Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

190 S)ie ^ro[a im 13. Sa^rl^unbevt.

toeld^e in einem 9)tanui"cripte üon 1278 entt)Q(ten ift. Sie le^tere

ä>erfion ift intereffanter a(§ Senfmal ber ©pra(^e unb megen be§

fid)eren 3IIterä ber ^anbfdjrift. Sie ift ein aut()entifd)eä Socnment

be§ piftojefifd)en Sialefteö im 13. ^jofer^unbert. 2t(§ SSiebergobe

be§ Driginolö ftel)t bogegen 3inbrea'ö Slrbeit lüeit f)5f)er, unb ©offrebi

mu^ fogar biefelbe ge!annt unb benu^t i)aben, ba in tract. II,

cap. 37—45 auffattenbe Uebereinftimmung jroifc^en feiner 58erfion

unb ber Slnbrea'e ftattfinbet, roie fie fid^ burd^ bie blo^e 3t»entität

ber loteinifi^en Vortage nid)t erftört.

2l[6ertano'ö JTraftate finb ebenfalls eine 3lrt Fiore ober Fiorita.

©r pflegt ju 3lnfang bie moratifd^e 3Sorf(^rift t)injuftellen, unb

barauf läßt er in einer fe^r langen Meii)e Zitate au§ l)eiligen unb

profanen ^eyten folgen, inbem er ©alomo mit ©eneca unb Doib,

bie ^eiligen ^auluö unb 2luguftinu§ mit ßicero unb 6ato bunt

burdieinanber mifd^t. @ö ift eine raatire a)?anie §u citiren unb

immer ju citiren ol)ne 2luöroat)l unb ol)ne Ma^. 2llbertano befi^t

eine bebeutenbe @elel)rfamfeit ; man mu^te il)n berounbern, ba^ er

fo üicle 3tutoren fannte unb anfül^rcn fonnte. 3lber e§ mar bie

@elel)rfam!eit feiner 3eit, einer 3^it mo, raie DIannucci bemerfte,

baö gefd)riebene 2Öort unb baö unfel)lbar ma^re nod; baffelbe bz-

beuteten, roo bie 2tutorität 2ltleö galt, bie 2lutorität ber Rixd)e unb

ber t)eiligen ©d^rift einerfeitö unb anbererfeitö bie ber claffifd^en

©(^riftftetter, unb für biefe alle mar bie 3Serel)rung bie gleiche ; von

einem jum anberen mürbe fein Unterfdjieb gemad^t. (Sin 2tu§fprud^

»on einem biefer großen 9}Jönner galt fo oiel wie ein 33eroei§.

2lbcr biefe 2lu§fprüd()e felbft mürben oft mit geringem 33erftänbnife

unb ol^ne S'iüdffid^t auf ben 3ufammenl)ang ber ©teile aufgegriffen,

QU ber fie fid) fanben, fo baB 5. 33. ©eneca unb ßicero für ben

äßert^ be§ d)riftlid)en ©laubenö jeugen muffen, roä^renb fie, roenn

fie fides fagten, natürlid^ Streue unb 9teblid)feit meinten (De Dilect.,

cap. IV.). 9iiemanb fat) eine Ungct)örigfeit barin, bie d^riftlid^en

SJe^ren auf bie 2lutoritöt ^eibnifd^er SdfiriftfteUer ju ftü^en. '^a^n

tarn bie unjulänglid^e 3}ertraut^eit mit ber ©pradbe unb ben ©itten

eines fo entfernten 3ßitalterä, unb fo entfprang an^ biefen gelel)rten

©tubien ein feltfam oerfd)obene§ 33ilb jenes 2lltert^umS, welches

man fo gut ju fenncn glaubte, für roeldlies man fo grof;e öe^

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