei

Sonntag, 6. Mai

Panflöte

mit Roman Kazak

Uhrzeit: Bitte Plakate und Presse beachten!


Es groovt im Radio, eine Hookline weckt

unser Interesse und lädt zum Mitsummen

ein, die Füße, der ganze Körper swingt mit

der Musik.

Im Vorwort eines neuen geistlichen Liederbuches

steht der Satz, „Musik und Gesang

verbinden Himmel und Erde“. Musik

ist ein Lebenselexier, das Lebensfreude,

Lebenszufriedenheit und Lebensglück

steigern kann. Beim Zuhören und Mitmachen

kann uns ein gutes Lied über manchen

Frust und inneres Aufgewühltsein,

über manche Klippe und manchen toten

Punkt hinweghelfen. Warum ist das so?

Wenn wir mit Musik in Berührung kommen,

wird nicht nur unser Verstehen, sondern

unser Fühlen angesprochen. Musik hat also

eine direkte Wirkung auf unsere Seele.

Ich denke an einen Mann aus dem Alten

Testament, der schon in jungen Jahren

schwer an seiner Verantwortung zu tragen

hatte. Es ist Saul, der erste König von Israel,

der Sieger über die Philister. Seine Probleme

beschäftigen ihn bis in den Schlaf. „Ein

böser Geist ängstigt ihn“, heißt es im Alten

Testament. Schwermut lastet auf ihm. Seine

Mitarbeiter versuchen ihn zu entkrampfen,

aufzumuntern, und sie kommen auf den

Gedanken: Vielleicht hilft Musik, Und so

kommt David aus Bethlehem nach Jerusalem

und spielt auf der Harfe vor dem

schwermütigen Saul. Sooft nun der böse

Geist über Saul kam, heißt es, „da nahm

David die Harfe und spielte darauf mit

seiner Hand. So wurde es Saul leichter, und

es ward besser mit ihm, und der böse Geist

wich von ihm.“ Eine alte Geschichte, und

doch enthält sie eine tiefe Wahrheit.

Auch in unserer Kirchengemeinde spielt

Musik eine große Rolle: Im Gottesdienst, im

liturgischen Taizégebet, im Singkreis,

Posaunenchor, in Flötengruppen, im

Kinderchor und der Band. Wir hören Musik

vom traditionellen Kirchenlied über Folk,

Gospels, Spirituals und neue geistliche

Lieder bis hin zu Pop oder Rock.

Und wir spüren, während wir zuhören

und mitmachen, wie vieles, was sich

aufgestaut hat, abfließt. Verkrampfungen

lösen sich, Angst weicht zurück, Trauer

wird erträglicher, Zorn beruhigt sich,

Einsamkeit ist weniger belastend. Geistliche

Musik hat eine geheimnisvoll-wunderbar

heilende Kraft. Unsere Landeskirche hat das

Jahr 2012 der Kirchenmusik gewidmet.

Auch in der Stadtkirche in Erbach wird es

zahlreiche musikalische Angebote geben,

die eine Verbindungslinie schaffen

zwischen Himmel und Erde.

Ihr Pfarrer

Christian Hamilton

An\ge/dacht:

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Steht auf

für Gerechtigkeit

Zum

Weltgebetstag

2012

Was haben Sie am Freitag,

den 2. März, vor? Auf

Ihrem Plan sollte der

Weltgebetstagsgottesdienst

in der Katholischen

Kirche St. Sophia

in Erbach stehen. Seit

vielen Jahren wird am 1.

Freitag im März auf der

ganzen Welt der Weltgebetstag

gefeiert. Eine

tolle Vorstellung, dass

am selben Tag – natürlich

unter dem Gesichtspunkt

der Zeitverschiebung

und der unterschiedlichen

Sprachen – der gleiche Gottesdienst

überall gefeiert wird.

2011 war ein besonderes Jahr für Erbach

und den Weltgebetstag. Es bildete sich ein

neues Gottesdienstteam für den Weltgebetstag.

Sowohl aus der katholischen als

auch der evangelischen christlichen Gemeinde

sowie aus der Freikirche trafen sich

18 Frauen mehrmals zur Vorbereitung des

Weltgebetstags. Gemeinsam erarbeiteten

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wir die Gottesdienstordnung, setzten Ideen

und Anregungen um, um dann einen

gelungenen Gottesdienst zu feiern. Spaß

machte auch die Zubereitung chilenischer

Speisen für die Gottesdienstbesucher. Und

dieses Jahr wollen wir zum ersten Mal seit

Jahren gemeinsam den Weltgebetstag in

der katholischen Kirche St. Sophia feiern –

eine neue ökumenische Zusammenarbeit

hat sich etabliert.


Skyline der Hauptstadt Kuala Lumpur

Die Gottesdienstordnung für den Weltgebetstag

2012 wurde von Frauen aus Malaysia

vorbereitet unter dem Motto „Steht auf

für Gerechtigkeit“.

Malaysia ist in vielerlei Hinsicht besonders:

Es besteht aus zwei Landesteilen, die

durch das Südchinesische Meer voneinander

getrennt sind: West-Malaysia (Malaische

Halbinsel) mit der Hauptstadt Kuala Lumpur

und Ost-Malaysia (Borneo). Beide Landesteile

liegen etwa 500 km weit auseinander.

In der Hauptstadt leben ca. 80 % der Bevölkerung,

auf Borneo leben besonders indigene

Völker. Malaysia, seit 1957 unabhängig,

gilt als wirtschaftlich aufstrebend und

ist als konstitutionelle Wahlmonarchie

weltweit einzig. Besonders ist auch die bunt

gemischte Bevölkerung dieses Landes, das

mit knapp 33.000 qkm etwas kleiner als

Deutschland ist. Staatsreligion ist der Islam,

zu dem sich rund 60 Prozent der Bevölkerung

bekennen, während die Christen nur

mit ca. 9 Prozent vertreten sind.

