Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

®onte. 251

an jener anberen ©teile (IV, 27), too er von bem bejaljrten ^Dtanne,

ber ntittljeilenb unb IeJ)renb bie in einem langen Seben gefammelte

3öeiäl)eit nu^bar mad)t, fagt, er gteid^e ber D^ofe, raeld^e nii^t

mei^r gefditoffen bleiben !ann unb ben 3)uft oerbreitet, ber in i^rem

^nnent entftanben ift. Slnbersrao treffen wir auf mand^e aiuä^

brücfe oott ßebenbigfeit unb bilblic^er ^raft, raie wenn er (III, 8)

ba§ ßad^en „ein 2lufbli^en ber ©eelenfreube " nennt, „b. i. ein 6r=

f(feinen beä Si^teä braujgen, foraie eö brtnnen ftra^lt."

Unb TOäl)renb er feine 2lnn)eifungen jur 3:^ugenb giebt, tritt

il)m bie 9tealität üor bie ©eele unb burd)mel)t feine ©arfteUung

mit betebenbem ^aud^e. @r fdiaut um fid^ l)er unb mal)nt unb

fd)ilt mit l)erber ^»^ipation, rao er bie SBelt uon ber rediten

S5at)n abirren fielet. „D mein unglüdlic^es, unglüdlid^eä SSater-

tanb!'' ruft er auä, als er auf bie ©ered^tigfeit unb bie 9iegies

rung ju fpredl)en gekommen, „meldf)' 9)Zitleib ergreift mid; mit bir,

fo oft id^ lefe, fo oft ic^ fd)reibe, toaß auf bie ©taat§leitung ^e-

gug i)aV' (IV, 27), unb aU er baö ßanb gepriefen ^at, wo äßeiä=

lieit regiert, raenbet er fic^ gegen bie bamaligen dürften unb fpejiell

an bie Könige oon 9leapel unb ©icilien, ^arl unb ^riebrid), benen

es beffer märe, „niebrig ju fliegen roie bie ©c^roalbe, aU mie ber

©eier bie l^ö(^ften Greife §u gießen über bie gemeinften 2)inge''

(IV, 6). SSitt er ein 33eifpiel bafür geben, ha^ mir nictit abiig

werben, meil unfer D^ame im 9)Junbe ber Seute ift, fo fü^rt er ben

(Sd)ufter 2lgbente üon ^arma an, aber neben i^m ben ^errn uon

SSerona, 2llboino bella ©cala (IV, 16). @§ ift fd^on bie fü^ne

unb ftolje ©pradie ber göttli(^en ßomöbie, meldte mit i^ren S3li^ett

am Uebften bie pd^ften SBipfel traf. 3" ^er ftürmifd)en @lut^

feiner Überzeugung fteigert fi(^ fein @ifer biä jur £eibenj(^aft,

Toenn er, eine matinroi^ige SWeinung über ben menfd)lic^en 2lbe(

befämpfenb, fagt, „nid)t mit SBorten, fonbern mit bem 9)ieffer

müfete man auf fo t)iel S8eftialität antworten" (IV, 14).

So roirb e§ begreiflid^, mie biefe ©pod^e miffenfd^aftlidlier Se<

ftrebungen bei 2)ante eine neue St)ri! lieroorbringen fonnte. SlHer-

bingä ift bie ^nfpiration eine fe^r uerfd^iebene t)on jener erften ber

Vita Nuova. äöir l)aben l)ier ben Übergang jur fpejififdl) ge*

lehrten ^oefie, meldie ju il)rem 33erftänbnife langer Kommentare

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