Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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^t)eite bcö Su(^eö mit siemlic^er ©t(^ert)eit juroeifeu. S)er 14. ^raftat

fottte (imd) I, 12, 3. 65 unb IV, 27, 3. 74) üou ber Giustizia

tiattbeln, unb e§ fottte ha gezeigt werben, TOarum bie gorm ber

9tttegorie üon ben Sßeifen erfunben raorben fei (II. 1, 3- ^'^)5

btefeö get)t offenbar auf bie ©anjone Tre donne, in ber ja bie @e=

reditigfeit huxä) bie brei grauen perfonifisirt ift, unb bie mit i^ren

gei)eimni^t)otten SBitbem norgugöroeife ©elegentieit ju 2leu^erungen

über ben ^roed ber 2llIegorie bot. ^n bem legten, bem 15. '^xah

täte fottte bargelegt werben, ba^ wiberroittig erroiefene ?^reigebig=

fett feinen äßert^ befi^c (I, 8, @nbe), unb bafe btc 2:ugenben

biämeiten auö ©itelfeit unb ©tolj unö weniger liebenömürbig er=

fctieinen (III, 15, 3- 108). S^aju ftimmt bie (Sanjone Doglia

mi reca, wo befonberö bie 6. ©tropfe genau ber erften 2tngabc

entfprid^t. S)er 7. Straftat t)ätte (nac^ IV, 26) oon ber Tempe-

ranza geijanbelt, unb e§ märe ba t)on ®ibo unb 9lenea§ gefprod^en

morben; ein ^iertier paffenbeä ©ebic^t ift nic^t »or^anben.

©ante, wo er ben S^ed feines p^ilofop^ifc^en aSerfeö gu 2ln=

fang beffetben barlegt, fagt, üiele t)ätten an ben ßangonen, bie er

gum frommen feiner aJlitmenfd^en gebid)tet i)abt, wegen i^rer S)unfel=

^eit me^r bie ©d^ön^eit alö bie ©üte, b. ^. bie ptiitofop^ifd^*

moralifdie 33ebeutung, bewunbert. ®iefe motte er nun attgemein

gugänglid) mad^en; benn, mer ba§ Söiffen befi^t, ift Derpflid)tet,

ben älnberen baoon mitjuttieilen, unb er, fügt er befc^eiben i)in§u,

getiöre gmar nid)t gu jenen „menigen 33egnabigten, meiere an bem

5rif(^e fi^en, wo man ba§ 33rot ber ©ngel ijgt, .... aber, ent=

midien rom SSeibepla^e beö großen ^aufenä, lefe er ju ben güfeen

berer , bie ba fi^en, oon bem auf, roa§> von i^rem Mai)ie abfättt.''

Unb fortfat)renb in bemfelben 33ilbe nennt er feine ©c^rift ^bm

ba§ ©aftma^t, wo als ©peife bie Gansonen aufgetif^t werben, unb

ber Kommentar aU baö 3u^^^ot, welches jene fd^mad^aft unb oer^

baulid^ madien wirb. 2)ic Slbfid^t war alfo bie nämliche, meldte

man bei SBrunetto Satini unb 3tnberen finbet, nämüd^ eine populäre,

bie 9(uöbreitung beö SBiffenö, aber bei SDante in 33el)anbtung eines

weit Pieren ©egenftanbeö.^) @r fd^reibt, wie er fagt, nid^t für bie

^) populär im ©egmfö^e gur ©d^ule, aber babct ariftocratifd^; benn gegen

bie gte^ 5IKenge »ecl^iett fid^ 15ante ftetä ablel^nenb.

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