Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

?Petravca. 407

i^xdb tnüffen öffnen taffen, um fein @ebt($t l)tneinjutf)un. ©iefcö

max mvtli^ bie 9)te{nung ®e (Seoe'ö unb be§ Su($bru(fer§ 3)c

^^ournes, beffen 93rief uns über alle 3Sorgänge bei bem ^unbe

1fia(^rt(^t giebt. 2lber au^erbem ba^ bie Deffnung eines ©rabeö

in ber Kapelle einer frentben ^amiüe gu fo((^em S^^dt t)öd^ft

imn)a{)rf(^einU(^ ift, !ann auä) baö ©onett an fi(^ unmögli«^

t)on Petrarca fein; benn e§ ift eine gang elenbe «Stümperei.

3)iefe 33ebenfen mollte man jwar burcJ^ bie 2lnnat)me he--

fettigen, ba^ ein Slnberer im Dramen beä Siebenben ha§» @ebi(^t

»erfaßt t)abe; inbeffen ift berglei(^en um nid^ts glaublid^er; wer

l^ätte in Sloignon, bei ^etrarca'ä großer ßwrüdtialtung auä) gegen

öertraute ^reunbe, mit feiner Siebe t)inrei(^enb SBefd^etb geroufet,

lim fie ftatt feiner befingen unb, raie e§ in bem ©onette gefd^ielit,

^enau beren 3)auer angeben §u fönnen! Offenbar finb bie SScrfe

eine ^älfc^ung, unb fo wirb eö bie 9JlebaiEe geroefen fein; ®e

©eoe, ber burc^auä finben mottte, maö er fui^te, liefe fie uor ber

offiziellen Deffnung in ba§ ©rab tegen, mo fie bann freilid^ na^I)er

^önig %vani I. unb ber (Sarbinal ©aboleto unb fo niete anbere ^ö(^ft

glaubraürbige ^erfonen gefe^en l^aben mögen. 3ft ober bie @nt;

becfung beö ©rabeö ein blofeer 33etrug geroefen, fo nerliert bamit

^e ©abe'S ^ttbentifijirung ber ©eliebten ^etrarca'ä mit jener

Saura bc 9iooeö, meldte ^ugo be ©abe ^eirat^ete, it)re ©id^ert)eit

unb beptt ^öd^ftenä eine gemiffe 2öat)rf(|einlic^feit burc^ bie Ueber^

«inftimmung ber 5Daten unb be§ ^egräbniBortes in bem 2:;eftament

unb in ben S3emer!ungen ber ^irgilt)anbf(^rift, unb aud^ huxö) bie

alte 5£rabition, bafe Saura eine ®e ©abe geraefen fei.

Manä)t freili(^ t)ielten ®e ^ahi'§> 2lnfid^ten fc^on beöt;a(b für

irrig, weil e§ unmöglid^ festen, fidj bie ßaura, meiere ben ßan§o=

niere infpirirt t)at, aU nerl^eiratt)ete ^rau unb SJiutter non 11

^inbcrn ju ben!en; ba§ 3Sert)öttnife ^etrarca'g ju it)r mürbe ba-

mit, mie man glaubte, ein unpoetifc^eö, ja ein unmoralifd^eä. 2lber

€in fold^eä Urtl^eil grünbet fi(^ mieber, mie mand)e moberne S3e=

l^auptungen über ®ante'§ 33eatrice, auf eine 33ermengung ber 3eit=

alter unb it)rer ©itten, auf eine mangelt)afte 5lenntnife ber @po(^e,

in n)eld)er ber ^iditer lebte. Sßenn man raeife, mie im attgemeinen

bie in ber ^id^tung be§ 3)Jittelalterö befungene Siebe fid^ an »er*

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