NR. 1/2007 - bei der Velberter Mission

velbertermission

NR. 1/2007 - bei der Velberter Mission

Nr. 1/2007

F KuS

Mıssıon

M i S S i o n S n a C H R i C H t e n d e R v e l b e R t e R M i S S i o n

NR. 1/2007

Außenmission des BFP

gottes auftrag

– uns anvertraut

2

aber nicht

unerreichbar!

Siegfried Bongartz

3

ein viel besuchtes und

doch unerreichtes volk

Björn Lütke

Warum eigentlich

unerreicht?

Rick Leiner

im innern des

Urwalds von Peru

Gerhard Fick

die Zaza

Ein unbekanntes Volk in

der Türkei

gemeindegründung

in der türkei

Unerreichte

Völker

JuMi

die JUnge

MiSSionSSeite

S.11

1


l i e b e l e S e R i n , l i e b e R l e S e R !

taUSende vÖlKeR UneRReiCHt? – Ja!

Aber nicht

unerreichbar!

Wer von uns möchte eingestehen, dass Vieles liegen

geblieben ist, unvollendet blieb oder sogar

noch vergessen wurde – peinlich. Leider müssen

wir alle, wenn wir in unseren Alltag schauen, feststellen,

dass uns irgendwo natürliche Grenzen gesetzt sind. Es

gibt aber auch Hürden, die wir uns selber aufgestellt

haben, oder die einfach zu hoch erscheinen, um zu

versuchen, darüber zu springen.

Tatsächlich sind die Zahlen und Fakten in dieser

Ausgabe eindrücklich und erdrückend. Wir lesen von

immer noch mehr als 6000 unerreichten Völkern, von

einem guten Drittel der Weltbevölkerung ohne Evangelium

und von der sich gewaltig öffnenden Schere

zwischen Bevölkerungswachstum und der im Verhältnis

dazu stagnierenden Zahl der Christen.

Wie wirken diese Feststellungen auf uns? Wirken sie

überhaupt noch? Wenn ja, dann wohl eher deprimierend

als motivierend. Haben wir dann überhaupt das

richtige Thema getroffen? Ja, ganz gewiss – wenn wir

nicht dabei stehen bleiben.

Standortbestimmung ist eine Sache, eine andere ist,

den Weg und das Ziel ins Auge zu fassen. Genau das

wollen wir mit unserem Thema und den Berichten von

unseren Missionaren tun.

Unser Ziel ist klar vorgegeben. Nicht als nebulös

und undefi nierbar und einfach nur anzustreben, mit

offenem Ausgang – nach dem Motto: Mal sehen, wie

weit wir kommen.

Nein, in Jesaja 49,6 lesen wir: „Jesus ist gesetzt zum

Licht aller Völker.“ In Matthäus 24,12 werden wir

erinnert, dass dieses Evangelium des Reiches Gottes

gepredigt wird auf dem ganzen Erdkreis, allen Völkern

zu einem Zeugnis und dann wird das Ende kommen.

In Offenbarung 5,9 loben die Ältesten vor dem Thron

Gottes die Erlösungsmacht unseres Herrn Jesus Christus

und singen: „…und hast durch dein Blut für Gott

erkauft aus jedem Stamm und jeder Sprache und jedem

Volk und jeder Nation …“.

Für unseren Herrn sind die noch vielen unerreichten

Völker kein ungelöstes Problem. Er wird sich nicht

eingestehen müssen, dass sein Licht, sein Wort und

seine Kraft leider nicht ausgereicht haben, alle Enden

der Erde zu erreichen. Das wäre der Erlösungstat Jesu

unwürdig. Solch eine Haltung bei uns, wäre auch unser

unwürdig.

Zahlen und Statistiken allein beunruhigen, jedoch

die Gewissheit, dass aus allen Völkern der Welt ein Lob

zur Ehre unseres Gottes emporsteigen wird, ist das, was

uns vorantreiben soll und muss. Denn wir arbeiten nicht

nach dem Nutz- und Effektfaktor,

noch sind wir erfolgsorientiert, wie

die Wirtschaft dieser Welt. Die Devise,

nur da zu säen, wo anscheinend das

fruchtbare Land mit den ertragreichsten

Ergebnissen liegt, passt nicht in

die geistliche Auseinandersetzung

zwischen Licht und Finsternis. Gesät

wird überall!

Mit und für Jesus allen Völkern das

Evangelium!

Euer Siegfried Bongartz

MiSSionSnaCHRiCHten

Herausgeber

Velberter Mis si on e.V.

Postfach 10 13 64

D-42513 Velbert

Tel. 02051/9517-17

Fax 02051/9517-16

info@velberter-mission.de

www.velberter-mission.de

Missionswerk des BFP KdöR

Missionsdirektor

Siegfried Bongartz

Redaktion

Siegfried Bongartz

(verantwortlich) Monika

Bongartz, Wolfgang Petersen,

Doro Adams

bankverbindungen

Bank für Sozialwirtschaft

(BFS) Köln,

Konto-Nr. 401 29 00

(BLZ 370 205 00)

Spendenkonto

Förder-Stiftung

Velberter Mission

Bank für Sozialwirtschaft (BFS)

Köln, Konto-Nr. 428 11 00

(BLZ 370 205 00)

IBAN: DE34 3702 0500 0004

2811 00

BIC: BFSWDE33

Die Arbeit der Velberter

Mission e.V. und der Förder-

Stiftung Velberter Mission

ist als steuerbegünstigt

anerkannt. Spenden werden

im Rahmen der Satzung entsprechend

der Zweckbestimmung,

oder, bei ausreichender

Finanzierung des Projektes,

für einen ähnlichen satzungsgemäßen

Zweck eingesetzt.

Satz und gestaltung

Daniel Zabel@artkonzepte.de

Bilder S.1,7 www.photocase.de

druck

Schönbach-Druck GmbH,

Erzhausen

erscheinungsweise

alle zwei Monate

2

Fokus Mission


Ein viel besuchtes und

doch unerreichtes Volk

Verwendungszweck-

Angabe für Spenden:

Lütke 230

Nr. 1/2007

Die Realität: Das Land Tunesien gehört zu den so

genannten „Unerreichten“. 98 % der Bevölkerung

sind Araber oder arabisierte Berber und 1,2 % sind

Berber. Obwohl Tunesien jedes

Jahr von Tausenden westlichen

Touristen besucht wird und unter

ihnen viele gläubige Christen

sind, konnte man 1999 nur 35

Christen fi nden. Als im Jahr 2000

eine anhaltende Gebetskampagne

begann, veränderte sich die

Situation etwas und der Leib

Christi verzehnfachte sich in nur

fünf Jahren. Aber selbst bei solch

einem starken Wachstum heißt

das nur 350 – 400 Christen bei einer Gesamtbevölkerung

von 10 Millionen Tunesiern (Stand 2006).

