Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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^Petrarca.

titulo Mstoeilen burc^ bie breite etraaä oon i^rer SSirffamfcit mx-

(ieren, erfd^cinen f)ier, befonberö in bem ©onett Fiamma dal ciel

SU le tue trecce piova, in wenige t)erbe unb !raftoolle ©ä^e 5U=

fammengebrängt, benen man bie tiefe innere Erregung beö S5id;ter§

anmerft.

^nbeffen ber religiöfen 2ln[(^auung beö aJlittelalterö genügte

bie blo^e ©löubigfeit unb ?^römmigfeit nid^t; fie fe^te ni(^t allein

bie {)immlif(^en 3)inge über bie irbifdien, fonbern njoHte ben (enteren

überhaupt feinen ^(a^ neben jenen einräumen; raer ben ^immet

erobern wollte, mufete bie äßelt üerad^ten. Siefe Ueberjeugung

tiieilte auö) Petrarca ; allein fie geriet!) bei i^m in 3Biberftreit mit

ber Einlage feiner -Jiatur unb ben begierig oon it)m aufgenommenen

^beeen ber Sitten, meldte bie @rbe liebten. S^erft gab er fic^

oöEig feinen Steigungen t)in; aber bann folgte eine lange ^eriobe

beö ^ampfeg unb be§ ©dimanfenö, in meldier jmei SBeltanfc^auungen,

in meldier Fimmel unb ®rbe in feiner SBruft mit einanber ftritten.

©eine 33ernunft oerbammte bie irbifi^en Sßünfdie unb 33eftrebungen

aber ^^antafie unb ©innlii^Mt hielten il)n feft mit ben üerloden^

ben 33ilbern ron bem ©lange unb ber ^reube biefer SBelt; eä

fämpften in il)m ber SJJenfd) unb ber Sid)ter gegen ben 3löceten.

@r nannte ben S^iutim einen iQaud^, einen ©chatten, ein Md^tö, unb

boc^ t)at nie jemanb ben Siuljm met)r geliebt als er; er f($möt)te

in feinen 2:^raftaten bie ?^rauen, unb befang Saura in feinen Siebern

in bemfelben 3ö^re, in TOel(^em er ba§ 58uci) De Vita Solitaria

begann, f(^rieb er bie ©anjone: Ben mi credea passar, unb au§

biefem ober bem fotgenben '^a^x^, roo bie mönd)ifd^e ^rebigt De

Otio Religiosorum angefangen morben, ift bae ©onett : Qual mio

destin. „^o^ ift mir ni($t baö britte ^atir »erftoffen," fo fd^rieb

er 1335 an 2)ionigi ba 33orgo ©. ©epotcro (Fam. IV, 1), ,,feit=

bem jene oermorfene unb fd)ted^te SfJeigung, meldte mid; gang befafe

unb allein ot)ne SBiberfprud) in meinem ^er§en gebot, eine anbere

gegen fie an!ämpfenbe neben fid^ ju l)aben begann, unb jmifi^en

biefen beiben bauert feitbem auf bem ^ampfpta^e meiner ©ebanfen

bie t)eftige unb aud) je^t nocf) unentfc^iebene ©dl)lac^t um bie ^err =

fd^aft beö einen ober beö anberen Tlm)

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