Malaysia ist zauberhaft: viele Strände,

fruchtbare Ebenen an den Küsten, tropische

Dschungel, Hügel und Berge bis 4000 m

locken Touristen an. Aber die Schönheit

trügt. Es gibt Korruption, Ungerechtigkeit

und Menschenrechtsverletzungen in diesem

Land. Kritik zu üben ist gefährlich. Die

Weltgebetstags-Frauen lassen die Bibel

sprechen: eine Witwe, die sich gegen einen

ungerechten Richter durchsetzt (Lk. 18, 1-8)

und den Propheten Habakuk (Hab. 1, 2-4),

der bei Gott gegen Elend, Gewalt und

Barbarei protestiert.

Dem Weltgebetstags-Team lag besonders

auch die Situation der Hausangestellten am

Herzen. Nicht nur durch Informationsmaterial,

sondern besonders auch im Gottesdienst

soll auf die rechtlose,

der Willkür der Arbeitgeber

ausgesetzte

Lage der Hausangestellten

hingewiesen werden.

Viele Frauen und

Mädchen in Malaysia

arbeiten als Hausangestellte

unter menschenunwürdigenBedingungen.

Das deutsche Weltgebetstagskomitee

und

die malaysische Frauenrechtsorganisation

Tenaganita haben deswegen

eine Unterschriftenkampagne

gestartet: Sie fordern damit

die Malaysische Regierung auf, die Situation

von Hausangestellten in Malaysia zu verbessern.

Jesus sagte: Selig sind, die nach

Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn

sie werden satt werden. (Matthäus 5, 6)

Gisela Pape

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Musik, so erzählt man, brachte die Reformation

in die Grafschaft Erbach. 1518 soll

es zwischen dem späteren Grafen Eberhard

XIII. und dem Reformator Martin

Luther im Gasthaus „Zum Riesen“ in

Miltenberg zu einer folgenschweren

Begegnung gekommen sein. Eberhard,

damals noch ein erbitterter Gegner der

reformatorischen Lehre, war ausgezogen,

um den durchreisenden Martin Luther als

Ketzer gefangen zu nehmen. Nachts hört

er in einem der anderen Zimmer der

Herberge Lautenspiel und „inbrünstige“

geistliche Lieder. Von der Frömmigkeit

und dem Gesang des Unbekannten

angerührt, sucht er ihn auf und bittet um

seinen Segen. Wie erstaunt ist er, als er

erfährt, daß es sich um eben den

vermeintlichen Ketzer handelt, den zu

verhaften er ausgezogen war. Stattdessen

lädt er den Reformator in sein Schloß ein

und bekennt: „Nicht ich habe Luther

gefangen, sondern er mich!“

So berichtet Peter Weber in seinen 1964

dem Erbacher Magistrat überreichten „Bildern

aus der Geschichte unserer Kreis-

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Welt-

macht

Musik

stadt“, die vom Historischen Verein 1989 in

Buchform neu herausgegeben wurden.

Zwar ist der Bericht selbst Legende, wie

Weber freimütig einräumt. Aber die

Geschichte illustriert, wie wichtig die Musik

bei der Verbreitung der Reformation in

Deutschland gewesen ist. Theologische

Streitschriften haben die Gelehrten der Zeit

aufgerüttelt und der notwendigen Auseinandersetzung

den Boden bereitet. Aber

es waren die Lieder, durch die den Menschen

die Botschaft des Evangeliums zu

Herzen ging. Eingängige Melodien – Luther

scheute sich nicht, Wirtshauslieder umzudichten

– und gereimte Verse, die leicht zu

lernen waren (nur wenige konnten Gesangbücher

lesen), verankerten reformatorisches

Gedankengut in Köpfen und Herzen, mehr

als alle Flugschriften und gelehrten Abhandlungen.

Mit dem deutschen Kirchengesang

gaben die Reformatoren der bis dahin passiven

Gottesdienstgemeinde ihre aktive

Rolle zurück. Martin Luther liebte und förderte

die Musik in Kirche und Schule, weil er

als Musiker aus eigener Erfahrung wußte,

wie Musik Menschen bewegen kann. „Die


Musik ist eine Gabe und ein Geschenk

Gottes; sie vertreibt den Teufel und macht

die Menschen fröhlich.“

Hans-Helmut Decker-Voigt leitete 20

Jahre lang das Institut für Musiktherapie der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Er weist im Gespräch mit GEO darauf

hin, daß der Mensch schon mit Rhythmus

und Klängen lebt, noch bevor er zu sprechen

beginnt. Über 25 Millionen mal hört

das ungeborene Kind den Herzschlag der

Mutter. Bis es im zweiten Lebensjahr sprechen

lernt, vollzieht sich alle hörbare Kommunikation

mit den Eltern „auf einer elementar

musikalischen Ebene“: „Die Sprache

unserer Eltern verstehen wir nicht – aber wir

verstehen die Musik darin und damit die

Stimmungen, die sich in dieser Sprache

artikulieren: Wir wachsen musikalisch auf.“

Die Musiktherapie macht sich diesen Umstand

zunutze. „Schwer erziehbare“ Kinder,

Demenzkranke, selbst Koma-Patienten

sprechen oft noch auf Musik an, wo gesprochene

Sprache sie schon nicht mehr

erreicht.