Die Gemeinde trifft sich in Hauskirchen und muss

immer damit rechnen, von der Polizei entdeckt und somit

oft auch geschlossen zu werden. Der soziale Druck

auf unsere Geschwister in diesem Land ist groß, auch

wenn man sagen muss, dass sie nicht um ihr Leben

fürchten müssen. Das tunesische Kontrollsystem ist

allerdings gut entwickelt und den wachsamen Augen

der Polizei entgeht wenig.

Was kann ich dazu beitragen? Die Frage, die wir

uns als Christen in Deutschland stellen können, ist

folgende: „Was kann ich dazu beitragen, damit aus

einem unerreichten Tunesien ein Land wird, in dem

die Gemeinde so aufblüht, dass sie genug Kraft hat, ihr

eigenes Volk zu erreichen?“

1994 reiste ich das erste Mal zu einem Missionseinsatz

nach Tunesien. In Gesprächen mit einigen

Gläubigen kam heraus, dass das einzige, was ich tun

konnte, Beten und Zeugnis ablegen war. Wie sollen sie

aber glauben, wenn keiner predigt?

n o R d a f R i K a

Auf die erste Reise folgten inzwischen viele andere.

Häufi g wurde ich begleitet von Geschwistern aus

Deutschland, Frankreich oder den USA. Wir zogen mit

viel Freude von Stadt zu Stadt und erzählten den Menschen

von Jesus Christus und dies in aller Einfachheit.

Herzen wurden berührt und die Saat fi el in die Erde, ein

einfaches Mittel an Gottes Plan für unerreichte Völker

teilzunehmen.

Ich möchte diesen Artikel dazu gebrauchen, ein Plädoyer

für Mission unter dieser unerreichten Nation zu sein.

Vielleicht warst Du schon einmal in Tunesien an einem

der Strände von Bizerte, Hammamed, Nabeul, Sousse

oder Djerba. Vielleicht hast Du daran gedacht, wieder

dorthin zu fl iegen, um das warme Wasser, die Sonne

und die nordafrikanische Kultur zu genießen. Darf ich

Dich einladen, darüber nachzudenken, an einem Missionseinsatz

teilzunehmen, um für eine Woche im Jahr

ein Missionar in Tunesien zu sein?

Wie sieht das praktisch aus? Du suchst drei bis

fünf Geschwister, die bereit sind, mit Dir ein oder zwei

Wochen in Tunesien zu verbringen. Anschließend kontaktierst

Du uns, damit wir einen Zeitraum planen. Du

buchst einen Flug oder einen Pauschalurlaub (dieser

ist oft billiger) und ich selber oder einer unserer Mitarbeiter

holt Euch entweder am Flughafen oder am Hotel

oder am Strand ab,

um dann für ca. eine

Woche durch das

Land zu reisen, zu

beten und Zeugnis

abzulegen. Anschließend

bringen wir

Euch gerne wieder

zu Eurem Hotel

und Ihr genießt den

Resturlaub, während

wir nach Marseille

zurückfl iegen. Na, spricht das an...?

Als der Herr uns 1991 nach Marseille berief, wussten

wir nicht viel über Nordafrika, nicht viel über die arabische

Kultur oder den Islam, aber jede Reise dorthin

lässt das Verlangen in uns wachsen, die Gnadenbotschaft

Jesu zu diesem Volk zu bringen und zwar mit

den selben Mitteln, die Jesus seinen Jüngern mitgegeben

hat, in dem er sie von Stadt zu Stadt sandte, da er selber

dorthin kommen wollte.

Was hast Du und ich dem tunesischen Volk zu geben?

Die Liebe Gottes, die in uns wohnt!

Falls dieses Plädoyer für Missionseinsätze in Tunesien

Dich angesprochen hat und Du den Sprung zu einem

Kurzzeiteinsatz wagen willst, kontaktiere uns einfach

unter folgender Adresse: contact@lutke.org.

Ich stehe auch gerne zur Verfügung, Missionsabende

zum Thema oder Seminare über das Grundverständnis

des Islam in Deiner Gemeinde zu halten.

Liebe Grüße aus Marseille

Björn und Brita Lütke

3


Verwendungszweck-

Angabe für Spenden:

Beamer Leiner 170

Interview

Liebe Helga, lieber Stefan, wenn wir

Euch zum Thema „unerreichte Völker“

interviewen, redet Ihr ja nicht aus der

Theorie, sondern aus eigener Erfahrung.

Stimmt es, dass Ihr selber eine Zeit lang als

Missionare tätig ward?

Ja, Stefan war, damals noch unverheiratet,

knapp zwei Jahre in Indonesien und auf den

Philippinen tätig und dann nach unserer

Heirat habe wir noch weitere eineinhalb Jahre

gemeinsam auf den Philippinen gearbeitet.

Im März 2003 haben wir gemeinsam mit euch,

der FCG Müllheim, unsere Missionare Rick

& Anita Leiner und Boris & Linda Korn nach

Indonesien ausgesandt. Wir haben euch als

eine sehr engagierte und vor allem auch missionarisch

interessierte und aktive Gemeinde

kennen gelernt. Könnt Ihr kurz skizzieren,

wie Euer Missionsteam funktioniert?

Warum

eigentlich

unerreicht?

L

aut Patrick Johnstone (Autor von „Gebet für die

Welt“) lebt die Volksgruppe der Panenan* auf der

„am wenigsten evangelisierten Insel der Welt“.

„Die Einheimischen erreichen? Die sind doch alle

Moslems. Wir können sie höchstens an Weihnachten in

unsere Gottesdienste einladen!“ Ich konnte nicht glauben,

dass hier der Distriktleiter einer großen Pfingstbewegung

zu mir sprach. Aber ähnliches hatte ich schon

von dem Präses einer anderen Pfingstbewegung gehört:

„Jeder Landwirt sät seinen Samen nur auf fruchtbaren

Boden“, sagte er mir. „Warum sollten wir unter Moslems

missionieren, wenn sie doch offensichtlich nicht offen

sind für das Evangelium?“

Vor fast 10 Jahren hat unsere Gemeinde das unerreichte

Volk der Panenan (s. unten) adoptiert und

2003 wurden wir zu diesem Volk ausgesandt. Dennoch

hat sich erst ein Panenan für Jesus entschieden. Sollte

Mit Helga & Stefan RoSS von deR fReien CHRiStengeMeinde MüllHeiM

Unser Missionsteam entstand, als wir

als Gemeinde den Wunsch hatten ein unerreichtes

Volk zu adoptieren. Wir treffen uns

in der Regel einmal pro Monat. Wir tauschen

Neuigkeiten über unsere Missionare aus,

planen missionarische Schwerpunkte für

die Gemeinde und beten für Anliegen der

Mission und für die Missionare mit denen

wir verbunden sind. Das Missionsteam hat die

Aufgabe, Mission im Zentrum des Gemeindelebens

zu halten. Dies

geschieht durch die

Mobilisierung des

Gebets, durch Lehre

und besondere Missionshöhepunkte

in

jedem Quartal.

