Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

90 gortfe^ung ber Iprifd^en 5)id§tung in DD^ittelitalien.

3Serfc at§ betcfircnbc ©cntenjcn angeführt, igin unb toicber trifft

er einen fraftroHen 3Iu§bru(f, ein n)irffame§ 33itb, raie eä bem

gcf(^iet)t, ber in fi(f) eine aufri(^tige unb energifc^e Ueberjeugung

trägt; aber ba§ finb fettene glü(f(i(^e ©riffe; im 3lIIgemetnen

lierrfd^t in biefen 9Jloralifationen eine profaifd;e Cebe, unb roieberum

treffen wir auä) auf bie größten @efd^ma(f(ofig!eiten.

Unb babei I)at ©uittone auc^ t)ier bie non ben ^roüen^aten

enttet)nten poetifc^en 3J{ittet ni($t aufgegeben; er raenbet bie alten

fünftlid^en formen an, überläbt ein religiöfe§ (Sonett mit 33innen=

reimen (^x. 1), oerraenbet bie S^ieplication beffelben Sßorteö in

einer @rmaf)nung an jemanben, mie e§ fd^eint, beim Eintritt in

ba§ ^lofter (91r, 20). Slber ber üeränberte ©egenftanb giebt ber

g'orm bi§meilen einen gan^ cerfc^iebenen (Et)ara!ter; fo wenn er

einmal bie prooenjalifi^e ©attung be§ plazer nad^gea^mt f)at

(Ganz. X). (^ö mar ba§ bei ben S^roubabourä ein @ebi($t, in

metd^em ber 3?erfaffer bie il)m n)ol)(gefättigen Singe aufjäl)lte unb

bamit feine Ieben§frol)en D^eigungen funbgab, Sertran be 33orn

feine rcitbe Suft am Kampfe, ber Wönä) ron 9J?ontaubon feine

greube an 33lumen unb Duett, an 3]ogeIgefang unb fc^önen 9JJäbd^en.

©ans cinberg ben!t ber frate gaudente von Slre^jo; maö il)m ge^

fättt, ba§ ift eine treue, tiebenbe ©attin, eine, mefi^e ©d)önt)eit

unb 3^9^^^ ^ß^ ^eufd^fieit untertl^änig ma(^t, eine Sßittme, bie

mo^l für bie ^amilie forgt, ein ^rälat, ber feine Iieitigen ^flic^ten

erfüttt, ein Wön^, ber, nadibem er bie 2BeIt »ertaffen l^at, fi^

niä)t in ber SBelt umtreibt, meldies (entere gerabe ber SJlönc^ non

9Jiontaubon am meiften ju tl)un liebte, ©o ift alfo aus jener

Siebergattung nott 9)?unterfett unb feder Saune bei ©uittone ein

ernfte§ Selirgebidit geroorben.

SfJeben bem prooenjatifd^en bemerken mir jebod^ bei ©uittone,

unb befonbers in ber ©podje ber moralifdien S)i(^tung, einen

anbercn ©influ^, nämlic^ ben be§ Sateinifd^en. ©uittone mar mit

ben 2lutoren beä 3tttert{)um§, bie mon bamalö im attgemeinen ta§,

befannt unb t)at fie aud) citirt ; eö mar natürtid^, ba§ biefes ©tu=

bium aud^ attgemac^ auf bie ^robuftionen ber Italiener in ber

3SuIgärfprad)c eine ©inmirfung geraann. 3lber t)ier mad)t fid^ ber

©rafficismuö eigentlid^ nur erft in ber 2lu§brudöroeife gettenb, unb

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