Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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Giuleitung.

ift baä ^ui feineä 9Sirfenö. @r ift ein ^rebiger bcr Su^c, ein

rtt(ffid;tö(ofer ainHäger unb di\ä)Ux beä Safterö, oon toeld^em er

er]'(^re(fenbe ©emälbe entworfen \)at S)ie Söeltanfd^auung be§

mittelalterlichen 2lScetiömu§ finbet bei if)m ben büfterften 3luöbrucf.

(Sr glaubt baö ©rfd^einen bes 3tnti(^rift unb h^n Xao^ be§ jüngften

@erid)teä nic^t mel)r fern unb erfennt eö an ber n)acl)fenben S^er^

n)orfenl)eit ber 3)ienfd^en : „©orote beim ©türme," fagt er mit ener=

gif(i)em Silbe, „baä l)ol;e 9)ieer rut)iger unb gefa^rlofer ift, unb an

ben lüften bie 33ranbung fid) bäumt, fo foc^t je^t, ba baö @nbe

biefer Söelt ^eranna^t, bie menfc^lic^e Serberbnife gleic^fam gegen

il)r Ufer nnlber auf unb tl)ürmt bie SBogen ber 33egierbe unb beö

•Qod)mutl)ö empor" (Epist. I, 15).^ ^n feinen Su^prebigten, feinen

33riefen, feinen Straftaten !ämpft er unabläffig gegen eben jene

^einbe, n)eld)e ^^^apft ©regor ausrotten wollte, bie ©imonie unb

bie @^e unb 33ul)lerei ber ©eiftlic^en. ®ie Säffigen fu(^t er p

crfd)reden burd) @r§äl)tungen ron plö^lidien unb furdjtbaren 2^obe§=

fällen ber ©ünber, meldie nid)t mel)r 3ßit ^ur 9teue fanben, ober

burdj foldje üon SSifionen be§ ^enfeitä unb 2^obtenerfd)einungen,

meldte er mit gläubigem ©inne mieberljolt. ^aS Heilmittel gegen

bie finnlid)e 33erberbni^ ift i^m bie (£afteiung; er oert^eibigt unb

preift bie äußeren Uebungen, ba§ f5^aften, ©ttllfdiroeigen, bie .^nie^^

beugungen, vor allem bie ©ei^elung, ju bereu Sobe er eine eigene

©(^rift üerfafet l)at, unb roeld)e er in ben 5llöftern ju cerbreiten

bemül)t mar. 2)aä (Sinfieblerleben, meldieä fi(^ ganj biefen Uebungen,

bem ©ebete unb ber frommen 33etra{^tung Ijingiebt, ift nad; feiner

Slnfid)t für ben ^enfc^en ber 3wftanb ber pd;ften ä>ollfommenl)eit,

in meldiem bie ©eele t)om irbifd^en ©d^mu^e befreit roieber il)rem

Urbilbe ©ott äl)nli^er wirb.

2)amian ift mit ber profanen 33ilbung feiner ^dt üertraut,

citirt bie claffifd;en 2)id)ter, ^iftorifer unb ^l)ilofopl)en, bebient fid^

ber ©diulbialefti! in feinen polemifd^en ©ct)riften. 2lllein biefeä

3Biffen ift bei ii)m ftreng einem l)ö^eren untergeorbnet, unb er |at

bzn berühmten ©a^ auögefprodl)en, ba| bie ^^itofop^ie bie 33Zagb

ber ^tieologie fein foll: ,,2)ie menfd)li(^e äßiffenfc^aft," fagt er,

„wo fie auf bie 33e^anblung f)eiliger ©egenftänbe angeroenbet mirb,

fott fid; fein £el)ramt anmaßen, fonbern mie eine 3J?agb ber Herrin

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