Aber auch Diktaturen und totalitäre

Regime haben die Macht der Musik für ihre

Zwecke eingesetzt. „Böse Menschen“ haben

durchaus Lieder, und sie verwenden sie, um

Individualität auszuschalten und die Massen

für ihre Zwecke zu mobilisieren. Soldaten

zogen singend unter Marschmusik in den

Krieg.

Als die Evangelische Kirche in Deutschland

im Vorfeld des Luther-Jubiläums 2017

eine Dekade von Themenjahren ausrief, die

das Charakteristische reformatorischen

Christseins ins

öffentliche Bewußtsein

rufen

sollte, gehörte

auch die Musik

selbstverständlich

mit dazu. So

ist 2012 das

Jahr der Kirchenmusik.

„Kirche

macht Musik“, der erste Teil des Mottos

leuchtet ein. Musik, vor allem Gesang,

gehört in kirchlichen Veranstaltungen, ob

Gottesdienste, Tagungen, gesellige Anlässe,

fast immer mit dazu. Aber auch das andere

gilt: „Musik macht Kirche“. Musik verbindet

Hörende wie Musizierende. Wenn die

Kantorei für Karfreitag die Matthäuspassion

probt, wenn Konfirmanden „Eingeladen

zum Fest des Glaubens“ trällernd durch den

Lustgarten ziehen, dann wird etwas von

dem Gesungenen erfahren: Es geht um uns,

wir sind eingeladen, wir dürfen uns und

andere sein lassen, weil Gott für uns ist.

Wenn wir merken, daß Worte das Geheimnis

des Glaubens kaum fassen können, ist

es vielleicht ein Musikstück, das unserem

Staunen Ausdruck verleiht. Wenn das Leid

unsäglich ist, verbindet Musik uns in

unserer Trauer. Sie „drückt aus, was nicht

gesagt werden kann und worüber zu

schweigen unmöglich ist.“ Auf was würde

dieser Satz von Victor Hugo besser passen

als auf Glauben und Religion, für die vielen

Menschen zunehmend das Vokabular

abhanden kommt?

Andreas Höfeld

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Konfirmanden Nordbezirk

Vorstellungsgottesdienst am 18. März

Konfirmation am 29. April

Aus Erbach

Selina Böhler, Simon Dick, Paula Engelhardt, Benedikt Gänssle, Johanna Hlawaty,

Enrico Joosten, Thimo Kiehl, Patricia Keil, Philip Köbler, Sandra Reh,

Christoph Rushanski, Erwin Schäfer, Jennifer Schulz, Jenny-Kim Speßhardt

Aus Dorf-Erbach

Katharina Butschbach, Celine Dingeldey, Eric Hohenstein, Johannes Semek,

Phillip Nicolas Schmelzer

Aus Ernsbach

Nadine Neumeuer, Svenja Stahl

Aus Beerfelden

Tamara Sofie Passia

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Konfirmanden Westbezirk

Vorstellungsgottesdienst am 1. April

Konfirmation am 13. Mai

Aus Erbach

Sophia Brand, Leonie Friedrich, Maischa Friedrich, Michael Hermann, Laura Nieratzky,

Mara Schünemann, Samuel Skölling, Enya Stutzer, Miro Ulrich, Christian Vogel,

Lea Wiedemann

Aus Günterfürst

Denis Deppe, Fabienne Fickelscheer, Phillip Grentzer, Annalena Helfrich, Annalena Krämer,

Jennifer Leu, Lea Schmidt, Can-Marvin Schranz, Michelle Walther

Aus Haisterbach

Mirco Hammer, Stefanie Müller, Christoph Walther, Chiara Weber

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Konfirmanden Südbezirk

Vorstellungsgottesdienst am 9. April

Konfirmation am 27. Mai (Pfingstsonntag)

Aus Erbach

Carsten Bacher, Christoph Bacher, Valerie Bacher, Philipp Bernhard, Fabian Busch, Marvin

Diederich, Markus Fleischer, Marvin Haub, Jan Krämer, André Krüger, Moritz Reichelt,

Jonas Rutsch, Sarah Seigfried, Julian Volk, Felix Willms

Aus Lauerbach Kai Adelhelm, Patricia Gerbig, Denis Stezenko

Aus Ebersberg Alexander Alawi, Marcel Heckmann

Aus Erlenbach

Verena Jochim, Alicia Kroh, Felix Mohr, Fine Thierberg, Lukas Truber, Michelle Weyrauch

Aus Schönnen Susanna Bauer, Daniel Bender, Doreen Kögel

Aus Rossbach Jan Allmenröder

Aus Dorf-Erbach Natalie Naas

Aus Haisterbach Paula Lenz

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Pro

Mit klassischer Musik

bin ich aufgewachsen.

Mein Vater

liebte Bach (aber nur

in der Interpretation von Helmut Walcha). Er

sang in der Hessischen Kantorei und leitete

den evangelischen Posaunenchor. Heute

weiß ich, dass meine Mutter die vielen

Übungsstunden meines Vaters liebte, weil

sie in dieser Zeit ungestört den Musikantenstadel

im Fernsehen verfolgen konnte. Sie

schickte meinen Vater zu unzähligen

Kirchenvorstandssitzungen, um „Musik ist

Trumpf“ oder den „Grand Prix der Volksmusik“

genießen zu können. „Tut weg von

mir das Geplärr ihrer Lieder“ (Am 5,23). Für

meinen Vater war fraglos klar, welche Art

von Musik darunter zu zählen ist. Was ihm

ein Greuel war, liebte und bewegte meine

Mutter (heimlich).