Ihr habt als Gemeinde

ja ein besonders

das etwa bedeuten, dass wir auf unfruchtbarem Boden

arbeiten? Warum gelten denn alle der 32 Volksgruppen

im Süden der Insel als noch „unerreicht“?

HieR einige von vielen gRünden:

Geistliche Festungen: Der Feind hat seit Hunderten

von Jahren diese Völker unter seiner Kontrolle. Geistliche

Durchbrüche sind nur mit viel Opferbereitschaft

und Geduld zu erzielen. Die meisten Missionare, die

wir kennen, haben die Insel entweder wegen Krankheit

verlassen müssen, oder weil sie sich mit ihren

großes Herz für unerreichte Völker. Hierzu

habt Ihr ein sehr gutes Programm ausgearbeitet

über eine so genannte Adoption eines

unerreichten Volkes. Das hört sich sehr spannend

an, was heißt das genau?

Ein Volk zu adoptieren kann man mit der

Adoption eines Kindes vergleichen. Wie eine

Familie, die ein elternloses Kind aufnimmt und

sich für es einsetzt, damit es eine gute Zukunft

bekommt, genauso kann eine Gemeinde sich

um ein „vaterloses Volk“ kümmern und dafür

sorgen und mitarbeiten, dass dieses Volk Jesus

als Retter und Erlöser und den liebenden

Vater im Himmel kennen lernt. Es gibt heute

noch 6.583 mit dem Evangelium unerreichte,

ethnokulturelle Volksgruppen.

(s. unter

www.joshuaproject.

net). Unter einigen

Hundert dieser Völker

gibt es buchstäblich

keinen einzigen

Christen, keine Gemeinde

und keine

Missionare, die unter

Fokus Mission


ihnen arbeiten! Doch Jesus will, dass alle Völker

(ethne) das Evangelium hören und gerettet

werden (Mt 24,14)

Eines dieser Völker zu adoptieren ist

eine wunderbare, aktive Beteiligung für eine

lokale Gemeinde an der direkten Erfüllung

des Auftrags Jesu. So haben wir als Gemeinde

Müllheim 1997 ein Volk in Süd-Ost Asien

adoptiert und begannen regelmäßig in der

Fürbitte für dieses Volk einzutreten. Wir

Tipps für

Gemeinden

Gründet ein Missionsteam

und richtet euren

Fokus auf die Unerreichten

Völker

Bringt systematische lehre

über Mission in die Gemeinde,

z.B. könntet ihr

hierzu den „KairosKurs“ in

eurer Gemeinde durchführen

(www.kairokurs.de)

identifiziert die Uner-

Nr. 1/2007

gründer haben anfangs einen regelrechten Kulturschock

erlebt. Dabei kommen sie zum Teil von derselben

Insel!

Einheimische Gemeinden: Unter den Panenan gibt

es zwar christliche Gemeinden, Panenan-Gläubige sucht

man unter ihnen allerdings vergeblich. Gesetzlichkeit,

Angst vor Verfolgung und fehlende Bürde lähmen das

Zeugnis der Christen vor Ort.

Schwierige Lebensbedingungen für Missionare:

Die große Mehrheit aller Missionare wohnt in den Bergen

der Nachbarinsel nahe der Hauptstadt, wo Klima

reichten. Findet heraus

wo sie leben. Nutzt die

Informationen die viele

Missionswerke zur Verfügung

stellen oder nutzt

das Internet. Z.B. www.

unerreichte-voelker.de oder

www.joshuaproject.net

Fangt an, gezielt für die Unerreichten

zu beten! Betet,

dass der Herr Arbeiter in Seine

Ernte sendet. (Infos auch

unter www.ethne.org)

Gebt finanzen gezielt für

die Arbeit unter unerreich-

Teamkollegen zerstritten

hatten. Auch im Team

unserer einheimischen

Mitarbeiter, welche an der

Front arbeiten, wollten

Stolz, Neid und Eifersucht

immer wieder die Einheit

in ihrem Team zerstören.

(siehe auch Fokus Mission

5/2006 S.10)

Kulturelle Barrieren:

Geographisch ist unser

Volk gut zu erreichen,

aber der kulturelle Graben

ist tief. Selbst unsere

einheimischen Gemeinde-

unternahmen mit kleinen Teams aus der

Gemeinde verschiedene Forschungsreisen,

um „unser“ Volk besser kennen zu lernen,

sowie Gebetsreisen, um vor Ort für die Errettung

„unseres“ Volkes zu beten. Dies hat

dazu geführt, dass zwei Familien einen Ruf

von Gott empfingen, um unter unserem Volk,

dem wir den Code-Namen „Panenan“ gegeben

haben, zu arbeiten. Dies führte uns dann mit

euch, der VM als starkem Partner zusammen.

ten Völkern. Finde heraus

welche Missionswerke eine

Arbeit unter Unerreichten

tun und unterstütze sie.

adoptiert ein unerreichtes

Volk und betet regelmäßig

um die Entstehung einer

Gemeindegründungsbewegung

unter diesem

Volk. Bildet mit anderen

ein Netzwerk und arbeitet

mit ihnen zusammen für

die Errettung eures Volkes.

Als Gemeinde Müllheim

suchen wir auch noch

Partnergemeinden…

S ü d o S ta S i e n

und Infrastruktur (u. A. internationale Schulen) das

Leben als Familie erträglich gestalten. Wir bekamen

am eigenen Leib zu spüren, wie schwer es sein kann,

von guter medizinischer Versorgung abgeschnitten zu

sein: wir verloren unseren Sohn bei der Geburt. Ein

bekannter Missionar sagte einmal: „Es gibt schlechte

Nachrichten für alle Missionskandidaten! Die schönen

Orte sich schon alle vergeben!“

In unserer Landessprache spricht man übrigens

nicht von den „unerreichten“, sondern von den

„vernachlässigten völkern“. Das ist vielleicht die

wirkliche Ursache, warum so viele Völker weltweit

noch unerreicht sind. Wir als Gemeinde Jesu Christi

haben die Völker, welche nur schwer zu erreichen

sind, schlichtweg vernachlässigt.

