Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

SDie «©iciltanifd^e SDid^tcrfd^iiIe. 59

nien, weld^e in her Jicnaiffanceseit Sei ben ©ebilbeten attgemeiti

warb. &tQin bte aJiufetmönncr mar bcr ^aifer tolerant, ja

freunblid^ gefinnt; eine 2lbtf)eitung ber farajenif^en ©olbtruppen

üon £ucera begleitete boä ^reuj^eer in baä tieilige 2anh ; mit bem

©ultan von 2leg^pten ftanb f^riebrid^ in nat)er 93e§iel)ung, im

Sünbniffe; er fenbete an ilin mat^ematifc^e Probleme, bamit er

tl)m bie Söfung üerfd^affe; er richtete an bie ®elel)rten beä Dftenä

unb SSeftenö gemiffe metapl)t)fi|(!^e unb tl)eotogifd^e fragen, bie

unö in il)m beutlic^ ben ©ceptifer seigen, unb raetdie üon 3bn=

©ab'in im 2luftrage beö Kalifen 9^af(^ib in ßeuta beantwortet

TOurben.^) 9JIan mag bal)er aud^ groeifetn, ob e§ il^m fpäter mit

feinem SBunfc^e, einen großen ^reu^jug p unternehmen, mit feinen

klagen über ben 3Serluft beö l)eitigen ©rabeä ganj crnft geroefen

fei, unb ob er nic^t bamit nur einen Strumpf gegen hzn ^apft

ausfpieten mottte, welcher i^m bie 3lu§fül^rung feiner frommen

©ebanfen unmöglich machte.

33ei biefer gemaltigen ^erfönlid)feit, meiere auf bie 3^^* einen

fo tiefen ©inbrucf mad^te, geigt fic^ allenttialben eine gro^e 9le^m

lic^feit mit ben orientalifd^en ^errf(^ern, in feinem SBiffenöbrange,

in bem 2lbfoluti§mug feinet 9ftegiment§, in ber 3tüclfid^tälofigfeit

bei SSerfolgung feiner potitif($en B^^ecfe, in ber aJJifc^ung von @bel=

mutl^ unb @raufam!eit, ber (Srbarmungölofigfeit, mit ber er feine

treueften 2öer!jeuge, mie ^ier betta ^igna, jertreten fonnte, fobalb

er Slrgmo^n fc^öpfte, enblic^ aud^ in feiner ©innlidlifeit. 2^n unb

^önig 5Roger l)at 2lmari (III, 365) treffenb i due sultani battezzati

di Sicilia genannt. ®en ©liriften be§ Sßeftenä erfd^ien fein ^of

mufelmännifc^; er geigte ben £uju§ be§ Orients unb beffen lo(fere

©itte; griebrid^ ergö^te fid^ an faragenifd^en Pantomimen unb

Sängerinnen, t)atte einen ©erail in Sucera unb ^ielt ®unuc^en, oon

benen er mit eiferfüc^tiger Strenge feine beiben legten ©attinnen

ben)a(^en lie^. Unter feinen 33orgängern mar an biefem ^ofe nod^

arabifc^ gebid^tet morben; aber in ber älteften italienifc^en ^oefie

fud^t man rergeblid^ nac^ ©puren eineö arabifc^en ©influffeä,

roeld^er bamalö gegen ba§ l)o§e Slnfelien be§ prooengalifd^cn SJiinne-

gefangö nid^t mel)r auffommen fonnte.

1) 3lmari, 1. c. p. 702.

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