Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

©mleitung. 43

reid^§ ©icilien huxä) ^einrid^ VI. ©§ ift eine bombafttfdie Sobrebc,

Toctdie ben ^aifer nid^t blofe ßäfar unb 2Iuguftuä, fonbern anä)

S^upiter unb donatio ober ©ol nennt, ja i^n mit 6f)riftug nergleic^t,

unb feine ©raufamfeiten ai§> 3l!te ber ©ered^tigfeit preift. 2)en

©d^tu^ bitbet bie feroite Sitte um ein ©efd^enf, inbem ber 3Ser=

faffer bem 5^aifer fein Sud) überreid^t; biefe 33etot)nung fc^eint er

in ©eftalt einer 9Jiüf)le ju ©boti erEialten ju i)a6en. @r fd^rieb

jn)ifcf)en 1194 unb 1196, geigt nid^t geringe Sefanntfd^aft mit ben

9llten unb 33et)errfd^ung von ©prad^e unb Sero, wirb aber in bem

Streben nacEi bem ©rl^abenen unb Sebeutenben oft fc^roerfäHig unb

bunfet.^)

@röJ3ere 2lufmer!fam!eit oerbient ein biba!fifc^eö ^oem, meld^eö

fi(^ im 9JJittelalter üielen Seifallö erfreute, in ben grammatifd^en

©deuten getefen unb fpäter in baä ^t^iKenifd^e überfe^t marb, bie

Elegia de Diversitate Fortunae et Philosophiae Consolatione

üon ^enricuä ^auper ober ^enricuä ©eptimettenfis, mie er nad^

feinem Geburtsorte ©ettimello bei glorenj genannt mirb. ®er

Serfaffer ift auä einer glüdftid^en Sebenölage in 2trmut{) unb ©lenb

gerat^en unb fud^t ^roft in ber 2Bei§f)eit, meldte er bereinft in

Bologna fennen gelernt i)at. ^n bem @ebid)te ftagt er über fein

3KiBgefc^icf unb bie Unbeftänbig!eit ber ©(ücfggöttin ; biefe erfc^eiut

if)m, unb er ftreitet mit i^x o^m Serföt)nung. 2)a erfd^eint bie

^t)ilofopl^ie, begleitet uon ben fieben freien fünften, unb mad^t il)m

Vorwürfe megen feiner ^teinmüt^igfeit. S)ie ©ituation ift bie näm=

ti(^e, roie in bem berühmten Sud^e beö Soetiuö ; oon il)m l)at ber

StHtor bie ^bee feines ©ebiclites erlialten, rerfälirt aber im ®in=

seinen felbftänbig. SO^erfmürbig ift bie geringe d^riftlid^e Färbung,

mel^e bie aJioral bei ^enricuä befi^t ; nur flüchtig roirb §um Ser=

trauen auf bie @üte @otteö gemal^nt (IV, 55)

; im Uebrigen beftel)t

ber ^roft ber ^l)ilofop^ie in ber ^inroeifung auf bie not^menbige

Söanbetbarfeit beä @lüde§, auf ben 3fiut)m unb bie @l)re, meldte

bie ©tanbl)aftigfeit bringt, auf bie Gefahren, benen man in er^o;

bener ©tellung ausgefegt ift, unb nic^t in ber iQoffnung auf Sot)n

^) Des Magisters Petrus de Ebulo Liber ad honorem Augusti,

l^erauSg. oon (Jb. SSSinfelmann, Seipjig, 1874,

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