Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

470 ^etrarca'§ (Janjontere.

Unb bonn l^alten t^n jene bciben 3luöen gefeffelt, unb tf)n ju

befreien oermag nid^t Sift no^ ©eroatt. Broifc^en sroei flippen

finbet er \iä) mit feiner ^ä)xoaä)en Sarfe; er ntöd^te ben 3luön)eg

furfien unb fann nic^t, unb gteid^t bem, roetd^er ben ^ob träumt,

unb fid^ üerttieibigen roill unb »ergeblic^ fid^ abmü{)t. " 2)ie 2öat)ri

l^eit fennt er root)!, er mei^ mo^, bafe man etroaS ^rbifc^eö nid^t

mit ber Eingebung lieben borf, bie ®ott attein sufommt. 3lber

feine SSernunft oerirrt fid^, von ben ©innen mit fortgeriffen , unb

bie otte @en)o|)nl)eit iä^t iJ)n nid^t [o§, unb jeneö oerfüiirerifd^e Silb

f)ä(t it)n feft, ba§> in feinem ©eifte gebietet.

@r benft jurücf an bie 9ieife feines 2them unb an jenen

^un!t, wo er bie gerabe ©tra^e oertieB, bie sum §afen fü^rt ; er

empfinbet ©d^am unb möchte gu i§r jurücEfe^ren unb fann eö nic^t

E dair un lato punge

Vergogna e duol, che 'ndietro mi rivolve;

Dali' altro non m'assolve

Un piacer per usanza in me si forte,

Ch' a patteggiar n' ardisce con la morte ^).

2)iefe§ ift ha^ intereffante pfpd^otogifd^e ©d^aufpiet, metd^eä

un§ bie (Sansone barftettt. ^iht ©troplie ift ein aWeifterroer! ; ba§

eine ber beiben entgegengefe^ten ©efü^le entftel)t unb raäc^ft unb

entroidfelt fic^, unb bann tritt it)m ba§ anbere entgegen unb befämpft

eö, inbem es jenen 3"ftonb ber Unentfd^ieben^eit, be§ ©d^roanfenö

befielen läfet; ber ^n^ait beö Secretum ift t)ier ^oefie geworben.

@ö erfc^eint ba§ ©lüdE ber @rbe, ber 9tut)m, bie ©ü^igfeit, meldte

von ben Slugen ber ©eliebten auäget)t, unb atöbatb fe^t fid^ ii)nen

ber ©ebanfe beä ^obeö unb ber ©roigfeit entgegen unb lä^t ifm

erfennen, ba^ aUeö jenes eitel ift; bie ©ee(e ert)ebt fid^ su ben

^immlifdien fingen, unb es fe^ren bie faum oertriebenen ttieuren

Sßorftettungen jurüdf, um fie roieber auf bie @rbe l^erabpjieiien

Ne si ne no non suona mal intero. @s ift ein emigeS SSoHen

unb^ niemals können, unb bie @ntmut{)igung pftegt fidf) am @nbe

ber' ©tropfen in einem berounbernSroürbigen ^erfe auSjubrüden,

*) „Unb Dou ber einen ©eite ftad^elt ©d^am unb ©d^merj, bie mid^ rüdf=

n)ätt§ roenben; oon ber anberen lä^t mid^ nid^t Io§ eine 8n[t, bie burc^ ö^e-

rool^n^eit fo ftarf in mir ift, ba^ fie eä roagt, mit bem jTobe ju martten."

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