Wir wollen gemeinsam mit Euch dran bleiben, dieses

„vernachlässigte“ Volk der Panenan für Jesus zu erreichen.

Rick Leiner für das Leiko-Team in Südostasien

PS: Wir wollen uns verstärkt für Schulungen und Mentoring

einsetzen! Dazu wäre ein Daten-Beamer sehr geeignet.

Wer dazu etwas spenden möchte, bitte mit dem

Verwendungszweck: Beamer Leiner 170 vermerken.

Organisiert Kurzzeiteinsätze,

Gebetsreisen oder

Erkundigungsreisen unter

unerreichten Völkern,

besucht und ermutigt Missionare,

die unter ihnen

arbeiten.

Sendet als Gemeinde

Arbeiter in die Ernte!

Dient auch hier in

deutschland den vielen

Unerreichten, die Gott aus

aller Welt zu uns gesandt

hat, – Moslems, Hindus

und Buddhisten.

Können andere Gemeinden auch ein unerreichtes

Volk adoptieren?

Selbstverständlich! Das wäre sehr wünschenswert

und sehr strategisch! Weltweit

gesehen stehen diesen 6.587 unerreichten

Volksgruppen schätzungsweise circa drei

Millionen evangelikale Gemeinden gegenüber.

Im Klartext heißt das, dass für ein einziges

unerreichtes Volk statistisch gesehen meh-

rere Hundert Gemeinden existieren (ca. 400

– 500), die sich gemeinsam

auf ein Volk konzentrieren

könnten und so dieses

Volk erreichen würden!

Danke für das Interview und

Eure wertvollen Tipps! Wir

hoffen, dass noch viele Gemeinden

diese Herausforderung

aufgreifen und ein unerreichtes

Volk adoptieren.

Das Interview führte Doro

Adams


P e R U

Im Innern des Urwalds von Peru

D ie Situation früher… Als wir im

Jahr 1980 zur Bibelschule „Berea“

nach Mazamari in Peru kamen, war

diese „am Ende der Welt“. Über holprige

Straßen und schlechte Brücken kam man

durchgeschüttelt in Mazamari an. Die Bibelschule

selber war am Rand des Dorfes

und um die Schule herum gab es viel

Gestrüpp und einige Felder. Das Wasser

kam oft schmutzig aus der Leitung und

Strom gab es nicht oder nur abends, wenn

wir unseren Generator einschalteten. Vom

Gebirge kamen viele Kleinbauern, um den

Urwald zu roden und Felder in Besitz zu

nehmen.

In Mazamari existierte eine kleine

Gemeinde und unsere Bibelschüler begannen in den

umliegenden Dörfern Hauszellen aufzubauen.

…und heute: Inzwischen ist die ganze Strecke Lima

– Satipo geteert. Man fährt nur noch ca. 50 Minuten die

25 km lange ungeteerte Straße von Satipo nach Mazamari.

Die Strom- und Wasserversorgung hat sich verbessert

und in Mazamari gibt es mehrere Gemeinden. Viele

unserer Bibelschüler kommen aus dem Urwaldgebiet,

einige aus dem Gebirge. Wir freuen uns, dass sich die

Gemeinden hier gefestigt haben.

Verwendungszweck-

Angabe für Spenden:

Fick 200

Im Innern des Urwalds … Weiter im Innern des Urwaldgebietes

und um die großen Zuflüsse des Amazonas

sieht es allerdings ganz anders aus. Zwar entstehen

überall kleine Dörfer mit Schulen, doch sind die meisten

nur durch lange Waldwege oder über die Flüsse zu erreichen.

Hier gibt es große nicht evangelisierte Gebiete,

und auch kaum gefestigte Gemeinden und sehr wenige

kleine Hauszellen, wo Gläubige eingewandert sind.

Über Mazamari sind diese Gebiete inzwischen bis

zu schiffbaren Flüssen zu erreichen. In den größeren

Gemeinden in Mazamari, Satipo und San Martín de Pangoa

ist man sich teilweise der Verantwortung für diese

Gebiete bewusst, doch es fehlt an Koordination und

finanziellen Möglichkeiten, um vorwärts zu kommen.

Mir selbst war es bisher noch nicht möglich, diese

Gebiete zu besuchen, da mich der Unterricht in der

Bibelschule stark beansprucht. Es ist für uns auch

wichtig, die Menschen kennen zu lernen, mit denen wir

arbeiten können, um in diesen unerreichten Gebieten

Gemeinde zu bauen.

…wollen wir die Menschen erreichen.

Es gibt Schüler auf der Bibelschule, die einen starken

Ruf von Gott haben, in unerreichten Gebieten zu

missionieren. Wir möchten diese ermutigen, zu gehen

und Gemeinden aufzubauen. Ein großes Erntefeld ist

reif zur Ernte. Wir bitten Gott, dass er uns hilft, gute

Koordinatoren und Ermutiger zu sein. Wir glauben,

dass Gott Herzen in Deutschland öffnet, damit wir

diese Arbeit tun können und dass wir die Bibelschule

und junge Menschen unterstützen können, um die Zeit

auszukaufen.

Wir glauben und beten, dass in den Gebieten um

die großen Urwaldflüsse herum gefestigte Gemeinden

entstehen und mit ihrem Zeugnis Jesus, unseren Erlöser

verherrlichen.

Gerhard und Anni Fick

Fokus Mission


Die Zaza

ein UnbeKannteS volK in deR tüRKei

W ir sind in einer Stadt, in der es mehr Esel als

Autos gibt, die man überall „betanken“ kann. In

einer Stadt, die es nicht für nötig hält, Straßen

zu bauen. Welches Volk Lebt dort? Wir fragen: „Bist du

ein Türke?“ „Ja.“ – „Bist du ein Kurde?“ „Ja, natürlich!“

– „Bist du ein Zaza?“ „Ja, aber sicher!“ Immer nachdrücklicher

klingt die Antwort, je mehr wir uns dem

Kern der Sache nähern. Warum tut sich eine Person mit

ihrer nationalen Identität so schwer? Die Geschichte

dieses Volkes gibt Antwort darauf:

Tatsächlich sind die Zaza oder Dimli weder Türken

noch Kurden. Sie leben im Osten der Türkei und haben

eine eigene Sprache, Geschichte und Kultur. Dennoch

wurden und werden sie nicht als eigenständige Volksgruppe

akzeptiert. Sie sind ein Volk mit oraler Kultur,

haben also keine Schriftsprache. Ihre Geschichten werden

mündlich von Generation zu Generation weitergegeben.

