Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

318 3)ie domöbie.

^oricn, feffelt bcn Sefcr bie ft)mpatf)ii"d^e ®rfc^etnung 3Sirgi(ä unb

ba§ liebcrolle erftc ©efpräd^ jroifd^en if)m unb feinem Sdiü^Ünge.

®er 4. @efang fd^itbert ben beüorjugten 2lufentt)a(t ber großen

igeiben im Simbuä unb brücft in fo ansiet)enber SSeife ©antc'ö

tiefe 3?ere^rung für ba§ 3lltertt)um au§> unb gugleid^ bo(^ aud^ baö

33en)U§tfein feines eigenen 2ßert{)e§, roenn er ergäl^lt, roie er fclbft

üon 33irgil in ben ^rei§ ber fünf großen ®i(^ter alö fed^fter ein;

gefülirt marb. (Sr fül^tte, bo§ er beftimmt mar, eine feit fo langer

3eit rerlorene ^unft ju erneuern, unb am @eniu§ gefaßt unö biefer

gerechte Stolg. ®er atigemeine ©inbrucf ber Situation ift l)ier

lebenbig, jene eblc $ßerfammtung, all jene gelben unb SBeifen, unb

in if)rer 9Jiitte i^r großer Serounberer unb ©d^üler. 9lber bie

einzelnen ?^iguren treten nod^ nidit beutlid^er l;erüor; ber ®id)ter

giebt faft nur eine 2tn§af)l 9^amen , fügt fetten ein ®pitt)eton, ein

factum- tiinju, roetd^eä ben SJienfc^en d^arafterifiren fönnte. @ä

ift eine 9lrt ßatatog, unb eö fet)tt audti nid^t ba§ geroö^nlid^e et

cetera fotd^er Slufjä^tungen (IV, 145):

Jo non posso ritrar di tutti appieno.

Unb in biefer SSeife, meldEie gleid^fam eine 2lbbreoiatur ber motiren

poetifcEien S)arftetlung ift, fä^rt er aud^ im fotgenben ©efange fort,

^ier ift er im 2. Greife §u ben SBotlüftigen getaugt, meiä)e non

einem n)ütt)enben ©türm um^ergetrieben werben. Unter itmen fie^t

er ©emiramiä, ®ibone, Gteopatra, ©lena, Sldfiitte, ^ari§, Si^riftano,

,,e piü di mille". Slber biefe 2lufjä§lungen finb bei S)ante nur

bie Einleitung; auö ben ©d^aaren ber ©eifter, meiere ben atl=

gemeinen igintergrunb bitben, löfen fid^ einzelne loa. Unter jenen

©eelen erregen gmei, meldte gufammen nom Söinbe bal)ingetragen

loerben, feine befonbere 3tufmerffamfeit. @§ finb ^rancesca oon

9timini unb if)r ^aolo, meldte, in fünbiger Siebe ju einanber

entbrannt, von ^ranceäca'ö ©atten, ^aoto'ä 33ruber ©ianciotto

SKalatefta, .^errn oon 3fiimini, gelobtet mürben, ©ante fennt fie

nod^ nid^t; aber jene§ aud^ in ber ^öUenqual uerbunbene ^aar

medft feine ^t)eilnat)me ; er mö^te mit il^nen fpred^en unb erlangt

boju bie Erlaubnis non feinem ^ülirer. 6§ ift eine uon ben

©teilen, meldte un§ am beften ben befonberen ß^rafter ber 2)ante=

fd^en ^oefie offenbaren. 33iele lieut', meldte fo riet t)on ber W-