Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

224 ®ie atlcgorifcf)=btbaftiicf)e ^Did^tung unb bie pfiilofop^ifd^e fi^rif jc.

heften d)ara!terifirt unb an fid^ eines ber oollenbetften (Sr5eugniffe

ift, n)cl(i)e bie ^umoriftifdfie ®i(^tung je J)ert)orgebrac^t ^at. ^ie

^orm beö (Sonetts, welche fid^ oorjugöroeife für epigrammatifc^e

(Sffefte eignet, ift t)ier nteifter^aft be^anbelt: beginnenb mit ben

2leu|erungen be§ finfterften ©rolles, mit bem 9Bunf(i)e, bie 3)ienfd^=

^eit ju üerni(^ten, unb bie Slßett ^u jertrümmern, enbet baö ©e^

bid^t mit einem loderen ©d^er§e, ber aus bem äöiberfpiele ber @e=

genfä^e unerwartet unb i)ö6)^t roirfungäood ^eroorfpringt

üBär' ^imx id), bie iffielt roürb' id) entlauben,

Unb roär' ic^ 2ßtnb, id^ roürb' fie nieöerftürmen,

9tl§ Saffer meine ^^luttien auf fie ttjürmen,

SBär' ©Ott ic^, mü^t' im Slbgrunb fie üeifd^roinben.

Unb roär' tc^ ^apft, i^r foUtet eud^ erbauen;

©enn alle G^riftenmenfc^en raürb' id) quälen.

2öär' Äaijer id^, rcaS roücb' id^ mir etroälilen?

SDen Äopf liefi' allen id^ oom Dtumpfe l)auen.

2ll§ Xob ging id) ju meinem 33ater ^in,

2öär' ßeben ic^, bei i^m roürb' id) nid)t rul^n,

Unb ©leic^eS roüvb' ic^ meiner SKutter t^un.

Unb roär' id^ 6ecco, roie id) mar unb bin,

Die ^übfc^en Dirnen roürb' id) mir behalten,

Unb 2lnbern lie|e id) bie garft'gen 2tlten

ßecco l^at eine ^dt lang mit S)ante in Sejie^ung geftanben,

unb an i^n rici^ten fic^ brei feiner ©onette. 3}ian fie^t aus biefen,

baB 2)ante, ßecco's poetifdie 33egabung mo^l erfennenb, gefudit

l)atte, bodt) oergebli^, i^n non feinem ^treiben abzubringen unb

auf roürbigere ©egenftänbe ju lenfen. «Später mufe er i^m bas

^arafitentt)um oorgeroorfen ^aben; ßecco ^ielt fid^ bamals, roie

berid^tet roirb, bei bem fenefifd^en ©arbinal 9ticciarbo ^etroni in

S^iom auf; aber 3)ante felbft mar fd^on in ber 33erbannung unb

burd^ bie Sfiot^ ge§TOungen, bie Unterftü^ung 2tnberer anzunehmen

ber gereijte ßecco gab i^m ba^er mit bitterem ©potte ben i^m ge=

machten SSorrourf jurüd, in einem Sonette, roeli^es roo^l ber ^reunb^

fd)aft äroifd)en beiben für immer ein ©nbc gemad^t ^aben roirb.

tiefes ©ebic^t fättt alfo fd)on in ben Slnfang bes 14. ^ol^i^^wn^

berts. (Secco 2lngiolieri mufe gegen 1312 geftorben fein, ba in

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