So konnte es passieren, dass mein Vater

am Samstagabend an seinem Schreibtisch

saß, um als Prädikant über die angemessenen

Worte seiner Predigt zu grübeln,

während meine Mutter zeitgleich (zusammen

mit sieben Millionen anderer Fernsehzuschauer)

das gesungene Glaubensbekenntnis

von Florian Silbereisen hörte: „Ich

glaube an Gott. Er trägt, vergibt, segnet ...“

War es wirklich so unterschiedlich, was

meine Mutter hörte und mein Vater zu formulieren

versuchte? „Natürlich!“ so würden

beide empört antworten. Darin wären sie

sich beide erstaunlich einig gewesen: das

eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Wirklich? Inhaltlich sind die Unterschiede

so groß nicht. Manche Texte von Heino

dürften in vielen sonntäglichen Gottesdienst

genauso gesprochen werden.

Dennoch trennten meine Eltern – jedenfalls,

was die musikalischen Vorlieben und

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Lebensecht oder Abklatsch? Heino und ein Werbeträger

in Lebensgröße vor seinem Fanshop in Bad

Münstereifel

religiösen Gefühle anbetraf – Welten. Sie

hatten gelernt, sich gegenseitig zu

erdulden.

Und wenn mein Vater von Kitsch und

Heimatgedusel sprach, erwiderte meine

Mutter schlicht und einfach: „Du hast

recht – aber davon verstehst du nichts!“

Was auf engsten Raum in einer Ehe möglich

war, dürfte in einer Kirchengemeinde

nicht so schwierig sein – so denke ich und

freue mich an dem Glück meines Vaters

und der Freude meiner Mutter.

Pfarrer Dr. Thomas Hoerschelmann

Echt

An ihm schei

Sänger, der in

„Schwarzbrau

paraden stür

in Kirchen ge

Ikone einer k

Menschen vo

verkauft. And

musikalische

Hat auc

Kirche?

Gedan


oder Klischee?

Passt Heinos Musik

in die Kirche?

den sich die Geister. Kann man es dem

den 70er und 80er Jahren mit Liedern wie

n ist die Haselnuß“ die volkstümlichen Hitmte,

abnehmen, wenn er heute landauf, landab

istliche Lieder singt? Für die einen ist er die

ommerziellen Musikvermarktung, die den

lkstümelnde Rührseligkeit von der Stange

ere bewundern ihn als Verkörperung ihres

n Lebensgefühls.

h seine Musik Platz in der evangelischen

Zwei Pfarrer teilen ihre unterschiedlichen

ken zum Thema.

Mit dem Sänger Heino trat am 29. Januar

ein Vertreter der volkstümlichen Musikszene

in der Evangelischen Stadtkirche

Erbach auf. Wie ich erfahren konnte, bin ich

nicht der einzige, der das äußerst kritisch

sieht. Mit meinen Gedanken möchte ich ein

Nachdenken darüber anstoßen, welche Art

von Musik in der Kirche Platz hat und

welche nicht.

Die volkstümliche Musikindustrie (im Unterschied

zu echter Volksmusik) hat eindeutig

kommerziellen Charakter und verfolgt

das Ziel möglichst hohe Gewinne zu erzielen.

Die Kirche lässt sich bei Eintrittspreisen

von 30–38 (Messias von Händel 11–18

!) missbrauchen, auch dann, wenn der

Sänger bereit ist Lieder aus dem religiösen

Bereich zu wählen und ein paar Euro der

Kirchengemeinde zu überlassen. Der Zweck

heiligt nicht alle Mittel.

Die Kirche hat einen eindeutigen Auftrag,

die

Contra

Verkündigung

des Evangeliums. In diesem wendet

sich Christus an unseren Verstand und an

unsere echten, ursprünglichen Gefühle wie

Vertrauen und Zweifel, Liebe und Hass, Wut

und Zärtlichkeit, Freude und Trauer. Die

volkstümliche Musik dagegen erzeugt

unechte, kommerziell gewünschte und

genutzte Sentimentalitäten. Unser schöner

Ausdruck „Rührseligkeit“ beschreibt das

genau, eine angerührte, künstlich erzeugte,

selige Stimmung, die Schauer über den

Rücken jagt, den Menschen gefühlsmäßig

wie einen klebrigen Teig weichknetet und

kommerziell manipulierbar macht (Musik in

Warenhäusern und Supermärkten).

Die Kirche trägt nach meiner Meinung zu

einer heute immer weiter um sich greifenden

Gefühlsverwirrung bei, wenn sie solche

kommerzielle Musik sogar in ihren Gottesdiensträumen

zulässt. Etliche Menschen

verwechseln dann leicht die Gefühlsebenen,

bringen alles durcheinander und sind bitter

enttäuscht, wenn Gottesdienst und Predigt

nicht ihre Erwartungen nach Rührseligkeit

erfüllen.

Damit soll nicht nur der alten und klassischen

Musik in der Kirche das Wort geredet

werden. Jazz und Gospel sprechen größtenteils

unsere ursprünglichen Gefühle an:

Freude am Singen und Rhythmus, an Bewegung

und Tanz. Das macht locker und aufnahmefähig

für die frohe Botschaft.

Ein gemeinsames Nachdenken über die

Vertreibung der Händler aus dem Tempel

durch Jesus (Joh. 2,13–17) und das 1. Gebot

– „Du sollst keine anderen Götter haben

neben mir“ – erscheint mir erwägenswert.

Pfr. i.R. Peter Benz

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Erleuchtung in der Kaffeetasse

Georg Magirius liest aus seinem neuen Buch

Er gilt als

Komödiant

unter den

spirituellen

Autoren. So

ist der 1.

