Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

76 5!)'e ©iciliauifd^e SDid^terfd^uIe.

9Jiäb(^en anfpielt, fo hxan6)t nidjt ber berühmte, 1193 gcftorbcne

^ürft biefeä SfJamcnä gemeint ju fein, ba Saladin ein ^itet war,

welchen bie ganje ^pnaftie füf)rte, unb bann root)! aud^ bie 33e=

jeii^nung für einen mufelmännifd^en ^errfc^er übert)aupt. 2ßcnn

ferner sroeimat von großen ©untmen (Selbes unb anberäroo oon

weiten Steifen bie 9iebe ift, roetdie ber £iebt)aber gemad^t §u laben

bet)auptet, fo beraeift baö nii^tö für bie 9Ka^t unb ben 9ietd^tt)um

beö 2)i(^terö, ber ja nid^t einmal mit ber rebenb eingefüt)rten

^^erfon ibentifd^ ju fein braudit. @§ finb baö eben pral;Ierif(^e

^ictionen, mie man fie nod^ t)eute im 9J?unbe be§ 9?o(!e§ |ören

fann, unb mie fie fid^ in populären Siebern mieberfinben. 3tl§ ein

folc^eö nun fa| S)'2(ncona aud^ biefes (Sebic^t an, al§> ben um

cereinjelt erl)altenen 9ieft einer alten in ©icilien blülienben ^olU--

poefie.

®iefe 3luffaffung ®'5lncona'§ t)on bem ®t)arafter beö ©ebid)te§

ift bann mieber beftritten morben. 9Japoleone ßaij: glaubte, ba^

mir e§ |ier nid;t mit einem matirliaften ^robufte ber t)ol!§tl)ümli(^en

9Jlufe, fonbern bod^ mieber mit einem fold^en ber t)öfifd^en ©d^ule

ju tl)un l^aben, unb ba^ baö ©cbid)t nid)tö anbereö fei alö eine

9?ad^al)mung ber ^aftorellen $5^ran!retd)S, in benen ber gebilbete

^id^ter fi(^ beö populären 3::one§ in fünftlerifd^er 3tbfi(^t bebient.

3nbeffen gelang es ßaij ni(^t, t)ier bie ^^^i^l^tät ber (Situation

mit berjenigen in ben angeblidien 3Sorbilbern nadjjuroeifen. ^n

ber ^^aftorelle trifft ber 9ütter ba§ Sanbmäbc^en bei feiner beerbe,

lä^t \iä) mit i|r in ein ©efpräd^ ein unb fuc^t fie feinem 33egel)ren

roittfäl)rig su machen, ^n bem italienifi^en Contrasto l)aben mir

nii^tä üon ber üblid^en ©taffage, unb beibe ^erfonen finb beffelben

©taubes, beibe gepren bem nieberen $öolfe an. ®ie 2lel)nlidjfeiten

im (Sinselnen, meld)e man bann nod^ angemerft l)at, finb uiel §u

oberfläd^lid^ unb unbebeutenb, um eine 2lbt;ängigMt üon ber

franjöfifc^en ©attung bartljun ju fönnen. 33effer begrünbet mar

bie 33eobad)tung non (Eair über bie ©prac^e ber Rosa fresca.

nämlic^ ba^ biefelbe ftarf mit 2lusbrüden ber pfifd^en a)iinne=

bidjtung werfest ift, meldte ii)v ober melir äu^erltd^ oufgelieftet

finb unb mit bem in natürlid)er 9io|l)eit uerbliebenen 9iefte felt=

fam contraftiren. 2Bir l)aben jebod) baraus nid^t foroo^l biefeö ju

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