Zur PDF-Ansicht - Umweltinstitut München e.V.

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Zur PDF-Ansicht - Umweltinstitut München e.V.

Nr. 65 Mai 2013

www.muenchner-stadtgespraeche.de

Münchner

Stadtgespräche

Gentechnik

in unserem Essen

Ein Risiko für Mensch und Umwelt?

ImkereI und GentechnIk

Nach den Bienen

sind wir dran

SprItzmIttel

Allestöter

Roundup

manIpulIerte tIere

Neues aus dem

Gentech-Zoo


2

die seite zwei

Bio und mehr

aus dem referat für gesundheit und umwelt

Gesunde Lebensmittel für Münchens Schulkinder

Mit noch gesünderer und nachhaltigerer Verpflegung in Schulen

und Kindergärten will die Landeshauptstadt München

künftig neue Standards bei Tisch schaffen. Als erste Stadt

bundesweit hat München den Bioanteil in der Schulverpflegung auf 50

Prozent festgesetzt. Mit der einstimmigen Entscheidung hat der Stadtrat

im Februar einen beispielhaften Weg geebnet: Denn nicht nur der Bioanteil

ist verbindlich; so hat sich München für weitere Auflagen stark gemacht

und setzt zusätzlich auf einen Frischkostanteil von 30 Prozent sowie

auf Regionalität und Produkte aus artgerechter Tierhaltung.

Frisch, bio, regional und artgerecht – so kann man den Anspruch an

die Schulverpflegung zusammenfassen. Neben den Vorgaben zur Tierhaltung,

die Produkte wie Eier, Fisch und Fleisch betreffen, sind auch

Siegel-Zertifizierungen und der Verzicht auf Gentechnik einzuhalten. So

sollen leckere und qualitativ hochwertige Mahlzeiten auf dem Teller landen.

Machbar und finanzierbar

Ziel der Landeshauptstadt ist, eine nachhaltige und gesunde Verpflegung

zu moderaten Preisen zu sichern. Dass diese hohen Anforderungen

an eine Schul- und Kindergartenverpflegung in der Praxis umsetzbar

sind, zeigen die Auswertungen des Projekts „Bio für Kinder“ des

Referats für Gesundheit und Umwelt und von Tollwood. 2006 begonnen,

setzt es auf einen Bioanteil von 100 Prozent bei ausgewählten Schul-

und Kinderbetreuungseinrichtungen mit durchschnittlichen Mehrkosten

von 0,14 Euro pro Mahlzeit und Kind.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Vorhaben, von nun an alle Münchner

Schulen und Kindergärten mit einem Bioanteil von immerhin 50 Prozent

zu versorgen, machbar und finanzierbar ist. Wie sich der zusätzliche

Anspruch, weitere 50 Prozent aus ausschließlich artgerechter Tierhaltung

zu beziehen, finanziell auswirkt, ist im Vorfeld mit einer Studie überprüft

worden: Die Mehrkosten liegen hier bei 0,15 Euro pro Kind und

Mahlzeit, wenn man typische Speisepläne der Schulverpflegung zugrunde

legt.

Der Gewinn dieses neuen Konzeptes: Der Fleischkonsum wird reduziert

und Fertigprodukte oder ungesunde Lebensmittel auf den Tellern

werden durch gesunde und nachhaltige Produkte ersetzt. Zudem werden

bei deren Herstellung keine Giftstoffe in die Umwelt ausgebracht

und die artgerechte Tierhaltung wird gewährleistet.

Familien und Schulen in der Pflicht

Neben einer gesunden Ernährung sollen Kinder und Jugendliche auch

durch ernährungspädagogische Angebote ihre Kenntnisse rund um Lebensmittel

und ihre Verwendung und Wirkung verbessern. Die Aufgabe

darf aber nicht nur der Verantwortung von Schulen überlassen werden,

sondern muss auch in den Familien aufgegriffen werden. Die europaweite

Ausschreibung für die Vergabe des Caterings in den Einrichtungen wird

aktuell vom Referat für Bildung und Sport vorbereitet und ist frühestens

im Herbst 2013 geplant. Danach soll es losgehen und München Vorbild

für neue Wege in der Schul- und Kindergartenverpflegung werden.

text Katrin Zettler, Angelika Lintzmeyer

Referat für Gesundheit und Umwelt (RGU)

FotoS RGU, Fotolia

München schmeckt Bio!

Mit „München schmeckt Bio!“ lädt das Referat für Gesundheit

und Umwelt Erwachsene und Kinder ein, den Weg unserer

Biolebensmittel vom Anbau bis zum Ladenregal zu

erleben. Beim Aktionsprogramm der Biostadt München ist

Mitmachen angesagt: Hier wird gegärtnert, geforscht, gebacken

und gekocht – und natürlich werden auch leckere

Bioschmankerl gekostet.

Stadtteilwoche Neuhausen/Nymphenburg im Hirschgarten

vom 15.-17. Juni 2013; Kinderkultursommer Festival,

Theresienhöhe vom 25.-28. Juli 2013.

Infos unter: www.muenchen.de/bio-fair


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

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Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

es ist eine verlockende Vorstellung: Durch die gezielte Veränderung des Erbguts erschaffen

ForscherInnen im Labor neue Pflanzensorten, die Dürreperioden trotzen und resistent gegen

Schädlinge sind – zum Wohl der hungernden Menschen weltweit.

Genmanipulierte Pflanzen sind seit Jahrzehnten Realität und es wird immer deutlicher, dass statt

der erhofften Verbesserungen ein ökologisches und soziales Desaster eingetreten ist, von dem

nur einige Großkonzerne profitieren. Immer größer werden auch die Bedenken, was die gesundheitlichen

Folgen dieser Manipulation des Lebens angeht: Einmal in die Natur entlassen, verbreiten

sich Gen-Pflanzen unkontrolliert, obwohl die Risiken für Mensch und Umwelt nicht ausreichend

untersucht wurden.

Mit diesem Heft wollen wir Ihnen einen Überblick über den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft

geben, auf Risiken und Nebenwirkungen hinweisen und Alternativen aufzeigen – denn

europäische VerbraucherInnen wollen kein Genfood auf ihren Tellern.

Eine spannende und aufschlussreiche Lektüre wünscht

Fabian Holzheid

Inhalt

02

04

07

09

„Nach den Bienen sind wir dran“

Imker engagieren sich weltweit gegen Gentechnik

Glyphosat und Roundup

Giftige Spritzmittel bedrohen Gesundheit und Artenvielfalt

Kein Buch mit sieben Siegeln

12

Ausverkauf des Lebens?

14

Bio und mehr

Gesunde Lebensmittel für Münchens Schulkinder

Genfood auf unseren Tellern

Die uneingelösten Versprechen der Gentechnik

Diese Labels schützen zuverlässig vor Genfood

Patente auf Tiere und Pflanzen

15 Die Stecknadel im Heuhaufen

16

19

20

22

07

09

22

Darf Gentechnik Schule machen?

Die fragwürdige Nachwuchsarbeit der Industrie

Wie Kontrolleure nach verstecktem Genfood fahnden

18 Die Saat des Zweifels

Gemeinsam gegen Gentechnik

Wie Sie aktiv werden können

Der widerspenstige Filmemacher Bertram Verhaag

Es geht auch ohne Genpflanzen!

Erfolge im Kampf gegen Gentechnik auf dem Acker

Mit Gentech in die Zukunft?

Von Turbo-Lachs und emissionsarmen Schweinen


4

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Wohl bekomm‘s

Genfood auf unseren Tellern

Nach fast zwanzig Jahren kommerzieller Nutzung in der Landwirtschaft zeigen

sich die verheerenden Auswirkungen der Gentechnik auf Mensch und Umwelt

Vor etwa 10.000 Jahren begannen die Menschen, systematisch

Pflanzen anzubauen. Verschiedene Sorten sind an unterschiedliche

klimatische oder geographische Bedingungen

angepasst und besitzen Resistenzen gegen bestimmte Schädlinge und

Krankheiten. Diese Vielfalt ist die Grundlage jeder zukünftigen Landwirtschaft.

Doch heute droht die gesamte landwirtschaftliche Erzeugung in die

Hände weniger Großkonzerne zu geraten. Ihr Ziel ist es, mittels patentierbarer

Pflanzen die Kontrolle über die weltweite Nahrungsmittelerzeugung

zu erlangen – mit schwerwiegenden Folgen für Artenvielfalt,

Umwelt und Gesundheit. Der erste und wichtigste Baustein in dieser

Strategie ist das Saatgut. Ein Oligopol aus zehn Konzernen beherrscht

mit patentierten Sorten aktuell 74 Prozent des Weltmarktes, dessen

Volumen auf 27,4 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Die Konzerne

Monsanto, Syngenta und DuPont kontrollieren dabei mehr als die Hälfte

des weltweiten Saatgutmarktes. Und auch die deutsche Agro-Industrie

ist dabei, so entwickeln die Unternehmen wie BASF, Bayer CropScience

und KWS SAAT AG bereits eigene Gen-Konstrukte. In der EU wurden bereits

mehr als 1000 Patente auf genmanipulierte Pflanzen erteilt, weltweit

handelt es sich um ein Vielfaches.

Durch die Konzentration auf wenige Sorten schrumpft jedoch der

Genpool der Nutzpflanzen, standortangepasste Lokalsorten werden verdrängt.

Die jahrtausendealte bäuerliche Tradition, einen Teil der Ernte

Was ist Gentechnik?

Gentechnik ist ein Teilgebiet der Biotechnologie. Sie befasst

sich mit der Trennung, Beschreibung und Neuverbindung

von Erbmaterial. Dieses ist in jeder Zelle in der

Desoxyribonukleinsäure (DNS) fixiert. DNS-Abschnitte

enthalten die Informationen für die Baupläne von Proteinen,

über die die Eigenschaften eines jeden Organismus

definiert werden. Diese nennt man Gene.

Die Herstellung neuer Gen-Konstrukte erfolgt, indem fremdes

Erbgut in lebende Organismen eingebaut wird. Gentechnik

ermöglicht es, Artengrenzen zu umgehen: Bei der

klassischen Züchtung können nur mehr oder weniger verwandte

Arten miteinander gekreuzt werden. Mit gentechnischen

Methoden werden in der Regel die Artengrenzen

überschritten, Gene von Mensch und Tier werden auf

Pflanzen übertragen. Das Gentechnikgesetz unterscheidet

daher klar zwischen Gentechnik und Züchtung. Ein

gentechnisch veränderter Organismus (GVO) wird dort

definiert als „ein Organismus, dessen genetisches Material

in einer Weise verändert worden ist, wie sie unter natürlichen

Bedingungen durch Kreuzen oder natürliche Rekombination

nicht vorkommt“.


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

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wieder auszusäen oder Saatgut zu tauschen, wird durch diese Patente

zu einer kriminellen Tat: Bauern dürfen das Saatgut nur als Lizenznehmer

nutzen und sind gezwungen, es jedes Jahr neu zu erwerben. Das

endgültige Aus für kleinbäuerliche Betriebe bedeuten aber „Terminator“-Pflanzen,

die so manipuliert werden, dass sie keine keimfähigen

Samen mehr produzieren.

Vollmundige Versprechen und zweifelhafte

Errungenschaften

Ihre markigen Versprechen wie die Linderung des Welthungers oder die

Bekämpfung der Mangelernährung konnte die Agro-Gentechnik bisher

nicht einmal ansatzweise einlösen. Heute, nach knapp 40 Jahren Genmanipulation,

gibt es auf dem Markt transgener Pflanzen praktisch nur

zwei „neue“ Eigenschaften: Insektengiftigkeit und Herbizidresistenz.

Manipulierte Pflanzen, die mit einem Gen des Bodenbakteriums Bacillus

thuringiensis (Bt) versehen wurden, produzieren permanent ein Gift,

das Schadinsekten abtöten soll. Andere Gen-Pflanzen überleben eine

Dusche mit Pflanzengiften wie Roundup: Beim Spritzen zerstören diese

Totalherbizide alles pflanzliche Leben - bis auf die genmanipulierten

und damit resistenten Pflanzen.

Für Umwelt und Landwirtschaft erweist sich der Anbau von Gen-Pflanzen

dabei zunehmend als Katastrophe: So wirkt das Toxin insektengiftiger

Pflanzen nicht nur auf Schädlinge, sondern auch auf Nutzinsekten.

Und die andauernde Giftproduktion in jeder Zelle lässt Schadinsekten

resistent werden. Gen-Pflanzen sind für die industrialisierte Landwirtschaft

„designed“, was die Entstehung lebensfeindlicher Monokulturen

nach sich zieht. So wird heute der Regenwald in Südamerika insbesondere

für den großflächigen Anbau von Gen-Soja geopfert. Die Folge ist

die Beschleunigung von Artensterben und Klimawandel.

Der großflächige Pestizideinsatz bei herbizidresistenten Gen-Pflanzen

führt zur Bildung von resistenten Unkräutern und wiederum zu steigendem

Pestizidverbrauch. Der Einsatz von Gen-Saatgut führt Landwirte

damit in die Abhängigkeit von Pestizidproduzenten. Und hier

Gentechnik manipuliert an den Grundbausteinen des Lebens,

ohne deren Funktion und Zusammenwirken genau

zu kennen. Zahlreiche Pannen sowie unvorhersehbare, oft

viel später auftretende Effekte bestätigen, dass diese Risikotechnologie

außerordentlich unpräzise ist. Inzwischen ahnt

die Wissenschaft, dass das Genom kein Baukasten ist, in

den man nach Belieben neue Gene einfügen kann, sondern

als hochkomplexes Netzwerk funktioniert.

Die gentechnischen Verfahren zeigen bislang nur eine äußerst

geringe Erfolgsquote. Tausende von Versuchen müssen

unternommen werden, bis eine transgene Pflanze mit

den gewünschten Eigenschaften entsteht. Zusätzlich wird

eine Vielzahl an weiteren DNS-Abschnitten eingeschleust,

ohne dass beeinflusst werden kann, an welcher Stelle im

schließt sich der Kreis: Die größten Gentech-Konzerne spielen auch

im Pestizidmarkt eine führende Rolle. Glyphosat, das weltweit am häufigsten

eingesetzte Pflanzengift, steht dabei besonders in der Kritik

(siehe S. 9).

Vollendete Tatsachen: Gen-Pflanzen

in der freien Natur

Genmanipulierte Pflanzen wurden im Jahr 2012 laut Industrieangaben

in 31 Ländern und auf rund 170 Millionen Hektar angebaut. 94 Prozent

des Gentechnikanbaus finden in nur sechs Ländern statt, trauriger Spitzenreiter

sind die USA. Großflächig genutzt werden dabei nur vier Pflanzen:

Soja, Mais, Baumwolle und Raps.

Schon seit Jahren sind schwerwiegende Probleme durch den Anbau

dieser Pflanzen bekannt: Pollen oder Samen, vom Wind verweht,

lassen sich nicht in einer „Rückholaktion“ wieder einsammeln, wenn

sich später schädliche Auswirkungen der Agro-Gentechnik zeigen. Verunreinigungen

basieren jedoch nicht nur auf Pollenflug, sondern auch

auf Insektenbestäubung, Deklarationsfehlern, verunreinigten Maschinen,

dem Vertauschen von Saatgut, Transport und nicht zuletzt auf

„Nahrungsmittelhilfen“ in die Länder des Südens. Kontaminationen

durch transgene Konstrukte sind schon heute weltweit Realität und bedrohen

gentechnikfrei wirtschaftende Bauern in ihrer Existenz.

Ein unkontrollierbares Risiko

Erbgut das artfremde Genkonstrukt eingebaut wird.

Die Folgen für die Gesundheit von Menschen und Tieren

sind unabsehbar. Trotz der Behauptung, genmanipulierte

Nahrung sei unbedenklich, fehlen bis heute Daten, die die

Unbedenklichkeit von Gen-Pflanzen beweisen.

Im Gegenteil: Bei Tierversuchen fanden Wissenschaftler

Bruchstücke des Erbguts sowohl von Gen-Mais als auch

-Soja im Blut und in verschiedenen Organen von Schweinen

und Ziegen. Veränderungen in Zellkernen von Leberzellen

waren festzustellen, bei Versuchstieren wurden starke allergische

Reaktionen ausgelöst. Störungen von Enzymfunktionen

und Immunsystem, Gewebeschäden, Veränderungen

bei Wachstum, Nieren- und Leberfunktion sowie des Blutbildes

sind Folgen der Fütterung mit Gen-Pflanzen.


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Ökologischer und konventioneller Rapsanbau sind in Kanada mittlerweile

unmöglich geworden. In den Genmais-Gebieten Spaniens haben

Bauern den Anbau von ökologischem Mais fast gänzlich aufgegeben.

Auf alle Landwirte kommen erhebliche Zusatzkosten für Tests, Kontrollen

und Voruntersuchungen zu. Die Agro-Gentechnik verdrängt auf diese

Weise alle anderen Formen der Landbewirtschaftung.

Aus den Erfahrungen lässt sich der klare Schluss ziehen: „Koexistenz“

ist nicht praktikabel. Selbst in Ländern, in denen keine Gen-Pflanzen

angebaut werden, treten Kontaminationen auf. Die Agro-Gentechnik

ist längst außer Kontrolle geraten.

Erfolgreicher Widerstand

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Seit 1973 die erste Manipulation bei Mikroorganismen erfolgte, steht

die Gentechnik weltweit in der Kritik. Bereits vor den ersten Anbauversuchen

mit Genpflanzen (1987 in den USA, 1991 in Deutschland) hatten

sich viele Umweltverbände mit den Gefahren der neuen Technologie

auseinandergesetzt. Das Umweltinstitut München gehört zu den

Gentechnik-Kritikern der ersten Stunde: Seit 1988 bekämpft der Verein

die Einführung der Risikotechnologie und stellt seither unermüdlich

kritische Informationen für Verbraucher zur Verfügung. In dieser

Zeit sammelte das Umweltinstitut über 250.000 Einwendungen gegen

die Anbauversuche der Industrie. Mit Erfolg: In Deutschland finden

derzeit keine Freisetzungen von Gen-Pflanzen statt. Anders als in den

USA und Kanada wurden bislang nur wenige transgene Mais-, Soja-

und Rapslinien als Lebens- und Futtermittel zugelassen. Zwar besteht

für Nahrungsmittelproduzenten theoretisch die Möglichkeit,

diese zu verarbeiten. Weil europäische Verbraucher aber keine Gentechnik

in Lebensmitteln wollen, sind solche Produkte im Handel de

facto nicht zu finden. Auch transgene Obst-, Gemüse- oder Getreidesorten

wie Tomaten, Äpfel, Reis oder Kartoffeln sind nicht auf dem

Markt. Dennoch werden auch in Deutschland jährlich etwa fünf Millionen

Tonnen genmanipulierte Pflanzen als Futtermittel eingesetzt.

Auf diesem Umweg landet Genfood somit auch auf unseren Tellern.

Die Gentechnik konnte auch nach 40 Jahren keine ihrer Versprechungen

einlösen und hat sich als unbeherrschbare Technologie erwiesen.

Statt Gentechnik und Agrarindustrie brauchen wir eine vielfältige

Landwirtschaft, die Ressourcen schont, keine gesellschaftlichen Folgekosten

verursacht und in regionale Wirtschaftskreisläufe eingebunden

ist. Nur ein generelles Verbot genmanipulierter Pflanzen und Tiere und

der Patentierung von Leben kann den Weg zu einer solchen, wirklich

nachhaltigen Produktionsweise ermöglichen.

text Anja Sobczak

FotoS Fotolia, BASF

Auch deutsche Unternehmen haben Patente auf „Terminator“-Saatgut angemeldet, das keine keimfähigen Samen mehr produziert.

Landwirte werden so zu Lizenznehmern, die das Saatgut Jahr für Jahr neu kaufen müssen.


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

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„Nach den Bienen

sind wir dran“

Freisetzung und Anbau von genmanipulierten Pflanzen bedrohen weltweit die Existenz von

Imkern. Anja Sobczak vom Umweltinstitut München spricht mit Walter Haefeker, Präsident des

Europäischen Berufsimkerbundes, über Gentechnik, Verbraucherschutz und „grüne Wüsten“

herr haefeker, warum engagieren sich

Imker weltweit gegen Gentechnik?

Die Bienenhaltung ist ein offenes System, die

Bienen entscheiden selbst, wohin sie fliegen

und wo sie sich mit Nektar und Pollen versorgen.

Bienen können bis zu zehn Kilometer

weit fliegen. Sind dort Gentechnik-Felder,

dann sammeln die Bienen auch deren Pollen

ein. Die Kunden bekommen dann nicht mehr

den gewünschten gentechnikfreien Honig. Sobald

das Risiko besteht, unser Honig könnte

kontaminiert sein, haben wir sofort Analysekosten

und müssen prüfen, ob wir den Honig

überhaupt noch verkaufen dürfen.

Wann darf der honig nicht mehr verkauft

werden?

Wenn er Pollen einer gentechnisch veränderten

Pflanze enthält, die keine Lebensmittelzulassung

hat. Wir hatten schon einen Fall,

da ist Honig in der Müllverbrennungsanlage

gelandet. Eine Untersuchung hatte ergeben,

dass Pollen des Gen-Maises MON810 von

Monsanto darin waren, denn ganz in der Nähe

hatte der Freistaat Bayern einen Erprobungsanbau

durchgeführt. Der Amtsveterinär entschied,

dass der Honig entsorgt werden muss.

haben die Imker sich das einfach so gefallen

lassen?

Nein, einer der betroffenen Imker hat mit unserer

Unterstützung den Freistaat Bayern verklagt.

Der Anbau wurde dann auch gestoppt,

aber nicht wegen uns, sondern weil die CSU

inzwischen eingesehen hatte, dass sie einen

gentechnikfreien Freistaat braucht. Das Gerichtsverfahren

brachte allerdings eine sehr

interessante Wende. Es bestätigte, dass auch

Honigkunden ein Recht darauf haben, zu erfahren,

ob Gentechnik im Honig ist oder nicht.

Leider hat das Gericht aber auch auf einen Interessenausgleich

zwischen dem Gentechnik-Anbau

und der Gentechnikfreiheit des Honigs

bestanden und vorgeschlagen, dass man

die Bienen ja wegbringen kann, was mit dem

Acker schwieriger sei.

Wenn in deutschland wieder Genpflanzen

angebaut werden, müssen die Imker

ihre Bienen dann einpacken und wegbringen?

Grundsätzlich lehnen wir Imker es natürlich

ab, uns auf die Flucht zu begeben. Eine Lösung,

bei der die Imker weichen müssen, ist

völliger Unsinn. Wir schlagen vor, dass der

Gentechnikanbau einen ausreichenden Abstand

zur Imkerei halten muss. Deshalb haben

wir diese Entscheidung nicht akzeptiert

und sind bis vor den Europäischen Gerichtshof

gezogen. Der hat uns Ende 2011 auch Recht

gegeben, Gen-Honig muss gekennzeichnet

werden. Die Ausnahmeregelung zur Kennzeichnungspflicht

gilt nur für Milch, Eier und

Fleisch. Es musste also gar nicht die Rechtslage

geändert, sondern nur geltendes Recht

umgesetzt werden.

Deshalb muss der Bienenflug auch endlich

in die Anbauregeln für Gen-Pflanzen aufgenommen

werden. Der damalige Bundeslandwirtschaftsminister

Horst Seehofer sagte

nach dem Urteil einen Satz, den ich nie vergessen

werde: Meine Herren, ich verspreche

Ihnen, bei Ihnen wird niemand kontrollieren.

na prima, da können wir Verbraucher

uns ja richtig sicher fühlen!

Ja, in den vielen Jahren meiner Tätigkeit für

die Imker bin ich zu dem Schluss gekommen,

dass Verbraucherschutz von verschiedenen

Ministern verwechselt wird mit dem Schutz

der Industrie vor den Verbrauchern. Dass die

Imker vor dem EuGH gewonnen haben, damit


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hatten weder die EU-Kommission noch Mon-

santo gerechnet, und seitdem versuchen sie,

das EuGH-Urteil auszuhebeln.

Sind Gen-pflanzen auch direkt gefährlich

für die Bienen?

Da muss man sich die einzelnen Pflanzen anschauen.

Die Maispflanze MON810 ist eine

sogenannte Bt-Pflanze, sie produziert ein Insektengift.

Nun ist es normalerweise so, dass

vorgeschriebene Tests zur Bienengefährlichkeit

gemacht werden müssen, wenn ein Pestizid

zugelassen werden soll. Das ist eben nicht

passiert, hier existiert eine gesetzliche Lücke.

Dann gibt es noch die zweite große Gruppe von

herbizidresistenten Pflanzen. Hier könnte man

davon ausgehen, dass ein Pflanzengift für Insekten

unschädlich ist, das trifft aber so nicht

zu. In Südamerika lässt sich beobachten, dass

Gen-Pflanzen für ein bestimmtes Anbausystem

„designed“ sind, sie produzieren Grüne Wüsten

anstelle der vielfältigen Pampa. Die Gen-Soja

hat dort die traditionelle Imkerei vertrieben.

Wie viele Bienenvölker gibt es noch in

deutschland?

Vor 100 Jahren hatten wir etwa vier Millionen

Bienenvölker, jetzt sind wir etwa bei

700.000 angekommen. Der ehemalige Bauernverbandspräsident

Sonnleitner hat es geschafft,

in seiner Amtszeit die Zahl der landwirtschaftlichen

Betriebe zu halbieren. In der

gleichen Zeit hat sich auch die Zahl der Bienenvölker

halbiert, hier besteht eindeutig ein

Zusammenhang. Zu einer gesunden Imkerei

gehört eine bäuerliche Kulturlandschaft.

Warum sind Bienen so wichtig für die

landwirtschaft und unsere kulturlandschaft?

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Die volkswirtschaftliche Leistung der Bienen

durch Bestäubung beträgt ungefähr das Zehnfache

dessen, was der Imker für seinen Honig

erlöst. Es gibt sehr viele Kulturpflanzen, die auf

die Bestäubung durch Bienen und andere Insekten

angewiesen sind, z.B. hier bei uns der

Apfel oder die Mandel in den USA. Es gibt weitere

Kulturen, die zwar auch durch Wind bestäubt

werden, allerdings steigen Qualität und

Ertrag durch zusätzliche Bestäubung. So werden

in Ländern, in denen Bienen nicht heimisch

sind, an Rapsfeldern immer mehrere Bienenvölker

aufgestellt und der Imker dafür bezahlt.

es gibt also schon Fälle, wo die Bienen

der landwirtschaft hinterherziehen?

Wenn wir eine vielfältige und gesunde Kulturlandschaft

mit Hecken und Sträuchern hätten,

dann gäbe es ausreichend Lebensraum für

Wildbienen und andere Bestäuber und dann

wären die Bienen auch gar nicht so wichtig.

Wenn man aber absolut lebensfeindliche

Agrar-Wüsten produziert, dann ist die vorletzte

Chance für eine Bestäubung, die Bienen dort

hineinzubringen.

und was ist die letzte chance?

Menschen, die mit dem Pinsel die Pflanzen bestäuben.

Wenn wir die Bienen auch noch umgebracht

haben, dann sind wir selber dran.

Das ist auch der Grund, warum der Berufsimkerverband

jedes Jahr den „Schwarzen Pinsel“

verleiht, einen Negativpreis für denjenigen, der

der Imkerei durch seine politischen Aktivitäten

am meisten geschadet hat.

Wer hat den preis in diesem Jahr bekommen?

Das war Frau Merkel, denn sie lässt sich ausschließlich

von der Agrar-Industrie beraten. Sie

hat einmal in einer Bundestagsdebatte zum

Thema Gentechnik geäußert: „Wir brauchen

die Gentechnik, denn Deutschland ist ein Chemiestandort“.

Von staatlicher Seite haben wir

also keine Unterstützung zu erwarten, der beste

Schutz für die Imker ist der Widerstand der

Zivilgesellschaft.

Was können Verbraucherinnen und Verbraucher

hier in münchen noch tun, um

die Imker zu unterstützen?

Ganz klar, zum einen gentechnikfreie Lebensmittel

einkaufen, besonders auch die aus gentechnikfreier

Fütterung. Darüber hinaus gibt es

noch eine neue Möglichkeit, wie der Verbraucher

erkennen kann, dass ein Landwirt bienenfreundlich

arbeitet. Dazu gehört ja nicht nur

die Gentechnikfreiheit, sondern auch der Verzicht

auf bienenschädliche Pflanzengifte oder

die Vermeidung von Mähverlusten. Landwirte

erhalten dann unser neues internationales Siegel

„certified bee friendly“ für zertifiziert bienenfreundliche

Produktion. In verschiedenen

Supermärkten in München, z.B. bei REWE

oder Tengelmann, kann man schon regionale

gesiegelte Milchprodukte unter der Marke

„Sternenfair“ bekommen. Und natürlich sollte

auch jeder Verbraucher gegenüber der Politik

zum Ausdruck bringen, dass diese Technologie

überflüssig und unerwünscht ist.

InterVIeW Anja Sobczak

FotoS Fotolia, Walter Haefeker

Zur Person

Walter Haefeker ist Präsident

des Europäischen Berufsimkerbundes

(EPBA) und Vorstandsmitglied

im Deutschen Berufs-

und Erwerbsimkerbund (DBIB).

Er ist Koordinator der Arbeitsgruppe

Gentechnik des Weltimkerverbandes

Apimondia und

arbeitet als Imker in Bayern.


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

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Glyphosat

und

Roundup

Roundup und andere glyphosathaltige Spritzmittel gehören

zum System der industriellen Landwirtschaft. Sie bedrohen die

menschliche Gesundheit und die Artenvielfalt

Glyphosat ist der weltweit am meisten eingesetzte pflanzentötende

(herbizide) Wirkstoff. Bekannt wurde er unter dem Mon-

santo-Handelsnamen „Roundup“, es gibt aber zahlreiche

weitere Hersteller und Produkte. So sind allein in Deutschland 78 glyphosathaltige

Mittel zugelassen – z. B. für die Anwendung im Acker-,

Obst- und Weinbau, Zierpflanzen- und Forstbereich sowie im Haus- und

Kleingarten. 2010 wurden in Deutschland 15.000 Tonnen verbraucht.

Der Glyphosat-Gehalt in den Produkten ist sehr unterschiedlich und

reicht von unter zehn bis zu 450 Gramm pro Liter.

Die fertigen Spritzmittel enthalten häufig Hilfsstoffe, die die Aufnahme

von Glyphosat erleichtern, aber sehr giftig sind, wie etwa Tallowamin

in Roundup. In Deutschland ist deshalb inzwischen die Verfütterung von

tallowaminbehandelten Pflanzenteilen wie Stroh eingeschränkt oder sogar

untersagt. Firmen müssen die Hilfsstoffe aber nicht im Detail offenlegen.

Glyphosat wird im großen Stil bei glyphosatresistenten Pflanzen,

auch „RoundupReady (RR)“-Pflanzen genannt, eingesetzt, denen gentechnisch

eine Resistenz gegen das Totalherbizid übertragen wurde.

Über 80 Prozent der global angebauten Gentech-Pflanzen sind resistent

gegen Herbizide, zumeist gegen Glyphosat. Dessen Verbrauch schoss

deshalb in den letzten Jahren in die Höhe (weltweit ca. 750.000 Tonnen

im Jahr 2010). Aber auch ohne RR-Pflanzen wird Glyphosat vermehrt

gespritzt, etwa zur sogenannten Sikkation, dem Abspritzen der Pflanzen

vor der Ernte oder zur Beseitigung von unerwünschtem Aufwuchs.

Zulassungsverfahren

Die 2002 nach der EU-Pestizidrichtlinie 91/414/EWG erteilte Zulassung

von Glyphosat sollte nur bis 2012 gelten, wurde von der EU-Kommission

aber bis Ende 2015 verlängert. Derzeit läuft das Verfahren der Wiederzulassung,

Deutschland ist Berichterstatter für die EU und damit entscheidend

verantwortlich für die Risikobewertung. Schon lange gibt es

Kritik am Zulassungsverfahren für Pestizide, da es intransparent ist und

den von der Industrie gelieferten Daten ein massives Übergewicht einräumt.

Von unabhängigen Wissenschaftlern erstellte Studien spielen

nur eine geringe Rolle. So blieben 105 (78 Prozent) der 134 Studien zu

Gesundheitswirkungen von Glyphosat, die von der Bundesregierung in

einer Antwort auf die Anfrage von Bündnis90/Die Grünen genannt werden,

unveröffentlicht – und selbst unter den 29 veröffentlichten Studien

wurden etliche im Auftrag von Monsanto erstellt.

Wirkungen von Glyphosat

Glyphosat hemmt ein in Pflanzen an der Bildung aromatischer Aminosäuren

beteiligtes Enzym. Fehlen diese Aminosäuren, bricht die Proteinsynthese

ab, die Pflanzen stellen das Wachstum ein und sterben.

Auch andere Prozesse werden beeinträchtigt, z. B. die Bildung von Abwehrstoffen

gegen Krankheitserreger. Glyphosat tötet alle Pflanzen bis

auf jene, die durch gentechnische Veränderung glyphosatresistent sind.

Beim Spritzen und über die behandelten Pflanzen gelangt es in den

Boden. Dort dauert sein Abbau länger als von Monsanto angegeben, zudem

ist dieser stark von den jeweiligen Bodenverhältnissen abhängig.

Wie neuere Studien zeigen, findet sich Glyphosat auch im Grund- und

Oberflächenwasser.

Glyphosat wirkt auf das Bodenleben, denn sein Zielenzym ist auch

bei Mikroorganismen für die Bildung der aromatischen Aminosäuren

notwendig und längst nicht alle von ihnen sind unempfindlich gegen

den Stoff. Bestimmte Bakterien, die im Boden eine wichtige Rolle spielen

oder für die Stickstoffbindung bei Schmetterlingsblütlern (Leguminosen)

zuständig sind, werden beeinträchtigt: Dies kann Wachstum und

Ertrag der Pflanzen verringern. Manche Pilzarten werden gehemmt,

etwa nützliche Pilze der Mycorrhiza, die die Aufnahme von Mineral- und

Nährstoffen erleichtern, andere Pilze werden gefördert, wie bestimmte

Fusarienpilze, die toxische Stoffe produzieren. Da Glyphosat auch die

Bildung pflanzlicher Abwehrstoffe reduziert, können sich die Pflanzen


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weniger effektiv gegen Krankheitserreger wehren. Glyphosat bindet Mineralien

wie Eisen und Mangan sehr stark und behindert deren Aufnahme

in die Pflanze. Mangan beispielsweise ist für viele Prozesse in den

Pflanzen wichtig, ein Mangel beeinträchtigt deshalb Ertrag und Abwehrkraft.

So wurden nach langjährigem Glyphosat-Einsatz in Dauerkulturen

(z.B. Obstplantagen) Gesundheits- und Ertragsprobleme beobachtet.

Einfluss auf die Artenvielfalt

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Monokulturen, so weit das Auge reicht: Glyphosat tötet alle Pflanzen, die nicht durch Genmanipulation resistent gemacht

wurden. Der großflächige Einsatz führt zu lebensfeindlichen Agrarwüsten und Monokulturen.

Die Giftwirkung von Glyphosat/Roundup ist für zahlreiche Organismen

belegt. Amphibien sind besonders empfindlich: ihre Embryonalentwicklung

wird gestört, viele Kaulquappen sterben. Da Glyphosat effektiver

ist und breiter wirkt als selektive Herbizide, verschwindet die Ackerbegleitflora.

Weniger Wildpflanzen auf und neben den Ackerflächen bedeuten

aber weniger Insekten und weniger andere Tiere, etwa Vögel,

die direkt oder indirekt von den Wildpflanzen leben. Gezeigt wurde dies

in mehrjährigen Studien mit herbizidresistenten Pflanzen in England,

wo als Kontrolle nicht biologisch, sondern konventionell bewirtschaftete

Flächen dienten.

Neuerdings wird aus den USA berichtet, dass die Zahl der Monarchfalter

– Wanderfalter, die in Mexiko überwintern und im Frühling zur

Fortpflanzung bis nach Kanada fliegen – in den letzten Jahren extrem

gesunken ist. Wichtige Ursache hierfür ist der intensive Einsatz von Glyphosat

auf Millionen von Hektar von RR-Pflanzen im Mittleren Westen,

der zum weitgehenden Verschwinden der Seidenpflanze, der Futterpflanze

der Monarch-Falter, führte. Inzwischen zeigt sich auch, dass der

massive Einsatz die Entwicklung von resistenten Unkräutern begünstigt:

Varianten von mindestens 24 glyphosatresistenten Unkrautarten breiten

sich auf riesigen Flächen aus. Die Folge ist, dass immer mehr Herbizide

verwendet werden und die Artenvielfalt weiter reduziert wird.

Rückstände in Lebensmitteln

Glyphosat wird in behandelten Pflanzen praktisch nicht abgebaut, mit

Rückständen in Lebens- und Futtermitteln ist deshalb zu rechnen. Die

für Lebensmittel maximal zulässigen Rückstandswerte reichen von

0,1 µg/kg (die meisten Gemüse- und Obstarten) bis zum 200fachen

Wert von 20 µg/kg (Soja, Hafer, Gerste und Sonnenblume). In der Vergangenheit

wurden Lebensmittel relativ selten auf Glyphosat-Rückstände

untersucht, neuere Daten zeigen aber, dass nicht nur in RR-Pflanzen

Rückstände zu finden sind, sondern durchaus auch in nicht-gentechnisch

veränderten Pflanzen, die vor der Ernte zwecks Sikkation behandelt

wurden. Von Mensch und Tier aufgenommenes Glyphosat kann

über den Urin ausgeschieden werden: Glyphosat wurde nicht nur im

Urin von Nutztieren und Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten,

nachgewiesen, sondern in geringen Mengen auch im Urin von Stadtbewohnern.

Wie lange Glyphosat im Körper verbleibt und ob tatsächlich alles

ausgeschieden wird, ist strittig.


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

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Gesundheitliche Wirkungen

Wissenschaftliche Studien der letzten Jahre erbrachten mehr und mehr

Belege für toxische Effekte von glyphosathaltigen Herbiziden:

f Sie können die Bakterien-Gemeinschaft im Darm verändern, da

manche Bakterien tolerant sind (z.B. Krankheitserreger wie Clostridium-

oder Salmonella-Arten), während andere empflindlich sind, wie

beispielsweise die Gegenspieler dieser Krankheitserreger.

f Sie verändern die Aktivität vieler Enzyme und schädigen das Erbmaterial

menschlicher Zellen, was zu deren Tod führen kann.

f Sie hemmen ein für die Hormonbildung wichtiges Enzym – mit

möglicherweise negativen Effekten auf die menschliche Fortpflanzung.

Auch geringe Konzentrationen, wie sie in der Landwirtschaft auftreten,

sind offenbar wirksam.

f Sie stehen im Verdacht, bestimmte Krebserkrankungen wie das

Non-Hodgkin-Lymphom (Krebserkrankung des Lymphsystems, Teil

des Immunsystems) zu fördern; bei Mäusen wurde die Entstehung von

Hauttumoren begünstigt.

f Besonders toxisch sind Hilfsmittel wie Tallowamin.

f Laut jüngster Langzeituntersuchungen über zwei Jahre entwickelten

Ratten, die mit RR-Mais gefüttert wurden oder deren Trinkwasser

Roundup enthielt, früher und häufiger Krebs als Kontrolltiere und

zeigten Veränderungen der inneren Organe.

f Glyphosat kann die menschliche Plazenta überwinden. Es greift in

die frühe Embryonalentwicklung von Wirbeltieren ein: Selbst bei sehr

geringen Konzentrationen wurden Missbildungen im Kopfbereich und

Nervensystem von Kaulquappen und Küken beobachtet.

Das Umweltinstitut München e.V.

warnt vor den Folgen des Gebrauchs

von Roundup und Glyphosat in Landwirtschaft

und Hausgarten. Jüngere

Studien widerlegen die bisherige Einschätzung,

Glyphosat sei weniger gefährlich

als andere Herbizide. Sogar

das Umweltbundesamt stuft den Einsatz

von Glyphosat zur Vorerntebehandlung

als kritisch ein. Leider werden

die bekannten Gefahren von Glyphosat

für die Gesundheit von Mensch

und Umwelt von deutschen Behörden

ignoriert. Das Gift sei schließlich zuge-

lassen und werde streng kontrolliert.

Doch genau das muss bezweifelt werden.

Tatsächlich werden immer öfter

Pestizid-Rückstände in Lebensmitteln,

Gewässern und sogar im menschlichen

Körper nachgewiesen. Damit

muss Schluss sein.

Schon länger gibt es Berichte aus Lateinamerika über stark erhöhte

Krebsraten oder mehr DNA-Schäden bei Menschen, die dem Mittel

ausgesetzt sind. Dort werden auf ca. 40 Mio. Hektar RR-Sojabohnen

angebaut und dabei jährlich Hunderttausende Tonnen glyphosathaltige

Herbizide ausgebracht – häufig aus der Luft. Vielfach wurden Fehlgeburten

beobachtet – Missbildungen bei Neugeborenen sollen um 400

Prozent, die Krebsrate bei Kindern um 300 Prozent zugenommen haben.

Der Verdacht, Glyphosat störe die Embryonalentwicklung, wurde

schon früher geäußert, in die Zulassung von Glyphosat flossen die entsprechenden

wissenschaftlichen Daten aber nicht ein.

Selbst aktiv werden

Gift und Gentechnik sind keine

Lösung. Die Mehrheit der Verbraucherinnen

und Verbraucher will gesunde

Lebensmittel, eine nachhaltig-ökologische

Landwirtschaft und eine intakte

Umwelt. Wir fordern deshalb ein endgültiges

Verbot von Roundup und anderen

glyphosathaltigen Spritzmitteln!

Sagen auch Sie NEIN zu Gentechnik

und Roundup und beteiligen Sie sich

an unserer Aktion „Allestöter Roundup

verbieten!“

Den Flyer „Allestöter – Roundup und

Glyphosat“ können Sie ebenfalls bestellen.

Darüber hinaus stehen weiterführende

Informationen, Studien und

Berichte zur Verfügung.

Weitere Infos und Bestellmöglichkeit

unter: www.umweltinstitut.org

Eine umwelt- und gesundheitsverträgliche Landwirtschaft sieht anders

aus! Was können Sie tun?

f Kaufen Sie Biolebensmittel, denn bei deren Produktion ist der Einsatz

von Gentechnik und chemischen Pestiziden wie Glyphosat verboten.

f Setzen Sie selbst keine glyphosathaltigen Spritzmittel ein.

f Fordern Sie ein Verbot glyphosathaltiger Spritzmittel.

f Fordern Sie ein Verbot von Anbau und Import gentechnisch veränderter

Pflanzen.

text Dr. Martha Mertens

BUND Naturschutz in Bayern (BN)

FotoS Fotolia, Fotolia/Umweltinstitut München e.V.

Allestöter Roundup verbieten!


12

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Kein Buch mit

sieben Siegeln

Gütesiegel können Verbraucher vor genmanipulierten Inhaltsstoffen

schützen. Experten erklären, was sich hinter den wichtigsten Labels

verbirgt und warum Bio-Produkte besonders sicher sind

Seit Mai 2008 ist in Deutschland eine Regelung zur „Ohne Gentechnik“-Kennzeichnung

von Lebensmitteln in Kraft, die Verbrauchern

die Orientierung beim Einkauf erleichtert. Lebensmittelproduzenten,

die mit der Abwesenheit gentechnischer Methoden im

Herstellungsprozess werben möchten, dürfen nur noch die einheitliche

Kennzeichnung „Ohne Gentechnik“ benutzen.

Seit 2009 gibt es zudem ein „Ohne Gentechnik“-Siegel. Herstellern ist

es freigestellt, dieses einheitliche Zeichen oder eine Eigenkreation einzusetzen.

In jedem Fall müssen die gleichen strengen Produktionsbedingungen

eingehalten werden, sobald die Worte „Ohne Gentechnik“

auf dem Etikett stehen.

So gekennzeichnete Lebensmittel enthalten keine Bestandteile

gentechnisch veränderter Pflanzen. Grenzwerte für Verunreinigungen

gibt es nicht. Zusätze wie Vitamine, Enzyme, Farbstoffe, etc. dürfen

nicht durch gentechnisch veränderte Mikroorganismen wie Bakterien

oder Pilze hergestellt werden. Darüber hinaus müssen die Tiere zur Herstellung

von Milch, Eiern und Fleisch innerhalb strenger Fristen ohne

gentechnisch veränderte Pflanzen gefüttert werden.

Indem sie Lebensmittel mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ kaufen, können

Verbraucher aktiv dazu beitragen, dass weltweit weniger gentechnisch veränderte

Pflanzen angebaut werden. Nutzen Sie die tägliche Abstimmung

am Einkaufsregal, um eine gentechnikfreie Landwirtschaft zu fördern.

Weiterführende Informationen: www.ohnegentechnik.org

text Alexander Hissting

Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG)

Foto www.ohnegentechnik.org

Lebensmittel mit dem Siegel

„Ohne Gentechnik“

enthalten keine Bestandteile gentechnisch

veränderter Pflanzen


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

13

V

iele Verbraucher fragen sich: Sind Bio-Produkte grundsätzlich

gentechnikfrei? Denn bei den meisten Produkten findet

sich keine zusätzliche Information auf den Verpackungen.

Das hat einen einfachen Grund: Der Einsatz von Gentechnik ist im ökologischen

Landbau und bei Bio-Lebensmitteln in jedem Fall verboten.

Dafür gibt es auch eine europaweit geltende gesetzliche Regelung, die

sogenannte EG-Öko-Verordnung.

Damit Verbraucherinnen und Verbraucher die Produkte, die nach

diesen Regeln hergestellt wurden, eindeutig identifizieren können, hat

die EU im Jahr 2010 ein in allen Ländern Europas verpflichtend zu nutzendes

Logo für Bioprodukte eingeführt.

Wenn Sie ein Produkt kaufen, das mit diesem Logo gekennzeichnet

ist, können Sie sicher sein, dass keine Gentechnik, keine Pestizide und

keine synthetischen Dünger eingesetzt wurden. Darüber hinaus müssen

grundlegende Bio-Standards bei Anbau, Tierhaltung und der Verarbeitung

von Lebensmitteln eingehalten werden.

Was macht Verbands-Bio-Produkte dann noch besser? Bei den Verbänden

muss der ganze Hof vollständig auf ökologischen Landbau umgestellt

sein. Im Stall ökologisch und auf dem Acker konventionell arbeiten,

wie das die EG-Öko-Verordnung erlaubt, geht nicht. Tiere bekommen

mehr Auslauf sowie hofeigene Futtermittel und bei der Verarbeitung

von Lebensmitteln wird strenger auf deren Naturbelassenheit geachtet.

Außerdem werden Bio-Produkte mit Verbandszeichen überwiegend

in Deutschland angebaut und produziert.

Das europäische Bio-Siegel ist verbindlich für alle vorverpackten,

ökologisch erzeugten Lebensmittel aus der EU.

Weiterführende Informationen: www.lvoe.de

text Harald Ulmer

Landesvereinigung für den ökologischen Landbau

in Bayern e.V. (LVÖ)

FotoS Harald Ulmer

Der Einsatz von Gentechnik ist bei der Herstellung

von Bio-Lebensmitteln grundsätzlich verboten


14

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Ausverkauf

des Lebens?

Verbraucherschützer warnen vor Bio-Patenten auf Tiere und Pflanzen

Die Bilanz ist erschreckend: Bereits 2250 Pflanzen und 1330

Tiere sind durch das Europäische Patentamt in den letzten

20 Jahren patentiert worden. Die meisten dieser sogenannten

Bio-Patente betreffen gentechnisch manipulierte Lebewesen. Denn

die Gentechnik hat die Patentierung von Leben überhaupt erst möglich

gemacht. Durch Einfügen fremder Gene, sogenannte Genmanipulationen,

galten Pflanzen und Tiere von einem Tag auf den anderen als

Erfindung von Konzernen wie Monsanto, Syngenta, Bayer oder BASF.

Doch es kommt noch schlimmer: Ob Brokkoli, Tomaten, Melonen oder

Schweine – seit etwa zehn Jahren geraten auch immer mehr Pflanzen

und Tiere aus konventioneller Zucht, also ohne gentechnische Manipulation,

in den Fokus von Agrarkonzernen und werden patentiert.

Marktmonopole und steigende Preise

Ein Patent gilt für 20 Jahre ab Anmeldedatum. In diesem Zeitraum hat

der Patentinhaber das alleinige Recht auf die Herstellung und Vermarktung

„seines“ Produkts. Auf diese Weise wollen die Agrarkonzerne die

Kontrolle über die gesamte Lebensmittelproduktion an sich reißen. Bäuerinnen

und Bauern auf der ganzen Welt bekommen die Auswirkungen

der Privatisierung von Leben am heftigsten zu spüren. Denn die Patente

verbieten den eigenen Nachbau und den Austausch von Saatgut sowie

die Weiterzüchtung der vorhandenen Pflanzensorten. Die Landwirte

müssen ihr Saatgut nun jedes Jahr erneut den Konzernen abkaufen.

Die Folgen sind steigende Saatgut- und Produktionskosten und der

Verlust von eigenen, lokal angepassten Sorten. Denn Hochertragssorten

benötigen einen hohen Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln –

eine Katastrophe für die Umwelt und für unsere Ernährungssicherheit.

Info

Weitere Informationen zu Patenten auf Saatgut finden Sie

auf der folgenden Internetseite:

www.no-patents-on-seeds.org

Die Broschüre des Umweltinstitut München e.V. „Wer

hat‘s erfunden? - Patente auf Pflanzen & Tiere“ können

Sie unter www.umweltinstitut.org bestellen.

Widerstand regt sich

Unsere Lebensmittelproduktion in der Hand von einigen wenigen Großkonzernen?

Viele Landwirte, Züchter und Verbraucher wollen das nicht

zulassen. Unabhängige Organisationen klagen gegen die Erteilung von

Bio-Patenten und fordern ihr grundsätzliches Verbot. Anhand eines Tomaten-Patents

wird derzeit am Europäischen Patentamt entschieden,

ob auch in Zukunft Patente auf konventionell gezüchtete Pflanzen und

Tiere erteilt werden dürfen. Das Ergebnis ist noch offen.

Während der rechtliche Durchbruch noch auf sich warten lässt,

nimmt eine andere Bewegung seit Jahren an Fahrt auf: Anstatt sich

von Agrarkonzernen vorschreiben zu lassen, was auf den Teller kommt,

greifen immer mehr Menschen einfach selbst zu Hacke und Spaten.

Selbst angebautes ökologisches Obst und Gemüse liegt im Trend. Und

das Saatgut dafür wird nicht einfach im Gartenmarkt gekauft. Auf sogenannten

Saatgutbörsen wird Saatgut von alten, regionalen und selbstgezüchteten

Sorten ausgetauscht. Dies ist ein wichtiger Schritt zu mehr

Ernährungssouveränität und Vielfalt auf unseren Äckern und Tellern.

text Dr. Ruth Tippe

Kein Patent auf Leben!

FotoS Fotolia, Umweltinstitut München e.V.


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

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Darf Gentechnik Schule machen?

Die fragwürdige Nachwuchsarbeit der Gentech-Industrie

Wäre es nicht toll, mit neuen Super-Pflanzen eine wachsende

Weltbevölkerung trotz Dürreperioden und Unwettern ernähren

zu können? Diese Frage stellt sich nicht nur für

Wissenschaftler und Marketing-Profis milliardenschwerer Gentechnikkonzerne.

Auch an manchen Schulen wird das Thema behandelt. Doch

was zunächst sinnvoll scheint, kann sich bei näherem Hinsehen als einseitige

Werbeshow entpuppen.

In den USA hat Branchen-Primus Monsanto, der weltweit über ein

Viertel des Saatgutmarktes kontrolliert, im letzten Sommer großzügig

Schecks verteilt. Klamme Schulen wetteiferten um Finanzspritzen von

25.000 Dollar für den Naturwissenschaftsunterricht. Auch ein Lehrbuch

steht zur Verfügung, das jede Menge Spaß mit einem „echt prima Thema“

verspricht – der Biotechnologie (statt dem Reizwort „Gentechnik“).

Herausgegeben und verteilt wird es vom „Council for Biotechnology Information“,

einem Lobbyverband der Gentech-Industrie. „Die Biotechnologie

kann Bauern und der Umwelt in vielerlei Hinsicht helfen“, heißt

es in dem bunten Heft. Leere Versprechungen, sagen Umweltorganisationen

und unabhängige Wissenschaftler.

Auch in Deutschland steht die Agro-Gentechnik auf manchen

Lehrplänen. Die Internetseite biosicherheit.de bietet dazu Unterrichts-

material an – im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Die Inhalte kommen jedoch von zwei PR-Agenturen. Eine zählt

die Agrochemie-Riesen Bayer CropScience, BASF und Syngenta zu ihren

Kunden, die andere betreibt einschlägige Websites, beispielsweise

für den Schaugarten Üplingen, wo transgene Pflanzen getestet werden.

Das Bildungsministerium tourt außerdem mit seiner „Mobilen Erlebniswelt“

zur Biotechnologie durchs Land, einem LKW mit Labor und Lern-

computern. Damit sollen Schüler für die „Schlüsseltechnologie des 21.

Jahrhunderts“ begeistert werden – Agro-Gentechnik eingeschlossen.

In Niedersachsen richteten CDU und FDP auf Kosten des Landes

eigens Labore an Schulen ein, in denen Schüler mit gentechnischen

Methoden experimentierten – eine willkommene Abwechslung im

Schulalltag. Auch der Saatgut-Hersteller KWS, der mit seinen Gentechnik-Zuckerrüben

auf Erfolgskurs ist, beteiligte sich an der Finanzierung.

Kritiker glauben, den Schülern werde ein trügerisches Bild der Risikotechnologie

vermittelt: Einfach zu machen, unproblematisch und notwendig.

Eine Ausweitung des Laborprogramms, die sich Schwarz-Gelb

13 Millionen Euro kosten lassen wollte, wird es nun aber nicht geben.

Die neue Regierung von SPD und Grünen will das Projekt einstellen.

text Daniel Hertwig

Informationsdienst Gentechnik

FotoS Fotolia

Infos für Lehrkräfte

f Informationsdienst Gentechnik

www.schule-und-gentechnik.de

f Umweltinstitut München e.V.

www.umweltinstitut.org/lehrmaterial-gentechnik.htm

f Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband

www.bllv.de/Gentechnik.5257.0.html

f Agrarkoordination (Jugendprojekt Biopoli)

www.agrarkoordination.de/biopoli-jugendbildung


16

Die Stecknadel im

Heuhaufen

herr dr. Busch, das Bayerische landesamt

für Gesundheit und lebensmittelsicherheit

(lGl) ist für die lebensmittel-

überwachung in ganz Bayern zuständig.

Was genau sind die aufgaben im Bereich

Gentechnik?

Wir haben im LGL drei Bereiche, die sich

mit der Gentechnik beschäftigen. Zum einen

überprüfen wir die korrekte Kennzeichnung

von gentechnisch veränderten Lebens- und

Futtermitteln. Das heißt, wir analysieren Lebens-

und Futtermittel auf gentechnisch veränderte

Bestandteile. Der zweite Bereich ist

für das Saatgut zuständig. Gentechnisch verändertes

Saatgut ist ja in Deutschland komplett

verboten.

Zur Person

Dr. Ulrich Busch ist Sachbereichsleiter

für Molekularbiologie am

Bayerischen Landesamt für Gesundheit

und Lebensmittelsicherheit

in Oberschleißheim.

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Bei der Suche nach genmanipulierten Inhaltsstoffen arbeiten Lebensmittel-

kontrolleure wie die Kriminalpolizei. Ein Gespräch mit Dr. Ulrich Busch vom

Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Der dritte Bereich überwacht die Sicherheit

der über 700 geschlossenen Gentechnik-Anlagen,

in denen mit nicht zugelassenen gentechnisch

veränderten Organismen (GVO) gearbeitet

wird.

Wie genau läuft die Überwachung im

lebensmittelbereich ab?

Wir erstellen halbjährig einen sogenannten

Probenplan. In diesem legen wir fest, welche

Lebensmittel innerhalb der nächsten sechs

Monate kontrolliert werden sollen. Danach

gehen Mitarbeiter der zuständigen Landrats-

ämter in die Supermärkte oder direkt zu den

Herstellern und entnehmen Proben der gewünschten

Lebensmittel.

Gibt es bestimmte lebensmittel, auf die

Sie besonders achtgeben?

Ja, auf jeden Fall. Unsere Probenplanung ist

risikoorientiert. Unsere Mitarbeiter recherchieren,

welche gentechnisch veränderten Pflanzen

weltweit angebaut werden und welche

Pflanzen wo neu zugelassen wurden. Wir fordern

also vor allem solche Lebensmittel an,

bei denen wir wissen, dass ein potenzielles Risiko

besteht. Von besonderem Interesse sind

für uns Soja aus Amerika, Reis aus Asien, Papaya

aus den USA oder Thailand und Raps aus

Kanada.

Wie funktioniert die analyse der lebensmittel?

Wir arbeiten mit molekularbiologischen Verfahren,

vergleichbar mit dem genetischen Fin-

gerabdruck in der Kriminalistik. Wir isolieren

aus den Lebensmitteln die Erbsubstanz und

untersuchen diese auf Genmanipulationen.

Das ist wie die Suche nach der Stecknadel im

Heuhaufen. Wenn der Befund positiv ist, dann

geht es im nächsten Schritt an die Quantifizierung:

Wieviel gentechnisch veränderte Bestandteile

sind in der Probe enthalten? Dieses

Verfahren ist dann noch mal um einiges

aufwändiger als die rein qualitative Untersuchung.

Wie sicher sind die Verfahren zum qualitativen

und quantitativen nachweis von

Gentechnik in lebensmitteln?

Die besten Ergebnisse liefert die Untersuchung

von unverarbeiteten Rohstoffen. Je

weiter ein Rohstoff verarbeitet wurde, umso

schwieriger wird auch der Nachweis von gentechnisch

veränderten Bestandteilen. Das Verfahren

ist etwa bei 90 Prozent der verarbeiteten

Lebensmittel anwendbar.

Bei Ketchup, sauren Gurken oder bei

hochraffinierten Ölen ist ein Nachweis z.B.

meist nicht mehr möglich. In solchen Fällen

müssen dann die Zutaten bis zu ihren Rohstoffen

rückverfolgt und diese anschließend

untersucht werden. Obwohl wir am LGL mit

modernsten Geräten arbeiten, sind der Analytik

Grenzen gesetzt: Ein absoluter Null-Wert

ist nicht messbar. Ich kann aufgrund unserer

Verfahren nie mit 100-prozentiger Sicherheit

sagen, dass ein Lebensmittel völlig gentechnikfrei

ist. Deshalb arbeiten wir in der Analytik

immer mit Grenzwerten.


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

17

mit welchem Grenzwert arbeiten Sie,

wenn es um gentechnisch manipulierte

Bestandteile in lebensmitteln geht?

In Europa hat man sich auf den Grenzwert

0,9 Prozent pro Lebensmittelzutat geeinigt.

In diesem Prozentbereich ist die Kontamination

auch bei verarbeiteten Produkten noch gut

nachweisbar.

Ich gebe Ihnen mal ein konkretes Beispiel:

Gentechnisch veränderte Soja ist in Europa

zum Verzehr zugelassen. Wenn eine Schokolade

Sojalecithin enthält, dann dürfen zufällig

oder technisch unvermeidbar bis zu 0,9 Prozent

des Sojalecithins gentechnisch verändert

sein. Sind es mehr als 0,9 Prozent, muss das

Nahrungsmittel entsprechend gekennzeichnet

werden.

Wie viele lebensmittelproben werden

jährlich auf gentechnisch manipulierte

Bestandteile untersucht?

In Deutschland müssen jährlich pro 1000 Einwohner

fünf Lebensmittelproben analysiert

werden. In Bayern kommen wir jährlich auf

rund 63.000 Proben. Davon wird aber nur ein

kleiner Teil auf Gentechnik untersucht. Es gibt

ja noch viele andere Aspekte der Lebensmittelsicherheit

wie Allergene, Zusatzstoffe, Dioxine,

Salmonellen, EHEC oder irreführende

Kennzeichnungen. Die Proben werden nach

ihrer aktuellen Relevanz eingeteilt.

Wie viele Beanstandungen haben Sie

pro Jahr?

Wir finden nur sehr wenige Produkte, die gentechnische

Bestandteile über dem Grenzwert

beinhalten und nicht gekennzeichnet sind. Das

sind nicht mehr als zwei, drei Proben pro Jahr.

Was passiert mit den beanstandeten lebensmitteln?

Für die Folgemaßnahmen einer Beanstandung

sind die örtlichen Vollzugsbehörden zuständig.

Nachdem wir eine Probe analysiert

haben, schreiben wir ein Gutachten mit den

Analyseergebnissen für das zuständige Landratsamt.

Wenn der GVO zugelassen ist, weist

das Landratsamt den Hersteller darauf hin,

dass er das Produkt entsprechend kennzeichnen

muss oder es nicht weiter vertreiben darf.

Wenn es sich um einen nicht zugelassenen

GVO handelt, muss standardmäßig überprüft

werden, ob die Gesundheit der Bevölkerung

gefährdet ist und eine Rückrufaktion gestartet

werden muss.

und was ist mit den lebensmitteln, die

weniger als 0,9 prozent GVos enthalten?

Diese Lebensmittel beanstanden wir nicht.

Das Landratsamt muss trotzdem überprüfen,

ob die Kontamination technisch unvermeidbar

oder zufällig war. Wenn zum Beispiel das kon-

taminierte Sojaprodukt aus den USA kommt,

ist eine technische Unvermeidbarkeit oder Zufälligkeit

wahrscheinlicher als bei einem Produkt

aus Deutschland. Aber das muss dann

vom Hersteller glaubhaft dargelegt werden.

mit welchen Strafen müssen die hersteller

rechnen, wenn sie die Vorschriften

nicht einhalten?

Dass eine Straftat vorliegt, ist im Lebensmittelrecht

sehr selten. Es handelt sich meistens

um sogenannte Ordnungswidrigkeiten, die mit

einem Bußgeld belegt werden. Die Höhe des

Bußgeldes ist natürlich vom Tatbestand abhängig:

Wie hoch ist die Kontamination? Ist

der GVO zugelassen oder nicht? Hat der Hersteller

vorsätzlich oder fahrlässig gehandelt?

Was ist Ihre einschätzung: Sind Verbraucherinnen

und Verbraucher in Bayern vor

Gentechnik in lebensmitteln sicher?

Sie können auf jeden Fall sicher sein, dass die

geltenden Gesetze und Grenzwerte eingehalten

werden. Wenn jemand auch keine minimalen

Spuren in seinen Lebensmitteln möchte,

dann zeigen unsere Untersuchungen,

dass Bio-Produkte und Produkte mit dem Label

„Ohne Gentechnik“ auf jeden Fall die sicherste

Wahl sind. Hier finden wir noch seltener

und deutlich geringere Spuren von GVO

als bei konventionellen Lebensmitteln.

der anbau gentechnisch manipulierter

pflanzen nimmt weltweit zu. damit steigt

das risiko der kontamination von lebensmitteln

und die Wichtigkeit der lebensmittelüberwachung.

Gibt es pläne,

Ihren arbeitsbereich dementsprechend

auszuweiten?

Die gentechnische Überwachung ist ein wichtiger

Bestandteil der Überwachungstätigkeiten

am LGL und wird auch in Zukunft entsprechend

ausgestattet sein.

InterVIeW Verena Schmitt

Foto LGL, Fotolia


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Gemeinsam gegen Gentechnik

Der Anbau genmanipulierter Pflanzen in der Landwirtschaft

stellt ein unkalkulierbares Risiko für unsere Umwelt und Gesundheit

dar und bietet keinerlei Vorteile – weder für Landwirte

noch für den Verbraucher. Alleinige Gewinner sind Agrarkonzerne

wie Monsanto, DuPont und Syngenta, die mit dem Einsatz von

Agro-Gentechnik immense Gewinne verzeichnen können. Kein Wunder,

dass der Widerstand in der Bevölkerung gegen die Gentechnik ungebrochen

ist und weltweit wächst: Laut Eurobarometer 2010 sprechen

sich 71 Prozent der Deutschen und 66 Prozent der Europäer gegen

Gentechnik im Essen aus. Im Vergleich zu einer 2005 durchgeführten

Studie sind die Bedenken in allen EU-Ländern – außer Großbritannien

– nochmals gestiegen.

So wehren sich immer mehr engagierte Bürgerinnen und Bürger

erfolgreich gegen die Gentechnik auf unseren Äckern und in unserem

Essen. Ihr Protest hat bereits zahlreiche Etappensiege errungen:

In Deutschland werden derzeit keine Gen-Pflanzen angebaut. In Europa

gilt zudem eine Kennzeichnungspflicht für Lebens- und Futtermittel

und in den Regalen der Supermärkte sind keine Gen-Produkte zu finden.

Doch die Konzerne wollen auf diesen lukrativen Markt nicht freiwillig

verzichten und üben nach wie vor Druck auf Handel und Politik

aus. Bürgerschaftliches Engagement bleibt also weiterhin sehr wichtig.

Jeder kann sich dafür einsetzen, dass unsere Äcker und Teller frei von

Gentechnik bleiben. Wer Lebensmittel mit dem Bio- oder „Ohne-Gentechnik“-Siegel

kauft, gibt der Agro-Gentechnik keine Chance. Doch

auch über den Einkaufskorb hinaus können Sie aktiv werden:

Zeigen Sie Zivilcourage

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Lokale Gruppen anerkannter Umweltschutz- und Verbraucherschutzverbände

sowie kirchliche und politische Vereinigungen engagieren

sich seit vielen Jahren gegen Gentechnik in München. Neu hinzuge-

Wie Sie aktiv werden können

kommen ist die Arbeitsgruppe Zivilcourage für eine gentechnikfreie

Stadt und einen gentechnikfreien Landkreis München. Die Gruppe von

Gentechnik-Gegnern aus München und Umgebung informiert mit Infoständen,

Vorträgen und Podiumsdiskussionen interessierte Verbraucher

und Landwirte über die Agro-Gentechnik und motiviert zum Handeln.

Die Initiative trifft sich regelmäßig jeden dritten Mittwoch im Monat um

19:30 Uhr im Eine-Welt-Haus in der Schwanthalerstraße 80 in München.

Weitere Mitstreiter sind auch hier herzlich willkommen!

Pflanzen Sie ein Zeichen gegen Gentechnik

Die Aktion „Bantam!“ lädt alle Gärtner, Bauern und Balkonbesitzer ein,

die gentechnikfreie und samenfeste Maissorte „Golden Bantam“ anzupflanzen

und den Standort in die Goldene Bantam-Karte einzutragen.

Bereits an über 60.000 Orten in Deutschland wächst Bantam. Erklären

auch Sie ihren Garten oder Balkon zur gentechnikfreien Zone und beteiligen

Sie sich an der Aktion unter www.bantam-mais.de.

Demonstrieren Sie für eine gentechnikfreie

Landwirtschaft

Unter dem Motto „Mir hams satt – Agrarindustrie und Flächenfraß stoppen“

findet am 13. Juli 2013 eine Großdemonstration in München statt.

Tausende Menschen werden sich um 11 Uhr auf dem Odeonsplatz versammeln,

um für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft zu

demonstrieren. Weitere Informationen zum Ablauf der Demonstration

und eine Bestellmöglichkeit für Infomaterial finden Sie unter

www.mir-hams-satt.de.

text Verena Schmitt

Foto Jörg Farys


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

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Die Saat des Zweifels

Widerstand ist sein Thema: Vor 37 Jahren gründete Bertram Verhaag gemeinsam

mit Claus Strigel die Produktionsfirma Denkmal-Film. Als Produzent, Autor und

Regisseur drehte er seither mehr als 120 Filme, die zum Nachdenken anregen

In den 1980er-Jahren begann Bertram Verhaag, sich mit dem Thema

Atomkraft zu beschäftigen und aufzuzeigen, wie Atomlobby und

Politik sich anschickten, die Demokratie auszuhebeln. Auch die

Gentechnik beschäftigt den Absolventen der Münchner Hochschule für

Film und Fernsehen: Seit er in den 1990er-Jahren eher beiläufig auf

das Thema stieß – ursprünglich wollte er einen Film über die als erstes

Lebewesen patentierte „Krebsmaus“ drehen – wird der Münchner

Dokumentarfilmer nicht müde, die fragwürdigen Machenschaften der

Agrarkonzerne zum Gegenstand seines Schaffens zu machen. Ein Artikel

in der französischen Zeitung „Le Monde“ über „Terminatorsaatgut“

wurde zum Auslöser seiner Wut darüber, dass die Industrie sich anmaßt,

Saatgut aus Profitgründen unfruchtbar zu machen. Einmal gekeimt, ist

dessen Reproduktionskraft erschöpft, die Bauern müssen für die nächste

Aussaat wieder bei den Konzernen kaufen. „Ich habe schnell erkannt,

welche Gefahr hierin für die Demokratie liegt“, stellt Verhaag fest.

Sein Film „Leben außer Kontrolle“ (2004) avancierte schnell zu einer

der meistgesehenen Produktionen zum Thema Gentechnik.