April gewiss

nicht der

schlechteste

Rahmen für

Georg

Magirius, der

an diesen Tag um 16 Uhr ins ehemalige

Gasthaus „Zum Bären“ kommt. In dem

mittlerweile von der evangelischen

Kirchengemeinde geführten Traditionshaus

liest Magirius aus seinem neuen Buch

„Erleuchtung in der Kaffeetasse“. „Das ist

sogar eine Buchpremiere“, freuen sich

Pfarrerin Renate Köbler und Bernhard

Bergmann vom Evangelischen Dekanat

Odenwald, das die Lesung veranstaltet. „Wir

haben uns frühzeitig um ihn bemüht, und

mit etwas Glück konnten wir Georg

Magirius dazu gewinnen, seine erste

Lesung hier in den Odenwald zu legen,

übrigens zur besten Kaffeeklatschzeit am

Sonntagnachmittag“, erklären die beiden.

Die großen Fragen sind das Thema des

Autors, nur bringt er sie in seinem neuen

Werk vielleicht gewitzter denn je mit dem

täglichen Allerlei zusammen. So darf man

gespannt sein, was unter einer „Revolution

am Kaffeetisch“ gemeint sein könnte.

Genussvoll wendet man sich mit ihm

Heidelbeerkuchen mit Sahne zu, gebannt

folgt man ihm über Bierbänke, vorbei an

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Kinderbetten, Einmachgläsern und

Mülltonnen bis ins Schwimmbad. Das

Alltägliche schaut Magirius dabei auf seine

unnachahmlich komische und zugleich

ernste Weise etwas länger als gewöhnlich

an, bis es sich unversehens verwandelt und

gar nicht mehr alltäglich wirkt, sondern

einen himmelsgleichen Glanz von sich gibt.

Gabriele Wohmann urteilt in ihrem

Nachwort über das neue Buch von Magirius,

der fast 20 Bücher veröffentlicht hat und

auch als Hörfunkjournalist für mehrere

ARD-Sender arbeitet: „Mit diesem Buch kann

man auch wie mit der Bibel umgehen,

einzelne Kapitel aufschlagen und dann

lesen und sich ermutigen lassen von

Magirius’ höchst eigenwilliger Medizin.“

Im Eintrittspreis inbegriffen ist eine Tasse

Kaffee (oder Tee), sozusagen für die

persönliche Erleuchtung.

Der Autor im Internet: www.georgmagirius.

de

Autorenlesung im Bären

am Sonntag, 1. April, 16 Uhr

Georg Magirius liest aus seinem

neuen Buch

Erleuchtung in der Kaffeetasse

Große Fragen und das tägliche Allerlei

Eintritt: 8 €

Eine Veranstaltung des

Evangelischen Dekanates Odenwald


„Befiehl du deine Wege und was dein

Herze kränkt, der aller treusten Pflege des,

der den Himmel lenkt ...“

Ein Lied von Paul Gerhardt, das vielen

immer noch bekannt ist. Auch vor 66

Jahren haben wir dieses Lied gesungen – ein

Lied, das so gut wie kein anderes in diese

Tage passte. „Der Wolken, Luft, und

Winden, gib Wege, Lauf und Bahn ...“

Die Nacht war hereingebrochen. Mit uns

gingen Luftwaffen und Flakhelfer, die vom

Westwall kamen. 16- und 17jährige Jungen,

eigentlich noch Kinder. Den Tag hatten wir

in einem großen Waldstück verbracht. Hier

waren wir sicher vor Tieffliegerangriffen.

Nun hatten wir einen Nachtmarsch vor uns.

Schweigend stolperten wir mehr, als wir

gingen, durch die Dunkelheit. Nur den

Sternenhimmel über uns, der uns

Orientierung und Richtung gab. Hinter uns

die Amerikaner, vor uns, wie es sich zeigen

sollte, die Russen.

„Der wird auch Wege finden, da dein Fuß

gehen kann.“ Unsere Gebete begleiteten

uns durch die Nacht, doch wir mussten die

Last weiter schleppen, die Last, die wie

große Steine auf unseren Herzen lag.

Wer hat dann auf einmal angefangen zu

reden? Hat erzählt die Geschichte von

Mein Lied

Mein Lied

Golgatha, Jesu Leidensweg vor seiner

Grablegung und von den Frauen, die den

Stein fanden, der vom Grabeingang weg

gewälzt war.

Im Osten war jetzt ein schwacher

Schimmer zu sehen. Der neue Tag kündigte

sich an und wir gingen diesem Licht

entgegen. Ab und zu war schon eine

Vogelstimme zu hören. Ein leises

Schwingen, ein Säuseln lag in der Luft. Es

war bitterkalt. Unsere Schritte wurden

schneller und nach einer Wegbiegung lagen

in einem Tal weite Wiesen, Felder und

einige Bauernhöfe vor uns.

Aus dem Säuseln war nun ein schwaches

Geläute geworden, das uns zu einer kleinen

Kirche führte. In der offenen Kirchentür

standen Frauen und Kinder und auch einige

ältere Männer. Nun hatten sie uns gesehen

und ihr Ruf „Christus ist auferstanden“

schallte uns als Willkommensgruß

entgegen. „Christus ist wahrhaftig

auferstanden!“ – eine Verheißung.

„Lass uns einander lieben und zu echten

Weggefährten werden. Lass uns nicht unter

einem riesigen Stein zusammenbrechen,

sondern lass uns den Weg der Hoffnung

gehen, wie die Frauen und Männer nach

dem Tode Jesu den Weg von der

Verzweiflung zur Hoffnung gingen.“

Anne Marie Myska

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Café MamPapa

junge Eltern im Gespräch miteinander

in der Regel am 1. Donnerstag im Monat

1. März, 9.30 Uhr Frühstückscafé

Thema „Kindergeburtstag“

12. April 20 Uhr Nachtcafé

Thema „Hausmittel“

Unkostenbeitrag fürs leibliche Wohl:

jeweils 3 €

Vorherige Anmeldung erbeten.

