Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

368 3)a§ 14. Sa^r^unbert.

forntnenl^ängen, wäl^renb er bie anbeten bei Seite (ä§t. 2l6er tiaben

TOirflic^ atte jene au§ge(offenen gacta mit feinem ©egenftanbe, bem

Kampfe ber 33iand^i unb 9^eri nic^tö ju tf)un ? ©c^on baö angeführte

öeifpiet geigt ba§ ©egent^eil. 2ßo man ein ©pftem^ einen weifen

^(an feigen moHte, ^aben roir in ber X\)at nur Ungefd^id, unb

roäl^renb ber 3lutor bie mefenttid^ften 2)inge unterbrütft, erroäl^nt

er bod^ mel)rfa^ gang bebeutungölofe ^teinigfeiten, raie bie neue

Uniform ber mailänbifd^en ©olbaten ©uibotto'ä beUa ^orre. S)ino

Dernac^läffigt bie ß^ronologie ; er rei^t bie Segebent)eiten an ein;

anber, aud^ ganj entfernte, ol^ne un§ auf btn Slbftanb aufmerffam.

^u mad^en; er f)oit fängft »ergangene mieber l^eroor, ol^ne fie aU

folc^e ju (^arafterifiren, ja, mie ®e( Sungo geigte, inbem er mit

großer fttiliftifd^er Unbe^olfentieit fogar beftänbig baö einfache

Präteritum ftatt be§ ^tu^quamperfectum üertoenbet. ®a^er bann

bie Dielen aJü^oerftäubniffe, bie ben Xe^t t)erbäc6tig mad^ten. ^n=

beffen aud^ biefeä fottte ein 33orgug fein; ®ino, fiei^t eä, orbnet

bie ^acta nid)t c^ronologifc^, fonbern nad^ „i^rer 9?atur" ; baburd^

ergebt er fid^ roieber über ben ©^roniften, rairb ^iftorüer. Sßenn

er in 2Bat)rt)eit eine fotd^e p^ere Slbfid^t l^atte, fo märe er menig^

ftenö i^rer 2lu§füi)rung nic^t gemadfifen geroefen. @r erjäf)lt j. 33.

(III, 35) t)on ^aifer ^einrid^s STnfunft in ^ifa (1312), bann

ron ber ©efanbtfd^aft ßubroigö oon ©aüotien nad^ ^torenj unb

beffen mdh^v mä) ^x\a. ^eber aJJenfd^ meint, biefe ©efanbtfd^aft

fatte in bie 3eit, wo ber ^aifer in ^ifa weilte. 2lber nein, ®ino

ßompagni ift, ol^ne ben ßefer gu benadiric^tigen, in baä '^ai)x 1310

jurücEgefe^rt, wo ber ^aifer fid^ nod^ in S)eutfd)Ianb befanb, um

bie ^acta nad^ „i{)rer SfJatur" gufammenjuftetten! Unb baö foll ber

gro^e ^ortfd^ritt uon ber ßfironi! jur ©efd^idite fein, ©o mu^ fid^

^ier unabtäffig ber trefflid^e Kommentator rühren, bie flaffenben

Süden ber (Srjä^lung mit ^ilfe üon SDocumenten, anberen ^iftorüern

ober SBal^rfd^einlid^feitäfd^lüffen auögufütten, bie neben unb burd^=

einanber gefc^obenen X^at\a6)en an it)ren Drt gu rüdfen, ober ben

oft faft fibt)ttinifc^en SluöbrucE be§ 5^erfaffer§ ju beuten, ber feinen

©ebanfen me^r oerbirgt atö offenbart. Unb wie im SlUgemeinen,

fo ift ®ino ßompagni aud^ in ben ©injellieiten bürftig unb t)er=

wirrt, fobalb fein 33eri(^t bie 3J?auern feiner SSaterftabt uerlä^t.

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