Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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Sante.

weife rerraenben. ©iefeö ift S)Qnte'ö berütimte Seilte oon ber

nationalen ©prad;e, welche aßen ©egenben be§ Sanbeä gemeinfam,

mit !einem ber SDialeftc ibentifi^ unb über atten erlauben ift. 3Iud^

l^eute fagen wir, ba^ feine 9)tunbart ber ©d^riftfprai^e f(j^(e(3^tl;in

entfpri(^t; aber wir erfennen babei, ba^ beren 3Serf)ältni^ §u ben

einzelnen SDialeften ein fe^r oerfc^iebeneö ift, ba^ ber eine berfelben

für fie bie ©runblage bilbet, unb fie auä i^m burd) bto^e 2luä=

fonberung geraiffer ©temente entftanb, roöiirenb fie fic^ üon ben

anberen in ben Sauten unb formen unterfdieibet. 3)ante üermod^te

norf) ni(^t, biefen Unterfd^ieb §u mai^en, ben Unterfd^ieb pifc^en

(Sprache unb ©tt)t, wie ^D'Düibio bemerfte ; er bejeii^net beibeö mit

bem SBorte lingua, unb er!annte nid)t, bafe bie Siteraturfprac^e,

bie er nerroenbete , au§ bem ^o§!anifd^en ftammte, tro^ ber Slb^

meid^ungen, meiere er n)at)rnat)m. Unb er fonnte ba§ aud^ nid^t

glauben, meil nad) feiner Uebergeugung bie Siteraturfpradie aU baö

Sßortrefflidiere, ^ö^ere aud; ba§ @rfte, unb bie 2)ialefte eine ©orrup-

tion biefeö reinen ^t)puö fein mußten, beffcn ©yiften^ er burd^ eine

fd^otaftifd^e ®ebu!tion a priori bemonftrirt. ^n allen ©attungen

üon SDingen, fagt er, giebt e§ eine einfädle ©runbform, an ber fie

gcmeffen merben, mie für bie ß^'^^en bie @inä, für bie g^arben

ba^ SBei^, für bie menfd^IicEien ^anblungen bie ^ugenb, u. f. ro.

©0 ift bie ©runbform ber vulgaria jene gemeinfame ©prad^c.

2Bic e§ ein vulgare üon (Sremona giebt, fo giebt eä eines ber

ganzen Sombarbei, unb meiter eineä ber ganjen linfen Hälfte

Italiens, unb enblid^ eineö üon ganj Italien, unb fo mie baö erfte

baö 6remonefifd)e, ba§ jmeite baö Sombarbifi^e , baö britte ein

Semilatium (1. Semilatinum ?) ift, fo nennen mir ba§ rierte baö

Latinum vulgare, baö ^tatienifd^e. ^ür unä ift biefer gemein^

fame ©runbtppuö eine 2lbftraftion, meldte nur in bem 23efonberen

ejiftirt; für SDante aber tjaben bie Unioerfalia 9tealität, unb er

braucht fidö ba^er nidbt met)r ju fragen, wie man ju biefem 2^t)puS

gelangt, unb rao^er jene gemeinfame ©prad^e ftammt, roelclie bie

beften 3)idöter atter ©egenben gefd^rieben ^aben.

3)iefe fo gefunbene gemeinfame ©prad^e erliebt 35ante mit

entl)ufiaftifd^en ©pitl^eten; e§ ift bag vulgare illustre, cardinale,

aulicum, curiale, b. t). bie ebte unb uollfommene ©prad^e ber

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