Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

S)ie ßoniöbie. 319

rühmten granccäca ba ^iimini ^aben fpre^en |ören, fül^len fic^

üicttcii^t ein rocnig enttäuf($t, toenn fie bog 33ud^ öffnen; eö finb

faiim 70 3Serfe , bie man fc^nett bur(i^licft; bem geroö^nlid^en unb

oberf(ä(^Ii(^en Sefer bleibt havon raentg. ^ür bie gebrängte ^oefie

2)ante'ä ift ein empfänglicher ©eift nott)menbig; fie liegt in jebem

fleinen Umftanbe, in jeber ©ilbe, ni($t§ ift leer unb bebeutung§;

lo§; aber n)er ft^neU norübcreilt, bem bleibt nieles ftumm.

3luf Sßirgilä 9tat^ bittet 2)ante bie beiben ©eelen bei ber

Siebe, roeld^e fie nerbunben l^ält, unb fie folgen ber ttieilnelimenben

2lufforberung,

3Sie stauben, bie, gerufen com 33erlaiigen

^unt fü§en ^IJeft, mit auSgefpannteu ©d^raingen

SDie liuft burd^fd^neiben in ber Äraft be§ 2ßillen§.

X)iefeö lieblid^e 33ilb bient pr isorbereitung ber affe!tootten ©cene.

©lä^on jener Quq, baB fie alöbalb bem 9tufe folgen, ber fi(^ an

il)re Siebe raenbet, malt un§ bie beiben ©eftalten, unb no(^ mel)r

tl)un eö bann bie erften SSorte ber (Srroiberung ; ^rance§ca ift eine

jarte, eble ©eele; baö ajJitgefüt)t, meld^eä i^r ein Unbefannter

jeigt, bewegt fie tief, in ilirem ©c^merge; gum 5Danfe möchte fie

für i^n sjum Könige beö 3öeltatt§ beten; aber fie ift in ber ^ölle,

i§re 33itten finben broben fein ©el)ör. 3"^" menigften roirb fie

feinen Söunfc^ befriebigen, inbem fie antwortet. (Sie mad^t il^m

be!annt, mer fie feien, inbem fie ben Ort anbeutet, mo fie geboren

warb, unb beffer mac^t fie e§ i§m befannt burd^ baö, maö fie bort

l^inuntergefütirt t)at, il)re einzige, grenjenlofe Siebe, ^n 7 3eilen

ift l)ier bie ganje ©ef(^ic^te i^rer ©mpfinbungen eingefd^loffen. S^be

^erjine beginnt mit bem 3ßorte Siebe, jebe fd^itbert um ba§ 2ln;

mad^fcn i^rer aJtad^t, geigt un§, mie fie im bergen be§ 9}ianneö

entfielt, ba er ba§ f(^öne 3Seib erblitft, mie fie fid^ im ^erjcn

be§ Söeibeö entjünbet, ba e§ fid^ geliebt fiel)t, mie fie ilir gemein^

fameö ^ßer'^ängni^ wirb unb fie gufammen jum 2^obe füt)rt. ^ante,

al§ er baö gel)ört l)at, fann fd^on mä)t mel)r grocifeln, mer jene

beiben feien, über beren ©efd^icf bie Siebe eine fold^e ©eroalt l^atte,

unb feine jroeite ?^rage beginnt mit bemSfiamen ?^rance§ca'§, obgleid^ fie

il)n nid^t nannte. 2lbcr juerft oerfinft er in tiefet Od^roeigen unb neigt

ba§ 2lntti^, fo bafe fein ^ülirer it)n fragt, roas er finne. S!)ie