Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

(Jinleitung.

€{)roin!, roetdie nur bte ^octa oneinanberreitit, p einer ^m\t her

©efd^ic^tgfdjreibung überguge^en, finben n)ir jum erften 3}?otc in groei

Heineren ©d^riften oon Florentinern am ber erften ^ötfte beö

13. ^Qt)rl;nnbertö, nämlic^ in ©anganome'ä Gesta Florentinorum ^),

unb in bcö unö fc^on bekannten 3Jieifterö 33oncompagno De Ob-

sidione Anconae über. 2) 2)Q§ ^orbilb, bem man nac^ftrebt, ift

natürlid) aud) ^ier roieber bie ctaffifc^e ^unft. ^as grammatifc^-

r^etorifdje SBiffen, roeldöeä man in ben ©deuten erraarb, roirb auf

bie @efd)id^tsfd)reibung übertragen, ©ansanome iäU feine ^erfonen

n)o^(gefe^te ^runfreben galten; fo fpri($t 3. 33. im Kriege gegen

l^iefote ein ebter Florentiner gu bem oerfammelten ^tati)^ unb ben

(Sonfutn, erinnert fie on bie großen 3]orfaf)ren, an bie ^flii^ten,

roelc^e il)nen bie römifc^e Slbftammung auferlege, unb unter ben

giefolanern erl)ebt fid^ ein red^täfunbiger 3Kann, gemal)nt fie an

bie rul)mreic^e ^erfunft oon jenem ^taluö, bem ganj Italien ben

3^amen oerbanfe, an baö l)ol)e 2llter ber 6tabt, an ben tapferen

ßatilina, u. f. m. ^n biefen fingirten 9?eben bienen bie l)iftorifc^en

^l)atfac^en jum ©toffe für bie ©tplübung, toie man in ben ©deuten

geroölmt mar, Briefe unb Dieben über politifd)e 2:i)emata ju ent=

werfen, fie 5^aifern unb ^äpften in ben 9)Iunb gu legen. Stttein

bei bem ©treben nac^ einer literarifd^en ©arftellung, raeldje nid;t

auä bem ©egenftanbe fetber erroac^fen, fonbern il)m äuBerlid^ über-

gejogen ift, leibet baö %afti^ä)i, meil e§ fid^ nid^t immer bequem

in biefe formen fügen miH, unb ber ^eric^t wirb moger, lücfentjaft

nnb abftraft. Soncompagno l)at fid; t)on üornl)erein einen eng

umgrenzten ©toff geroälilt, meldier in befonberem ©rabe ©elegen{)eit

pr 2lnbriugung rlietorifd^en ©c^mudfeä barbot, nämlic^ bie l)eroifc^e

^ertl)eibigung ber 3lnconitaner, alä fie 1174 non ©r^bifc^of 6l)riftian

oon 3Kain§, g^^iebrid^ö I. Rangier, belagert rourben. (Sin ©reiö

in 2lncona, ber gried^ifc^e ©efanbte, ©uglielmo 3)Zard)efelli t)on

Ferrara, bie ©räfin t)on Srettinoro galten, um ben 9)Jutl) ber

Sürger anzufeuern, lange Sieben, oerbrämt mit Silbern unb ©en*

tenjen. ©er @rei§ beginnt mit ben SBorten: „2^ rufe eud) auf,

') O. ^artrotg, Quellen und Forschungen zur ältesten Gesch. der

Stadt Florenz, 1 (Warbuvg, 1875).

2) ajluratort, Script. VI, 925 ff.

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