Vortrag PDF ( 4.348,7 KB ) - Unesco

unescowelterbe

Vortrag PDF ( 4.348,7 KB ) - Unesco

UNESCO-Welterbestätten:

Touristische Potenziale

erschließen

Darmstadt, 05.11.2009

Prof. Dr. Mathias Feige

dwif-Consulting GmbH

Marienstraße 19/20 Tel. 030 / 757 94 90

10117 Berlin m.feige@dwif.de

www.dwif.de

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Dieses Dokument ist Teil der Präsentation und ohne die mündliche Erläuterung unvollständig.

Fazit von Mathias Feige aus den Vorträgen des

Vormittags

Dr. Erichsen (UNESCO-Welterbestätten in Bayern):

• Grundsätzliche Anmerkungen am Beispiel der bayerischen Welterbestätten

• Das Label ist eine Medaille mit 2 Seiten: Schutz und Nutzung müssen unter

einen Hut gebracht werden, diesbezügliche Synergieeffekte müssen besser genutzt werden

• Da heute, angesichts der immer größeren Zahl von Welterbestätten, anders als früher nicht mehr

„the best of the best“ gilt, sondern „the (best) repräsentative of the best“, müssen neue

konzeptionelle Akzente für heute und morgen gefunden werden

•Das bedeutet: Das, was die Stätten für die Besucher von heute und morgen bedeuten können,

muss sich an einem anderen Paradigma orientieren das zeigt, dass diese Stätten nicht mehr nur

als übrig gebliebene Zeugnisse betrachtet und genutzt werden können, sondern dass es für heute

und morgen auch zusätzliche, neue, aktuelle Nutzungen gibt, die Nutzung der Stätten zu erweitern

und zu zeigen, was sie für uns AUCH bedeuten können

Drei der Vorträge stellten Beispiele unterschiedlicher geographischer Dimension und

konzeptioneller Art dar die zeigten, wie die Leitidee umgesetzt werden kann

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Fazit aus den Vorträgen des Vormittags

Herr Marth, Zeche Zollverein Essen

• Beispiel für lokale, (große) Einzelanlage

• Leitidee hier: Umsetzung eines integrierten Konzeptes: Tourismus, Wirtschaft, Kultur

miteinander zu verbinden und die Zeche zudem als Impulsort von Kreativität für Ideen

für morgen zu etablieren: Designstadt mit Desginhochschule

Frau Barzen, Oberes Mittelrheintal

• Beispiel dafür, wie man auf regionaler Ebene in mit vielen Akteuren und einem

komplexen Steuerungsaufwand sowie vielen einzelnen Projekten, Orten etc., eine

Region mithilfe des Welterbestatus‘ vornbringen kann

• Beispiel für identitiätsstiftende und identitätsverbindende Potenziale des Status‘ (linksund

rechts-rheinisch: Brückenbau)

•Nutzung Welterbestatus zur unmittelbaren Nutzenstiftung für die Bevölkerung: Initiative

zur Bahnlärmreduzierung

• Beispiel dafür, dass man das historische Erbe mit den Bedürfnissen heutiger

Menschen/Gäste verbinden kann durch Aktivtourismus (Rad-/Wandertouren)

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Fazit aus den Vorträgen des Vormittags

Dr. Rhein, Luthergedenkstätten Sachsen-Anhalt:

• Beispiel für landesweite und zudem zweipolige Struktur: Luther als Persönlichkeit +

gebaute Gedenkstätten

• Luther als Teil einer integrierten Standortentwicklung

• Nutzung als Image- und Bekanntheitsgrad fördernder Faktor (Alleinstellungsmerkmal)

• Auf diese Weise sogar Kopplung mit Wirtschaftsförderung - Kultur -Tourismus

• TOP-Stätten: Ankerorte wachsender Regionalität

• Hinweis auf die Bedeutung zeitgemäßer Bildung (Kinder/Jugendliche =

nachwachsende Generation) und Baukultur

•Wichtiger Hinweis auf den gegenüber früher veränderten/erweiterten Kulturbegriff der

UNESCO: Einbettung der Welterbestätten in die (Regional-) Kultur, dafür gilt es

zeitgemäße Antworten zu finden

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Fazit aus den Vorträgen des Vormittags

Studenten der Fresenius-Hochschule Köln:

• Kritische Testergebnisse (Befragungen, Testbesuche, Internetanalysen) am Beispiel

