Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

68 ®te ©icilianifd^e 5Di(^ter|ci^uIe.

3cit üorsufitiben, rao SKittetitalien für bie 35u(gärbid)tung noc^ feine

^ebeutung befo^. 2luöge3eicf)nete italienifd^e ©ele^rte fiaben ba^er

neuerbingä bie 2lnfici)t aufgeftellt, bafe bie ^oefieen ber ©icilianer

unö nur nid^t in it)rer urfprüngtidien ©eftatt überliefert feien, ba^

bie S)id§ter fie in i^rer eigenen 9Jtunbart »erfaßt, unb erft toä^

fanifi^e ßopiften i^nen bie jegige %oxm gegeben i)ätten. einer

folgen atnna^me ftet)en jeboc^ melirere ©d^raierigfeiten im SBege.

Unficilianifc^e formen finben fic^ in jenen Siebern nic^t bto^ inner-

\)aih ber SSerfe, fonbern auc^ in ben 9ieimen, fo ba^ ber SSerfud^

einer Burüdüberfe^ung in ben S)ialeft mi^tingt. ?^erner i)at be=

reitä ©ante in feinem 33u(^e de eloquentia vulgari eö einem

©uibo bette ßolonne unb anberen jum ^erbienfte angeredinet, bafe

fie \iä) t)on ber ©prarfie beä 3Sol!es entfernt unb ju einer reineren,

ebleren ^teberoeife erf)oben Ratten. aWan ^at mot)! gefagt, aud)

Sante t)abe fid; täufc^en (äffen, auä) er ^aht fd^on bie @ebi($te

nur in ber toöfanifc^en Umfc^reibung gefannt. 2lttein man beben!e,

ha^ ©ante nur etroa 40 '^ai)XQ nad) bem 3tufpren ber ^oefie in

©icitien fd^rieb, ba^ er bod) woi)i ^erfonen ber fübU(^en ^rooin^en

fennen mufete unb t)on iE)nen l^ören fonnte, wie bie ©inge juge^

gangen roaren.

@§ fd^eint fomit, ba^ fd)on an ^aifer griebric^ä ^ofe eine

oon bem ^Z^olföibiom t)erf(^iebene Siteraturfprac^e beftanb, n)et(^e

auc^ t)ietteid)t ber l^eutigen ni(^t gu unäl^nlid^ mar. Sßie fie fid^

gebilbet f)aU, bleibt babei freilid) firmer ju fagen. 2lber bie Ur=

fprünge ber Siteraturfprad^en finb im attgemeinen noc^ nid^t fo

üöttig aufge!lärt, unb eö ift übereilt gu bel)aupten, bafe fie anfangs

überaß mit einem ^olf§bialefte ibentifi^ geroefen feien ; benn immer

maren l^ierbei no(^ befonbere ®inflüffe tpttg. ©obalb eine ^Ofiunb::

art ju literarifd^en 3wßcfci^ nermenbet mirb, nimmt fie aud^ fdfion

einen anberen G^arafter an, ftrebt naö) einem 3^eal ber 9tegel=

mä^igfeit, melclies ber of)ne ^teflejion gefprod^ene ©ialeft nic^t

!annte. 3Jlan fiel)t baö beutlid^ an ben lieutigen munbartlii^en

©d^riftftettern, bie ftetä baö oon i^ncn gefd^riebene S^iow^/ ^w

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