Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

2)ie (Somöbie. 337

Bonifaj fein, bcr fomme, feine ©tette einjunetimen nnb if)n l^in-

unter§ufd)ieben. Siefe lebfiafte ©rroartung beö anberen üerraanbelt

bie ^ropt^ejeiung in 9tealität, unb f(^on fef)en rair auc^ ^apft

^onifos VIII. föpflingö in ber @rube ftecfen unb mit ben ent=

ftommten ©o^len in ber ßuft gappeln. ©o raupte 2)ante fidj ju

räd^en unb §u ftrofen, roo er ^§> für geredet £)ie(t. 3lber na(^ bem

©potte ergebt er fi(^ pm moralifc^en ©rnfte ; eä ift nid^t mel)r bie

Ironie, fonbern ein aufrid^tiger ©d^merj, ber auö feinen äßorten

tönt: „D ßonftantin, wilä)' Uebet §eugte 5Dein ©efd^enf" . . . .,

unb biefer tieilige 3om gefäUt bem guten 33irgil, ber beifättig bie

Sßorte feineö ©d^üterö anprt unb bann it)n mit feinen 3lrmen

umfd^lingt, itin §u feiner Sruft emporl)ebt unb i{)n bis §ur iQö^e

ber folgeuben Srüdfe trägt. @erabe beät)a(b ift 25ante'ä Satire fo

großartig, meil it)r ber @rnft ju ©runbe liegt; er ift fo !ü^n,

roeit er fid^ ftarf im ©lauben füf)lt; er greift nidfit bie 9?eIigion

unb nid^t bie fird^U(^en ^"fi^tutionen an; im ©egent^eil, er üer-

t^eibigt bie 5^ir(^e gegen il^re fatfd^en Wirten ; er fd^ilt bie fd^(e(^ten

^äpfte unb neigt fid^ el^rfurdfitöroll nor bem ^apftt^um, empfinbet

tief beffen 33efd;impfung burd^ ^i)itipp ben (Schönen, obgleich fie

in ber ^erfon beöjenigen gefd^a^, ben er in bie ^öUe fefete.

3luö ber ©atire entmidfelt fid^ naturgemäß bie ®omi!; fie

^atte ii)ren ^la^ in ben alten Segenben unb in ben frauä^öfifd^en

^W^fterien , mo fie, nadt) attmä{)tid)er 33efeitigung ber moralifd^en

2lbfid)t, ber garce ben Urfprung gab. 33ei 5Dante ift baö Sad^n

nod^ mefentlid^ 3)Httet ber ©träfe unb ber 33efferung, mie in ben

früheren ^ßifionen ber ^öUe. 2)er Crt für biefeä comifd^e ©lement

ift bie 5. 33olgia, me bie Sefted^lic^en in bem ^ed)fee ftecfen; ^ier

t)aben mir bie ©cenen üon ber ©eete beö Sucd^efen, meiere bie

5^eufel eben ^erbeifd)leppen unb in ben ©ee merfen, unb von

©iampolo oon 3?at)arra, ber bie ^^eufel fetber betrügt, worauf fie

in eine broUige 9tauferei miteinanber gerati)en unb in ba§ ^ed^

fallen (Inf. XXI, XXII). (gg finb |umoriftifd^e ©d^ilberungen,

roie mir fie unä in jener 3ßit ermarten bürfen, rot) unb primitit)

in ben Slu^brüdfen unb SBilbern, meldte biöroeilen an bie ^öllenfüd^e

^ra ©iacomino'ä erinnern, aber geeignet, populär ju werben, mie

eö in ber ^^at befonberö bie braftifc^en ^JiQwi^ß" "^^^ Xtu\d ge»

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