Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

5)ante. 247

S3efanntf^aft mit \\)mn crforberttd^ tft. ^a§ Convivio ((5Jaftmat)()

ift ein fel^r eingcfienber Kommentar 511 mehreren ©anjonen bc§

SDid^terö, ein (Sominentor, mziö^ev, ba er fic^ über jeben aurf) nur

nebentier in ben ©ebi(ä)ten berütirten ©egenftanb au§füt)r[i(^ oer^

breitet, §u einer nur ^h^n nid)t ft)ftematif(^ georbneten ®nci)clopöbte

be§ gefammten bamaligen äöiffenä geraorben wäre, tüenn it)n ber

^crfaffer ni($t abgebro($en fiätte, aU etraa ber üierte ^fieil, freilid^

it)oi)t ber mc^tigfte, rottenbet war.

33orl^errf(^enb in biefen 2::ra!taten ift bie SRoralifation. ajtel^r

aber aU biefe, ireld^c in ii)rer abftraften 2IIIgemeini)eit bei allen

p]^i(ofopt)ifd}en 3liiffaffung§n)eifen fid) äf)nü(^ bleibt, intereffirt uns

in kante's ©(^rift ber metap^nfifdie 2^^eil, nor allem bie SeJ)re

t)on ber ©eele, it)rer ^erfunft unb 39eftimmung, bie Se^anbtung

biefes namentlidi im ^Mittelalter miditigften Problems beS ^enfenö,

n)eld)e§ bann ber ©egenftanb ber (Somöbie gemorben ift. Söte bei

3lriftotele§ ift bie (Seele bie @ntele(^ie (bie ^orm) be§ £eibe§.

9la^bem fie in i^ren unteren ^unfttonen bereite gebilbet unb fo

jur lebenben geworben ift, fommt ber (Seele, wie ebenfalls 3lriftoteles

lel)rte, t)on broben il)r göttli(^e§ SC^eil, ber Intellectus possibilis,

fo genannt, weit er „potentialiter in fid^ bie unioerfetten f^ormcn

entpit", bie reine ^orm ber SScmunft, meli^e ror ber 9lufnal)me

bes einzelnen ^Begriffes üorlianben ift, mälirenb ber Intellectus

agens ben 3"telle!t fcbon in ^^ätigfeit, fid^ mit Segriffen erfüttenb

be§eic^net (IV, 21). 3)te göttli^c @üte giebt ber ©eele foniel

t)on fi^, n)ie fie eä rerbient, b. l). je na(^bem bie (Ereotur burc^

natürlii^e ^iöpofition Dorgebilbet ift. SDie göttlid^e ®üte fteigt in

alle§ ©efdiaffene ^emieber; aber bie 5Dinge nehmen fie in rer»

fd^iebener SBeife auf, fo mie bie Körper in oerfd^iebener 2Beife bie

©onnenftral)len empfangen; in bie reinen intelligenten ober ge=

fonberten Subftanjen, bie ©ngel, ftral^lt ©ott bireft, in bie übrigen

®ef(^öpfe mit gebrochenem ßi^te, roetc^eä eben jene S^tteEigenjen

jurücfroerfen, inbem fie liebcnb bie ^immel bewegen (III, 14).

60 entfte^t eine ©rabation ber ©d^öpfung, üon ben @ngeln biö

gum Unorganifc^en, unb raieberum eine (Stufenleiter im aJtenfd)lid^en,

t)om ©ngelliaften biö jum 2^^ierifd^en rei^enb. ©er göttliche ^unfe

in ber Seele lä^t in il^r ben ^rieb entftelien, fid^ felbft 5U lieben.

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