Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

Umleitung. 25

^crfon sunt ©cgenftanbc ber $ßcrtt)eibigung§td^rift gu mad^cn unb

bamtt ben 3lnla§ ju itiaBtofem ©elbfttobe §u gewinnen, ©tefe be=

bcutenbe 3)?einung von bem eigenen SBertlie, üerbunben mit einem

eifrigen 33erlangen nad) 9iu£)m unb Beifall, wirb Qkiö) in biefen

3lnfängen wiffenfc^aftlid^en Sebenö bei beffen ^ßertretern fid;tbar.

@§ liegt barin bie begreifti($e Ueber^ebung beffen, ber naä) langer

geiftiger ^infternife §nerft unb mit aJiü^e einen ©dia^ von ^ennU

niffen erraorben l)at, unb in ber t)errf(^enben Untt)iffenl)eit bie

anberen tief unter fidi erblidt; bal)er ift e§ bie natürliche @m=

pfinbungsroeife ber 9tenaiffance, roie fie fpäter fo ftarf bei ben

^umaniften l)ert)ortrat. 9J?it roel(^en t)0(^tönenben SBorten mal)nt

ber 9Jiönd; 2llberid; ben Sefer §ur 2lufmerffamfeit für feinen

rlietorifd^en ^raftat, welcber un§) lieut' etmaö fo ©eringeä fi^eint,

unb bamal§ eine gro§e Seiftung mar: ,,®er neue 9leftar möge

nirgenb t)orbeiflie§en ; üon ^l)öbu§' ©tra^l berül^rt möge ber ©eift

Blumen l^eroorfprie^en laffen ; l)ier fliegt Sllberic^ empor, l;ier t)offt

er bie ^alme; l)ier möge ber ©egner f(^roeigen, üerftummen, be=

munbern, tjerbtüffen !" 2lnfelm ber ^eripatetüer rül)mt fid^, bafe

üon feinem Dfiamen ganj Italien ertöne, ba§ über feine 2Infunft

^ranfreic^ unb SDeutfd^lanb jubeln.^) 2luf feiner 9fieife an beö

^aiferö ^of präfentirte er fein SBerl mit einem @mpfel)lung§=

f($reiben feines ßel)rer§ 2)rogo in ben Stäbten, triumpl)irenb unb

33eifaü fammelnb. ^n einer 3]ifion, voeläje er gu 2lnfang be§

groeiten $8u(^eg befd^reibt, läfet er bie ^eiligen be§ ^arabiefe§ unb

bie brei SJiufen ber ®iale!tif, S^l^etori! unb ©rammatif um feinen

33efi^ ftreiten; er befinbet fic^ in ben elpfif^en ©efilben, in ©e-

fellf(^aft ber ©eeligen; aber bie 9)iufen fu(^en il)n gur D^üdfel^r

auf bie @rbe §u bewegen ; benn er ift i^r einziger §ort, il)re einzige

©tü^e unter ben 9Jienfd)en; fei er nid)t melir, fo merbe feiner

roieber aufftet)en, ber in biefen fünften itjm gleidie. 3>om Traume

ermad^t, ertoägt er, ma§> er beoorgugt l)aben mürbe, menn i^m bie

aBal)l freigeftanben l)ätte, bie ©efettfd^aft ber 9J?ufen ober bie ber

(Seeligen; am liebften mürbe er beibe jugleid^ genießen moHen;

einftmeilen, ba bie eroige ©lüdfeligfeit ^ienieben unmöglich ift, roät)tt

^) MerbingS '\ü(i)t SInfcIm felber feine ^rai^Iereien in bem Briefe an ©rogo

(p. 20) al§ blofe fd;crj]^aft l^injufießen; aber niemanb wirb il^m ba§ glauben.

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