Kontakt:

Daniela Buchholz Telefon 06062-267741,

E-Mail: power-of-dreams @ web.de

„Einfach mal so“

Gelegenheit für alle am Bären Interessierten

und alle Mitglieder des Bären-Teams zu

einem lockeren Treffen

Jeden letzten Freitag im Monat um 19 Uhr

30. März

27. April

25. Mai

Im Bären

Montagsgespräche

14-tägig montags von 15.00 bis 16.30 Uhr

Nächste Termine:

05.03.2012 16.04.2012

19.03.2012 30.04.2012

02.04.2012 14.05.2012

Café Kompass

für alle Interessierten,

immer mittwochs 14.30 bis 16.30 Uhr

Kirchenkaffee

Immer sonntags nach dem Gottesdienst:

Gelegenheit zum Gespräch und Austausch,

in informeller Atmosphäre den Gottesdienstbesuch

ausklingen lassen

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Fastnacht im

Kindergarten

Im Kindergarten hatte jede Gruppe zur

Fastnacht ein anderes Thema. Die

Kinder der Rasselbande befanden sich

im Karneval der Tiere, die Heinzelmännchengruppe

war beim Räuber

Hotzenplotz und die Regenbogengruppe

verwandelte sich in eine Ritterburg

mit Burgfräuleins,Prinzessinnen

und mutigen Rittern. An einem Vormittag

hatte sich der ganze Kindergarten

verkleidet mit allen Kindern und

Erzieherinnen, lustige Faschingsmusik

wurde gespielt und getanzt wurde in allen Räumen. Das Prinzenpaar des CV Ulk mit

seinen Hoheiten Alexandra II. und Sascha I. gab sich die Ehre und besuchte die Kinder.

18

1,2,3...neue Stufen hat unser Berg im

Kindergarten bekommen. Die Baufirma Klaus

Stellwag hat vor ein paar Wochen unsere

Außenanlage wieder Kindersicher angelegt.


Im Evangelischen Gemeindehaus, Am Pfarrgarten 5:

Gemeinde aktiv

Kinderchor: donnerstags 15.15 bis 16 Uhr. Kirchenmusikerin Brigitte Harsch, Tel.: 13 61

(Dienstnummer zu Hause) oder 910 344 (Büro)

Flötengruppen: Termine nach Absprache mit Kirchenmusikerin Brigitte Harsch

Blockflötenensemble Erwachsene: dienstags 17.30 Uhr. Leitung: S. Striller, Tel.: 14 45

Jungbläserkreise: dienstags 18.30 Uhr. Kontakt: Lutz Braune, Tel: 955 161

Posaunenchor: dienstags 19.30 Uhr. Dirigent: Hartmut Liermann, Tel: 72 52

Manager: Lutz Braune, Tel.: 955 161

Singkreis: freitags 20 Uhr. Kirchenmusikerin Brigitte Harsch, Tel: 13 61 oder 910 344

Kindergottesdienst (Kinder von 5 bis 8 Jahren): samstags 17–18 Uhr (nicht in den Ferien)

Kontakt: Pfr. Hamilton

Jungschar (Kinder von 8 bis 13 Jahren): samstags 16.30–18 Uhr (nicht in den Ferien).

Kontakt: Frau Birgfeld, Tel. 5688

Konfirmandengruppen: dienstags zwischen 15 und 18 Uhr

Geöffnete Kirche am Sonntagnachmittag: Kontakt: Pfr. Christian Hamilton, Tel.: 34 61

Außerdem in unserer Gemeinde:

Ev. Frauenkreis Günterfürst: 14-tägig Di 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Günterfürst,

Kontakt: Gisela Neubauer, Tel: 38 75

Ev. Frauenkreis Haisterbach: 14-tägig Di 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus

Haisterbach, Kontakt: Ilse Hallstein, Tel: 6 12 23

Anonyme Alkoholiker (AA): mittwochs 20 Uhr im Gemeindehaus.

Kontakt: Hans, Telefon 0 60 61 - 7 12 29

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und nochwas …

Kirchengebäude auf dem Prüfstand

Nachdem die Spuren von Wind und Wetter

an der Außenfassade der Stadtkirche immer

deutlicher werden, lässt der Kirchenvorstand

prüfen, welche weiteren Mängel ggf.

im Zusammenhang mit einer Außenrenovierung

zu beheben wären. Insbesondere

die Wärmeisolierung des Kirchendachs

sowie der Zustand von Dachschiefer und -

balken werden überprüft.

Musikalische Highlights

im und um den Gottesdienst

Am 6. Mai (Sonntag Kantate) führt der

Singkreis mit Instrumentalisten die

„Keltischen Messe“ von Peter Reulein im

Gottesdienst auf.

Am 20. Mai singt die Erbacher Liedertafel

im Gottesdienst.

Am 10. Juni findet nach dem Gottesdienst

ein musikalischer Frühschoppen mit der

Bigband der Musikschule Odenwald vor

der Kirche statt.

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Lied-Gottesdienste zum

Jahr der Kirchenmusik

Musik hat die Reformation in die Herzen

der Menschen getragen. Aber das Motto

„Singet dem Herrn ein neues Lied“ hat

auch danach Dichter und Komponisten

beflügelt. Zum Jahr der Kirchenmusik

bietet Pfr. Höfeld eine Reihe von Themengottesdiensten

an, in denen jeweils ein

altes und ein neues Lied aus dem Gesangbuch

einander gegenübergestellt werden.

