Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

©eftalt ber ^^i(ofopl;ie, welche bei it)rem erften 3luftreten bcr bc§

römif(^en ©c^riftfietterä fo äi;nlid) fie{)t, geigt ficf) gar balb in

il^rem SBefen alä ücrfctiieben. Dbgleid^ Soetiuä fetbcr fd^on ß^rift

war, ift bod^ feine pt)ilofopt)ifd^e 9tnf(^auung§TOeife no($ bie claffif(i^e

roir ^aben bei i^m eine Strgumentation allein mit ben ©rünben

ber 3Sernunft, aus benen auc^ ©afein unb 3öefen ©otteä erfd^Ioffen

werben ; von So§n unb Strafe im 3ß"feitö !ann abgefetien werben,

im ©Uten liegt an fid) ber Sot)n, im (S(^(ed;ten bie ©träfe, gemäfe

ber Seigre ber l^eibnifd^en SBeltTOeiöEieit, unb wenn Soetiuö .^ötte

unb ^urgatorium erroö^nt, fo gefd^ief)t eä nur, um fie §ier beifeite

gu laffen. ©ine folcfie auöbrücflic^e S^rennung t)on ©taube unb

^i)ilofopl^ie roar ©iamboni unmöglich; fie bleiben beibe eng oer-

bunben. S)er ©taube raar attein ber ©c^lüffel beä igimmetä, unb

baö ©enfen orbnete fic^ itim unter. S)ie S)ogmen beä ©Triften*

t^umö ftanben feft unb unabönbertic^ ha; fie waren ta§> fd^on

antijipirte 9iefultat, roetdieä auö jeber 2lrgumentation mit dloti)-

wenbigfeit lieroorge^en mu^te. 60 blieb für bie ^^itofop^ie nichts

weiter alö biefe Strgumentation fetbft; it)r bie gorm ju geben,

logifd^e ©tü^en, ober waö bamalä togtfc^e ®tü|en fd^ienen, für

bie religiöfen Seiiren ju fud^en, baö war bie Sefcf;äftigung biefer

äßiffenfc^aft, ein SJlü^en unb (Schaffen in ben unteren 9iegionen,

in ben ^^unbamenten, wä^renb bod^ über i^nen baö ©ebäube fc^on

fertig ftanb, unb für fi(^ fetbft jener neuen ©tü^en nic^t beburfte.

®aö 3Solf nat)m bie Dogmen einfach an, glaubte o^ne Söeitereö;

bie ©ebilbeteren waren bamit nid)t §ufrieben, fie wollten Seweife,

wenigftenä ben 2tnf(^ein oon 33eweifen; aud^ l^ier aber wäre o^ne

ben ©lauben ha^ ©ebäube fc^nell jufammengeftürjt, fo ha^ jene

33erfd)ieben^eit jwifct)en ben beiben klaffen ber ©efetlfd^aft me^r

in ber j^orm aU in ber eac^e lag.

2öenn wir bem ©ange ber S)arfteltung in ber Introduzione

alle Virtü folgen, fo fe^en wir barin ha^ ©efagte beftätigt unb

illuftrirt. ©ie ^^ilofopl)ie beginnt bamit, ha^ fie ben $8erfaffer

nac^ ber Urfadt)e feiner fo großen ^raurigfeit fragt, unb er erwibert

§uerft, eö fei ber 33erluft ber ©lücEögüter, beä weltlid)en ©lanjeä

unb diu\)rmQ. 2lber fie beweift i^m bie Dflid^tigfeit fold^er S)inge.

SBctcl)eö, fagt fie, ift ber ^roed be§ 9Jtenfd^engefd)te(^te§, unb warum

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