Im Visier der Saatgut-Industrie

In seinen Filmen beschränkt Verhaag sich nicht auf die rein fachliche,

informative Ebene, sondern bettet seine Sujets in ein sehr persönlich

und zeitweise sogar intim gestaltetes emotionales Umfeld ein. Eine dramaturgische

Entscheidung, die nicht selten seine Gegner auf den Plan

ruft mit dem Vorwurf, seine Filme seien „unseriös“ und daher nicht aussagekräftig.

Was aber nichts daran ändert, dass die Fakten, die Verhaag

präsentiert, akribisch recherchiert und entsprechend belastbar sind. So

sehr, dass seinen Darstellungen auch von den betroffenen Firmen und

Institutionen nicht widersprochen werden kann: „Dass selbst Angriffe

von Monsanto ohne Erfolg blieben, ist für mich ein besonderes Güte-

siegel meiner Arbeit“ meint Verhaag dazu und sieht im aggressiven Verhalten

der Saatgut-Industrie den Beleg dafür, dass diesen für ihre Vorgehensweise

zur Durchsetzung ihrer Interessen jegliche Rechtfertigung

abgeht.

Die Mär von der „neutralen Wissenschaft“

Verhaags neuester Film zum Thema Gentechnik heißt „Gekaufte Wahrheit

– Gentechnik im Magnetfeld des Geldes“. Er lief 2011 mit großem

Erfolg in den deutschen und österreichischen Kinos. In „Gekaufte Wahrheit“

schildert der Filmemacher, was passieren kann, wenn Forschung

und Wissenschaft nicht mehr ausreichend öffentlich finanziert werden,

sondern auch staatliche Institute mehr und mehr von „Drittmitteln“ abhängig

werden und unter den Einfluss von Konzernen gelangen. Der

Kampf gegen Lobbyismus und die rücksichtslose Durchsetzung von Interessen

in Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ist ihm ein persönliches

Anliegen. Denn nichts ist so sehr eine Mär wie die angebliche „Neutralität“

der Wissenschaft, wie gerade die Anfälligkeit für Ideologie bei ihren

größten Verfechtern zeigt.

Weitere Informationen über die Filme von Bertram Verhaag und Claus

Strigel finden Sie unter www.denkmal-film.com.

text Johannes Bucej

Slow Food Deutschland e.V.

Foto Bertram Verhaag

Dieser Artikel basiert auf einer gekürzten Version des Artikels „Gekaufte

Wahrheit“ von Johannes Bucej, erschienen 2011 in „Slow Food – Zeitschrift

der Slow Food Bewegung in Deutschland“.


20

Es geht auch ohne

Gen-Pflanzen!

Greenpeace organisiert seit Jahren Kampagnen gegen Gen-Pflanzen auf dem

Acker und für eine gentechnikfreie Lebensmittelproduktion – ein Überblick

Verbraucher wollen keine Gentechnik.

Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des

Bundesministeriums für Landwirtschaft,

Ernährung und Verbraucherschutz hat

im Juni 2012 ergeben, dass 83 Prozent der

deutschen Verbraucher gentechnisch veränderte

Lebensmittel ablehnen. Wenn Gen-Mais,

Gen-Soja oder Gen-Zucker von Herstellern direkt,

z.B. zur Herstellung von Süßigkeiten, Fertigprodukten

oder Ölen verarbeitet wurden,

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

muss dies auf dem Produkt in der Zutatenliste

gekennzeichnet werden. Die großen Lebensmittelhersteller

wissen um die Ablehnung

durch die Verbraucher, weshalb es heute in

Deutschland kaum Produzenten gibt, die Zutaten

aus Gen-Pflanzen direkt verarbeiten.

Nur Siegel geben Sicherheit

Die Kennzeichnungsvorschrift hat jedoch Lücken.

Ein Großteil der weltweit angebauten

Gen-Pflanzen wird zu Tierfutter verarbeitet.

Produkte wie Milch, Fleisch und Eier von Tieren,

die Gen-Pflanzen gefressen haben, müssen

nicht gekennzeichnet werden. So landen

indirekt und vom Verbraucher unbemerkt

Gen-Pflanzen auch wieder in unserer Nahrungskette.

Bei konventionellen tierischen

Produkten hat der Verbraucher daher oft keine

Wahlfreiheit. Es sei denn, er achtet auf das

Siegel „Ohne Gentechnik“ (siehe S. 12/13).


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

21

Unerwünschte

Nebenwirkungen

Anders als bei konventioneller Züchtung wird

bei der Gentechnik das Erbmaterial der Pflanzen

so verändert, wie es auf natürlichem Wege

nie passieren würde. So werden beispielsweise

Gene aus Bakterien oder Viren in das Erbgut

von Pflanzen eingebaut, um sie unempfindlich

gegen Insektenfraß oder Spritzmittel

zu machen. Studien belegen, dass der Einsatz

bestimmter Spritzmittel seit dem Anbau von

Gen-Pflanzen rapide gestiegen ist.

Gene sind zudem komplex und meist

gleichzeitig für mehrere Aufgaben oder Eigenschaften

verantwortlich. So können bei

der Genmanipulation unerwartete Nebenwirkungen

nicht ausgeschlossen werden. Langzeitstudien

zu Risiken von Gen-Food gibt es

bisher allerdings nicht.

Wer gentechnisch veränderte Pflanzen im

Tierfutter einsetzt, fördert deren riskanten Anbau

und zerstört damit die Artenvielfalt. Er unterstützt

eine klimafeindliche Landwirtschaft

mit hohem Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden,

die Ackerböden vernichtet und Gewässer

verschmutzt.

Leider sind noch längst nicht alle Unternehmen

bereit, verantwortungsbewusst

und nachhaltig zu handeln und

auf Gen-Futter zu verzichten. Dazu gehört

auch ein große Molkerei wie Weihenstephan.

Greenpeace hat seine Kampagne für

gentechnikfreie Milch 2004 bei Müllermilch

gestartet. Ein harter Brocken

– bis heute. Das Unternehmen und

das Tochterunternehmen Weihenstephan

halten offensichtlich nichts von

Verbrauchertransparenz und nachhaltiger

Produktion, wenn es um Gentechnik

geht. Müller verklagte Greenpeace

und wollte so verhindern, dass

das Wort Gen-Milch im Zusammenhang

mit Müllermilch-Produkten verwendet

werden darf, wenn Gen-Pflan-

Die Verantwortung

beginnt im Stall

Produktqualität und -verantwortung beginnen

also nicht erst im Supermarktregal, sondern

bereits im Stall und auf dem Acker. Die Fütterung

ohne Gen-Pflanzen ist möglich und umsetzbar,

denn gentechnikfreies Tierfutter wird

weltweit nach wie vor ausreichend angeboten.

Immer mehr Firmen haben das Problem

in den letzten Jahren ernst genommen und

bereits vorgemacht, dass es auch im Tierfutter

ohne Gentechnik geht. Nach vielen Jahren

Überzeugungsarbeit und vielfachem Verbraucherprotest

setzen in Deutschland immer

mehr Molkereien, Eierhersteller und auch der

Lebensmitteleinzelhandel auf eine Erzeugung

ohne gentechnisch verändertes Tierfutter.

Erste Erfolge

Als erste große Molkerei in Deutschland hat

Campina im Oktober 2008 seine Milchmarke

„Landliebe“ auf eine Fütterung ohne Gentechnik

umgestellt. Andere Molkereien sind dem

guten Beispiel gefolgt, zum Beispiel Bauer-

Joghurt, Zott-Mozzarella, Grünländer Käse,

Milch von Schwarzwälder oder die Upländer

Weihenstephan - die Scheinheiligen

zen im Futtertrog eingesetzt wurden.

Ohne Erfolg, Müller verlor in letzter Instanz

vor dem Bundesverfassungsgericht.

2008 startete Greenpeace mit

der Aktion „Der Cent macht’s!“ erneut

einen Anlauf, das Tochterunternehmen

Weihenstephan davon zu überzeugen,

dass Milch auch ohne Gen-Pflanzen im

Tierfutter hergestellt werden kann und

deshalb nicht einmal wesentlich teurer

sein muss. Denn schon mit einem

Cent können die Tierfuttermehrkosten

für einen Liter Milch ohne Gentechnik

gedeckt werden. Zehntausende von

Verbrauchern schickten Briefumschläge

mit einem Cent an Weihenstephan.

Das Unternehmen verweigerte die Annahme

und sprach Greenpeace „jegliche

Legitimation ab, im Namen der

Verbraucher zu handeln“. Für Weihen-

Bauernmolkerei. Auch große Babymilchhersteller

haben sich verpflichtet, nur noch Magermilchpulver

oder Molke aus Kuhmilch ohne

versteckte Gen-Pflanzen im Tierfutter zu beziehen.

Dieser Trend kommt auch langsam

im Einzelhandel an, der circa 70 Prozent der

deutschen Milch zu seinen Eigenmarken verarbeitet.

Die Firma Tegut hat als erste Supermarktkette

ihre Eigenmarken bei Milch, Sahne,

Schmand und Joghurt mit dem Label

„Ohne Gentechnik“ ausgezeichnet. Große Zukunftspläne

hat auch das Unternehmen REWE:

Es beginnt die Umstellung auf gentechnikfreie

Futtermittel mit Milchprodukten der Marke Pro

Planet in Mittel- und Westdeutschland. Langfristig

sollen weitere Produkte folgen.

Bio ist immer noch die beste Wahl. Gentechnik

in Lebensmitteln oder im Tierfutter sowie

chemische Spritzmittel sind in der ökologischen

Landwirtschaft tabu, artgerechte

Tierhaltung ist Pflicht.

text Stephanie Töwe

Greenpeace Deutschland

FotoS Fotolia, Jens Küsters/Greenpeace

stephan waren die Teilnehmenden keine

Verbraucher, so hieß es in einem

Schreiben frech: „Verbraucher sind für

uns allerdings nicht Greenpeace-Mitglieder

oder -Sympathisanten, die als

Verbraucher getarnt auftreten.“ Trotz

Alpenidylle in der Weihenstephan-Werbung

landet auch weiterhin Gen-Soja

im Futtertrog der Milchkühe. Die Milch

kommt zum Teil noch nicht einmal aus

dem Alpengebiet.


22

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Mit Gentech in die Zukunft?

2013 ist ein wichtiges Jahr für die Gentechnik in der Landwirtschaft: Vor 60 Jahren wurde die

DNA entschlüsselt, vor 30 Jahren wurden die ersten gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt

und seit etwa 20 Jahren werden diese in den USA kommerziell angebaut. Jetzt steht eine

neue Runde von Entscheidungen an

I

n diesem Jahr könnte erstmals in den USA auch gentechnisch veränderter

Fisch zur Zulassung anstehen. Es drohen zudem weitere

Freisetzungen gentechnisch veränderter Insekten. Auf den Philippinen

soll der sogenannte „Goldene Reis“ zum ersten Mal auf größerer

Fläche angebaut werden. Und in der EU arbeiten Industrie und EU-Kommission

mit Hochdruck an neuen Zulassungen für den Anbau.

Erfahrungen aus der US-Landwirtschaft

Wohin die Reise beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen

langfristig geht, zeigt sich am Beispiel USA: Die US-Landwirte hatten zunächst

Vorteile beim Anbau herbizidresistenter Pflanzen. Die positiven

Effekte (Arbeitszeitersparnis, geringere Aufwendungen an Spritzmitteln

bei der Unkrautbekämpfung) haben sich jedoch ins Gegenteil verkehrt:

Da sich die Unkräuter an den Anbau der gentechnisch veränderten

Pflanzen angepasst haben, steigt sowohl die Menge an Spritzmittel als

auch der Arbeitszeitaufwand deutlich. Auch beim Anbau von insekten-

giftproduzierenden Pflanzen zeigen sich ähnliche Entwicklungen: Nachdem

sich neue Schädlinge im Maisanbau ausgebreitet haben, werden

die Pflanzen jetzt mit mehreren Giftstoffen gleichzeitig ausgestattet.

