Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

«Petrarca. 459

©djriften beö tieil. 3lu9uftinu§ (efe, fo fd^eine cö i^m biörociten,

ai§> 06 er a\i§, einem tiefen ©(^lafe erroad^e : „ainx burd) bie brüdenbe

Saft be§ fterblid^en 2^§eilö fallen meine 2lugenliber roieberum ju,

unb üon neuem erroad^e i^ , unb von neuem fci^lafe id; roieber ein.

9Keine S^ieigungen fc^manfen, meine 3Bünf($e ftreiten mit einanber,

unb, inbem fie ftreiten, jerfleifd^en fie mi(^." ©0 fämpfe in i^m

ber äußere SJJenfd^ gegen ben inneren, unb, mznn @ott nid^t fielfe,

fo roerbe ber erftere fiegen. Unb im folgenben ^a^re marb fein

natürlicher ©o^n ©iooanni geboren, unb ungefäl)r um biefelbe 3eit/

wo er feine Dialoge mit bem (leitigen Stuguftin abfaßte, mu§ feine

^oc^ter ^ranceäca gur Sßett gekommen fein. 33ietteic^t mar eö then

bie Jieue über jene ^et)ttritte, metd^e fid^ in ben 5«orten be§ Sriefeö

an ©iacomo (Solonna auäbrüdte, unb i{)m t^eilmeife bie 2tnregung

äu ben Dialogen beä Secretum gab. 9luf fold^e (Siege ber irbifd^en

S^riebe folgte bann um fo Iieftiger bie 3fiea!tton, bie @eroiffen§biffe

unb ©elbftanflagen, bie Uebertreibungen ber eigenen Sd^ulb. 2)ie

angftüollen ©ebanfen be§ ^obe§ »erfolgten il)n ; er fud^te fid^ oor=

Jubereiten, ftd^ an bie ^htt gu gemölinen. ®e§ '^a6)t§>, wenn il)n

jene 33orfteIIungen l)eimfuc^ten, brachte er feinen Seib in bie (Stellung

ber ©terbenben, oergegenraärtigte fic^ baä 9Zal)en ber legten Stunbe

unb bie 2lgonie felbft; aber anftatt 33erul)igung unb ©rgebung ju

finben, fprang er fc^redfen erfüllt oom Sager empor (Secretum, p. 380).

©liebem l)atte er fic^ im fül)nen ©elbftoertrauen ber 3«genb ben

35id^terlorbeer rom (Sapitot geI)olt; 9 ^afire fpäter (1350) ging

er von neuem nac^ 3fiom, aber in anberer 3lbfid)t; er maUfa^rtete

Sum ^irctienjubiläum, unb feine Sorge mar boö §eil feiner ©eete.

©eit biefer 3eit »ermod^te er, roie er fagte, feiner ©innlid^feit

§err gu merben; in feinen 33riefen unb ©djrtften geroinnt baä

religiöfe ©lement einen immer größeren diaum. 9tber, I)alb un^

beraubt, bauerte ber a\U Söiberftreit fort. (Sr laä bie ^ird^cn=

oäter, aber oernadjlöfftgte bod^ aud^ nid^t bie alten 3lutoren; er

»erachtete bie ®rbe, aber berounberte bie römifd^e @rö§e; er be^

mütl)igte unb erniebrigte fid^ ; aber er !onnte e§ ni^t ertragen, ba^

man feinen 9iu^m antüftete ; er füllte feinen a§cetif(^en Straftat De

Remediis mit claffifd)er ©rubition; er fd^rieb (Sen. XV, 4):

Ibemiiiii ut in plurimis verus est diabolus, unb bod) oerfa^te er

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