Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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©iuleitung.

unb bem SSotfe gnäbig §u mai^en. ^ener foll bte trbifd^cn ^änbcl

mit ber 'ilQaQi ber @ere(^tig!eit entfd^eiben, biefer ben ^urftenben

baö Söaffer beö l^immtifd^en Söorteö barreid^en." @o fi^rieb er an

ben jungen 5laifer ^einri(^ IV., inbem er it)n ermaiinte/ ben @egen=

papft ^onoriuä gu rernic^ten (Epist. VII, 3). §ier befinbet fic^

2)amian nic^t ganj auf bem ©tonbpunfte ^ilbebranbö; er befa^

nid^t jene eifeme ßonfequens unb UnbeugfamMt, meiere er an feinem

großen g^reunbe berounberte, roenn er tt)n mit bem 9iorbroinbe »er;

gtid^ unb ii)n einen ,,{)eitigen ©atanaö" nannte. @r felbft ift leidster

geneigt, baö S^ieid^ um ^ilfe bei ©ditid^tung Ürd^lid^er ©treitigfeiten

anprufen, unb ber 33orrang, ben er freiließ bem ^apfte fiebern

miß, ift nur ein folc^er ber @^rfurd^t. 3lber er erlebte eben axi^

ni(^t me^r bie iieftigfte ^t)afe be§ Kampfes unb t)ielt bie liebevolle

©inigfeit ber beiben ©eraalten für möglich, raeld)e gemeinfam auf

bie beiben üerfd^iebenen Söeifen baä 9}tenfcl)engef(^led^t leiten follten.

2öie in ßl)riftu§ ^rieftertl)um unb ilönigt^um »erbunben waren,

fo foll e§ burc^ ba§ 58anb ber gegenfeitigen Siebe bei ben ert)abenen

^erfonen be§ geiftltclien unb raeltlid;en ^errfd^ers gef(^el)en, ha^

„forao^l im ^apfte ber £önig, als im Könige ber ^apft entl)alten

fei, unbefc^abet jeboti) ber ^rärogatiüe beä ^apfteä. ... @r, mie

ber 5ßater, fott immer nad^ oäterlii^em S^ed^te ben 33orrang erl^alten,

unb ber £önig roie ber einzige ©o^n in ben Umarmungen feiner

Siebe auörulien" (Disceptatio Synodalis, ©c^lu^). 2)iefe Unob=

l)ängig!eit unb ©inigfeit üon ^ird^e unb diü^ blieb ba§ ftetä uner^

rei(^bare Sbeal beö 9Jiittelalterö.

©amianö efftatifd^e 9ieligiofität fuc^te i^ren Sluöbrucf aud^ in

poetifd^er gorm; in feinen ^rimnen bebient er \i6) mit Seid;tig!eit

unb ©efd^icE ber antuen 3)Zetren, häufiger aber oerraenbet er bie

9^l)ptf)men unb näliert fid^ babei aud^ burd^ bie @infacC)l)eit ber

@efül)löäu^erung bem t)olfätl)ümlidl)en S^one. ©inige biefer Sieber

finb t)on mirflid^er bid^terifc^er S($önl)eit, nor allem ber ^pmnuä

De Gloria Paradisi, roeld^er bie g^reuben ber ©eeligen in flang=

üoEen 3[^erfen mit reid^en unb roarmen färben malt, fo roie fie bie

populäre ^liantafie oon ben föftlid^ften !Dingen ber ©rbe hernimmt.

3roei anbere Sttitiener biefer ^dt, beren 3'iamen roie ber 2)a=

mianä ju ben gefeiertften ber mittelalterlid^en SBiffenfd^aft gel)ören.

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