Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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^ic ©omöbie.

eö oertangt. '^m 5. Greife, aU fie auf ^Icgiaä' ^aä)en über bcit

ftggtfd^en ©umpf ber 3ormgen fat)ren, erfolgt bie ^Begegnung mit

^tlippo 3lrgetitt, beren 2)arftettung oon einem g(üt)enben §aB unb

9fia(^eburft infpirirt ift, m6)t bto^ üon moralif(^er ^nbignation.

beä ®i(i^terä, unb auf baö SSorl^anbenfein einer perföntid^en ^einb;

fdjaft beutet. Um ^ante unb SSirgil ben ©ingang in bie ©tabt

2)ite ju üerfdiaffen, vozi^t bie untere ^ötte oom 6. Greife ab ein=

nimmt, erf(^eint im 9. ©efange ber ,,33ote be§ ^immeU" (del

ciel Messo) ; er ift eine poetifii^e ©c^öpfung üon ^ol)tx 33ebeutung,

eine ^igur oon bibtifc^er ©rö^e, meiere non Slnfang an mit ben

erl^abenften 33ilbern eingefül)rt mirb. S)a§ ©e^eimnife umgiebt i^n,

brü(ft fi(^ auö in ben Slnbeutungcn 33irgilä am @nbe be§ 8. ©efangeö

unb in ben abgebrochenen SBorten ju 3lnfang beö 9. 3Sirgil fagt

ni(^t, mer fomme, unb nii^t rcie, unb ntd^t, oon wem gefenbet;

alles baö finb Umftänbe, meldte mir nid^t erfal^ren; ber, raeld^er

fommt, ift ein fotd^er, ber baä Xt)ox ber ©tabt öffnen mirb, eä ift

jemanb, ber ^ilfe bringen mirb. 2)iefe§ (SJef)eimni^ fe^t bie ^^an-

tafie in Semegung, unb mir bleiben in ©pannung; mir erwarten

ttwa§> 2lufeerorbentlid^e§, unb werben nid^t enttäufd^t. ^e^t fommt

er; feine ©d^ritte begleitet ein ©etöfe, furd)tbar mie baö 33raufen

be§ ©turmminbeö; bie Ufer be§ ©umpfes erbittern; oor feiner

i)imm(ifd^en 9fieint)eit, »or feiner furd^tbaren 3)kieftät f(iet)t 2ltteö,

roaö nid^t rein ift, bie oerbammten ©eelen nerbergen fid^ wie bie

^röfd^e t)or ber ©^lange; ber ©ünber !ann ben 2lnblicf be§

^immtifd^en nirfit ertragen. Unb er gel^t oorwärts, ba§ ©tcnb unb

bie §ä§lid)feit beö 9lbgrunbe§ berüiiren il)n nid^t, er bleibt rein

unb ftrat)tenb in jener ^^infterni^, er befubelt fid^ nid)t in jenem

£ot^e. ©ante, ba er it)n fie^t, mirb oon einem ungeroot)nten @e;

fü^le ergriffen; er menbet fid^ an 5ßirgil, möd^te fpred^en unb

fragen; aber jener mad)t it)n ftumm bleiben unb fid^ oerneigen.

^ier ift ni4)t 9?eugierbe am ^(a^e, fonbern ^ere^rung; man mu|

fdiroeigen unb anbeten unb bemut^ooH bie 2Bol^ltt)at ber göttücben

©nabe empfangen. 2ltä bie teufet ben 33oten beä ioimmetö er=

bliden, miberftetien fie nic^t länger, fein

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