Geschichte der italienischen Literatur

booksnow2.scholarsportal.info

Geschichte der italienischen Literatur

@uibo (SJuiniceüi ooii Bologna. 105

it)r ©(ans; foniie bem ©betftein, loenn bie ©onne it)n t)on allem

Sfiieberen gereinigt I)at, ber ©tern feine 3Bunberfraft üerlei^t, fo

entflammt ba§ 35ilb ber geliebten ^rau baä ^er^, roeld^eä bie Statur

ebcl unb rein gefc^affen t)at, unb mie baö Sßaffer baö ^ener, fo

Iöf(i)t jeglidie @emein{)eit bie Siebe bei ifirer Serütirung au§. 3)ie

©mpfinbung, meldie t)on ber ©eliebten an§ge()t, fott ben, meiner

fi^ il^r treu ergiebt, erfüllen, fo mie bie ^raft ber @ottf)eit in bie

{)immtif(^en ^ntettigen^en ftrömt. — ©o l)at ft(^ alfo ber 33egriff

ber Siebe oeränbert; ber irbifd^c 2lffeft ift nerftört, mit bem @r=

f)abenften in St^erbinbung gebraciit, roaö bie ©eele fennt ; e§ ift ein

pt)i(ofop^ifd)er S3egriff ber Siebe, unb in ben 33erg(ei(^en, meiere

bienen, il)n in fo reirfier unb mQnnid)faltiger 2Beife gu erläutern

unb ju begrünben, ift baö alte Siepertorium gänglid) üerfd^munben

Fere lo Sole il fango tutto'l giorno,

Vile riman, ne il Sol perde calore;

Dice uomo altier : gentil per schiatta torno

Lui sembro al fango, al Sol gentil valore.^)

3Jian erfennt iiier ben 2)enfer, rcelc^er ba§ 33ebeutenbe unb Stu§=

bru(!ät)olle be§ S5ilbe§ fu(|t, menn er auä) ni(^t immer ta§> ©(^öne

trifft. SDer alten (Bdiule erfdjien biefeö Slbmeid^en t)om gemolinten

2Bege als @efud)t!l)eit, biefe energifc^e Slürje als abfi(^tli(^e 2)un!el=

^eit, unb fie führten freilid) balb genug ba^in. ®iefe Sef(|ulbi=

gungen unb ba§u bie ber fünftlerifc^en Unfä^igfeit rit^tete Suonagiunta

non Succa in einem ©onette gegen ©uibo ; aber biefer antraortete

mit einer ftolgen unb !ül)len 3u^f^tTOeifung be§ anma^enben ©ri^

tÜerö: Uomo cli'e saggio non corre leggiero.

S)aö (Streben nad^ Stiefe unb bamit eine neue Eraft, ein

neuer ©ruft ift e§ bemnad), roa§ biefe 9ii(^tung oon ber alten

unterfc^eibet. 5Ämore unb ^Ftabonna bleiben 3lbftraftionen ; aber

fie erl^alten eine t)erfd)iebene ^ebeutung. SOcabonna ift nod^ immer

*) „^it ©onne trifft ben Äotf) ben gan3en 3;ag, er bleibt gemein, unb bie

©onne oerliert feine SBärme; ein |)od)mütt)tger fagt: ebel bin id^ burd^ mein

@efd)Ied^t; i§n oergleid^e iä) bem Äotl^e, ber ©onne eblen SBertl^," @ine

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine