Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

J)ie ©icilianifd^e ©id^terfd^ule. 57

3n ©tcitien bauerten nod^ bie fegen^reic^en SBirfungen ber

etiemaügen arabifc^en ^errfd^oft fort in bem 2Bo{)lftanbe unb ber

(Siüiüfatiou beö Sanbeä, unb j^riebri(^ II. war bemüt)t btefen

btü^enben 3uftanb feincö ilönigreic^g §u ermatten unb ju förbern.

©eine neue ©efe^gebung (bie ßonftitutionen von 9)?elfi), wenn fie

bie abfotute @eroa(t be§ ©ouoerän^ fteigerte, fci^ränfte bafür bod^

an^ bie Wiaä)t be§ unrul^igen ^eubatabefä ein, forgte für Drbnung

unb ©ered^tigfeit, roetd^e mit Strenge gef)anb^abt n3urbe. @r I)atte

ba§ (ebenbigfte ^ntereffe an roiffehfc^aftli^en Seftrebungen unb

erregte burd^ fein glänjenbes Seifpiet, n)ie faum eine anbere ^er=

fönlic^feit beö 3)iitte(Qtterä, attentfialben ben 2)rang naä) Silbung.

@r grünbete bie Uniüerfität SZeopet (1224), fammette in feiner

33ib(iotf)ef niete arabifd^e unb gried^ifd^e 9}ianufcripte , unb tiefe

fotd^e in ha^ Soteinifd^e übertragen. Überfe^ungen oon ©c^riften

beö 2lriftote(e§, roetdje oor^er im 2tbenbtanbe unbekannt gemefen,

unb üon anberen ^t)itofop^en fonbte er an bie ^rofefforen von

33ologna, bomit fie biefelben, neben ben fd^on früt)er benu^ten

pt)itofopt)ifcE)en Sßerfen be§ 3tttertt;um§, in it)ren 33ortefungen er-

flärten, unb fo öffentlid^ befannt maä)kn, unb eö ift fc^ön in bem

biefe ©enbung begteitenben S3riefe §u fe^en, roie ^riebrid^ bie

f^örberung^ber 9Biffenfd)aft a(§ eine ^flid^t be§ §errfc^er§ neben

feine anberen 3lufgaben ftellt (Epistolae Petri de Vineis, III, 67).

2lm §ofe be§ ^aiferä btü^te bie 9it)etori!; feine Mnifter

unb ^Beamten, befonberö ber tiernorragenbfte unter itmen, ^ier

bella, 23igna, maren 9}leifter in ber ^unft beä ©piftotar» unb

Ur!unbenftt)(ö, meldte man bamalö fo eifrig pflegte. 3ßii9"iB

baüon giebt eine ©ammtung non ©d^riftftüden, namentlich fold^en

^riebrid^S II., raeldfie ben STitel ber 33riefe ^ier bella 33igna'§, in

manchen ^anbfd^riften paffenber ben ber Summa Magistri Petri

de Yineis ober Summa Dictaminum füf)rt, ba e§ eine ber

üblichen §u ©tplmuftern beftimmten Srieffammlungen ift. @§ §eigt

fic^ ^ier, im ©egenfa^e ju ber @infad^l)eit, meldte noc^ bei Son=

compagno unb anberen t)errf(^t, ein offenbares (Streben nac^ ber

^ütte unb älkieftät ber lateinifd^en ^eriobe; aber man mar bap

nod^ ungefc^idt, unb fc^uf ftatt beffen eine fc^roerfäflige, gefd^raubte,

bunfele unb hahti nielfad^ barbarifd^e SDiction in langen, t)er=

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