Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

®ante. 285

otine ^"'^ifßt genteint xft, na^ %xantm6) bcfiinbcn. tiefes ©d^rcibeii

enthält f)ö(^ft unn)af)r[(^einli(^e Singe; roie foff man befonberö

glauben, ba^ 2)ante einem unbcfannten Wönä)e fein 2ßer! jur

Uebermittelung unb §um ^oftittiren übergeben ^abe, unb ba^ biefer,

ber biö ba^in nid^t einmal von ber ©pftenj beö ^ud^eö gewußt

l)atte, nad) mel)rftünbigem ©efpräc^e mit bem Siebter fd)on ju einer

folgen Slrbeit befähigt geroefen märe? Malier ift ber 33rief feit

lange als apocri^pl) betrachtet raorben. ©(^effer=33oi(^orft fud^te

it)n ju retten; aber l)ö(^ftenä ^at er erraiefen, ba^ er eine

fe^r alte plfc^ung ift, unb ba^ ilin 33occaccio für ec^t l;ielt.

©d^effer=33oi(^orft fe^t il)n 1306; bamalö fei ja SDante faftif(^ iu

ber Sunigiana gemefen, oermut^lii^ alfo auf bem 3öege nacf) ^^ariä.

©r oergi^t, ba^ 1306 ober 1307 5Dante fii^ t)on ber Sunigiana

an bie 3lrnoquetten begab, meldte bod^ nid^t auf bem 2Bege von

©arjana nad^ granlreic^ liegen. 3Son einer Sfieife Sante'S nac^

^ari§ berid^ten übrigens aud^ 3?illani unb 33occaccio; l^at biefetbe

mirllid^ je ftattgefunben, fo war es am n)at)rf(^einli(^ften §n)if(^en

1307 unb 1310; aber »ietteii^t ^aben bie beiben alten 33iograpl)en

nur au§ einer unfid^eren, etroa auf 3)ante'§ tl)eotogif(^e ^enntniffe

gegrünbeten 5Crabition biefe S^iac^rid^t t)on einem ©tubienaufentlialt

an ber berülimteften t^eotogifd^en ^od^fc^ute gefd^öpft; eine fold^e

^e!anntfd^aft mit frangöfifd^en 2)ingen, mie ber 2)id^ter fie tu

feinen 2Ber!en geigt, fonnte er befi^en, ol)ne ^ranfreid^ je gefe^en

5U ^aben.

äöä^renb ©ante fid^ nod^ mit ber Hoffnung auf eine frieblid^e

9iücffel)r nad^ gloreng trug, eröffnete fid^ unerroartet von einer

anberen (Seite für feine Sßünfc^e eine 2lu§fid^t, meldte ganj be=

fonberä mit feinen politifc^en Ueberjeugungen im @in!lange ftanb.

2)er neue beutfd^e ^aifer ^einrid^ VII. ftieg mit einem ^eere na^

Italien l)erab, um bie lange mi^ad^teten 3ied^te beö ^aifertl)um^

ju maleren unb Drbnung im Sanbe l)erjuftellen. ^n bem Convivio,

rao er pt)ilofop§ifcl)e 3öa^rl)eiten lel)rte, l;atte S)ante nebenher an^

ein politifd^eö @laubenöbefenntni§ abgelegt (IV, 4 f.); benn ^^i-

lofop^ie unb ^olittf maren für i|tt nid^t gefonbert, unb bie le^tere

bilbete einen integrirenben 33eftanbtl)eil ber Moxal ®amit bie

3Jlenfd^^eit t)ienieben it)r S^ti erreid^e, b. ^. bie ©lüdffeligfeit in