60 Jahre Wasserwacht Bad Wiessee

planeten

60 Jahre Wasserwacht

Bad Wiessee


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60 Jahre Wasserwacht Bad Wiessee


Inhaltsverzeichnis

Seite 2 Grußworte

Seite 5 Geschichte der Wasserwacht Bad Wiessee

Seite 7 „Der Kampf ums erste Boot“

Seite 10 Wasserrettung

Seite 11 Ausbildung

Seite 12 Ausrüstung

Seite 14 Führungskräfte

Seite 15 Naturschutz

Seite 17 Jugendarbeit

Seite 21 Die Heimat der Wasserwacht Bad Wiessee „der Baustadl“

Seite 23 Die Wasserwacht Bad Wiessee in Zahlen

Seite 23 Schifferstechen

Seite 26 Seegeist

Seite 29 Impressum

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Grußwort Gemeinde Bad Wiessee

Zum 60jährigen Jubiläum der Wasserwacht Bad Wiessee gratuliere ich

im Namen der Gemeinde Bad Wiessee sehr herzlich.

Dass bei uns überdurchschnittlich viele Kinder schwimmen können, ist

neben dem Engagement der Eltern nicht zuletzt auch ein Verdienst der

Wasserwacht.

Ein Kindergartenschwimmkurs mit jährlich ca. 20 Teilnehmern wird

seit Jahrzehnten angeboten.

Das regelmäßige Schwimmtraining am Montag im Badepark bringt

nicht nur Leibesertüchtigung, sondern ist auch eine Basis für den

Nachwuchs der Rettungsschwimmer.

Als Gemeinde sind wir froh und stolz, dass wir die Möglichkeit haben,

der Wasserwacht mit den Räumen im Triftstadel wirklich privilegierte

Räume zur Verfügung zu stellen. Damit ist auch ein Dank für die

vielen freiwilligen Einsatzstunden zur Sicherheit unserer Mitbürger

und Gäste verbunden. Ich bin fest davon überzeugt, dass mit diesen

Rahmenbedingungen und dem vor einigen Jahren angebauten Steg die

lebenswichtige Übersicht über den Tegernsee, aber auch die Basis für

die Nachwuchsförderung weiter verbessert wurde.

Die Wasserwacht Bad Wiessee bereichert nicht nur mit der Attraktion

des Schifferstechens die Seefeste, sondern bringt sich auch ins

Vereinsleben in der Dorfgemeinschaft ein. Ich denke da an die Fackelschwimmer,

die Stände bei den Seefesten, das Bayern 3 Dorffest und

den Abwinkler Advent.

Ich freue mich, dass die Wasserwacht ihre Jubiläumsfeier an der

Seepromenade durchführt und sie damit unseren Einheimischen und

Gästen ihre Leistungsfähigkeit aufzeigen kann.

Im Namen der Gemeinde Bad Wiessee bedanke ich mich bei der Wasserwacht

für ihre Einsatzbereitschaft und wünsche ihr für die Zukunft

alles Gute.

Peter Höß

Bürgermeister

Gemeinde Bad Wiessee

Peter

Höß


Josef

Bierschneider

Grußwort BRK Kreisverband Miesbach

Im Namen des BRK-Kreisverbandes Miesbach gratuliere ich allen Mitgliedern

der Wasserwacht Bad Wiessee ganz herzlich zum 60-jährigen

Jubiläum ihrer Ortsgruppe.

Der Leitspruch des BRK „Menschen die helfen“ gilt im Besonderen

auch für die Wasserwacht Bad Wiessee als Teil der großen Rettungsorganisation

Rotes Kreuz. Hier sind Menschen am Werk, die mehr tun,

als ihre Pflicht ist. Sie opfern ihre Zeit, um Mitmenschen zu helfen, die

in Not geraten sind, sie bilden die Jugend im Schwimmen und in der

Hilfeleistung aus und sie unterziehen sich auch selber immer wieder

Fortbildungen, um den Anforderungen gerecht zu werden, die an eine

professionelle Hilfeleistungsorganisation wie die Wasserwacht gestellt

werden. So tragen sie wesentlich dazu bei, dass Einheimische und Gäste

den Tegernsee beruhigt als Badesee nutzen können.

Ich danke allen, die in den vergangenen 60 Jahren mit viel Engagement

in der Wasserwacht Bad Wiessee ehrenamtlich gewirkt haben bzw.

wirken, besonders auch denen, die in Führungsverantwortung standen

und stehen und denen es immer wieder gelingt, neue Mitglieder für die

Wasserwachtsarbeit zu begeistern.

Für die Zukunft wünsche ich den Mitgliedern der Ortsgruppe Bad Wiessee

alles Gute, viel Freude bei ihrem wichtigen Dienst und dass sie stets

unfallfrei und wohlbehalten von ihren Einsätzen zurückkehren.

Josef Bierschneider

Kreisvorsitzender

BRK-Kreisverband Miesbach

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Grußwort der Wasserwacht Bad Wiessee

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Wasserwacht Bad Wiessee – Vorstandschaft

60 Jahre Dienst und Einsatz am Mitmenschen

Die Ortsgruppe der Wasserwacht Bad Wiessee feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Jubiläum. Normalerweise lässt

man es in diesem Alter ja etwas langsamer angehen, aber das gilt nicht für die Wasserwacht Bad Wiessee. Sie ist jung

und aktiv, da immer wieder Menschen bereit sind, ihre Freizeit gegen den ehrenamtlichen Dienst in der Wasserwacht

einzutauschen.

Ein besonderer Dank gilt daher all denen, die in den letzten 60 Jahren, egal in welcher Funktion, mit dabei waren.

Zusammen haben wir das geschaffen, was wir heute sind:

Eine gut ausgebildete und einsatzfreudige Truppe, in der die Worte Freundschaft und Kameradschaft keine leeren Begriffe

sind. Auch den Familienangehörigen, die oftmals an den Wochenenden auf die Mama oder den Papa verzichten

mussten, sei gedankt.

Bedanken möchten wir uns an dieser Stelle auch bei allen, die uns in den vergangenen 60 Jahren immer wieder unterstützt

haben:

Bei der Gemeinde Bad Wiessee, unseren zahlreichen Spendern und Sponsoren und auch den Inserenten, die diese

Ausgabe mit ermöglicht haben. Ein herzliches „Vergelt´s Gott!“

Viele freudige Momente gab es in diesen 60 Jahren. Zum Beispiel, wenn eine Rettung oder Bergung erfolgreich abgeschlossen

werden konnte. Aber es gab auch traurige Einsätze. Hilfsaktionen, bei denen uns das Schicksal keine Chance

ließ.

Mit dieser Publikation wollen wir Ihnen einerseits einen kleinen Einblick in die vergangenen 60 Jahre geben, aber auch

dokumentieren, was heute in der Wasserwacht Bad Wiessee alles getan wird.

Viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Die Vorstandschaft


Geschichte der Wasserwacht

Bad Wiessee

Die Schlacht von Solferino am 24. Juni 1859 war für den

Schweizer Henri Dunant der Auslöser für seinen unermüdlichen

Einsatz im Dienste der Menschlichkeit. Die

internationale Konferenz 1863 in Genf führte zur Gründung

des Roten Kreuzes, das sich zur Aufgabe setzte

Menschen in Notlagen zu helfen. Henri Dunant erhielt für

seinen Einsatz 1902 den Friedensnobelpreis. Hilfseinsätze

bei einem Hochwasser in Regensburg im Februar 1883

Motorrettungsboot „Bad Wiessee“ (1964 - 1986)

dürfen wohl als die Geburtsstunde der Wasserwacht in

Bayern betrachtet werden. Unmittelbar nach dem zweiten

Weltkrieg verbot ein alliierter Kontrollratsbeschluss

alle organisierten Vereinstätigkeiten und somit auch die

Wasserwacht. Schon bald aber erkannten die alliierten

Siegermächte, dass eine Organisation zur Wasserrettung

nötig war. Mit der Organisation wurde das Rote Kreuz beauftragt

und somit erlebte die Wasserwacht ihre zweite

Geburt. Mit der Normalisierung der Verhältnisse setzte am

Tegernsee auch der Tourismus wieder ein. Die Gäste, die

mit Verleihschiffen (allein in Bad Wiessee gab es 5 private

Bootsverleiher) auf den See hinausfuhren, wurden immer

mehr. Auch das Schwimmen im See, das damals hauptsächlich

in den Strandbädern stattfand, stieg sprunghaft

an. Dies führte dazu, dass auch immer mehr Menschen

im oder auf dem Wasser in Not gerieten. So ist es nicht

verwunderlich, dass der Bootsverleiher Sepp Grieblinger

und 13 seiner Freunde 1953 die Idee hatten eine

Geschichte der Wasserwacht

Wasserwacht in Bad Wiessee zu gründen. Es begann mit

den organisatorischen Aufgaben und die Einbindung der

neuen Ortsgruppe in die übergeordneten Strukturen des

Roten Kreuzes. Dann begann die Ausbildung, deren erster

Schwerpunkt die Wasserausbildung war. Ausbildungspläne

und Prüfungsvorgaben kamen von übergeordneten

Stellen. Nun hieß es trainieren und üben, was bei den bekannten

Wassertemperaturen des Tegernsees für manche

Erkältung sorgte. Parallel dazu lief die Sanitätsausbildung,

die von Dr. Gerngroß, einem Gründungsmitglied, geleitet

wurde.

Sobald die Schwimmsaison begann, waren auch die Wasserwachtler

wieder im Dienst, mit dem Schwerpunkt im

Strandbad Grieblinger. Einen personellen Aufschwung

erhielt die junge Truppe, als sich einige Turner mit dem Scherer

Willi an der Spitze der Wasserwacht anschlossen. Nicht

nur schwimmen konnten die Burschen. Bei überregionalen

Wasserwachts-Skirennen holten sie regelmäßig erste

Aktuelles Motorrettungsboot

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Geschichte der Wasserwacht

Plätze. Namen wie Herbert und Franz Sauer, Knott Adi und

Esterl Thomas sind in den Siegerlisten verzeichnet.

Ein Gewittersturm, der bei einer Jugendsegelregatta viele

Boote zum Kentern brachte, bei der die Rettung mit

Ruderbooten und den Motorbooten der Bootsverleiher

durchgeführt werden musste, war der Auslöser, dass ein

Hamburger Unternehmer der Wasserwacht Bad Wiessee

1956 eine alte Hafenbarkasse als Rettungsboot schenkte.

(Ausführliche Geschichte siehe „Der Kampf ums erste

Boot“). In unzähligen Stunden wurde das Boot restauriert.

Leider erwies es sich als Rettungsboot völlig untauglich

und ein Motorbrand führte Ende der 50er Jahre zum

Totalverlust. Auch in den Schulen war die Wasserwacht

aktiv, denn die Schwimmausbildung der Kinder und Jugendlichen

hat sich zu einem weiteren Schwerpunkt

entwickelt. Dies ist bis heute so geblieben. Kurse für Freischwimmer,

Fahrtenschwimmer, Leistungsschwimmer

und Grundschein Rettungsschwimmen wurden mit großer

Beteiligung abgehalten. In der kalten Jahreszeit wurden

regelmäßige Fahrten ins Hallenbad der amerikanischen

Kaserne in Bad Tölz durchgeführt. Spenden von Wiesseer

Bürgern und der Gemeinde ermöglichten es 1964 ein

neues Rettungsboot zum Einsatz zu bringen, das die Gattin

des damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten, Fr.

Dr. Siglinde Erhard, auf den Namen „Bad Wiessee“ taufte.

Mit dem Bau des Hallenbades in Bad Wiessee ging wohl

einer der größten Wünsche der Wasserwachtler in Erfüllung.

Als dann der damalige Vorstand der Wasserwacht

Willi Zeiger, auch noch der Betriebsleiter des Hallenbades

wurde, war wöchentliches Training das ganze Jahr

möglich. Auch die Gemeinde Bad Wiessee unterstützte

die Wasserwacht mit freiem Eintritt. Die heutige Ehrenamtskarte,

die von den Politikern so hoch gelobt wird, hatte

der damalige Bürgermeister Krones schon umgesetzt. Für

die Wasserwacht entstand mit dem Freibad Hubertus ein

zweiter Einsatzort. 1976 konnte durch die Überlassung des

1821 gebauten Triftstadels an der Söllbachmündung - der

Rettung mit dem Motorboot


im Volksmund „Baustadl“ heißt - durch die Gemeinde Bad

Wiessee ein Stützpunkt mit Bootshaus geschaffen werden.

In unzähligen Stunden ehrenamtlicher Arbeit wurde das

Gebäude, ohne dass es seinen historischen Wert verlor, in

eine Wachstation mit Bootshaus umgebaut. Auch die Bad

Wiesseer Fischer halfen mit und fanden ebenfalls darin

ihre Heimat. Auch das Wiesseer Seefest wurde wieder

neu belebt. Der Hotelier Fritz Wagner – ein großer Förderer

der Wiesseer Vereine - in dessen Hoten Marina auch

die Wasserwachtler regelmäßig ihre gesellschaftlichen

Veranstaltungen abhielten - spendierte der Wasserwacht

zwei Zentner Wiener mit den Worten: „Verkauft die beim

Seefest, ihr könnt doch immer wieder Geld brauchen“. So

wurde eine Geldquelle für die Wasserwacht ins Leben gerufen,

die auch heute noch die Basis für die Finanzierung

von hochwertigem und teurem Rettungsgerät ist.

Besonders stolz ist die Wasserwacht auf ihren Schwimmkurs

für die Kindergartenkinder ab 5 Jahren. Aufgrund der

personellen Ressourcen der Wasserwacht kann fast jedem

Kind ein eigener Schwimmtrainer zugeordnet werden.

Viele Kinder haben so in den letzten Jahren durch die

Wasserwacht das Schwimmen gelernt und in dem 10stündigen

Kurs das Seepferdchen erworben.

Viele dieser Kinder bleiben der Wasserwacht treu. In 4

Altersgruppen trainieren jeden Montag bis zu 100 Kinder

mit bis zu 10 Betreuern im Hallenbad. Dies führt dazu,

dass immer wieder Erfolge bei überregionalen Wettkämpfen

erreicht werden.

Auch der Naturschutz, natürlich schwerpunktmäßig der

See und das Ufer, sind immer wieder Ziel von Aktionen,

die den Kindern und Jugendlichen einen verantwortungs-

„Der Kampf ums erste Boot“

vollen Umgang in und mit der Natur lehren.

1986 wurde das derzeit im Einsatz befindliche Schiff angeschafft.

Es besitzt einen 220 PS starken MerCruiser

Innenbordmotor und erreicht eine max. Geschwindigkeit

von 74 km/h. 20 Mitglieder sind aktiv als Bootsführer im

Einsatz.

„Der Kampf ums erste Boot“

Einige Jugendliche hatten damals die Idee mit Segelbooten

der Bootsverleiher Grieblinger Strandbad, Hornsteiner

und Grieblinger Ortsmitte eine Segelregatta zu veranstalten.

Es kam wie es kommen musste. Ein Gewitter zog

auf und mit der ersten Windwalze kippten einige Boote

um, und die Jugendlichen lagen im Wasser.

Der Grieblinger Sepp, Gründungsmitglied der Wasserwacht

Bad Wiessee, schnappte sich einen Helfer und

mangels Motorboot ruderten sie mit einem Doppelruder-

Das erste Boot „Irene“

boot zu den Gekenterten, die sich an den Holzbooten festhielten.

So zogen sie die Jugendlichen aus dem Wasser.

Außer einigem Materialschaden und abhanden gekommenen

Bodenbrettern ist nichts weiter passiert.

Unter den Jugendlichen befand sich auch der Enkel eines

norddeutschen Industriellen mit Namen Wolf, der

in Rottach ein Haus hatte. Als er erfuhr, wie die Rettung

erfolgte, lud er die Wasserwachtler Grieblinger Sepp,

Esterl Konrad und Bernlochner Klaus zu sich ein. Nach

einem herzlichen Dankeschön sagte er zu den jungen

Burschen: „Ich weiß was euch fehlt, ich weiß es genau, ihr

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„Der Kampf ums erste Boot“

braucht ein tüchtiges Rettungsboot.“ Natürlich wussten

das auch die drei jungen Burschen und so hatten sie sich

am Chiemsee schon mal über ein entsprechendes Schiff

informiert. Schnell musste es sein, wendig und auch bei

grober See geeignet Personen aus dem Wasser zu bergen.

Vorsichtige Vorstöße in diese Richtung quittierte der

ältere Herr nur immer mit der Aussage: „Ich weiß schon

was ihr braucht. Macht euch nur keine Sorgen, ich kümmere

mich darum.“ Nachdem also der gute Mann nicht

auf die Wünsche der Wasserwachtler einging und immer

wieder betonte, er wüsste schon Bescheid, verabschiedeten

sie sich ein bisschen enttäuscht und vergaßen die

Geschichte wieder.

