Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

392 ®a§ 14. Sal^r^unbert.

Sefer ben ©inbrud einer ungel^euren SOflotrotonic, bei ber 6eftänbigcn

3ßieber!el)r bcrfetben ©ebanfen unb 2Iu§brü(fe. ^n bem ©mpfinben

ber Söerfaffertn, in tt)rer ©timmung gießt eä feinen SBed^fel unb

fein ©(^TOanfen, tüeil bie 33erü^run9 ber irbifc^en S)inge aufgef)ört

"^at, fie immer nur boä eine befc^äftigt, @ott ©eelen gu geroinnen.

2)ur(^ alle Sriefe gct)t bie eine 9)kt)nung, bie eine einfache SDoctrtn

ber 9l§ceti!, aUe Siebe §u fic^ felbft unb ju ber Söett ju ertöbten

unb ft(^ unb alle ®inge nur in ©ott ju lieben. S)ie ©elbftüebe,

au§ ber alle Safter entspringen, legt ber 9Jienfd^ ah, inbem er fid^

felbft erfennt; fo ^a^t er bie ©innli(i)feit, einfe^enb, ba§ er nid^t

tft unb ©Ott allein roal^rtiaft ift. @r entäußert fit^ feines eigenen

SBittens, mit röttiger ©rgebung in ben SiMIIen @otte§, unb trägt

mit ^reuben alle irbifd^en ©rangfale. ®ie äu§ere ^önitenj unb

ba§ ^ehtt in SBorten ^ält ßaterina, roie fe{)r fie fie empfief)lt,

nii^t für bie ^auptfad^e; biefe ift rietmetir bie ©efinnung; bat)er

ift nad^ i{)rer 2lnfid^t au^ im roeltlid^en ©taube, in ber ®^e unb

im 33eft^e jettlid^er ©üter, bie Rettung möglich, obgleid^ gänjlid^e

©ntfagung ba§ ^ßollfommenfte ift.

^aä) 2lrt ber ^rebigt, bereu ^on fie in ben ^Briefen an-

fd^lägt, rebet fie gern in Silbern unb Parabeln, ©ie fagt: 33e;

fleibet eu(^ mit bem ©eroanbe ber göttlid^en Siebe, fd^mücfet eud^

mit ber ^erte ber ©ered^tigfeit, get)et ein in bie S^\ie ber ©rfenntni^

eurer felbft unb ber göttlid^en ©üte, leget vor hin Söeinberg eurer

©eele ben ^unb be§ ©eroiffeng, ber bellt, roenn fid^ ein ?^einb

näl^crt. Unb roie ber ^rebiger liebt fie e§, ba§ einmal gebraud^te

S3ilb feftgutjalten, in feine ©injetfieiten §u nerfolgen unb biefe al§>

t)erroenbbar für bie 2luälegung nad^juroeifen, unbekümmert babei

um bie größten Slbfonberlii^feiten unb ©efd^macflofigfeiten, für rceld^e

fie unb ilire 2ln^änger fein ©efül)l liatten. ^n bem 93riefe an

i^re 9?id^te S^anna (Lett. 356, Op. III, 738) Ijat fie ben 33er-'

gteid^ mit ben 5 flugen ^Jungfrauen gebraud^t ; bie Sampe ift unfer

iOer§; foroeit ift alles gut; aber fie bleibt babei nid^t ftel^en: bie

Sampe ift oben roeit, unten eng, fo foH e§ unfer ^erj fein, nad^

oben fic^ auäbreitenb mit frommen ©ebanfen unb beftänbigem

©ebctc, nad^ unten fid^ oerengenb gegen bie irbifd^en ®inge, bie

es oerfd^mö^t. Ober: ber ©o^n @ottc§, bag äßort, ift ba§ 33ud^

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