Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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5:;onte.

^cr erfte unb ber graeite ©inn, fagt Tonte, muffen ftets le-

ftimmt werben, ber brüte unb oierte rairb !nur von 3eit ju 3^^t

berührt. SDer erfte ©inn, ber buct)ftäbli(i^e, ift oollftänbig bar§u=

legen, e^c jur ©nt^üttung beä jraeiten, ber .2t(Iegorte, tibergegangen

werben !ann. Unb fo üerfäl)rt er bei ßommentirung feiner C£an=

Jonen. S)ie neue ©etiebtc, t)on welcher bie Sieber reben, weld^er

bie ^eatrice ^at ^la^ mad^en muffen, ift feine anbere olö bie

^^ilojop^ie, „bie fd)öne unb süchtige S^od^ter beä ^aifers bes Uni=

»erfumä," raeld^e ^pttiagoraö mit 9iamen benannt ^at (Conv. II, 16).

©ine ^erfonification ber ^^itofop^ie erfc^ien bei Soetius unb bei

feinen mittelatterlic^en 9iad^a^mern, ^enricuö ©eptimettenfiö unb

SSono ©iamboni; fie fteUten fie atä eine ^e^re, et)rfur(^tgebietenbe

3Jiatrone bar; aber bei 2)ante ift fie nidjt bto§ bie güt)rerin unb

Se^rmeifterin, fie ift in bie Siebeöbic^tung eingeführt unb ba^er

jur ©eliebten geworben. S)aö ^Äeib, welches feit ©uinicelti bie

Sfiepräfentantin, 'i)a§> ©pmbol ber l^bee geioefen, ^at ber perfoni^

fi§irten Sibee felbft roeii^en muffen, raie in ber Intelligenzia unb

bei granceäco ba 33arberino. 2)ie fc^önen 2lugen feiner ^errtn

finb nunmet)r „bie 2)emonftrationen, welche, auf bie 2tugen beä

^nteUefteä gerichtet, bie ©eele mit Siebe erfüllen'' (II, 16), iljr

Säckeln „bie Überrebungen (persuasioni), in benen fid) baS £id)t

ber Slöeiä^eit unter einer ^er^üUung jeigt" (III, 15); bie „Se-

ängftigung ber ©eufger" bebeutet bie „3Jiü^feligfeit beä ©tubiuniä

unb hin Siampf ber Qwti^tl''; ein „Siebeägeift" (uno spiritel

d'amore) ift ein ©ebanfe, ber auä bem ©tubium entfielt; bie

©tunbe beö ^erliebenä ift bie ber erften 5Demonftration, bie Siebe

im allgemeinen ift baä ©tubium.

SlEein, roie bemertt roorbeu, für 5Dante enthält auö) bie 3öiffen=

fc^aft poetifd)e ©lemente; Siebe foU ©tubium bebeuten; aber baä

©tubium felbft ift i^m roirJlid^ Siebe, ift ein tieitige ©lut^. S)aä

©tubium, raie er fagt (II, 16), ift „Sefd^äftigung bes in bie

©ac^e oerliebten ©eiftes mit biefer ©ad)e." ^n feine raiffenfc^aft-

lid)en Unterfud)ungen mifc^en fid^ bie Slffefte; ©tubium unb Siebe

erf(^einen immer vereinigt, unb fo no(^ in bem berülimten ä^erfe

ber ß^omöbie: Valgami '1 lungo studio e'l grande amore. SDiefe

S3egeifterung für feinen ©egenftanb burc^bringt unb erwärmt aud^

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