Eines Tages wurde der Grieblinger Sepp ans Telefon gerufen:

„Hier ist der Bahnhof Gmund. Euer Schiff ist soeben

mit der Bahn eingetroffen.“ Sofort informierte der

Sepp seine Mitstreiter und wer Zeit hatte startete sofort

Richtung Gmund. Sie staunten nicht schlecht. Auf einem

offenen Güterwaggon war ein Schiff festgezurrt, das alles

andere als ein schnelles, wendiges, offenes Rettungsschiff

war. Es war eine Hafenbarkasse aus dem Hamburger

Hafen, die ihre besten Jahre wohl schon hinter sich

hatte. Aber jetzt war das Schiff nun einmal da und die

allgemeine Meinung war: „Besser so ein Schiff wie kein

Schiff.“ Nur der Bootsbauer Grieblinger ahnte wohl, welche

Arbeit auf die noch junge Gruppe der Wasserwachtler

zukommen würde. Das erste Problem: Wie bekommen

wir dieses „Schlachtschiff“ ohne größeren Schaden vom

Brand der „Irene“ (1959)

Waggon und ins Wasser des

Tegernsees. Nachdem aber

die Vereinskasse nicht gerade

üppig gefüllt war, also

durch Eigeninitiative. Es war

wohl einer der Jakobbrüder,

der Verbindungen zu den

amerikanischen Soldaten

in der Tölzer Kaserne hatte

und hoffte, dass diese das

entsprechend schwere Gerät

und natürlich auch die Bereitschaft zeigen würden

zu helfen. Die Amis waren gleich dabei, war es doch eine

Abwechslung vom Alltag. Leider war in Tölz kein geeignetes

Gerät für derartige Schwerlasten stationiert, aber in

der Mc Graw Kaserne in München Giesing, da gab es so

etwas. Die freundlichen Amis organisierten also die entsprechenden

Gerätschaften und bald war das Schiff im

Wasser. Nachdem offensichtlich dieses „Schlachtschiff“,

so wurde das Boot vor der später noch folgenden Bootstaufe

von den Wasserwachtlern genannt, auch im Winter

bei Eisgang im Einssatz war, schützten Blechplatten den

hölzernen Rumpf vor Beschädigung. Es wurde beschlossen,

diese Eisenplatten zu entfernen, um zu sehen, wie

der darunterliegende Zustand des Bootskörpers war. Geschwommen

ist das Boot offensichtlich noch und so wurde

es zum staatlichen Grundstück in Tegernsee bei den

großen Bootshütten verholt, da es dort eine schwere Slipanlage

mit einem Slipwagen auf Schienen gab. Somit war

das Boot wieder an Land und die Arbeit begann. Die Wasserwachtler

stürzten sich unter Anleitung des Bootsbauers

Grieblinger in die Arbeit.

Demontage der Blechplatten am Rumpf mit Brecheisen,

Beißzangen, Eisensägen und das alles in Handarbeit,

denn Maschinen hatten sie keine. Millimeterdicke darunterliegende

Farbschichten wurden mit Lötlampen heruntergebrannt.

Und was nicht brennen wollte, und das war

nicht wenig, wurde in mühevoller Arbeit mit Spachteln,

Schabern, Ziehklingen und Schleifpapier beseitigt.

Alle Löcher der Blechplattenbefestigung wurden sorgfältig

mit Handbohrern aufgebohrt und anschließend mit

ca. 1800 Eichenstöpseln wieder verschlossen. Zeitzeugen


versichern glaubhaft, dass es eine Sauarbeit war. Doch

der Pioniergeist dieser jungen Truppe und das gemeinsame

Ziel ein Boot zu besitzen machte es in einem schier

unglaublichen Kraftakt möglich das Boot wieder flott zu

bekommen. Für Kontrollfahrten konnte das Boot eingesetzt

werden. Aber für den schnellen Einsatz im Notfall

war es völlig untauglich. Allein bis der Motor zum Laufen

kam dauerte oft eine Ewigkeit. Die Wendigkeit und die

Geschwindigkeit ließen ebenso zu wünschen übrig. Die

hohe Bordwand, die sicher die Wellen des Hamburger Ha-

„Der Kampf ums erste Boot“

Arbeiten an der „Irene“

fens abhielt, machte es nahezu unmöglich jemanden vom

Schiff aus ohne umfangreiche Hilfsmittel aus dem Wasser zu

ziehen. Kurzum das Boot war als Rettungsboot untauglich.

Leider waren alle Versuche erfolglos ein neues geeignetes

Boot zu bekommen, da es für die potentiellen Spender ja

nicht einsehbar war, dass das Schlachtschiff für die Wasserrettung

untauglich sei. So setzte sich die Erken-ntnis durch,

dass ein neues geeignetes Boot erst dann auf die Tagesordnung

der Spender kommen würde wenn das Schlachtschiff

nicht mehr da ist. Jetzt kam den Wasserwachtlern der Zufall

zu Hilfe. Ein technischer Defekt, vermutlich

ein überhitzter Motor, führte 1959 zu

einem Brand, der zum Totalverlust des

Schiffes führte. Nun konnte das Projekt

„Neues Schiff“ angegangen werden, das ja

auch bald zum Erfolg führte. 1964 konnte

das neue Boot eingeweiht werden.

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Wasserrettung

Wasserrettung

Die Wasserwacht, als Teil des Roten Kreuzes, hat es sich

zur Aufgabe gemacht, Menschen, die im Zusammenhang

mit Wasser in Not kommen, zu helfen und wenn nötig aus

Gefahrensituationen zu retten. Sie ist eine Körperschaft des

öffentlichen Rechtes und alle Leistungen der Wasserwacht

basieren auf der Basis der Freiwilligkeit und des Ehrenamtes.

Wasserrettung

Das Wasser, ob See, Fluss oder Wildbach wird in der

modernen Freizeitgestaltung unserer Gesellschaft in

allen seinen Spielarten immer stärker in die Aktivitäten

mit einbezogen. Dies hat zur Folge, dass sich auch

die Anforderungen an die Wasserretter von der früheren

Schwimmaufsicht im Strandbad hin zu einem „Allrounder“

stark verändert haben. Als Beispiele seien hier, die

Sportarten Rafting, Canyoning oder Kiten genannt. Während

man früher bei Unbillen der Natur wie z. B. Sturm

auf dem See unverzüglich das rettende Ufer aufsuchte,

geht es heute verstärkt darum, sich diesen Naturgewalten

entgegenzustellen. Damit steigt zwangsweise auch

die Risikobereitschaft der Sportler.

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Hilfeleistung ist

somit eine intensive Auseinandersetzung mit dem Medium

Wasser. In erster Linie ist dies eine hohe körperliche Leistungsfähigkeit

der Wasserwachtler im Schwimmbereich

mit Schnelligkeit und Ausdauer. Auch unter schwierigen

Bedingungen wie hohen Wellen oder niedrigen Wassertemperaturen.

Nachdem der Selbstschutz

oberste Priorität hat, muss ein

Wasserwachtler auch die persönliche

Schutzausrüstung wie

Schwimmwesten, Sicherungsgurte,

Trennwerkzeuge, Schutzanzüge

usw. in allen Situationen

sicher beherrschen. Dies ist

nur durch eine intensive Ausbildung

mit den entsprechenden

Prüfungen und permanenter

Übung zu erreichen. In den meisten Fällen ist für die Hilfeleistung

der Einsatz eines leistungsfähigen Rettungsbootes

notwendig. Die Beherrschung des Bootes auch in

Extremsituationen gehört zum Handwerk des Wasserwachtlers.

Umfangreiche Schulungen in Theorie und Praxis

mit anspruchsvollen Prüfungen sind Vorraussetzung

um das Boot sicher und optimal zum Einsatz zu bringen.

Auch Schnelligkeit ist wichtig für eine erfolgreiche Hilfe.

Deshalb müssen die modernen Kommunikationsmittel wie

z. B. Funkgeräte und Funkmeldeempfänger (Piepser)

Wasserrettung mit der Bergwacht Südtirol


sicher beherrscht werden. Ein wesentlicher Teil der

Ausbildung umfasst den Sanitätsbereich der weit über einen

Erste Hilfe Kurs hinausgeht.

Ausbildung

Anfang der 60er Jahre waren die Ertrinkungsunfälle noch

die Todesursache Nr.1 an den Gewässern und somit das

Hauptaufgabengebiet der Wasserwacht.

Damals war das Rettungsschwimmabzeichen Silber

gefordert und ausreichend. Innerhalb der ersten Jahre

kam man dann zu der Erkenntnis, dass ja der Gerettete

Reanimationstraining

Ausbildung

auch noch ein bisschen medizinisch betreut werden sollte.

Somit wurde in die Ausbildung des Rettungsschwimmers

die Herz-Lungen-Wiederbelebung mit aufgenommen.

Besonders Fleißige machten gleich einen ganzen Erste-

Hilfe-Kurs und waren für damalige Zeiten, besonders gut

qualifiziert. Ende der 80er, Anfang der 90er Jahre wurde

die Ausbildung in der Wasserwacht grundlegend reformiert,

da der Anspruch an den Rettungsschwimmer bis

dahin immer mehr gestiegen war. Es wurde begonnen die

Rettungsschwimmer und Mitglieder der Wasserwachten

mit der Sanitätsausbildung zu fördern, so dass dann auch

die weiteren Stufen Motorbootführer und Rettungstaucher

erreicht werden konnten.

Die heutige Ausbildung

wurde im Jahr 2000 nochmals

reformiert und der Wasserretter

wurde eingeführt. Dieser

schließt die Sanitätsausbildung

Teil A und B mit ein.

Der Wasserretter beinhaltet

u. a. thermische Unfälle (wie

Sonnenstich, Verbrennung,

Unterkühlung), Rettung mit

dem Motorrettungsboot, Tauch- und Ertrinkungsunfälle,

Fließendgewässerrettung Stufe 1, besondere Rettungstechniken

am und im Wasser, Herz-Lungen-Wiederbelebung

von Kindern und Säuglingen sowie die Grundlagen

der Einsatztaktik und Funk. Der Wasserretter ist inzwischen

die Grundlage für weitere Ausbildungen innerhalb

der Wasserwacht wie beispielsweise Motorbootführer,

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Ausrüstung

Rettungstaucher, Luftretter im Wasserrettungsdienst und

Canyoningrettung. Für die Mitglieder gibt es aber noch

eine Zwischenstufe, um am aktiven Dienst teilzunehmen,

den Rettungsschwimmer im Wasserrettungsdienst. Dieser

beinhaltet das Rettungsschwimmabzeichen in Silber

sowie einen Sanitätskurs.

Bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir in der eigenen Ortsgruppe

17 Mitglieder als Wasserretter ausgebildet, die

auch ihren aktiven Dienst leisten, und weitere 35 für die

anderen Ortsgruppen innerhalb der Kreiswasserwacht

Miesbach. Alle Wasserretter werden stetig weitergebildet

um immer auf dem aktuellen medizinischen und praktischen

Stand zu sein. Hier unterstützen uns einerseits die

Yachtclubs am Tegernsee, damit die Wasserretter immer

wieder den Umgang mit den verschiedenen Segelbooten

üben können. Andererseits werden aber auch jedes Jahr

die medizinischen Kenntnisse und Fähigkeiten aufge-

Fließendgewässerrettung

frischt. Die Hauptaufgaben der Wasserwacht Bad Wiessee

sind inzwischen von der Unterstützung des Rettungsdienstes

geprägt, um hier in ufernahen Bereichen schnell

und qualifiziert zu helfen. Die Unfälle auf und im Wasser

sind in den letzten Jahren zurückgegangen.

Ausrüstung

Die Ausrüstung hat sich in den letzten 60 Jahren unserer

Wasserwacht sehr verändert. Wurde früher noch das

Hauptaugenmerk auf die technische Komponente gelegt,

so müssen wir gerade in der heutigen Zeit die Augen auf

die technische Ausrüstung, medizinische Ausrüstung und

vor allem auf die persönliche Schutzausrüstung unserer

Mitglieder richten. Die Vorstandschaft steht in der Verantwortung,

dass sie den aktiven Mitgliedern auch eine

persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung stellt, damit

diese sich bei etwaigen Einsätzen in gefährlicher Umgebung

sicher bewegen und aufhalten können.

Medizinische Ausrüstung

In den letzten 14 Jahren der Wasserwacht Bad Wiessee

hat sich die Vorstandschaft dieser Aufgabe gestellt

und die nötige Ausrüstung Schritt für Schritt beschafft.

Teilweise wurde die Ausrüstung über die Wasserwacht

Bayern und Oberbayern beschafft. Dies waren aber nur

kleinere Anschaffungen, die den Anforderungen und dem

Bedarf unserer Ortsgruppe nicht immer voll entsprachen.

Dank zahlreicher Sponsoren, denen wir hiermit auch nochmal

unseren besonderen Dank aussprechen möchten,

wären diese Beschaffungen nicht möglich gewesen. Hier


einige Beispiele unserer Ausrüstung: Als Wasserwacht

bewegt man sich auf dem Wasser mit einem Motorrettungsboot

(MRB). Unser MRB wurde 1986 von der Firma

Wagenhäuser am Starnberger See gebaut und wir haben

es im gleichen Jahr in Dienst genommen. Es wurde damals

mit einem BMW Marine Motor ausgestattet, welcher 2003,

nach 15 Jahren und fast 4.000 Betriebsstunden ausgetauscht

wurde. Der neue Motor, ein Mercruiser MPI Motor

hat inzwischen auch schon 1.300 Betriebsstunden abgeleistet.

Im Jahre 2008 haben wir auf dem MRB ein Side

Wasserretterausrüstung

Ausrüstung

Imagin Sonar eingebaut und für die Aktiven eine ensprechende

Schulung durchgeführt. Denn mit diesem Sonar

gestaltet sich die Suche nach Ertrunkenen oder untergegangen

Gegenständen bedeutend einfacher.

Für die Zukunft planen wir im Jahre 2015 / 2016 eine Ersatzbeschaffung

eines neuen MRB. Die Beanspruchung

der letzten 30 Jahre machen sich an unserem derzeitigen

MRB stark bemerkbar, was nun mehr und mehr aufwändige

Reparaturen nach sich zieht.

Medizinische Ausrüstung des MRB

Diese Ersatzbeschaffung wird uns vor eine gewaltige

Aufgabe stellen. Zum einen muss es die kommenden 30

Jahre halten und zum anderen sollte es in der Ausrüstung

und der Ausstattung auf dem neuesten technischen

Stand sein. Im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung

stellt die Ortsgruppe den aktiven Mitgliedern eine

Einsatzhose, ein Polo-Shirt und eine Softshell-Jacke

zur Verfügung. Für den Einsatz im Straßenverkehr werden

Rettungsdienstjacken vorgehalten, damit zum einen

der Wetterschutz und zum anderen die Warnwirkung

vollständig erfüllt werden können. Für den Bereich der

Wasserrettung, hält die Ortgruppe 15 komplette Wasserretter

Ausrüstungen vor. Diese bestehen aus einem Wasserretter-Anzug,

einer Rettungsweste, einem Wurfsack,

einem Helm, Handschuhen und einer Kopfhaube. Für den

Bereich der Ufer- und Fließendgewässerrettung gibt es

noch zusätzlich einen Canyoninggurt. Weiter unterscheiden

wir in der Ausrüstung zwischen medizinischer und

rettungstechnischer. Für den Bereich der medizinischen

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Führungskräfte der Wasserwacht

Ausrüstung halten wir 2 Notfallrucksäcke, einen Defibrillator

(AED) und diverse Sanitätstaschen vor. Um die

Patienten richtig zu transportieren besitzen wir 3 Spine-Boards

mit Kopffixierungssets und Gurten sowie eine

Schleifkorbtrage. Die technische Ausrüstung beinhaltet 2

Rettungsbretter und ein Site on Top Kajak, für die schnelle

Rettung von Personen im ufernahen Seebereich. Einen sehr

großen Anteil der rettungstechnischen Ausrüstung, macht

unsere Fließendgewässer Ausrüstung aus, welche aber

auch im Bereich Cayoningrettung zum Einsatz kommt. Diese

wird für die Ausbildung und die Rettung von Personen auf

Flüssen und Bächen vorgehalten. Sie beinhaltet zwei spezielle

Raftingboote für 6 – 10 Personen mit spezieller Ausrüstung.

Führungskräfte der Wasserwacht

Innerhalb der Wasserwacht gibt es 4 Module für Führungskräfte.

Das Modul „Führen im Einsatz I“, das allgemeines

taktisches Führen vermittelt, außerdem grundlegendes

Wissen zu den Themen Menschenführung,

Kommunikation und für das Einsatzgeschehen wichtige

Aspekte der Psychologie sowie die Führungsstrukturen

in der Wasserwacht beziehungsweise in Wasserrettungseinsätzen.

Die aufeinander aufbauenden Lehrgänge II bis IV (FiE II –

Führungskräftetraining am Planspiel


Wachleiter, FiE III - SEG-Leiter und FiE IV - Einsatzleiter

Wasserrettungsdienst) konzentrieren sich dann auf taktische

und rechtliche Belange, die auf der jeweiligen Ebene

von Bedeutung sind. Für den Besuch der Lehrgänge ist jeweils

ausreichende praktische Erfahrung und ein gewisses

Mindestalter nachzuweisen.

Der „Einsatzleiter Wasserrettungsdienst“ ist die höchste

erreichbare Qualifikation. Bei größeren Einsätzen an

denen mehrere Schnelleinsatzgruppen (SEG) oder weitere

Hilfsorganisationen beteiligt sind, obliegt ihm die

fachliche Gesamteinsatzleitung. Die Aufgabe des

Einsatzleiter Wasserrettungsdienstes (EL-WRD) ist es

alle eingesetzten Kräfte des Wasserrettungsdienstes

zu führen. Er soll die Absprache und interdisziplinäre Zusammenarbeit

zwischen dem örtlichen Rettungsdienst,

der Feuerwehr, dem THW oder dem Landratsamt durchführen.

Die Einsatzleiter brauchen viel Einsatzerfahrung im

Rahmen der Tätigkeit in der SEG, um Gefahrensituationen

und schnell ändernde Verhältnisse (z. B. Gewitter am Wasser)

richtig einzuschätzen um entsprechend zu handeln.

Naturschutz

Sie müssen in recht kurzer Zeit Entscheidungen fällen, die

Einsatzkräfte koordinieren und haben dadurch eine hohe

Verantwortung.Der Einsatzleitdienst ist das ganze Jahr rund

um die Uhr besetzt. Hierfür stehen derzeit 6 aktive Einsatzleiter

der Wasserwacht für den gesamten Landkreis Miesbach

zur Verfügung. Die Wasserwacht Bad Wiessee stellt

derzeit 4 ausgebildete und bestelle Einsatzleiter Wasserrettungsdienst.

Naturschutz

Allein schon aus der Tatsache, dass sich der primäre Aufgabenbereich

der Wasserwacht in freier Natur befindet,

ergibt sich die Notwendigkeit, sich mit dieser zu beschäftigen.

Speziell natürlich der See mit seinem Umfeld.

Mit zunehmender Besiedelung des Tales sowie des steigenden

Fremdenverkehres und der sich ändernden Lebensweise

der Menschen - als Beispiel sei nur der stark

steigende Waschmittelverbrauch genannt - erhöhte sich

auch die Schadstoffbelastung des Sees, da viele Abwasserleitungen

direkt in den See führten und die Versickergruben

mit zeitlicher Verzögerung ihre Schadstofffracht in den

See abluden. Dies führte dazu, dass die natürliche

Josef Killer | Markhaus 1

83627 Warngau / Wall | Tel.: 08025-996655

Müllsammelaktion

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Naturschutz

Reinigungskraft des Sees nicht mehr ausreichte und der

Stickstoff und Nitratgehalt zunahm. Wasserwachtler,

die in den fünfziger Jahren im Sommer bei hohen Wassertemperaturen

im See schwammen, erzählten, dass

man hinterher nicht besonders gut roch. Gott sei Dank

erkannten das auch die verantwortlichen Politiker der

Seeanliegergemeinden und starteten das Projekt der

Ringkanalisation um den See vor Abwässern zu schützen.

Mit den Jahren verbesserte sich die Wasserqualität,

so dass wir heute von Gewässergüte 1-2, also annähernd

Trinkwasserqualität sprechen.

Heutige Aktivitäten im Naturschutz:

Dieses wertvolle Gut, das beinahe verloren schien, gilt

es nun vor allem der Wasserwachtjugend transparent zu

machen, um die Verhaltensweisen für einen verantwortungsvollen

Umgang mit der Natur zur Selbstverständlichkeit

werden zu lassen. Was eignet sich besser dazu als

z. B. eine Müllsammelaktion entlang des Seeufers mit all

den Fundstücken, die da nicht hingehören. Das reicht von

Plastiktüten, über Autoreifen bis hin zu Medikamentenresten.

Für die Flora und Fauna des Seeufers wurden von

der Naturschutzbehörde eigene Schutzzonen im Uferbereich

eingerichtet, die durch gelbe Bojenfelder markiert

Müllsammelaktion

sind. Dort herrscht absolutes Betretungsverbot sowohl

von der Land- als auch von Seeseite her. Hier versucht die

Wasserwacht bei meist unbeabsichtigten Verstößen aufzuklären.

Auch bei Versuchen den Edelkrebs, der leider

durch die eingeschleppte Krebspest im Tegernsee so gut


wie verschwunden war, wieder heimisch werden zu lassen,

halfen Mitglieder der Wasserwacht.

Taucher, die oft auch Mitglieder der Wasserwacht sind,

berichten, dass immer wieder einzelne Exemplare gesichtet

werden. Auch bei der Bestandserhebung der großen Teichmuschel

halfen die Wasserwachtstaucher. Leider scheint

diese Art durch die kleinere Dreikantmuschel, ursprünglich

eine Brackwassermuschel, die sich an Süßwasser angepasst

hat, verdrängt worden zu sein. Und ist es nicht ein besonderer

Anblick, wenn man im Frühjahr nach der Brutzeit

die scheue Haubentaucherfamilie mit den Jungen auf dem

Rücken die ersten Ausflüge aus dem geschützten Schilfgürtel

in den See hinaus machen sieht?

Auch auf die Teich- und Seerosenfelder, die oft nicht innerhalb

der Schutzzonen liegen, haben die Wasserwachtler bei

ihren Kontrollfahrten ein wachsames Auge. Gesunde und

ausreichend große Schilfzonen sind die Voraussetzung für

die Artenvielfalt. Leider macht sich am Rand dieser Zonen

zunehmend eine Pflanzenart breit, die nicht am See heimisch

ist. Also ein Neophyt. Es handelt sich um den japani-

Jugendarbeit

schen Knöterich, eine Bambusart, die sehr schnell wächst,

bis zu 4 m hoch wird und das einheimische Schilf verdrängt.

Mit dem ersten Frost fällt diese nicht unerhebliche Biomasse

in sich zusammen und bildet einen dichten Bodenbelag,

aus dem im Frühjahr dann die neuen Pflanzen wachsen. Es

bietet also im Winter, im Gegensatz zu Schilf, keinen Schutz

für die einheimischen und die nur am See überwinternden

gefiederten Gäste. Wo sich erste Ansiedlungen bilden,

beseitigt die Wasserwachtjugend diese Neophyten. Die

Wasserwacht Bad Wiessee ist sich der Verantwortung

bewusst, diese unsere in großen Teilen noch intakte Seeund

Uferlandschaft zu schützen und nach besten Kräften

für zukünftige Generationen zu bewahren.

Jugendarbeit

Kinderschwimmkurs:

Das Sprichwort „Wasser hat keine Balken“ gilt auch heute

in unveränderter Form. Deshalb ist es besonders wichtig,

gerade für Kinder, die in der Nähe eines Gewässers aufwachsen,

so früh wie möglich das Schwimmen zu erlernen.

Seit es das Hallenbad in Bad Wiessee gibt und man von

den Wassertemperaturen des Sees unabhängig geworden

ist, hat es sich die Wasserwacht Bad Wiessee zum Ziel

gesetzt den Kindern so früh wie möglich das Schwimmen

zu erlernen. Aus dieser Zielsetzung ist der Schwimmkurs

für die Kindergartenkinder im letzten Kindergartenjahr

entstanden. Die Kinder sind dann in der Regel 5 Jahre

alt. Auch durch die Unterstützung der Gemeinde Bad

17


18

Jugendarbeit

Wiessee mit ermäßigten Eintrittspreisen ist es möglich,

die Kosten sehr gering zu halten. Ein zusätzliches Plus ist

es, dass für diesen Schwimmkurs das Hallenbad außerhalb

der Öffnungszeiten genutzt werden darf, so dass die

Kinder nicht durch Aktivitäten anderer Besucher abgelenkt

werden, oder diese stören. Ein weiterer Vorteil

ist, dass die Kinder in der gewohnten Gruppe aus ihrem

Kindergarten im Hallenbad sind, und somit die vertraute

Sozialstruktur schon besteht. Auch die Eltern werden

mit einbezogen, wobei sich deren Tätigkeit auf organisatorische

und betreuende Funktionen im Hintergrund

beschränkt. Die Wasserwacht Bad Wiessee ist personell

so gut aufgestellt, dass auf maximal zwei Kinder ein

Schwimmlehrer kommt. Wenn es sich bei manchen

Kindergartenschwimmkurs

Kindern etwas schwieriger gestaltet, ermöglicht diese

Aufstellung auch Einzeltraining. Natürlich kommt

auch der Spaß nicht zu kurz, und es ist für die Kinder

immer wieder eine zusätzliche Motivation mit 15-20

„echten“ Wasserwachtlern im Kinderbecken zu toben.