Den ersten Gottesdienst am Sonntag,

11. März, gestaltet der evangelische

Posaunenchor unter Hartmut Liermann

mit. Weitere Termine sind:

•6. April (Karfreitag)

•17. Juni

•19. August

•14. Oktober

•23. Dezember

Bildnachweise für diese Ausgabe:

S. 1, 10, 15: Andreas Höfeld, S. 3: privat, S. 5 l:

Dirk Goldenstein, r: Thomas Paulsteiner/Mission

EineWelt, S. 9: Reinhard Huchthausen, S. 11:

Thomas Hoerschelmann, S. 12: Raimond

Spekking / Wikimedia Commons / CC-BY-SA-3.0 &

GDFL, S. 14: Jule Kühn, S. 22: EKiR


Der Mann war mir schon öfters aufgefallen.

Vielleicht war es sein schwarz-oranger

Cowboyhut, vielleicht etwas anderes. Wenn

ich abends von der Arbeit nach Hause fuhr

oder auch tagsüber hatte ich ihn ein paar

Mal mit Gitarre und Gepäck gesehen.

In dieser Nacht waren wir gegen halb eins

von einer privaten Feier auf dem Weg nach

Hause, und ich sah ihn gleich beim Vorbeifahren

an der Bushaltestelle gegenüber

dem unteren Schwimmbadparkplatz. Als

wir schon an ihm vorbeigefahren waren, bat

ich meine Frau umzudrehen. Sie fragte

warum, und ich erwiderte, dass ich die

Eingebung hatte, dem Mann meine alte

Winterjacke zu schenken. „Welchem Mann?“

fragte sie. Sie hatte ihn gar nicht bewusst

wahrgenommen.

Wir hielten auf dem Parkplatz

gegenüber der Bushaltestelle,

und ich nahm meine Jacke aus

dem Kofferraum. Ich hatte sie

seit einigen Jahren dort

deponiert, um bei einer

Panne auf einer Dienstreise

oder dem Weg zur Arbeit

gewappnet zu sein. Ich

hatte sie jedoch nie gebraucht, und in

diesem Moment wusste ich, für wen sie

eigentlich war.

Als ich mit der Jacke vor ihm stand und

ihm sagte, dass ich sie ihm gerne schenken

würde, wenn er sie haben wollte, streckte er

gleich seinen Arm aus und nahm sie freudig

entgegen, Dabei fiel mir der zerschlissene

Ärmel seines Wintermantels auf. Auf die

Frage, was er zu diesem späten Zeitpunkt

So ist Gott

Eine nachdenklich machende Begegnung

noch an der Bushaltestelle mache, entgegnete

er, dass er auf den Bus warte. Ob er denn

sicher sei, dass zu dieser Zeit noch ein Bus

fahre? „Vielleicht hab ich den letzten auch

schon verpasst“, erwiderte er. Ein Blick auf die

Fahrplantafel bestätigte seine Befürchtung.

Wohin er denn wolle, fragte ich daraufhin,

und er meinte: „Nach Ebersberg. Da wohne

ich.“ Ich bot ihm an, ihn dort hinzufahren,

und nachdem er erfreut zugesagt hatte half

ich ihm seine Gitarre sowie einen Rollkoffer

und eine Plastiktüte in unserem Kofferraum

zu verstauen. Im Auto fing er gleich an, aus

seinem Leben zu erzählen und dass er als

Handwerker gearbeitet hätte. Heute müsse er

jeden Tag erst nach Mümling-Crumbach und

würde dann den restlichen Tag in Erbach

verbringen, wo er einen Platz hinter einem

Einkaufsmarkt sauber halte. In Ebersberg

angekommen stiegen wir aus, und er

hielt mir die Hand hin: „Ich bin der

Helmut.“* Und dann erzählte er

von einem Gebet, das er am

Abend an der Bushaltestelle

vor Gott gebracht hatte: „

Lieber Gott, bitte sende mir

doch jemand, der mich nach

Hause fährt.“ Dann drehte er sich um und lief

langsam in Selbstgespräche vertieft auf sein

Haus zu.

Zurück im Auto erzählte ich davon meiner

Frau, woraufhin sie entgegnete: „So ist Gott.

Er bringt ihn nicht nur nach Hause, sondern

schenkt ihm auch eine neue Jacke“.

Lutz Klaus

* Name von der Redaktion geändert

21


Seitenblick

Nachrichten aus Dekanat und Kirche

Kardinal Lehmann und die

Ökumene

Am Mttwoch, 7. März, spricht der Mainzer

Kardinal Karl Lehmann um 19 Uhr in der

Werner-Borchers-Halle über das Thema

„Ökumene – wo stehen wir heute?“

Der ehemalige Leiter der katholischen

Bischofskonferenz in Deutschland kommt

auf Einladung der römisch-katholischen

Kirchengemeinde St. Sophia anlässlich ihres

175jährigen Bestehens. Er referiert über

den Stand der ökumenischen Bemühungen

Lehmann mit dem Ratsvorsitzenden der

Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses

Nikolaus Schneider

in der Gegenwart, über das bisher Erreichte,

aber auch über die Grenzen des ökumenischen

Dialogs und die Gründe dafür.

Im Anschluss an den Vortrag besteht

Gelegenheit zur Diskussion. Nach der Veranstaltung

wird er am Büchertisch der Katholischen

Öffentlichen Bücherei einige seiner

Bücher signieren. Eintrittskarten sind in

den Geschäftsstellen der Volksbank Odenwald

kostenlos erhältlich.

22

Mit dem Kopf stolpern

In Beerfelden ist für April die Verlegung

von „Stolpersteinen“ geplant. So nennt der

Künstler Gunter Demnig (Frechen) jene

Pflastersteine, die an ehemalige jüdische

Mitbürger erinnern. In die Oberfläche aus

Messing sind die Namen und Lebensdaten

der Menschen eingraviert, die in den nebenstehenden

Häusern lebten, bis die Nazis

und in vielen Fällen die eigenen Mitbürger

ihnen das Leben schwer machten, sie

denunzierten, vertrieben und deportierten

in die Konzentrationslager, in denen sie

schließlich ermordet wurden.