Das bekannteste Produkt ist der Mais „SmartStax“, entwickelt von

Monsanto und Dow AgroSciences. In den USA wird dieser Mais bereits

auf Millionen Hektar angebaut. „SmartStax“ produziert sechs verschiedene

Insektengifte, zudem sind die Pflanzen gegen die Unkrautvernichtungsmittel

Glyphosat und Glufosinat tolerant gemacht. Mit Produkten

wie „SmartStax“ führt die US-Landwirtschaft eine Art Wettrüsten gegen

Schädlinge und Unkräuter, die sich an Spritzmittel und Insektengifte anpassen.

Die Folge: Die Umweltbelastung wächst, die Saatgutpreise gehen

steil nach oben und die Ernteerträge stagnieren.

Die Chancen für eine Wende in der US-Landwirtschaft sind gering,

Konzerne wie Monsanto, DuPont und Syngenta kontrollieren den Saatgutmarkt

bei Baumwolle, Mais und Soja weitgehend. Neues Saatgut

kommt meist nur mit den patentgeschützten Genen auf den Markt. Die


Münchner Stadtgespräche Nr. 65 5/2013

23

Umsätze der Konzerne steigen angesichts teurer Saatgutmonopole und

steigendem Spritzmitteleinsatz. Agrochemie-Konzerne wie Monsanto

sind keine traditionellen Züchter. Erst die Einführung der Gentechnik mit

der Möglichkeit, weitreichende Patente anzumelden und neue Strategien

zur Gewinnmaximierung umzusetzen, war für diese Konzerne der

Anreiz, in den Markt einzusteigen. Inzwischen dominieren diese Konzerne

den internationalen Saatgutmarkt sogar im Bereich der konventionellen

Züchtung. Die Preise für das Saatgut steigen, die Anzahl der

Landwirte, die die eigene Ernte zur Wiederaussaat verwenden, ist stark

zurückgegangen. Mögliche Patentverstöße der Landwirte werden unter

anderem mit der Hilfe von Detektiven verfolgt.

Entwicklung in der EU

Bisher gibt es in der EU nur wenige Regionen (insbesondere Spanien), in

denen gentechnisch veränderter Mais angebaut wird. Allerdings stehen

2013 eine Reihe von weiteren Zulassungsentscheidungen an, darunter

auch ein Antrag für den Anbau herbizidresistenter Soja und Mais. Angesichts

der Folgen des Anbaus dieser Pflanzen in den USA werden diese

anstehenden Entscheidungen richtungsweisend für die weitere Entwicklung

der Landwirtschaft in der EU sein.

Durch den Import von Millionen Tonnen an Futtermitteln gelangt

auch eine große Palette an Produkten aus der US-Landwirtschaft in die

Nahrungsmittelproduktion der EU. Mit diesen Produkten geraten kontinuierlich

Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und/oder Insektengiften

ins Tierfutter, die bisher in Lebens- und Futtermitteln nicht oder

nur in geringeren Mengen vorhanden waren. Welche Auswirkungen das

langfristig auf die Gesundheit der Nutztiere und auf die von ihnen gewonnenen

Produkte hat, wurde bisher nicht ausreichend untersucht.

Immerhin gibt es in der EU aber eine Kennzeichnungspflicht. Gentechnisch

veränderte Pflanzen in Lebensmitteln sind für den Verbraucher

kenntlich zu machen, bisher verzichten die großen Lebensmittelhersteller

auf ihren Einsatz. Auch hier könnte sich in Zukunft manches

ändern: Kommt die EU-Freihandelszone mit den USA, besteht die Gefahr,

dass Wahlfreiheit und Transparenz dem freien Warenverkehr geopfert

werden.

Frankenfish around the corner?

Gentechnisch veränderte Tiere zur Produktion von Nahrungsmitteln sind

weltweit noch nirgendwo zugelassen. Zur Zulassung in den USA angemeldet

ist gentechnisch veränderter „Turbo-Lachs“ der Firma Aqua-

Bounty, der mit einem zusätzlichen Gen für Wachstumshormone ausgestattet

wurde und wesentlich schneller wächst als seine konventionell

gezüchteten Artgenossen. Bereits 2010 hatte sich die US-Lebensmittelbehörde

FDA (US Food and Drug Administration) positiv über die Si-

cherheit der Fische geäußert. Über die Zulassung wird in den USA heftig

diskutiert.

In Kanada gezüchtete „Enviropig-Schweine“ produzieren in ihrem

Speichel ein Enzym (Phytase), das Phosphorverbindungen abbaut. So

soll die Futterverwertung verbessert und die Ausscheidung von Phosphor

verringert werden. Ob und wann diese Schweine den Markt erreichen

werden, lässt sich aber noch nicht absehen. Entwickelt wurden sie

– ebenso wie der gentechnisch veränderte Lachs – schon vor über zehn

Jahren. Angeblich wurde das Projekt Anfang 2012 aus Kostengründen

eingestellt. Weitere im Bereich der Nahrungsmittelproduktion geplante

Anwendungen sind beispielsweise virusresistente Nutztiere oder Kühe,

deren Milch humanisiert wurde.

Auch bei Insekten sind die Gentechnikfirmen aktiv: Die englische

Firma Oxitec hat gentechnisch veränderte Insekten bereits in Brasilien,

Malaysien und den Cayman Islands ausgesetzt. Oxitec preist ihre Mücken-Lösung

als umweltfreundlich und effektiv an und will u.a. auch

Weltweit wird an neuen Geschöpfen aus

dem Gentechnik-Zoo gearbeitet

Mücken zur Malariabekämpfung und zur Bekämpfung landwirtschaftlicher

Schädlinge einsetzen. Gentechnisch veränderte Insekten, die in

Gemüse- und Obstkisten gelangen, könnten dann auch zur Beilage von

Lebensmitteln werden.

Schöne neue synthetische Biologie

Trotz allen Zweifeln an der Sicherheit der Produkte und der Ablehnung

durch die Verbraucher wird also weltweit an neuen Geschöpfen aus

dem Gentechnik-Zoo gearbeitet. Unterstützt werden die Träume der

Gentechniker durch neue technische Verfahren zur Gensynthese und

der Synthetischen Biologie, die es ermöglichen, am Computer neue

DNA-Verbindungen herzustellen und in Lebewesen einzubauen, die es

bisher in der Natur nicht gegeben hat. Beispiel ist der Mais SmartStax:

Eines seiner Insektengifte wurde durch die Fusion der DNA mehrerer

natürlicher Insektengifte synthetisiert. Diese künstlich synthetisierte

DNA und das neue Gift gelangen mit den Pflanzen in die Nahrungskette

und in die Umwelt, ohne dass die Langzeitfolgen untersucht wurden. Ein

anderes Beispiel aus der pharmazeutischen Forschung sind Schimpansen,

in deren Erbgut per Gensynthese DNA eingebaut wurde, die nach

Vorlage von Insektenerbgut „designed“ wurde. Für das Europäische Patentamt

ist das einfach nur eine patentwürdige Erfindung. Die Zivilgesellschaft

sollte in diesem Beispiel aber einen deutlichen Warnhinweis

sehen, dass die ethischen Grenzen überschritten werden.

text Dr. Christoph Then

Testbiotech e.V.

Foto Fotolia


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Kontakte

referat für Gesundheit und

umwelt

Öffentlichkeitsarbeit

Bayerstraße 28a

80335 München

Tel.: 089-233-47 524

Fax: 089-233-47 508

oeffentlichkeitsarbeit.rgu@muenchen.de

www.muenchen.de/rgu

Termine

Seminarreihe: Genopoly - Gentechnik um jeden preis?

Kaum einer will sie, ihr Nutzen ist nicht erkennbar, immer offensichtlicher treten

die Risiken zutage - und dennoch scheint sie unaufhaltsam: Die Anwendung

der Gentechnik bei Pflanzen, Tieren und Lebensmitteln. Die Agro-Gentechnik

erweist sich immer deutlicher als erhebliches Risiko für die Gesundheit von

Mensch und Tier, für die Umwelt und die Welternährung. Gemeinsam mit dem

oekom e.V. will das Umweltinstitut München den interessierten Veranstaltungsteilnehmern

die Basisinformationen für eine kritische Auseinandersetzung mit

der Agro-Gentechnik liefern.

anmeldung: Bitte melden Sie sich zu den Veranstaltungen unter

Tel. 089/30 77 49-0 oder unter info@umweltinstitut.org an.

ort: münchner zukunftssalon des oekom e. V., Waltherstr. 29 Rgb., München

Weitere Informationen: www.umweltinstitut.org/genopoly.htm

Do., 13. Juni 2013, 19 - 21 Uhr

Früchte des labors -

Gentechnik bei pflanzen

Referent: Dr. Christoph Then

Testbiotech e.V.

Impressum

Herausgegeben vom Umweltinstitut München e.V.

anschrift für Verlag, verantwortlichen Redakteur

und Anzeigenverantwortlichen:

Umweltinstitut München e.V.

Verein zur Erforschung und Verminderung der

Umweltbelastung

Landwehrstr. 64a

80336 München

Tel.: (089) 30 77 49-0

Fax: (089) 30 77 49-20

E-Mail: a21@umweltinstitut.org

Internet: www.umweltinstitut.org

Umweltinstitut München e.V. 5/2013

Ökologisches

Bildungszentrum

Dr. Christian Suchomel

Englschalkinger Str. 166

81927 München

Tel.: 089-93 94 89 60

Fax: 089-93 94 89 81

mail@oebz.de

www.oebz.de

Do., 27. Juni 2013, 19 - 21 Uhr

Wohl bekomm´s? Genfood im

Supermarkt und auf dem teller

Referentin: Anja Sobczak

Umweltinstitut München e.V.

redaktion Fabian Holzheid, Joy Mann, Katja

Bachert, Christina Hacker (verantwortlich

für Redaktion und Anzeigen)

layout Fabian Holzheid, Joy Mann

druck ulenspiegel druck gmbh

Birkenstraße 3

82346 Andechs

anzeigen Es gilt die Anzeigenliste 2005

Versand Klebeck und Partner, Kolbermoor

auflage 15.000

100% recyclingpapier

Bürgerstiftung

zukunftsfähiges münchen

Klenzestraße 37/Rgb.

80469 München

Tel.: 089-202 38-111

Fax: 089-202 38-113

mail@bszm.de

www.bszm.de

www.lifeguide-muenchen.de

www.sinn-muenchen.de

Do., 14. November 2013, 19 - 21 Uhr

Blinde kuh - risiken und nebenwirkungen

der Gentechnik

Referentin: Dr. Martha Mertens

BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die

Meinung der Verfasserin/des Verfassers und nicht

in jedem Fall die der Redaktion wieder.

Zitieren erwünscht, bitte mit Quellenangabe!

Titelbild: W.R.Wagner/Pixelio

Bild auf dieser Seite: Fotolia

Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe:

01.08.2013

newsletter der agenda 21

Regelmäßige Informationen über die

Agenda-Termine in München erhalten

Sie im kostenfreien Newsletter unter

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Do., 28. November 2013, 19 - 21 Uhr

Schöne neue Welt? - die zukunft

der Gentechnik

Referent: Dr. Christoph Then

Testbiotech e.V.

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Umweltinstitut München e.V.

Bank für Sozialwirtschaft München

BLZ 700 205 00 - Konto 88 311 01

Stichwort AGENDA 21

Mit freundlicher Unterstützung der

Die münchner Stadtgespräche entstehen in Zusammenarbeit

und mit Förderung des Referates

für Gesundheit und Umwelt der Landeshauptstadt

München.

Dieses Heft kann im Internet unter der Adresse

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