Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

126 2)ie fransöfifd^e 9iitteibtc^tung in Oberitalten.

längeren 3ßttraum; if)ren Slnfang naf)m fie raa^rfc^eintid; in ber

§toeiten §ätfte beö 13. ^Qij^i^wnbertö ; ob aber biefem no6) ber

eine ober anbere ber erfialtenen ^egte angef)ört, [a^t [ic^ nidit mit

üoller 33eftimmtf)eit fagen. ^ie Entree unb bie Prise loirb mau

e^er iä)on in ba§ 14. ^a^r^unbert fe^en. S^benfallö bauerte in

biefem nod^ lange ber ©ebraudf) be§ entfteHten ^ranjöfifd) für bie

9?itterbic^tung in Dberitatien fort. @ine ^anbfd^rift ber Sibliotfief

oon 2^urin entfiält ein ©ebid^t über Huou d'Auvergne unb feine

%d)xt in bie ^ölle, roo^in il)n ^art 90?artett gefenbet !)at, um

Don Sucifer ben 2:ribut §u forbern; e§ ift itolienifd^, aber üon

rofiefter unb regeUofefter ^orm, nid^t feiten oöttig finnloä, unb

beutet auf ein Driginat, baö fd^on nic^t rein frangöfifd^, fonbern

franco4talienifd^ mar, unb meld^eö f)ier von einem ungebilbeten

33earbeiter ^äk für Qzik in feinen eigenen ^Diateft übertragen

morben ift; in biefem ©ebid^te nun begegnen mir uieten ^teminiä^

cen§en aus ber göttlichen Gomöbie; baö francontalienifd^e Original

geliörte alfo bereits bem üorgerüdften 14. Sal)rl)unbert an. 9?id^t

weniger ftarfe 33e5iel)ungen §u 'i^ank l)at ein anberer Ugo

d'Alvernia in einem ^abuaner 9)tanufcripte, ber in üenetianifd;er

331unbart mit menigen franjöfifd^en Seftanbtl)eilen, raie ber Bovo

unb ber Eainardo, gefd^rieben ift, an manchen ©teilen in naivem

üerroanbtfdiaftlic^en ^ßerpltni^ §u bem turiner ©ebid^te ftetjt, anberg=

roo fid^ jebod^ ftar! oon i§m entfernt, unb balier auf eine anbere,

mol)l gleid^falls francontalienifd^e 33erfion §urüdEge^en rairb. ^m

3al)re 1358 fd^rieb S^iccolö ba ßafola an§> ^Bologna für bie

eftenfifd^en dürften ein langet ^oem über Attila in barbarifd^em

^ranjöfifd^ unb ganj im ©tt)le ber populären @pif. 2)ag fpätefte

^robuft ber francontalienifd^en ßiteratur enblid^ ift ber ^rofa=

roman ron Aquilon de Bavih*e, baö einzige berartige ^rofamerf

über einen ©egenftanb ber ^arlöfage, üon ^tafaete aJkrmora, rcalir^

fd^einlii^ einem ^eronefer, t)erfa§t üon 1379—1407. 2)er ^elb

ätquilon, ber fünfte ©olin ^erjog 9^aime'ä, unb bie ©efd^id^te

felbft finb root)l üom 3lutor erfunben. ^"SK'ifd^ßn wß^ bereits bie

tosfanifd^e 9?itterbid^tung in Dftaoen erblül)t, unb fo ift baö 2Berf,

mie 31. ^^omaö bemerfte, tin malirer 3lnad^roniömuä. 2)cr ^ßer^

faffer fclbft liefe "oa^ nod; red^t beutlid^ lieroortreten, inbem er

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