Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

SDie ©icUianifd^e ©id^terfd^ule. 63

Ed ö fidanza che lo meo servere

Aggia a piacere a voi che siete fiore

Sor l'altre donne e avete piü valore,^)

2Bo ift in biefer banalen Sobpreifung etraaä oon bcr ^nbiois

bualität ^riebric^s? SDie ^erfön(i(^!eit beö ®i(^terä oerfd^toinbet,

unb eö wirb faft gleid^giltig, ob biefer ober jener 3^ame an ber

©pi^e ber Sieber fte^t. S)aö ßeben ber SSerfaffer raar oft fo bunt

unb ftürmifd}, fo »oll oon ^oefie ; aber in if)re 3]erfe ift nid^tö baoon

übergegangen, roeit fie m^ einem gemeinfamen Xv)pn^ bic^teten,

ber mit it)rer eigenen ©mpfinbungSroeife nid^ts ju tt)un l)atte.

3n ben unö erf)altenen Siebern füblic^er 2)i($ter gef)t bie

t)Zad)al^mung ber prooensalifd^en ^oefie, wie fic^tbar fie überall fein

mag, bod^ nur feiten bi§ ^u birefter ©ntle^nung, unb auc^ biefc

finbet bann nid^t ot)ne ftarfe aJiobificationen ftatt. SBeit öfter

treffen wir auf ©ebanfen, welche unö aus ber prooensatifc^en

Sprif mo^lbefannt finb, ot)ne ha^ fie bo(^ einem beftimmten

Originale entlel)nt gu fein brauchen. @ä finb ©emeinplä^e, welche

jebem im ©ebäd^tniffe maren, unb bereu er fic^ nac| Sequemlic^feit

bebiente, mie 5. S. wenn fon)ot)l bie ^roubabourä alö bie ©icilianer

fo oft bett)euern, fie wollten lieber il)rer 2)ame auc^ ol)ne jeglid^en

Sol)n bienen, alä uon einer anberen bie l)öc^fte @unft erlialten,

ober fie mottten nid^t gürft, nic^t ^önig ber 2öelt fein, foUten fie

barum i^re 2)ame oerlieren. 33on folc^en ©emeinplä^en ift bie

ttltefte italienifd^e Sriri! üott ; nicbt alle mögen fie auö ber ^roüence

flammen, unb §u ber aJZaffe conoentioneller ^te^n mögen aud§ bie

Italiener neue Seiträge geliefert ^aben. ^m ©anjen aber ift bei

il)nen, raie eä fid^ oon 9^ac^at)mern erwarten läBt, ber ©ebanfem

freiö ein engerer geworben, ba fie burd^auö nid^t alle ©lementc

^) „Züä)ti%Uit gebet il^r mir, trefflid^e ^errin, unb mein .^erj neigt fid^

immevbar vox eud^. Söenn iä) mid^ neige, l^abe iä) ©niiib baau in fo Iieb=

retd^em (gute, roeld^eS id^ nid^t aufhöre ju l^offen; benn td^ benfe nod^ bereinft

mein ^erj ooH greube unb alte meine Hoffnung ju l^aben, roeld^e id^ tiebenb

in eud^ unb in eure Dtelje gefegt l§abe; unb id^ fd^aue eure S^Qe, leud^tenbe

©onne, unb erroarte mir oöQige ^reube, unb l^abe ba§ ißertrauen, ba§ mein

5)ienfi eud^ gefaEen roerbe, bie il^r bie S3Iume feib ber anberen grauen unb

me^r 2öert§ befi^et."

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