Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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®^ß (5omöbie.

fiefit, unb raitt ^inanfteigen, alä auf bem 3lbt)attge i^nt ein ieiä)U

fähiger färbet mit gefledftem ^ettc entgegentritt; mehrere 3JlaIe ift

er im 33egrijte umpfetiren, bepit jebod^ no(^ einige Hoffnung

wegen beä tieiteren 2lnfe!^en§ beö ^§iere§ unb wegen ber ^age§=

ftunbe unb ber fü^en ^aljreägeit, ba c§ 9)lorgen mar unb im %xvii)'

ling. 2l6er ba erfüllt it)n mit neuer ^urc^t ein mütlienber Söme,

ber gegen ifm auftürmt, unb eine Sßölfin, ,,bie non jeber ®ier be=

feffen f(^ien in if)rer 3Jiager!eit." ©iefe le^tere erf(i^re(Jt i{)n fo

fet)r, ba^ er feinen erften SSorfa^, ben Serg gu erfteigen, aufgiebt,

unb eilig in baö bunfte Xi)ai jurücEfel^rt. ^n biefem 3tugenbli(fe

erf(^eint 3Sirgil, ber, melcj^en ®ante für ben größten S)i(^ter beö

2l(tertt)um§ t)iett, 33irgit, roetdier für ba§ SJlittetatter mel;r atö

SDic^ter, ber ber Sn&egriff aller SBeiö^eit mar, beffen 3lenei§, nac^

ber bamatigen alIegorifd)en Sluffaffung, im ©runbe benfelben @e=

ban!en barftetite wie bie ßomöbie, bie ©r^ebung beö 9Jienf(^en aus

ben Sanben ber ©innlid)!eit jur ^reit)eit unb ©lüdfeligfeit, er,

ber burd) feine 4. @cloge atö ber ^ropfiet be§ 6l)riftentl)um§ galt,

er enblid^, welcher, ^omer na(^a^menb, in feinem @ebi(i^te bie

f^alirt feineö gelben in bie Unterwelt ergäl)lt t)atte. Tlan !ann

fi(ä^ atfo gar feinen paffenberen ^ü^rer auf ber großen fpiritualen

Steife üorftellen. Unb an^ bem finfteren gebauten, alä mel(^en

jene ^ext 3Sirgtl im allgemeinen fidj ba(^te, mad^te il)n 2)ante

mieber §u einer ft)mpatl)ifd^en ©eftalt ; er ift it)m fein blo^eö ^l)ans

tom; in bem begeifterten ©tubium feineö ©ebic^teö ift ilim fein

33ilb lebenbig geworben ; er fie^t i{)n, er liebt i^n ; SSirgil ift fein

milber, gütiger Später unb Selirer. 33on ®ante angeflel)t, i^^m

gegen bie SSölfin beigufte^en, erwibert er, ba^ eö nid^t möglirf) fein

werbe, auf bem geraben SBege bzn ^ügel ju erfteigen, unb er he-

leiert i^n über bie 33ö§artigfeit ber SBölfin unb ba§ gro^e Uebel,

wetd^eö fie no6) anridjten werbe, bi§ ba§ ber Sßinbl^unb fommen

werbe, fie wieber in bie §ötte §u jagen, oon wo ber 9Mb ©atanä

fie auf bie @rbe 'fanbte. 2)arum mu§ ein anberer 2öeg einge=

fc^lagcn werben, unb i^, fagt S^irgil,

i^ voiü. bein J^ül^rer fein,

©eleiten toerb' id^ bid^ burd^ ero'ge Stäume,

So ber SSerjroeiflung ©d^rei bu roirfi oernel^men

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