Geschichte der italienischen Literatur

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Geschichte der italienischen Literatur

gortfe^ung bcr Iprifd^en ^Did^tung in ÜKittelitalten. 81

über noturn)iffenf(|aftIi(^e 2)inge; bie ^(orentiner tenjoniren, wie

Töir fel)en roerben, anä) über potitifd^e ©egenftänbe ; 2)ino ßompagni

legt bem Slbüofaten Sapo ©attaretti in einem ©onette einen t)er=

roidfetten juriftifdien ^all vox, unb ©uittone unb feine '^aä)ai}\mx

befi^äftigen fid; mit moralifc^en unb t^eotogifc^en 3lbftrufitäten.

2lud^ bie 3lbart ber ^engone, meldte man joc partit ober partimen

nannte, unb in roelcfier jeber ber beiben Xi^Ux eine von §u)ei

mögli(^en 33 eantra Ortungen oertl^eibigte, aiimten bie ^oöfoner, n)enn=

fd^on feltener, nac^ ; ^^eberigo bell'3lmbra I)atte einen fotd^en (Streit

oon neun ©onetten mit bem S^otar ©er ^ace über bie ^^^rage, ob

eö rät^(i(^er fei, ©lücf unb ^ein ber Siebe ba{)in§unef)men, ober

fic^ ganj berfetben §u entölten, unb eine ec^te prooenjaüfd^e

^artimenfrage ift bie 9iicco'ä an ©er ^ace, ob eö beffer fei, ein

SJJäbc^en ober eine üertieirat^ete ^rau ju lieben. 2)ie ^Serpflanjung

biefer bid^terifc^en ©attung nad^ ^tatien mar übrigens nid^t ot)ne

2ßi(i)tigfeit ; bie ©onettcorrefponbengen, bie aus i|r l^eroorgegangen,

blieben eine beliebte ^orm aud^ bei ben folgenben Generationen

unb in ben folgenben ^al)rl)unberten, unb inbem fie fid^ mit einem

neuen ^^lialte erfüllten, bienten fie oft jum lebenbigen 3lu§brudfe

für bie geiftige ^Bewegung ber ß^it-

2luc^ bie Slffeftation unb Mnftelei ber ?^omx ift in 2^o§cana

üiel bereitmilliger aus ber prooengalifd^en S)id^tung aufgenommen

unb meitergebilbet morben, als es bei ben ©icilianern ber ^all

geroefen. ©el)r beliebt marb bie ©pielerei mit äl^nlid^ !tingenben

SBorten, bie fogenannten bistipci, wie mit amore unb amaro,

ob. bgt., ferner bie beftänbige Si^epetition beffelben Söortes ober

SBortftammes burd; einen gangen SSerS ober ein ganges ©ebid^t,

mas bie ^rooengalen S^ieplication nannten, ©o fagte g. 33. ©uittone

in feinem 54. ©onette:

Tuttor ch'io dirö gioi, gioiva cosa,

Intenderete che di voi favello

Che gioia sete di beltä gioiosa

E gioia di piacer gioivo e hello . . .^

^) „®o oft id| „greube" jagen toerbe, freubtge§ SSäefen, werbet il^r oers

jiel^en, ba§ id^ »on eud^ rebe, bie il^r eine greube oon fteubiger ©d^ön^eit feib,

unb gieube oon freubigem unb fd^öuem ©efaHen."

@ a S p a r t) , 3tat. £iteraturgej(^i(^te. I. 6

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