Im Odenwaldkreis gibt es bereits in

Breuberg, Michelstadt und Reichelsheim

Stolpersteine. Höchst plant derzeit die

Verlegung, und auch in Beerfelden ist sie

bereits beschlossene Sache. Die Initiative in

der Stadt am Berge geht zurück auf den

Lehrer Bernd Siefert von der Oberzentschule.

Mit seinen Schülern behandelte der

Stufenleiter das Thema Antisemitismus im

Religionsunterricht und kam dabei auch auf

die ebenso vielseitige wie wechselhafte

Geschichte der Juden vor Ort. „Wenn man

mit den Schülern durch Beerfelden geht,

gewinnt für sie plötzlich dieser traurige Teil

unserer Geschichte ein Gesicht: wenn man

weiß, hier hat eine jüdische Familie gelebt,

die ausgelöscht wurde“, erklärt Siefert.

Pfarrer Roger Frohmuth von der evangelischen

Kirchengemeinde und von

katholischer Seite Gabriele Maurer unterstützen

die Aktion.

Bernhard Bergmann


Seitenblick

Nachrichten aus Dekanat und Kirche

Einfach beten? Einfach beten! Einfach beten!

Ökumenische Veranstaltungsreihe

mit Hedwig Wenzel, kath. Gemeindereferentin, und Renate Köbler, ev. Pfarrerin

Pfarrheim der kathol. Gemeinde Bad König, Friedrichstr. 12, 64732 Bad König

(wenn nicht anders angegeben)

Den Tag erinnern. Beten am Abend

Montag, 12.03.2012; 19.30-21.00 Uhr

Beten mit Schnüren und Perlen

Montag, 16.04.2012, 19.30-21.00 Uhr

Singend beten

Montag, 07.05.2012, 19.30-21.00 Uhr

Ev. Schlosskirche Bad König

Begleitet von Kantorin Beate Ihrig

Beten mit den Füßen

Eine Wanderung zu den Quellen

Samstag, 23.06.2012, 14.30-ca.17.00 Uhr

Treffpunkt: Gasthof “Zur Schmelz”, Obere

Siegfriedstr. 20, Hüttenthal

Mit der Bibel beten

Montag, 27.08.2012, 19.30-21.00 Uhr

Beten mit Kindern

Samstag, 29.09.2012, 15.00-17.00 Uhr

Begleitet von Gemeindereferentin Hiltrud

Kreling und Dekanatsreferent Cyriakus

Schmidt

Beten mit dem ganzen Leib

Montag, 08.10.2012, 19.30-21.00 Uhr

Das Herzensgebet

Montag, 05.11.2012, 19.30-21.00 Uhr

Die Veranstaltungen können auch einzeln

besucht werden.

Bitte melden Sie sich jeweils eine Woche vor

Veranstaltungsbeginn an bei:

Katholisches Pfarramt Bad König

Tel.: 06063-1539

FAX: 06063-579305

e-mail: info@st-johannes-bad-koenig.de

Vorankündigung:

Loslassen Lachen

Lebensfreude

Vortrag Lachen Bewegung

am Montag, 04. Juni 2012

um 19.30 Uhr im Bären

Ein ernsthaft-heiteres Erlebnis mit Helga

Maurer, Lach-Yoga-Trainerin und Clown

im Klinik- und Pflegebereich

Helga Maurer weiß aus eigener Erfahrung,

dass es trotz schwerer Lebensphasen

möglich ist, sich mit einer veränderten

Einstellung neu auf das Leben einzulassen

und vertrauensvoll, in heiterer Gelassenheit

und humorvoll damit umzugehen.

23


Getauft wurde:

im Dezember

Luca Deister, Erbach (1. Johannes 3,18)

Freud und Leid

Kirchlich bestattet wurden:

im November

Johann Frank, Günterfürst, 86 Jahre

Margot Roth, geb. Bohländer, Erbach, 82 Jahre

Marie Schmidt, geb. Fritz, Erbach, 83 Jahre

Helmut Jahn, Erbach, 87 Jahre

Ludwig Uhrig, Erbach, 73 Jahre

im Dezember

Ria Heim, Günterfürst, 86 Jahre

Margarete Zinke, geb. Rossmann, Erbach,

100 Jahre

Berta Kraus, geb. Hermann, Erbach, 91 Jahre

Martha Gruner, geb. Kohaut, Erbach, 87 Jahre

im Januar

Else Roth, geb. Schwarz, Erbach, 84 Jahre

Brigitta Dancs, geb. Schelinski, Michelstadt,

89 Jahre

Günther Zanger, Erbach, 77 Jahre

Sophie Gölz, geb. Brixner, Erbach, 86 Jahre

Marianne Speck, Erbach, 96 Jahre

Rudolf Bertow, Erbach, 86 Jahre

Elfriede Lang, geb. Holzhausen, Erbach,

77 Jahre

Otmar Barf, Erbach, 60 Jahre

Gertrud Kölbl, Bad König, 91 Jahre

Nikolaus Bresch, Erbach, 35 Jahre

Friedrich Luckhaupt, Erbach, 90 Jahre

im Februar

Willy Köbel, Erbach, 92 Jahre

Anja Keil, geb. Ehrenfeld, Erbach, 44 Jahre

Georg Jahreiß, Erbach, 87 Jahre

Traudel Weidmann, geb. Pauscher, Erbach,

87 Jahre

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