Brühl sowie der Internetauftritte vieler UNESCO-Stätten

• Kernergebnis: das Label ist generell (und damit als abstrakter Begriff) sehr bekannt,

aber dass Brühl dieses (konkret) besitzt und was das bedeutet, ist vor Ort viel zu

unbekannt

• Zudem: die konkrete Umsetzung und die derzeitige Präsentation sowohlvn Brühl als

auch vieler Stätten sind sehr uneinheitlich (keine Dachmarke erkennbar) und teilweise

noch sehr unprofessionell/nicht den Ansprüchen heutiger Besucher sowie technischen

Möglichkeiten entsprechend

Kernaussagen des Moderators Herr Brösel, DER-Tours:

• Zielgruppenbedürfnisse haben sich stark verändert

• Angebote im Kultur-/Städtetourismus oft noch zu bieder

• Heute müssen Shopping-, Gastronomiebesuche und andere, nicht „Hochkultur/-

Besichtigungslastige“ Baukastenangebote gemacht werden

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Kunst & Kultur als Auswahlkriterium für eine Destination -

v. a. für ausländische Gäste

Kunst- & Kulturangebot

Alle Gäste Rang 14 (25 %)

Deutsche Gäste Rang 16 (22 %)

Ausländische Gäste Rang 4 (54 %)

Quelle: ERV/ DZT, Qualitätsmonitor Deutschland-Tourismus, Ergebnisse 2008/2009

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Städtebaulicher Denkmalschutz

in Ostdeutschland

• Seit 1991 insgesamt 188

Gesamtmaßnahmen in Städten

und Gemeinden der neuen

Länder

• 178 Programmstädte (Stand

2008), davon

30 in Brandenburg

26 in Mecklenburg-Vorpommern

58 in Sachsen

35 in Sachsen-Anhalt

28 in Thüringen

+ Berlin

Quelle: www.staedtebaulicher-denkmalschutz.de

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UNESCO-Prädikat ist bekannt

Haben Sie schon einmal etwas über das

UNESCO-Welterbe-Programm gehört?

Ja 88 %

Nein 12 %

Quelle: Gästebefragung dwif in 10 Städten des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz 2006

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Aber: UNESCO-Prädikat beeinflusst die

Reiseentscheidung nur selten

sehr stark

stark

weniger stark

gar nicht

3%

3%

14%

15%

Quelle: Gästebefragung dwif in 10 Städten des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz 2006

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29%

29%

Ausflügler

Übernachtungsgäste

54%

53%

0 10 20 30 40 50 60

Städte mit dem schönsten historischen

Ambiente aus Gästesicht

Berlin

Berlin

Quelle: dwif 2006

Dresden

München

München

Rothenburg

o. o. d. d. Tauber Tauber

Lübeck

Lübeck

Hamburg

Wernigerode

Wernigerode

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Beurteilung des Stadtbildes

- sehr attraktiv/attraktiv -

Gesamtensemble

Zentraler Marktplatz/

Historische Altstadt

Straßen und Plätze

Zustand von Einzelgebäuden

42%

36%

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70%

73%

71%

78%

Ausflügler

83%

84%

Übernachtungsgäste

0 20 40 60 80 100

Quelle: Gästebefragung dwif in 10 Städten des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz 2006

Wie empfinden Sie Baulücken und unsanierte

Einzelgebäude bei Besichtigung dieser Stadt?

nicht aufgefallen

28%

Baulücken

weiß nicht

4%

gehört zum Stadtbild

30%

sehr störend

11%

störend

27%

Unsanierte Einzelgebäude

weiß nicht

nicht aufgefallen

4%

7%

gehört zum

Stadtbild

38%

Quelle: Gästebefragung dwif in 10 Städten des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz 2006

sehr störend

21%

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störend

30%


Wie empfinden Sie Leerstände

bei Besichtigung dieser Stadt?

nicht aufgefallen

32%

weiß nicht

8%

gehört zum Stadtbild

23%

sehr störend

15%

störend

22%

Quelle: Gästebefragung dwif in 10 Städten des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz 2006

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Quedlinburg

Foto:

09.11.2009

Templermeister, pixelio.de

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Startseite des Quedlinburger Internetauftritts:

UNESCO-Welterbe ist sehr präsent

Quelle: http://quedlinburg.de

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UNESCO-Label: Das Beispiel Quedlinburg

Gewerbliche Übernachtungen 1993-2009

200.000

150.000

100.000

50.000

UNESCO-Anerkennung 1994

0

93 94 95 96 97 98 99 00 01 02 03 04 05 06 07 08 09

Quelle: dwif 2006, Daten Statist. Landesamt Sachsen-Anhalt, 2009 Schätzwert Quedlinburg-Tourismus-Marketing GmbH, Nov. 2009

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Adventsstadt Quedlinburg

Quelle: www.adventsstadt.de

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Hansestadt Stralsund

Foto: D. Busche 2009

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Infopunkt/ -säule Welterbestätte in Stralsund

Fotos: D. 09.11.2009 Busche 2009

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Stralsunder Internetauftritte:

UNESCO-Welterbe ist präsent

Welterbe auf Startseite der Tourismus-

Website nicht direkt sichtbar – jedoch

als erste Kategorie beim Stadtportrait

www.stralsund.de www.stralsundtourismus.de

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Stralsund im Aufwärtstrend:

Übernachtungen und Auslastung 1999 – 2008

Tsd.