80% der Kinder schaffen es in der Regel nach 10

Stunden das Seepferdchen zu erwerben. Sie können

somit 25 m im tiefen Wasser schwimmen. Der Sprung vom

Beckenrand, der den Sturz ins Wasser nachbildet, gehört

auch dazu, ebenso aus schultertiefem Wasser einen Ring

herauf zu tauchen. Es ist für die Betreuer immer wieder

eine große Freude zu sehen, mit welchem Stolz dann die

Kinder das Seepferdchen-Abzeichen an der Badekleidung

tragen. Der Kurs findet bewusst im Frühjahr statt, so dass

das Gelernte dann in der Badesaison mit Hilfe der Eltern

Schwimmtraining

vertieft werden kann. Nach einem hoffentlich schönen

Badesommer beginnt mit der Schulzeit auch wieder das

wöchentliche Training der Wasserwacht.

Reguläres Montagstraining:

Viele Kinder aus dem Kindergartenschwimmkurs sind in

die Wasserwacht eingetreten.

Die „alten Hasen“ freuen sich dann schon auf die „Neuen“

um ihr Können zu zeigen.

Aufgrund der Altersstruktur und des Könnens werden die

Kinder in folgende Gruppen aufgeteilt:

Von 17.00 bis 18.00 Uhr findet unsere „Bambinigruppe“

statt, für alle Kinder, die im Frühjahr zuvor das Seepferdchen

erworben haben. Oder vielleicht aber auch schon 6

oder 7 Jahre alt sind und sich noch unsicher fühlen.

Hier geht es in erster Linie um saubere Schwimmtechnik

im Brustschwimmen, ersten Kontakt mit der Gleitphase

und um die Ausdauer. Auch erste Übungen zum Rücken-


schwimmen, Tauchen und das Üben des Startsprungs,

fehlen nicht. Bis dieser Sprung gut gelingt ist mancher

„Bauchplatscher“ notwendig, und es erfordert gelegentlich

ein gewisses Maß an Überredungskunst und Hilfestellung

der Betreuer, dass sich die Kinder überwinden.

Auch der Spaß und das Gaudimachen kommt natürlich

nicht zu kurz. Ziel des Trainings ist es, dass sich die Kinder

im Wasser in allen Situationen sicher und wohl fühlen

und jegliche Angst, aber dennoch nicht den Respekt vor

dem Wasser verlieren. Auf ein gutes Gruppenklima und

soziales Verhalten wird sehr großer Wert gelegt, das ist

ein wesentliches Merkmal unserer Wasserwacht! In der

Gruppe der 8- bis 10-jährigen, aufgeteilt auf drei Bahnen,

immer montags von 18.00 bis 19.00 Uhr, kommt

auch der Leistungsgedanke langsam zum Tragen. Nun

heißt es trainieren und die Stoppuhr wird zum Begleiter.

Die gelegentliche Dokumentation der Schwimmleistung

hilft dabei den Fortschritt zu erkennen und sich Ziele

zu setzen. Nun kommen erstmals die Ausbildungsrichtlinien

der Wasserwacht zum Einsatz. In diesem Zuge

können die Kinder ab einem Alter von 8 Jahren den

Juniorwasserretter I machen. Es werden die Grundlagen

des Rettungsschwimmens mit den dazugehörigen Rettungsgriffen,

Befreiungsgriffen und Schwimmen mit Kleidung

vermittelt. Wenn keine ärztlichen Bedenken vorhanden

sind, beginnt nun auch das Tauchtrainig. Wenn dann

der Druckausgleich für die Ohren klappt, ist ein Tauchgang

zum Beckengrund auf 3,5 m Tiefe kein Problem mehr. Es

wird aber auch bei den Älteren die saubere Technik des

Brustschwimmens weiter geübt. Auch das Erlernen der

anderen Schwimmarten, in erster Linie das Kraulen,

Jugendarbeit

darf nicht fehlen. Diese Schwimmarten erfordern eine

völlig neue Technik und eine andere Koordination von Armen

und Beinen. Auch das seitliche Atmen beim Kraulen

erfordert ein hohes Maß an Konzentration um kein Wasser

zu schlucken.

In der Gruppe von 19.00 bis 20.00 Uhr werden unsere Kinder

und Jugendlichen ab 11 Jahren auf die verschiedenen

Schwimmbahnen aufgeteilt. Hier kristallisiert sich meist

heraus, wer bei der Wasserwacht bleiben wird. Kinder, die

zu dem Zeitpunkt andere Prioritäten setzten und aussteigen,

sind dann aber schon gute und sichere Schwimmer,

und die Wasserwacht hat ein wichtiges Ziel erreicht. Kinder,

die dabeibleiben, trainieren weiter um ihre Schwimmleistung

zu verbessern. Gerade in der jetzt einsetzenden

Pubertät ist es wichtig in der Gruppe akzeptiert zu werden

und eine Anlaufstelle zu haben. Auch so mancher

Konflikt wird dabei ausgetragen, aber es gibt Regeln, die

Zeltlager

19


20

Jugendarbeit

eingehalten werden müssen, und die Betreuer sind entsprechend

gefordert. Ab dem Alter von 11 Jahren kann

dann der Juniorwasserretter II erlangt werden. Ab 14 Jahren

gehört man der Jugendgruppe an und auch die Erste-

Hilfe-Ausbildung rückt immer stärker in den Fokus. Aus

dem Wasser bergen ist eines, das andere ist die richtige

und oft lebensrettende Maßnahme am Unfallort. Erkennen

der Situation und das dazugehörige richtige Handeln wird

geübt. An Puppen wird beispielsweise die Atemspende

und die Herzdruckmassage erlernt. Die richtige

Behandlung bei Schockzuständen gehört ebenso dazu

wie das Erstversorgen von Wunden. Hier entsteht ein Wissen

fürs Leben. Mit 14 Jahren können die Kinder dann die

Fähigkeiten des Juniorwasserretters III erlernen. Für die

Jugendlichen, die dann immer noch dabei sind, beginnt

ab etwa 16 Jahren die Ausbildung zum Wasserretter.

Nach Lehrplänen, die von der Bayrischen Wasserwacht

vorgegeben werden, erfolgt die Ausbildung. Hier ist, sowohl

was die Wasserarbeit angeht als auch die Erste-Hilfe-Ausbildung,

Durchhaltevermögen und eine gehörige

Bereitschaft zum Lernen notwendig. Viele dieser Lerneinheiten

werden dann im See durchgeführt. Wenn alle Prüfungen

bestanden sind, freut sich der technische Leiter

der Ortsgruppe, dass er einen weiteren gut ausgebildeten

Wasserretter oder eine Wasserretterin zur Verfügung hat,

die ihm während der Sommermonate für den Rettungsdienst

zur Verfügung stehen. Der Bootsführerschein ist

dann die nächste Herausforderung. Auch hier heißt es

wieder viel lernen und üben. Denn nur im eingespielten

Team von Wasserretter und Bootsführer ist die optimale

Voraussetzung gegeben im Notfall schnell und kompetent

helfen zu können. Wer Spaß und Freude daran hat beginnt

nun selbst bei der Jugendausbildung mitzuhelfen und

Verantwortung zu übernehmen und sorgt mit dafür, dass

der Wasserwacht der Nachwuchs nicht ausgeht.

Jugendfreizeit und andere schöne Dinge:

Wir veranstalten jedes Jahr für unseren Nachwuchs

auch Freizeitaktivitäten außerhalb des Schwimmens,

wie z. B. unsere Nikolausfeier für die Kleineren, Faschingspartys

für die angehenden Teenager, gemeinsames

Zeltlager, Grillnachmittage und natürlich auch

mal die Mitfahrt im Motorrettungsboot trägt dazu bei

das Zugehörigkeitsgefühl zu verstärken. Letztes Jahr

fand für die Großen ein Ausflug ins Rutschenparadies

nach Erding statt, was natürlich großen Anklang fand. Im


April dieses Jahres nahmen wir auch wieder mit unserer

1. Stufe am Bezirkswettbewerb in Erding teil und belegten

einmal den 1. und den 7. Platz. Der Wettbewerb

besteht zur einen Hälfte aus einem schwimmerischen

Teil und zur anderen aus dem theoretischen Teil. Für

die sechs Teilnehmer, deren Eltern und ihre Trainer ist

die Vorbereitungszeit immer wieder stressig. Viele Zusatztrainings

und Theoriestunden am Wochenende sind

nötig, um das erforderliche Wissen wie Erste-Hilfe,

Naturschutz oder jährliche Sonderthemen (wie „der

Jugendliche in der Wasserwacht“ oder „Gefahren im

Binnengewässer“) zu vermittelt. Aber auch wenn man

nicht bei der Wettbewerbsgruppe dabei ist, besteht

für die Kinder die Möglichkeit erste Ausbildungen und

Abzeichen der Wasserwacht zu erwerben. Die Kinder können

nach sicherem Schwimmen von vier Bahnen (100m)

und Streckentauchen von 5m den „Seeräuber“ ablegen.

Nach vielen weiteren fleißigen Trainingseinheiten erwerben

die Kinder die typischen Abzeichen der Wasserwacht, wie

z. B. das Schnorchelabzeichen, den bereits erwähnten Juniorwasserretter

und später auch den Rettungsschwimmer.

Liebe Kinder und Jugendliche,

falls Ihr jetzt Lust auf die Wasserwacht bekommen habt,

freuen wir uns sehr, wenn Ihr am 1. Schulmontag nach

den Sommerferien zu einem Schnuppertraining bei uns

im Badepark vorbei kommen würdet!

Die Heimat der Wasserwacht Bad

Wiessee „der Baustadl“

Aus den Anfängen:

Als das weiße Gold wurde das Salz früher bezeichnet, da

Der Baustadl

seine Herstellung mit sehr gro- Herzlichen Glückßen

Mühen und hohem Enerwunsch und weitergieaufwand

verbunden war. hin viel Erfolg!

Das Salz wurde mit Wasser aus

dem Gestein gewaschen und

es entstand die Sole. Durch

verdampfen des Wassers blieb

das Salz übrig. Dazu waren

große Mengen Brennholz notwendig.

Als das Holz in der

näheren Umgebung der Sud-

ARAL – Tankstellen

pfannen ausging, wurden die

Sepp Killy

Wege der Holzbringung immer

weiter. Da auch der Transport mit Pferdefuhrwerken sehr

aufwendig war, wurde immer mehr die natürliche Strömung

der Flüsse, die aus den waldreichen Bergen kam,

zum Holztransport genutzt. Die Wälder rund um den

Tegernsee wurden somit zu einer reichen Holzquelle.

Das in den Wiesseer Bergwäldern geschlagene Holz

wurde über den Söllbach, der zum Holztransport, dem

sogenannten Triften, ausgebaut wurde, in den Tegernsee

geleitet, über den See zur Mangfall gebracht und weiter

Hüttenumbau

über diese flussabwärts zu den Sudpfannen nach Rosenheim

gebracht. 1821 wurde dazu an der Söllbachmündung

ein Gebäude, das wie eine Bootshütte in den See

ragt, errichtet. In dieser sogenannten Trifthütte bewahrten

die Arbeiter ihre Werkzeuge und sicher auch die benötigten

Schiffe auf. Es dürfte sich um sogenannte Pletten

21


22

Baustadl

gehandelt haben. Stabile Arbeitsboote, wie sie in ähnlicher

Form der Übersetzer von Rottach nach Tegernsee

heute noch besitzt. Nach Beendigung der Trift wurde die

Trifthütte als Lagerhütte genutzt. Vermutlich wurde auch

Baumaterial gelagert, da sich im Volksmund der Name

„Baustadl“ eingebürgert hat. Das 1964 in Dienst gestellte

Rettungsboot war im privaten Strandbad Grieblinger

stationiert. Leider ohne Bootshütte und das gute Stück

war permanent Wind und Wetter ausgesetzt. Auf der

Suche nach einer Bootshütte kam dann die Trifthütte

ins Gespräch. Natürlich war der bauliche Zustand

nicht optimal. „Dann ändern wir das halt“, war die

Der „Baustadl“

Aussage der Wasserwacht und man kam mit der Gemeinde

überein, dass das notwendige Baumaterial

von der Gemeinde bezahlt wird und die notwendige Arbeitsleistung

von den Mitgliedern der Wasserwacht erbracht

wird. 1976 wurde dann der Pachtvertrag mit der

Gemeinde geschlossen. Aufgrund der Größe der Trifthütte

konnten auch die Fischer, die ebenfalls auf der

Suche nach einem Domizil waren, in der Hütte untergebracht

werden. Gemeinsam ging es an den Umbau und

die notwendigen Erneuerungen. Über den Aufwand zu

sprechen ist unnütz. Die Bilder sagen alles. Das gemeinsame

Ziel stand im Fokus, egal welcher Aufwand notwendig

war. Seither gibt es im Baustadl einen Wachraum,

einen Geräteraum, eine kleine Küche und natürlich die

„Bootsgarage“. Nach und nach wurde auch der Speicher

ausgebaut, der als Lager- und Schulungsraum für bis zu

50 Personen genutzt wird. Natürlich dient dieser Raum

auch der Geselligkeit.

2011 erhielt die Wasserwacht die Genehmigung auf der

Seeseite der Hütte einen Steg anzubauen. Auch dies

geschah komplett in Eigenleistung. Dies ist der optimale

Platz um das Geschehen auf dem See zu überwachen,

und das Rettungsboot in sekundenschnelle zum


Einsatz zu bringen. Denn in der Wasserrettung zählt jede

Sekunde. Die Wasserwacht und die Fischer haben es sich

zur Aufgabe gemacht, auch alle notwendigen Instandhaltungsarbeiten

an diesem an die Vergangenheit erinnernden

Gebäude zu tätigen. Natürlich hat eine moderne

Rettungswache ihre Vorteile, aber den Flair und die

besondere Ausstrahlung dieser Hütte haben sie nicht.

Richtig bewusst wird einem das erst wieder, wenn Wasserwachtler

von anderen Ortsgruppen zu Schulungen

oder zu Besuch sind und uns Wiesser Wasserwachtler um

dies Hütte beneiden. Wir hoffen und sind uns sicher, dass

das auch so bleibt.

Die Wasserwacht Bad Wiessee in

Zahlen:

Die Ortsgruppe der Wasserwacht hat derzeit 522 Mitglieder

Davon sind 215 Jugendmitglieder.

55 Mitglieder sind im aktiven Einsatz. Die folgenden Zahlen

sollen Ihnen, lieber Leser, einen kleinen Überblick

geben über die in 2012 erbrachten Leistungen. Die Wasserrettungsstation

ist in der Regel vom 1. Mai bis 1. Oktober

an allen Wochenenden und Feiertagen besetzt. Doch

auch unter der Woche leisten die Mitglieder, wenn es

beruflich möglich ist, ihren Dienst. 3324 Stunden sind so

zusammengekommen. Wenn man nun eine Arbeitswoche

mit 40 Stunden ansetzt, so entspricht dies 83 Wochen. Da

auch die Wasserwacht erhebliche Mittel für die Ausrüstung

benötigt, die nicht in vollem Umfang vom Rettungsdienst

geleistet werden können, sind die Mitglieder auch bei der

Mittelbeschaffung aktiv. Für das Seefest, das Bayern-3-

WW in Zahlen | Schifferstechen

Dorffest und den Abwinkler Advent wurden insgesamt

1798 Stunden aufgewendet. Die daraus entstehenden

Einnahmen fließen vollständig in die Ausrüstung und die

Jugendarbeit. Für den Naturschutz wurden 71 Stunden

aufgewendet.

Nun zu den Einsätzen:

1 Vermisstensuche, die ein glückliches Ende fand.

14 Sachbergungen (Segelboote, Floße etc.)

1 Lebensrettung

10 Erste Hilfeleistungen

13 Hilfeleistungen an Sportbootbesatzungen

9 Erstversorgereinsätze im Rettungsdienst

5 Einsätze im Rahmen der Schnelleinsatzgruppe

10 Übergaben an den Rettungsdienst

81 Fahrten mit dem Rettungsboot wurden absolviert.

(Einsätze, Schulung, Streifenfahrten)

Der Aufwand für die Jugendausbildung und die

Schwimmausbildung wird nicht dokumentiert. Ebenso wie

die Dienstabende am Montag nach dem Schwimmtraining.

Für den Schwimmkurs der Kindergartenkinder, der 10

Stunden dauert, sind im Durchschnitt 15 Wasserwachtler

im Einsatz. In Summe also 150 Stunden. Allein diese

nüchternen Zahlen zeigen, wie wichtig und notwendig die

Leistung der Wasserwacht für die Gesellschaft ist.

Schifferstechen

Das Schifferstechen war früher eine Methode der Flößer,

Fischer und Handelnden auf den Wasserstraßen

bestimmte Wege- und Fischereirechte regelmäßig dem

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24

Schifferstechen

jeweils Stärkeren zuzusprechen.

Heute handelt es sich beim Schifferstechen,

so wie wir es betreiben, um einen

Sport, der nicht nur den Akteuren, sondern

auch den Zuschauern eine Menge

Spaß und Freude bereitet.

Im Jahre 1978 wurden wir erstmals zu

einem großen Schifferstechturnier auf

dem Olympiasee in München eingeladen.

