Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

$)a§ 14. Sa^r^unbert. 375

oI§ bcm raa^ren ©runbe: ,,2)a§ 9lnfef)ett ber ^toreutincr ging

fe^r hierunter, ha fie hnxä) i^kö)Un 9tat^ unb fd^lec^te p^rung

in fot(^cr Unternet)mung untertagen; ober eö gef(^a^ burd^ ®otte§

Urtt)eil, um ben ^od^mutt) unb bie geigige Unban!bar!eit ber ?^Io:

rentiner unb ifirer Dbrigfeiten gu bentütt)igen" (XI, 142). ®a=

l^er n)ieber{)olt er unter ben ©pri(^n)örtem unb ^JJoralfentenjen, raetd^e

er liebt, befonberä oft biefeä : „wen ©Ott üerberben will, bem raubt

er ben SSerftanb" (A cui Iddio vuole male gli toglie il senno).

9ia^ ber ec^t t)oIfött)ümtid^en 2lnf(^auung§n)eife fa^t er jebe§ UnqIM

als eine Strafe ©otteö, fragt ftetä fogteid^ nad) ber ©ünbe,

TOelcfie beffen 3oi^" f)ert)orgerufen l^at. Dft begeid^net er baä Unglücf

als ein steinigen (pulire, ripurgare) »on begangenen ©ünben unb

3Jliffetl)aten. ©egen ©übe feines 2ßer!e§ wirb er immer beooter

unb prebiger^after, raol^l burc^ ben ©influ^ beä 2llter§ unb be§

mannid^fad^en öffentlid^en unb prioaten ^rangfals. ^ie SBefd^rei^

bung ber großen Ueberfcfiroemmung t)on 1333 befd^lie^t er mit

einem langen ©ermon über ©ottes 3lttmadl)t, tocI^c er aus bcm

alten unb neuen ^eftamente erroeift, unb ber 9)?al)nung an feine

aJiitbürger, biefe grofee Kalamität als ein gerechtes ©trafgeridit ju

betra(^ten unb fi(^ ju beffern, unb giebt enblid^ no(^ in italienif(^er

Ueberfe^ung einen langen lateinifi^en 33rief ^önig ^lobcrts uon

5ieapel an bie Florentiner, eine ma^rliafte ^rebigt, noll oon ©teilen

aus ber ©(^rift, aus 3luguftin unb ©regor (XI, 2, 3).

©einer politifc^en ©efinnung nai^ ift ©iooanni ^ßillani, n)ie

feine ©tabt, entfc^ieben guelfifc^, ^ie f^^einbfd^aft ber £ir(^e, if)r

33annftral)l ^t, nad^ feiner 2lnfid^t, SSerberben im ©efolge, unb

fo erflärt er 9Jtanfrebs unb ©onrabins Untergang; bie S^iieberlage

ber ^ifaner bei 9J?eloria ift i^m bie fpäte, aber unausbleiblid^e

©träfe an berfelben ©teile, roo fie einft bie pm ßoncil nad^ 9f?om

fommenben ^rälaten aufgefangen t)atten (VII, 92). @r felbft

!ann juroeilen ein freies SBort gegen bie ßurie nirfit unterbrüiJen^

fügt aber meift eine 3Jiilberung ^ingu. ^a(i)'ozm er oon ber un=

geredeten Se^anblung gefproctien ^at, bie grate 3Senturino in 2lt)i=

gnon erfuhr, fagt er (XI, 23): „Unb bas ift ber Colin, ben bie

l)eiligen ^erfonen con ben Prälaten ber lieiligen ^irdie empfangen;

ober aber es mar red^t fo, um bie übermäßige @rt)ebung bes aJiönd^ä

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