Das bringt ihnen erhebliche Nachteile innerhalb

des politischen Staatsgebildes ein.

Fast seit ihrer Gründung im Jahr 1923/24 bemüht

sich die Türkische Republik um Assimilation aller

Volksgruppen, so dass eine systematische Erforschung

der eigenen Geschichte und Kultur – und damit der

eigenen Identität – weitgehend verhindert wurde. Daher

sind die Zaza ein unbekanntes Volk, obwohl sie weltweit

Im islamistisch geprägten

Umfeld der Türkei ist es

sehr schwer, die Zaza zu

erreichen. Niemand kann in ein

islamisches Land als Missionar

einreisen. Häufig üben missionarische

Mitarbeiter daher ein

Geschäft oder einen Beruf in

ihrem Gastland aus.

Jan und Ines Schulte (die

Namen sind aus Sicherheitsgründen

geändert) veranstalten

in Kooperation mit

einem deutschen Reisebüro

Nr. 1/2007

Info-Reisen unter dem Slogan

Unternehmen orient – entdecke

die Süd-ost-türkei.

Möglich ist z. B. eine 7tägige

und eine 14tägige Reise, die

unter anderem von Urfa – der

Prophetenstadt über Harran

– dem Wohnort Abrahams

bis hin zu Kahramanmaras

– dem wilden Land des Karl

May führt. Auf diesen Reisen

kann man eine gute Mischung

aus historischen Schönheiten,

der malerischen Natur und

etwa 3 bis 5 Mio. Menschen zählen sollen. 250.000 von

ihnen leben in Deutschland. Schätzungsweise die Hälfte

des Volkes ist entweder in die westliche Welt emigriert

oder in die großen Städte der Türkei gezogen. Die Zaza

sind in sich nicht einheitlich: die Nord-Zaza folgen der

schiitischen Richtung des Alevismus, der von einigen

Sunniten als nicht-islamisch bezeichnet wird. Die

Süd-Zaza gehören den sunnitischen Rechtsschulen des

Islam an.

Diese Zweiteilung spiegelt sich auch im ethnischkulturellen

Selbstverständnis der beiden Gruppen wieder:

Sie sprechen unterschiedliche Dialekte, die so verschieden

sind wie Hochdeutsch und Niederländisch, so dass

sich die beiden Gruppen nur schwer verstehen.

Während im Exil vereinzelt Familien zum Glauben

an Jesus Christus gekommen sind, hört man von solchen

Entwicklungen im Heimatland fast gar nichts; es

dürfte sich dort höchstens um eine Hand voll Christen

handeln.

Auszug aus „30 Tage Gebet für die islamische Welt“. Mit

freundlicher Genehmigung der Deutschen Evangelischen

Allianz (www.ead.de)

den Menschen in der Süd-Ost-

Türkei kennen lernen.

Wäre das nicht etwas für

Euren nächsten Urlaub? Die

Türkei einmal von einer ganz

anderen Seite entdecken? Jan

und Ines würden Euch gerne

einmal „ihr“ Land zeigen.

Detaillierte Infos gibt es im

Büro der Velberter Mission.

Verwendungszweck-

Angabe für Spenden:

Projekt 920


H i n t e R g R U n d a R t i K e l

Unerreichte Völker

L eise glitt unser Boot einen der vielen schmalen

Seitenarme des Amazonas hinauf. Noch nie hatte

sich ein Europäer soweit in den dichten Dschungel

hineingewagt. Uns unbekannte Geräusche ließen uns

immer wieder aufmerken. Es sollte hier noch Kopfjäger

geben, so hatte man uns berichtet. Viele Augenpaare

schienen aus dem Dickicht auf uns gerichtet – doch

konnten wir niemanden entdecken. Unseren einheimischen

Helfern schienen noch mehr zu schwitzen als

wir; sie erzählten sich die schauerlichsten Dschungel-

Geschichten.

Diese Szene könne sich tatsächlich einmal abgespielt haben.

Erst kürzlich las ich einen Bericht von Missionaren,

die in einem versteckten Urwalddorf evangelisieren

wollten. Dennoch klingt die Szene ein wenig romantisierend,

denn im 21. Jahrhundert sieht das Erreichen

der bisher unerreichten Völker häufig anders aus. Mit

diesem Aufsatz will ich versuchen, die Dimension des

Auftrages unseres Herrn zu vermitteln, hinzugehen und

wirklich „alle Völker zu Jüngern“ zu machen (Matth.

28,19).

Was sind die „Völker“? Das in Matthäus 28,19 gebrauchte

griechische Wort ethnos wird in verschiedenen

Übersetzungen des NT mit Volk, Nation oder auch

Heiden wiedergegeben. Das NT gebraucht diesen Begriff

oft, wenn es darum geht, das Volk Gottes, zunächst

den Juden, von den anderen Nationen, den Heiden, zu

unterscheiden. Der Begriff Ethne bedeutet eigentlich

Volksgruppe, Stamm. 1

Interessanterweise verwendet Jesus hier nicht

den Begriff Menschen, sondern

Volksgruppen. Die Volksgruppen

sollen erreicht werden. Das legt

den Gedankengang nahe, dass

erreichte Volksgruppen dann die

eigenen Volksangehörigen evangelisieren

können und so eine rasche

Ausbreitung des Evangeliums erfolgt.

Als Volksgruppe verstehen wir eine

Gruppierung von Menschen, die sich als

einander zugehörig empfinden und sich von

anderen Gruppierungen durch die Kombination

ihrer Sprache, religiöser, wirtschaftlicher,

kultureller Herkunft, ihrer Heimat und ihrer

Abstammung unterscheiden. Beispiele wären

die Masai- Stämme in Kenia oder die

Hmong- Bergstämme von

Laos. 2

Wir dürfen die Völker,

oder besser: die Volksgruppen,

nicht mit Staaten

gleichsetzen. Viele Volksgruppen

leben in Gebieten,

die zu verschiedenen

Staaten gehören, welche

sogar verfeindet sein können.

So leben die Kurden

auf den Staatsgebieten der

Türkei, des Iran und des

Irak. Yamamori führt in

einer Liste 145 Länder auf,

in denen 5.310 Volksgruppen beheimatet sind.

Unerreicht – gibt es das denn noch? Eine Volksgruppe

wird als erreicht bezeichnet, wenn es dort eine

lebendige, einheimische Gemeinde gibt mit einer angemessenen

Mitgliederzahl und den Mitteln, ohne fremde

Hilfe bestehen und die eigene Volksgruppe erreichen

zu können.

