Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

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Einleitung.

raarb, ift oft au^ eine ©tettc bcö ©anteerflöferö ^acopo beöa

Sana (§u Paradiso, 20, 61) angefütirt toorben, welche, rciefo üielcö,

auö feinem Gommentar in onbere übergegangen ift. ^n einer

tobpreifenben ©d^ilberung von ^önig 2öiti)elmö beö ©uten §of in

Palermo erroäl^nt ^acopo ba auc^ ber treffüd^en ©id^ter unb

©änger, reelle fid) bort gufammengefunben l^ätten. 3«^effen ba§

e§ Italiener, unb nid^t etwa ^ranjofen ober ^rooensolen geraefen,

roetc^e an jenem normannif(^en ^ofe fangen, baüon fogt er nid^t§,

unb wenn er eö fagte, fo wäre e§ bo(^ raunberlid^, bie 3lutorität

eineö S)anteer!lörerö t)öf)er gu ad^ten atö bie ^ante'§ felbft, ber

in feinem 33ud^e de eloquentia vulgari t)on biefen S)id^tcrn

m6)U TOeijs.

SlHerbingä ift e§ ganj ric^ti^, menn man fagt, ba^ bie ®id)tung

einer 9lation nid^t plö^Ii^, unb nid^t mit ber @pod^e mirfüd^ an-

fange, roo bie erften ^enfmöter an ba§ S^ageätid^t treten. 3)aä

$ßot! |at geroiB aud^ fd^on üor^er gefungen, unb oud^ in Italien

mögen ^olfslieber bereits beftanben t)aben; allein eö ift ein Unter=

fd^ieb groif^en fotd^en unb einer ftetigen literarifd^en ©ntroidfelung,

unb bie Siteraturgefd^id^te fann fid^ -bod^ nur mit hen mirfliefen

SDenfmölern befd)äftigen, nid^t mit üagen SSermutfiungen über ba§,

roa^ etroa rorljer fein mochte, unb moüon unö feine ^unbe oer;

blieben ift.

3Benn bemnad^ bie feit lange gefprod^ene romanifc^e (Sprache

in ^taikn erft fo fpät jur literarifdien ^^erroenbung gelangte, fo

erflärt fi(^ baä eben burd^ jenen ftarfen ©lafficiämuä, raeld^er l^ier

atte 3Serl)ältniffe beä Sebenä ju bel)errfd^en begonnen l;atte, unb

beffen ©influB üon üornlierein ben ©ang ber italienifd^en Siteratur»

gefd^ic^te beftimmte. 5[)a§ Sateinifd^e mor l)ier gegenüber bem neu

au§ il)m entftanbenen ^biom möd^tiger atö anberärao, unb e§

bauerte lönger, e^e fid^ biefes an bie Deffentlid^feit lieroonoagte.

©0 mie man fic^ alö 9f?acl)fommen ber alten 9?ömer füllte, he-

trad^tete man aud§ bie ©prad^e Stoma alö bie mal)rl)afte italienifd^c

©prad^e, u«b bie anbere, meldte man rebete, als eine blo^e

Korruption jener, gut für ben Sßerfe^r unb ben alltäglict;en ©ebrau^

aber nid^t ^um 2luöbrudfe ber p^eren geiftigen ^ntereffen. ©§

war biefeö ein SBorurtl^eil, meld^eä lange 3eit fortbeftanb, meld^eö

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