Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

3)a§ 14. Sa^r^unbert. 345

^ajio, ©of)n cine§ ^abbeo, war ber ©nfef icneö Sapo, ber

ber neuen florentinifd^en ®i(i^terfdjute angehörte, unb Urenfet beä

^oc^fierjigen in 2)ante'ä ^ötte oereroigten garinota. @r geprte

ber großen unb einft fo tnäci)tigcn ftorentiniid^en ^amitie ber

Uberti an, weldie, wie feine anbere, ftet§ unerfd^üttert §ur gt)ibe(=

linifi^en ^arttiei ^ielt, ba^er, 1268 auö bem gan^ guelfifd^ ge=

TOorbenen glorenj üertrieben, bei jebem neuen 33er6annungöbecrete

an ber ©pi^e ber S^erurt^ieilten figurirte. ©0 roarb ^ajio in ber

33erbannung geboren (raalirfdieinlid^ in ^ifa), unb »erbrachte in

i^x, halb l)ier, balb bort, jumeift in Dberitalien weitenb, fein

gangeä 2iUn. Oft brüiite ii)n bie 9bt^; bie ßanjone Lasso,

che quando immaginando vegno, ift eine ^lage über fein ©lenb,

über bie 2lrmutt), raeli^e it)n gtei(^ bei ber ©eburt in (gmpfang

na()m unb i|m ftete 33egteiterin blieb, über bie 2Ri§a(i)tung, bie er

be§f)atb erbulben mu^, — aufrichtige unb n)al)re 2^öne, toelc^e auä

bem gepreßten ^erjen beä ^eimatl^lofen fommen. S)iefe traurige

Sage mad^te if)ren ©influ^ auf feinen ©barafter geltenb. ^i(.

93ittani befdjulbigt it)n, beä ©eroinneä iialber ben 9Jiä($tigen ju

SHunbe gerebet ju tiaben. 33ei feinem Slufent^atte in 33erona 1336

ergriff er mit feiner ^rottota tu che leggi in nid)t fd^öner

äßeife bie ^arttiei he^ wortbrüchigen ^errn ber ©tabt 9Jiaftino

bella ©cala unb tjer^öt^nte bie ©efanbtfdiaft ber Florentiner, raeld^e

nur i^r gutes S^ied^t, baä t)ertrag§mäBig auöbebungene ßucca for»

berten. Später fc^eint er fid^ längere 3ßit ^^ ^ofe ber ^errn

üon aJJailanb befunben ju ^aben; mit Succl)ino 5ßiöconti (oor 1349)

Ijat er in einem ©onette correfponbirt ; an 33ernabö unb (5Jaleaj§o

ricfitete er gegen 1355 eine ßanjone, in welcher er it)nen bie

Uebung ber ^errfc^ertugenben empfiel)tt, mit befonberer ^eroor-

t)ebung ber greigebigfeit, worin man htn bebürftigen ^ofmann

er!ennt. 2lllein, wenn fic^ ^ajio fo ben 33erl)ältniffen beugte, fo

war er bennoc^ feine uneble Statur ; e§ erfüttte il)n ein ^o|er unb

eifriger Patriotismus, bem er an üielen ©teilen feiner 2x)xit 2lu§=^

brud geliehen l;at, unb ber anä) bas einzige poetifc^e ©lement fei-

nes großen ©ebid^tes bilbet.

^ie 2lbfaffung beS Dittamondo gel) ort ber fpäteren 3cit

feines Sebens an ; na6) ben in itim entl)altenen ^iftorifdien ^öegügen

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