Im Vergleich dazu meint evangelisiert lediglich eine

Situation, in der das Evangelium verbreitet oder angeboten

wird. Ein evangelisiertes Land ist eine Nation, in

der mehr als die Hälfte aller Einwohner die Gelegenheit

hatte, die Hauptelemente des Evangeliums zu hören

oder zu lesen. 3

Die Lausanne-II-Konferenz 1989 in Manila zählte

etwa ein Drittel der Weltbevölkerung zu den Unerreichten,

damals zwei Milliarden. Die meisten dieser Menschen

gehören zu kleineren Volksgruppen, mit oft unter

10.000 Zugehörigen. Sie können nur erreicht werden,

wenn Christen sich aufmachen und ihre eigene Kultur

zurücklassen, um in die fremde Kultur einzudringen

und bei diesen Menschen zu leben, sie mit ihrem ganzen

Lebenseinsatz für Jesus zu gewinnen. 4

Daher arbeitet die VM mit der Strategie der Entsendung

von Langzeitmissionaren (siehe Leitbild der VM

unter www.velberter-mission.de)!

Nach Angaben von AIMS gibt es ca. 16.000 ethnische

Volksgruppen, wovon etwa 6.800 unerreicht sind.

Weltweit soll es rund 600 Gemeinden pro unerreichte

Volksgruppe geben.

Diese Angaben verdeutlichen die Größe des Auftrages

Jesu, der bis heute nichts an Dringlichkeit verloren

hat. Im Gegenteil: Die Entwicklung des Bevölkerungswachstums

zeigt, dass die Weltbevölkerung schneller

wächst als die Anzahl der Christen. Deshalb müssen

mehr Missionare als jemals zuvor ausgesandt

werden! Bedenken wir die Anzahl von Gemeinden

pro unerreichter Volksgruppe, scheint

dies gut möglich – wenn der Missionsbefehl

konsequenter umgesetzt würde. Allerdings, die

Herausforderungen sind gewaltig.

Riesige Ballungsräume: Wir fuhren die enge,

holperige Straße hinauf. Die Häuser zu beiden

Seiten sahen heruntergekommen aus, Lärm und

Gestank drang hinaus. Wir wollten einen jungen

Mann besuchen, der in einem Lagerraum über einer

Imbissstube wohnte und sich die enge Schlafnische

mit einem Kollegen teilte. Ein eigenes Bad gab es

Fokus Mission


nicht, von morgens bis abends gingen Gäste durch den

Raum, um die einzige Toilette im Haus zu erreichen.

Doch er schien es dabei noch gut getroffen zu haben,

andere nannten einen Pappkarton ihre Wohnung.

Auch diese Szene ist erfunden, entspricht aber den

Lebensverhältnissen von Millionen Menschen. Die Verstädterung

nimmt dramatisch zu. Mehr als die Hälfte der

Weltbevölkerung lebt in den großen Ballungszentren

dieser Welt. Die Folge ist massenhafte Verelendung:

eine Milliarde Menschen leben in Slums! Gegen Städte

wie Mexico-City, Sao Paulo, Neu-Dehli (alle über 20

Millionen Einwohner) nehmen sich unsere deutschen

Großstädte eher wie Provinzstädtchen aus.

Wie muss eine Strategie aussehen, um diese Menschen

zu erreichen?

Gewaltige Sprachunterschiede: Nur zwölf Sprachen

werden weltweit von mehr als 100 Millionen Menschen

gesprochen. Dazu zählen Englisch, Mandarin, Spanisch,

Hindi, Arabisch und auch Deutsch. Es gibt jedoch über

6.000 Sprachen, manche nur von sehr kleinen Volksgruppen.

Die Unerreichten leben also überwiegend in

einem Sprachraum, der mit unserer Sprache wenig oder

gar keine Gemeinsamkeiten aufweist.

Da wir wissen, dass die Sprache ein Schlüssel zur

Kultur eines Volkes ist – und damit zu ihren Herzen

–, müssen Missionare bereit sein, fremde Sprachen zu

erlernen, wenn sie die Unerreichten erreichen wollen.

Herausfordernde Religionen: Weit über eine Milliarde

Menschen sind Muslime, fast eben so viele Hindus

oder Buddhisten. Für diese Menschen ist die Bekehrung

ein Schritt, den wir kaum ermessen können. So, wie wir

in der im Christentum verwurzelten Kultur aufgewachsen

sind, so wachsen die Menschen in Afrika oder Asien

als Muslime oder Hindus oder im Animismus auf. Ihr

Verständnis vom Leben ist total anders, ihre Werte für

uns oft nicht nachvollziehbar. Da liegt es auf der Hand,

dass auch zu bereits erreichten Volksgruppen Missionare

gesandt werden müssen, damit eine neue, christliche

Kultur über Generationen hinweg geprägt werden kann.

Übrigens meint christliche Kultur nicht westliche Kultur.

Doch dies ist ein zu umfangreiches Thema; ich verweise

hier auf das schon zitierte Handbuch der Missiologie von

Hans Ulrich Reifler.

Tiefe Armut: Mehr als eine Milliarde Menschen

kämpft mit weniger als einem Dollar pro Tag ums Überleben.

Während wir uns um Praxisgebühren streiten,

haben diese Menschen so gut wie keinen Zugang zu

Nr. 1/2007

irgendwelcher medizinischen Versorgung. Doch Armut

erzeugt Krankheit; mangelnde Hygiene und verseuchtes

Trinkwasser tragen dazu bei. Welche Opfer müssen

erbracht werden, um diese Menschen zu erreichen?

Kriegerische Auseinandersetzungen und Feindschaften:

In einigen afrikanischen Ländern herrschen

verheerende kriegerische Auseinandersetzungen.

Denken wir an den Sudan. Viele Millionen Menschen

sind weltweit auf der Flucht und drängen in den verheißungsvollen,

reichen Norden. Wie ist hier Mission

möglich?

Verschiedene Volksgruppen innerhalb künstlicher

Staatengebilde verachten sich gegenseitig oder sind verfeindet.

Sie können daher nur durch Langzeitmissionare

aus anderen Kulturen erreicht werden.

Die Unerreichten und das 10/40-Fenster: Unter

dem 10/40-Fenster verstehen wir die Regionen der Welt,

die zwischen dem 10. und 40. Breitengrad nördlich

des Äquators liegen. In diesem Gebiet finden wir die

meisten Menschen, die unter den oben beschriebenen

Bedingungen leben müssen. Nach Reifler leben 99% der

Ärmsten der Armen in Ländern des 10/40-Fensters. Es

ist die Heimat des Islam und des Hinduismus. Die beiden

bevölkerungsreichsten Länder der Erde, China und

Indien, liegen im 10/40-Fenster. Aus diesen Gründen

hat sich der Fokus der Missionsanstrengungen in den

letzten beiden Jahrzehnten auf die Länder des 10/40-

Fensters gerichtet.

