Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

Die (fomöbie. 333

attem ücrbinbet, raaö eö Steinfteö unb ^ciltgfteö gicbt, unb btc

le^te unb größte ßeiftung feines ©eniuö tnfpirirt. @ö war immer

ein fpirituater mpftifc^er 3lffeft, unb nunme{)r ift er eä in nod^

p^erem ©rabe, ba bie ©eliebte im ^immel rceitt ; aber e§ bleibt

hoä) ftetö eine malere (Smpfinbung, bleibt Siebe, ©ie, ba fie il)n

von ben brei Xi)kxen im atlegorifi^en 3Salbe bebrol)t fie^t, »erläßt

i^ren ©i^ unter ben ©eeligen, fteigt in bie ^ölle §inab unb bittet

mit %\)xämn 33irgil, ba§ er eile, il)m ju t)elfen. ^t)r 9lnbli(J ift

i^m auf bem ©ipfel beö 33ergeö oerlieiBen, unb er ift bie iQoffnung,

roeli^e ilm auf bem mül)fetigen 2Bege empor§ie^t, i^m feine ^raft

erneuert, wo fie erlalimen roitt. Sllä er im legten Greife ^a^

läuternbe ^euer burcl)fc^reiten foll unb baöor surüdfd^recft, fprid^t

S^irgit §u it)m: ,,9Jun fiel), mein ©ol)n, jroifd^en Seatrice unb unö

ift biefe 3JJauer", unb fogleic^ ^ört ©ante'ä «Sträuben auf, ba er

„ben ^iamen »ernimmt, ber immer. i^m im ©eifte feimt", unb er

folgt willig bem gü^rer, ber auc^ in ben qualüollen ©tut^en il)n

aufmuntert, inbem er t)on 33eatrice rebet : „©d)on fc^eint mir, ha^

i^ il)re 3lugen fd)aue."

^un enbli(i^ erfdieint fie felber. 2)er 3J?oment, fo lange t)or=

bereitet, ift feierlich im l)öci^ften ©rabe. 2)ante befinbet fid) unter

ben Säumen beä irbifd^en ^arabiefeö, am iRanbe beä ?^luffeö

Set^e unb gegenüber üon i^m burd^ baä 3Saffer getrennt ber äöagen

mit bem ©reifen; ringö umt)er l^at bie ^roceffion angel)alten, bie

fieben ßanbelaber ftra^lenb oon l^immlifc^em Sid^te, bie t)ierunb=

gmanjig 2telteften, in 2ßei^ gefleibet unb mit Stofen befranst, bie

@oangeliften, bie fieben ^ugenben, meldie um bie 9täber tanjen,

bie ©ngel, meldte Slumen werfen. Unb fie auf bem 3Bagen, in=

mitten il)rer ©lorie, gefleibet in bie ^arbe ber flamme, raie ba

er fie §uerft alö ^nabe fal). 3loä) ift fie üerf d)leiert ; aber burd)

gel)eime £raft ^at baö ^er^ fie erfannt; bei i^rem 2lnbli(J, beffen

er fo lange entbel)ren mu^te, erwachen in il)m alle alten ©mpfinbungen:

lo vidi giä nel cominciar del giorno

La parte oriental tutta rosata

E l'altro ciel di bei sereno adorno,

E la faccia del Sol nascere ombrata,

Si che, per temperanza de' vapori,

L'occhio la sostenea lunga fiata:

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