Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

388 5:a§ 14. 3a^r^unbeit.

SDaö ganje 2ehen ber ^eiligen ift ein Seufzen naö) ber ^imm=

lifd^en ^rone; ber 2lufenthalt t)iemeben ift nur eine Verzögerung

i^reä ©lüdeö. Unb mit ben greuben biefer SBett raerben atte

men[cf)lid^en ^triebe unb ©mpfinbungen »erachtet unb vertreten, atte

33anbe gerriffen, roeld^e baä ^erj auf ßrben feffeln. ©ie liebt

ben 3fJädt)ften nur in ©ott; and) ii)re SJerroanbten liebt fie nur

in ©Ott, ift beforgt nur für baä ^eil i^rer (Seele, ^lire ^^amilie

lebt in SBo^lftanb; fie fle^t ©Ott an, i^r Slrmut^ §u geben,

ju größerem ^eile, unb il)r ©ebet ging in ©rfüttung. ©ie betet

ni^t für ha^ Seben i^reä fterbenben 3^aterä, fonbern freut fid)

feines Heimganges, ba fie bic ©eroifelieit feiner «Seeligfeit erlangt

^at. 2lud^ i^re aJiutter fuc^t fie auf bem Eranfenlager §ur ®r=

gebung in ben 2^ob §u bringen; aber bie gute j^rau mag lieber

nod) auf ©rben meilen. ®iefe aJiutter Sapa mit ilirem gefunbeu

ajienfcl)enüerftanb, ilirer järtlid^en ©orge um bie Sl^oc^ter ift eine

fpmpat^ifd^e ©eftalt ber Segenbe, ein erfrifclienbeä ©lement in biefer

rein fpiritualen äöelt, in meldjer bie ^fiatur ii)x^ (Stimme ni(^t er=

^eben barf. S)er ©Ott, meldten ßaterina ben ©ott ber Siebe nennt,

ift ein furd^tbarer ©ott, m^nn er biefeä grengenlofe Opfer oerlangt

aber jene erfd^recfenbe ©intönigfeit unb greublofigfeit ber ©fiftenj,

u)eld)e fie fic^ gefd^affen ^atte, erfc^ien i^r ni(f)t fo in ber oölligen

©ntäu^erung i^rer felbft, ber unablöffigen Slbforption burd^ ben

einen allgeroaltigeu älffett. 5)er Ijimmlifc^e Bräutigam lol)nt i^r

il)re Streue unb geftigfeit; fie glaubt mit i^m in oertrautid^em

3Ser!el)r §u fielen. @r erfd^eint i^r tröftenb unb ermutl)igenb

pfammen roanbeln fie in i^rem Kämmerlein pfalmobirenb auf unb

ab. 3" ßi"ßi^ 33ifion ftedft i^r ber ^eilanb ben 33erlobungäring an,

mie i^rer lieiligen S^amenöfdliroefter, ber Satl)arina üon Sllejanbrien,

unb, atten anberen »erborgen, bleibt il)r ber golbene Steifen an

i^rem i^inger ftetä fid^tbar, unb fpäter empfing fie, wie granciäcuS,

bie Sßunbmale, aber aud; biefe unfic^tbar.

3Bie ^omenicuä unb granciäcuö fann ßaterina eä fid^ nid^t

genügen laffen an ber eigenen Heiligung, unb auä ber anbäd^tigen

Stitte ber 3elle fenbet fie ß^riftuä in baä ©etriebe ber SSelt, t)ier

ju Reifen unb ju beffern. 3"^^)'^ §aubert fie; aber fie fann fic^

o^ne ^urd^t unter bie 3Jienfd)en roagen; benn fie trägt bie ^iüe

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