Allerdings ist es in den meisten dieser Länder außerordentlich

schwierig zu missionieren, da sie überwiegend

zur verschlossenen Welt zählen. In islamischen

Ländern ist Mission oder Evangelisation verboten, der

Wechsel des Glaubens lebensgefährlich. Das kommunistische

China erfährt zwar den wirtschaftlichen Wandel,

was aber nicht über die fatale Menschenrechtslage

hinwegtäuschen darf.

Die Herausforderung annehmen – und was tun

wir? Ich rufe uns auf, die Herausforderung anzunehmen!

In den Gemeinden müssen Missionsteams entstehen,

die das Anliegen unseres Herrn voranbringen.

Jeder Christ kann für die Missionsarbeit beten. Eine

gute Hilfe ist dabei das Buch Gebet für die Welt von

Patrick Johnstone. Auch im Internet sind viele gute und

hilfreiche Informationen zu finden. 5

Viele VM-Missionare arbeiten unter unerreichten

Volksgruppen, in verschlossenen Ländern und in der

islamischen Welt. In Indonesien soll die Volksgruppe

der Panenan erreicht werden, im Nahen Osten ein kurdisches

Volk. In einem verschlossenen südostasiatischen

Land werden Bibelschüler für evangelistische Einsätze

ausgebildet. VM-Mitarbeiter leben in einer nordafrikanischen

Großstadt, in mehrere nordafrikanische Länder

werden evangelistische Vorstöße unternommen. Ein

Ehepaar wird unter den islamischen, bisher unerreichten

Kap-Malaien in Südafrika missionieren. Über ihren

Einsatz kann aus Sicherheitsgründen oft nicht ausführlich

berichtet werden. Umso mehr sind sie unserer

Unterstützung wert!

Gemeinsam wollen wir den Missionsbefehl erfüllen

und daran arbeiten, die unerreichten Volksgruppen zu

erreichen.

Wolfgang Petersen

1 Wahrig: Die deutsche Rechtschreibung,

2006, Seite 368

2 Yamamori, Tetsunao: Unerreichte

Völker – Neue Strategien für einen

großen Auftrag; Neuhausen-Stuttgart,

Hänssler, Seite 32

3 ebd., Seite 27

4 Hans Ulrich Reifler: Handbuch

der Missiologie – Missionarisches

Handeln aus biblischer Perspektive,

Verlag für Theologie und Religionswissenschaft,

2005, Seite 28-30

5 www.aims.de

www.unerreichte-volksgruppen.de

www.joshuaproject.net

www.velberter-mission.de


v e R S C H l o S S e n e W e l t e n

Planting a CHURCH in tURKey

Gemeindegründung

in der Türkei

Verwendungszweck-

Angabe für Spenden:

Projekt 910

D ie Türkei, Brücke zwischen Europa und Asien,

ist ein großes Land mit ungefähr 80 Millionen

Einwohnern. Es war einstmals Heimat für viele

unterschiedliche Volksgruppen. Heute leben in der

Türkei ca. 75 % Türken, 24 % Kurden und die restlichen

1 % teilen sich in griechische, armenische und syrische

Kommunen auf.

Nominell wurde die Türkei zu einem säkularen

Staat ernannt, eine Errungenschaft des Gründers der

modernen Türkei, Mustafa Kemal, der auch als Atatürk

bekannt ist.

Der Islam ist jedoch das Schlüsselelement für die

Gesellschaft und das Land hat eine beständige Resistenz

gegenüber dem Evangelium gezeigt. Trotz der großen

Opposition hat der Herr seine Gemeinde gebaut,

zuerst durch aufopfernde Arbeit von ausländischen

Missionaren, aber jetzt auch mehr und mehr durch

die Hingabe von türkischen Christen. Die meisten

Gemeinden und Hausgruppen befinden sich in den

großen Städten wie Istanbul, Ankara und Izmir usw.

Die Größe und Weltoffenheit dieser Städte erlaubt es,

dass ausländische Christen und türkische Gläubige mit

einem gewissen Grad von Freiheit zusammen arbeiten

können. Aber was ist mit den Städten in den Provinzen?

Was ist mit den Tausenden von Dörfern? Wie kann man

dort Gemeinden gründen?

Hier wird die Geschichte von einer Gemeindegründung

in einer Provinzstadt erzählt. Aus Sicherheitsgründen

nennen wir diese Stadt Gracetown.

Gracetown ist eine kleine Stadt mit ca. 70 000 Einwohnern.

Die nächste Gemeinde befindet sich ungefähr

fünf Stunden weit entfernt. Da Gracetown einen besonderen

Platz in der Geschichte der modernen Türkei hat,

wird sie von vielen Touristen besucht. Vor acht Jahren gab

es noch keinen bekennenden Christen in Gracetown.

Der Anfang: Zuerst möchte ich Euch nach Istanbul

mitnehmen und Euch eine ausländische Familie mit

zwei kleinen Kindern vorstellen. Diese Familie war

dort in Gemeindegründung involviert. Der Herr hatte

ihnen jedoch aufs Herz gelegt, diese große Stadt mit

verhältnismäßig vielen Christen und Gemeinden zu

verlassen, um in eine unerreichte Stadt zu gehen. Sie beteten

für Gottes Leitung. Der Herr gab ihnen ein Wort,

in dem er ihnen eine offene Tür zeigte und sie Hüter

der Tür sein sollten. Die Familie suchte Begleitung bei

vertrauten Freunden und bat um Gebetsunterstützung.

Dann begaben sie sich auf den Weg nach Gracetown.

Andere hatten auch Interesse gezeigt, in der gleichen

Stadt zu arbeiten und es bestand Hoffnung darauf, ein

Gemeindegründungsteam aufzubauen.

In der Türkei wird sehr stark durch Bibel-Korrespondenz-Kurse

evangelisiert.

So war es für mich eine ganz natürliche Sache, mit

einem gläubigen türkischen Freund nach Gracetown

zu gehen und die Kontakte, die durch diese Kurse entstanden

waren, zu suchen. Wir fanden zwei Personen,

die Jesus als ihren Erretter angenommen hatten und

einer von ihnen war sehr interessiert. Es schien eine

Kleinigkeit, diese Leute zusammen zu bringen und

einen Hauskreis zu beginnen.

Enttäuschungen: Zuerst sah die Situation sehr gut

aus. Es öffnete die Möglichkeit für eine Arbeitsstelle und

wir bekamen eine Wohnung auf ungewöhnliche Weise.