400

350

300

250

200

150

100

50

0

Übernachtungen in Tsd.

Bettenauslastung insgesamt in %

UNESCO-Anerkennung 2002

99 00 01 02 03 04 05 06 07 08

Quelle: dwif 2009, Daten Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern 2000-2009

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Foto: M. Schulze, pixelio.de

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50,0

45,0

40,0

35,0

30,0

25,0

20,0

15,0

Rahmenbedingungen für das touristische

„UNESCO-Marketing“

Unterkünfte in historischen Gebäuden beliebt

Hotel mit historischem Baustil

Hotel mit modernem Baustil

Egal, es zählt nur der Qualitätsstandard.

Ich lege grundsätzlich kein Augenmerk

auf dieses Kriterium.

Ich bevorzuge andere Quartierarten.

14%

Quelle: Gästebefragung dwif in 10 Städten des Programms Städtebaulicher Denkmalschutz 2006

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Öffentliche Stadtrundgänge waren gestern –

Innovative und unterhaltende Angebote sind gefragt!

Stadtführung per Rad

Erlebnis-Stadtführung

Schauspielführung

7%

7%

Kostüm-Stadtführung

Segway-Tour

30%

Multimediale Stadtführung

Thematische Stadtführung

Stadtrundfahrten Szenische Führungen

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42%


Kreatives Marketing für den Städtetourismus in

Schleswig-Holstein

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Beispiel Nischenmarkt Archäologiereisen

Archäologiereise als klassische Themen-Studienreise

• VHS, Bildungswerke

• Spezialreiseanbieter (Studienreisen Schmitt/Fulda, Karawane

Studienreisen/Ludwigsburg)

• Andere archäologische Forschungs- und Museumseinrichtungen

• Reiseangebote für „Aktive Archäologie“

• Archäologisches Wochenende in

und um Halle

• 3 Tage, An-/Abreise mit Bus ab

Göttingen

• 480,- €

• Archäologe als Reiseleitung

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Quelle: www.arondatours.ch

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Beispiel Jugendherbergen

• UNESCO-Standorte sind

bereits gut in

Jugendherberge-Angebote

integriert

• Bisher aktive Standorte:

- Bad Homburg

- Oberreifenberg

- Rüdesheim

- Zwingenberg

• Sogar schon ein

Kombinationsangebot

vorhanden: „2 auf einen

Streich“ (Oberes

Mittelrheintal / Grube

Messel)

Quelle:

www.djh-hessen.de

Quelle:

Schmidt, pixelio.de

Quelle:

www.unesco.de

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Kombinationsmarketing:

UNESCO +

Aktivtourismus

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Marktanpassung auf Studienreisen:

Innovationen bei Studiosus

Quelle:

www.destinet.de

Quelle:

www.studiosus.de

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Lübeck und Travemünde Marketing GmbH:

Service-Offensive „Wunsch-Erfüller“

Nominiert für den

Deutschen Tourismuspreis 2009

Foto: R. Rudolph, pixelio.de

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Fünf abschließende Empfehlungen

1. Ausbau Marktforschung: Gästevolumen, Gästestruktur,

-bedürfnisse, -zufriedenheit etc.

• Regelmäßiges Monitoring Inland und Ausland!

• Hinweis: Im Qualitätsmonitor Deutschlandtourismus wird ab 2010 nach dem

Motiv UNESCO-Welterbestätten gefragt werden

2. Imageverbesserung ist notwendig

• Information – Aufklärung – Bildung, aber in zeitgemäßer Form => Edutainment-

Konzept

3. Optimierung der Dachmarke vorantreiben

• Konzeptionelle Entwicklung einer zeitgemäßen Dachmarkenstrategie (vgl.

Anforderungen und Beispiele aus vorangegangenen Beiträgen)

• Optimierung Dachmarke im Internet, bei Printmedien und physisch vor Ort

(Leitsysteme etc.)

4. Zeitgemäße Zielgruppenorientierung: Baukastenprinzip,

Verbindung Kultur + Unterhaltung-Shopping-Gastronomie

5. Eigenbeiträge + Kooperation aller Beteiligten ausbauen, Thema

als Gemeinschaftswerk begreifen

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Viel Erfolg!

Foto: P. Marx, pixelio.de

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