Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

^ 5Die ©icilianifd^e 2)id)terfd)ule.

beä umfangrci(i)cn !Repertoriuin§ aufnatimen, fo ba§ I)ier bie 6in=

förtnigfeit eine größere ift at§ bei ben Stroubabourö.

Unb foroie einen gemeinfornen ^Borrat^ oon ©ebanfen, Q,ah e§

einen fot(^en t)on 33i(bern unb 3!5erglei(3^en, raetd^e I;ier nid^t ii;rem

eigentlid;en ^votäe bienen, bie bargeftettten ©egenftänbe Qnfd)auÜd^

ju ma^en, fonbcm ein äußerlicher ^u|, ein ß'equemeö j^üHraer!

ber an ©m^finbung fo armen ©tropfen finb. ^ie Siebe wirb

natürlid) t)unbert Tlai mit bem ^euer »erglic^en, unb ber ßieb^

tjaber verfeinert \iä) in aKinne roie @oIb im Sd^meljofen. ^aö

©d)iff auf ftürmifdier ©ee ober bie Unrutie ber 3)?eereän)oge felbft

mirb als 35i(b für bie 2lufregung ber Seibenfd^oft angemenbet.

Sienenb unb get)or(^enb miß ber Siditer fo treu fein mie ber

2lffaffine, meldier auf Sefet)l be§ 2tlten »om S3ergc btinblingä in

ben Xoh get)t. ®er ^ufe, ben ber Siebenbe oon ber S)ame er-

l^olten t)at, gteid)t ber Sanje be§ ^eleus, beren äöunben nur bann

I)eiÜen, wenn fie nod^ einmal bie »erlebte ©teile berülirte ; Sernart

be 5?entaborn t)atte ba§ gefagt, unb bie Italiener liaben e§ n)iebcr=

l)olt. S)a5u fommen bann anbere 33erglei(^e, rcetd;e au§ ber ctaffifclien

^rabition be§ aJiittetotters ober aus ben @rjäl)(ungen ber fran=

göfif(|en 9iitterromane flammen, bie mit 3tarciffuö, mit ^ariä unb

Helena, mit ^t)ramu§ unb 2^t)§6e, unb am t)äufigften mit ^riftan

unb Sfolbe. 3lm meiften aber im ©ebraudje unb d^arafteriftifd^

für ben ©efd^mad be§ 3ßitatter§ finb bie 2:;§ierbilber, gefd^öpft an^

ben fabelhaften @efd)i(^ten oon ben @en)ot)nl)eiten unb ©igenfd^aften

ber ^^iere, meldie bie meitoerbreiteten unb wegen i^rer SBunber^

beridite üiel gclefenen 33eftiarien enthielten. SDiefe finblid^en 3oo=

logieen ht^ 9}Httelalter§ pflegten allegorifd^ moralifd^c ober religiöfe

2)eutungen i^rer 33efd^reibungen §u geben, mie mir baö bei bem

^eiligen S)amian gefelien Ijaben, unb bie Sririf übertrug biefelben,

oft grottesf genug, auf bie Sßerl)ältniffe ber 3Jiinne. 2)er ßiebenbe.

lebt im geuer ot)ne ju oerbrennen, wie ber ©alanmnber. 2)ie

SDame tobtet mit bem Slide mie ber 33afili§!, ober, wie ber 33afiti§!

im ©piegel fid^ felbft fel^enb ftirbt, fo ber ßiebl)aber, menn er bie

35ame anfd^aut. 3)er SDid^ter, oon feinen ßiebesqualen jum ^obe

geführt, fingt mie ber ©(^roan, beoor er oerfd^eibet. SSie bie

2^iegerin, ber man il)re Swngßn geraubt l^at, ben ©c^merj »ergibt.