Wir sahen die Möglichkeit, ein Gemeindegründungsteam

zu formen und das Echo von den Kontakten zu den

Bibelkorrespondenzleuten war ermutigend. Aber wir

10

Fokus Mission


Nr. 1/2007

JuMi

die JUnge

MiSSionSSeite

hatten unseren Blick zu sehr auf Menschen fi xiert und auf

unsere eigene Weisheit, anstatt Gottes Wege zu suchen.

Niemand kam nach Gracetown, um ein Team aufzubauen.

Die, die zugesagt hatten, gingen dann doch an

einen anderen Ort. Wir kamen als Familie jeden Sonntag

zusammen, um den Herrn in Türkisch anzubeten und

ich hielt die Predigt. Wir luden die Leute vom Bibelkorrespondenzkurs

ein, aber die sahen keine Notwendigkeit

zu kommen. Monate vergingen und es wurden

Jahre daraus. Ab und zu hat jemand Jesus angenommen,

ist aber nach einigen Wochen wieder abgefallen. Wir

wurden sehr einsam, entmutigt und enttäuscht.

Weitere Enttäuschungen: Um die Sonntagsgottesdienste

offenerer zu gestalten, suchten wir nach einem

geeigneten Raum und entdeckten ein altes, armenisches

Kirchengebäude. Diese Kirche wurde gerade renoviert

und zu einem Museum umgebaut. In dieser Umbauphase

wurde uns erlaubt, Gottesdienste darin zu halten.

Bald wurde jedoch diese Genehmigung wieder entzogen

und die Kirche wurde verschlossen.

Gottes Wege: Dann fanden wir ein altes baufälliges

Gebäude und begannen, das Haus nach und nach zu

restaurieren. In einem Raum begannen wir mit einem

Sonntagsgottesdienst. In diesem Winter kam ein fi nnisches

Ehepaar dazu und wir waren nicht mehr allein.

Aber wo waren die türkischen Christen? Wir saßen

oder standen in einem fast leeren Raum. Die Möbel

beschränkten sich auf ein paar wenige Stühle und einen

weißen Plastiktisch. Meine Frau kaufte einige billige,

jedoch farbenfrohe Plastikblumen und stellte sie auf

den Tisch.

Eines Tages nahm ich an einer Konferenz in England

teil und beschloss an einem Sonntagnachmittag in einer

Stadt, in der ich noch nie vorher war, alleine spazieren

zu gehen und zu beten. Mein Weg führte mich zu einer

Pfi ngstgemeinde und ich wurde herzlich willkommen

geheißen. Das Interesse, zu hören, dass ich in der Türkei

lebe, war groß. Nach dem Gottesdienst kam einer der

Ältesten zu mir und sagte, dass der Herr ihm ein Bild

gezeigt hätte. Er erzählte mir dann von einem weißen

Tisch mit einem bunten Blumengesteck. Er sagte, dass

der Tisch zuerst leer war, aber dann immer mehr Stühle

dazu kamen. Viele Gäste kamen und feierten ein Fest in

der Gegenwart Gottes. Das war genau die Ermutigung,

die ich brauchte, um wieder Hoffnung zu bekommen für

unsere Gemeindegründung in Gracetown.

Die geladenen Gäste: Es war wieder an einem dieser

einsamen Sonntage. Keine Besucher kamen, um mit uns

den Herrn zu preisen, nur wir vier versammelten uns um

den weißen Tisch und beteten Gott an. Unsere Anbetung

wurde unterbrochen durch ein Klopfen an der Tür...

Fortsetzung folgt

In Kibera, dem größten Slum in

Nairobi leben ca. 1 Mio. Menschen – auch hier kennt

man Coca-Cola

%

deR Welt bevÖlKeRUng

Haben von CoCa Cola geHÖRt

2 % Haben dieSeS getRÄnK geSeHen, 1 % Haben eS geSCHMeCKt.

Diese Firma wurde 1904 gegründet. Wenn Gott dieser Firma die Aufgabe der

Weltmission gegeben hätte, wäre sie wahrscheinlich heute erledigt.

Aus dem Handbuch Weltmission der Akademie für Weltmission, Korntal

11


P o S t v e R t R i e b S S t ü C K K 2 3

DPAG, Entgelt bezahlt

Velberter Mission e.V.

Kollwitzstraße 8 · 42549 Velbert

Abgabe erfolgt un ent gelt lich

Mach mit …

Weihnachten für Projekt 1001!

Was Weihnachten bedeutet, darüber brauchen wir

keinen Artikel schreiben. Aber Projekt 1001, was

ist das? Klingt schon richtig orientalisch und ist

es auch fast. Denn es betrifft alle unsere Missionare und

Projekte in verschlossenen Ländern.

Leider haben wir für sie kein „Gesicht“, sie müssen

meistens anonym bleiben, damit es nicht lebensgefährlich

für sie wird. Das hat aber auch zur Folge, dass sie

ihren Einsatz nicht öffentlich präsentieren können, wie

andere Missionare es tun.

Weihnachten 2006 steht vor der Tür und wir haben

gedacht, Euch unsere lieben Missionsfreunde, ganz

besonders an unsere Missionare zu erinnern, die mutig,

uneigennützig und ohne großen „Presseaufwand“ ihren

Dienst im Verborgenen tun. Ihre Versorgung, ihre Unterstützung

ist viel problematischer, als es bei anderen

der Fall ist.

Deshalb der Aufruf zum Jahresende: Weihnachten für

Projekt 1001!

Wer mithelfen will, kann seine Spende, oder sogar

regelmäßige Spenden auf das Projekt 1001 überweisen

und unterstützt damit:

• das Evangelium unerreichten Völkern im Nahen und

Mittleren Osten, sowie zu verschiedenen Volksgruppen

nach Asien zu bringen;

• Einsätze in Nordafrika durchzuführen, um das Evangelium

zu verkündigen;

• Seelsorge und Flüchtlingsbetreuung in einer islamischen

Hochburg;

• in einem großen und bevölkerungsreichen Land

Asiens viele junge Leute für die Evangelisation von

Millionen von Menschen auszubilden;

• einen Brückenschlag zwischen Juden und Christen

zu ermöglichen.

Weihnachten, etwa 2000 Jahre zurück, hat der Herr

uns alle reich beschenkt. Er gab uns alles in Jesus, Seinem

einzigen Sohn.

Lass Dein Herz bewegen! Mach mit…

Weihnachten für Projekt 1001!

In diesem Sinn wünsche ich Euch reich gesegnete

Weihnachten!

Euer Siegfried Bongartz

12 Fokus Mission

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