Schnell war eine Mannschaft

aufgestellt, für diese uns bis dahin

weitestgehend unbekannte Sportart. In den folgenden

Jahren nahmen wir immer wieder daran teil. Um unsere

Einheimischen und Gäste an diesem Spaß teilhaben

zu lassen, haben wir uns die Boote der Münchner

Olympiapark GmbH ausgeliehen, um an den Seefesten

einen Programmpunkt der besonderen Art bieten zu können.

1989 wurden dann endlich die ersten eigenen Boote

von uns Wasserwachtlern gebaut. Diese „Plätten“

genannten Ruderboote sind ca. 9,50 m lang und 1,30 m

breit. In der Mitte des Bootes befindet sich eine Bank, auf

der vier Ruderer in einer Reihe Platz finden. Die Ruder

sind so angeordnet, dass jeweils zwei Ruder auf der Backbord-

und zwei auf der Steuerbordseite für Antrieb sorgen.

Weiter hinten sitzt der Steuermann. Er ist der einzige

der in Fahrtrichtung sitzt. Der Steuermann gibt das Kommando

zum Losfahren, lenkt das Boot und gibt auch das

Signal die Ruder hochzustellen. Hinter dem Steuermann,

am Heck des Bootes, erhebt sich das Podest für den

Schifferstechen


Stecher, etwa einen Meter über dem Wasserspiegel. Somit

ergibt sich, dass eine Mannschaft aus sechs Leuten

besteht: ein Steuermann und 5 Ruderer, die sich in fester

Reihenfolge beim Stechen ablösen. Jeder Stecher hat

zweimal hintereinander die Gelegenheit seinen Gegner

vom Podest ins kalte Nass zu befördern. Wer das schafft,

ergattert pro Stich zwei Punkte für seine Mannschaft. Bei

einem Unentschieden gibt es für jeden Stecher jeweils einen

Punkt wenn beide auf dem Podest bleiben oder jeweils

null Punkte, wenn beide ins Wasser fallen. Daraus ergibt

sich rechnerisch eine maximale Anzahl von 20 Punkten

für die erfolgreiche Mannschaft. Um überhaupt Schifferstechen

zu können braucht man natürlich die richtige

Ausrüstung. Ohne Lanze geht es nicht! Die Lanzen waren

in den Anfangsjahren aus Massivholz gefertigt und hatten

deshalb auch ein stattliches Gewicht. Dazu kam die

Gefahr, dass das Holz bei Extrembelastungen brechen

konnte, was ein hohes Verletzungsrisiko bedeutete. Heute

benutzen wir ein Bad Wiesseer Patent und verwenden

als Schaft den Mast eines „Surf-Segels“. Durch die auflaminierten

Querstreben und dem aufgesetzten Gummipuffer

an der Spitze ist die Lanze für ihre Verwendung

bestens geeignet und die Verletzungsgefahr reduziert.

Schifferstechen

Gewonnenes Duell

So gerüstet kann es losgehen: Die beiden Steuermänner

richten die Boote aus, um gegenseitig aufeinander zufahren

zu können. Wenn die Stecher beider Boote bereit

sind, geben die Steuermänner einander per Ruderzeichen

das Signal zum Losfahren. Mit kräftigen Ruderschlägen

bringen die beiden Mannschaften ihre Boote auf Geschwindigkeit.

Kurz bevor die Boote auf der jeweiligen

Steuerbordseite aneinander vorbeifahren, gibt der Steuermann

das Kommando „Ruder hoch!“. Die Ruderer stellen

die Ruder senkrecht auf und die Stecher nehmen den

Gegner ins Visier. Beim Stich gilt: Fair bleiben! Man muss

den Gegner im Brustbereich (linke Brustseite, in Herznähe)

treffen und auch dem Kontrahenten den entsprechenden

Bereich präsentieren. Abwehren oder Wegducken

sind dabei nicht erlaubt. Der Stecher darf das Podest

allerdings nur mit seinen Füßen berühren. Ein Abstützen

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26

Seegeist

mit der Hand (z. B. beim Ausbalancieren) wird mit Punktabzug

bestraft. Ebenso wird ein Verlust der eigenen Lanze

als „Hineinfallen“ mit 0 Punkten gewertet.

Die richtige Mischung aus Kraft, Gewicht und Technik ist

Schifferstechen

Voraussetzung um einen Stich zu gewinnen.

Mittlerweile sind wir mit dem Schifferstechen ein fester

Bestandteil bei den Seefesten in Bad Wiessee und Rottach

– Egern. Wir tragen aber nicht nur auf dem Tegernsee

unsere Schaukämpfe aus. In jedem Jahr gibt es einige

Einträge in unserem Terminkalender. So fahren wir beispielsweise

regelmäßig zu Turnieren nach Laufen an der

Salzach und nach Stepperg bei Neuburg an der Donau.

Dort treten wir nahezu jedes Mal mit zwei Mannschaften

an. Seit 1998 findet auch in Bad Wiessee jährlich ein

Schifferstechturnier der besonderen Art statt. Bei uns

werden zuerst die Teilnehmer gewogen und dann entsprechend

ihrer Gewichtsklasse in eine Mannschaft

gelost. Diese außergewöhnliche Art der Zusammenstellung

gewährt den einzelnen Teilnehmern, dass sie auch in

ihrer Gewichtsklasse stechen können und somit eine faire

Chance haben. Wir trainieren ab Ende Mai jeden Montag

an der Bad Wiesseer Wasserwachtshütte ab 19:00 Uhr.

Wer das Schifferstechen einmal ausprobieren möchte,

kann dies gerne tun. Man braucht dazu lediglich eine Badehose,

ein Handtuch und ein extra T-Shirt.

Seegeist

Wie der Seegeist an den Tegernsee kam:

Die Wassergeister, die vor sehr langer Zeit im Urmeer

wohnten, waren eine recht ungehobelte Bande und es

gab oft Streit. Diesen Streit wollte ein kleiner Wassergeist

nicht mehr mitmachen, da er meist auf der Verliererseite

stand. So beschloss er auszuwandern. Leider waren aber

alle Reviere schon mit Wassergeistern besetzt. So zog er

ruhelos umher. Da kam ihm die Erdgeschichte zu Hilfe.

Mit großer Freude sah er wie die Eiszeit zu Ende ging

und sich neue Seen bildeten. Plötzlich hatte er eine Riesenauswahl.

Ein neu entstandener See umgeben von

Wäldern und Bergen hatte es ihm besonders angetan

und er beschloss da zu bleiben. Es war der Tegernsee.

Und weil der Seegeist ein freundlicher Geist ist, der die

Menschen mag und auch gerne zu ihnen spricht, half er

mit die Tegernseer Zeitung zu gründen. Als Dankbarkeit


für diese Hilfe heißt die Zeitung heute

noch Seegeist. Alle zwei Wochen meldet

er sich. Nachdem die Wiesseer Wasserwachtler

und der Tauchclub Tegernseer

Tal besonders gute Freunde von ihm

sind, baten sie ihn doch auch einmal

selbst ans Ufer zu kommen. Er war einverstanden,

aber nur wenn er festlich

empfangen wird und alle Kinder, die seine

besonderen Freunde sind, laut nach

ihm rufen. „Seegeist komm!!“, so riefen

viele Kinder immer wieder und plötzlich

tauchte er in der von Fackelschwimmern

erleuchteten Bucht vor den staunenden

Augen der Kinder in einer Wasser- und

Feuersäule auf und schritt über das

Wasser zum Ufer. Hier gab er dann seine Meinung zu

wichtigen Dingen kund und alle hörten zu. Der eine oder

andere Leser wird sich sicher noch an diese eindrucksvollen

Besuche erinnern. Nach kurzer Zeit verschwand er

wieder in den eisigen Fluten und die Feuersäule schlug

hinter ihm zusammen. Nun ist er schon einige Zeit nicht

mehr aufgetaucht, aber er hat uns zum Jubiläum einen

Brief geschrieben, den ihr unten lesen könnt:

Seid mir gegrüßt meine lieben Freunde von der Wiesseer

Wasserwacht!

Seid mir gegrüßt alle Bewohner der Westbank - und alle

anderen, die nicht das Glück haben am schönsten See

der Welt leben zu dürfen!

Es ist mir zu Ohren gekommen, dass die Wiesseer Wasserwachtler

dieses Jahr ihren 60er feiern. Da möchte

ich natürlich auch gratulieren. Eigentlich wollte ich ja

persönlich erscheinen, so wie wir das einige Jahre praktiziert

haben. Leider ist es mir jedoch nicht möglich selbst

aufzutauchen, weil mir der Schädel ganz fürchterlich

brummt. Das kommt daher, dass die in Tegernsee den

ganzen lieben langen Tag die Stempen für den neuen Steg

in den Seeboden schlagen und der Schall unter Wasser so

gut geleitet wird, dass sogar in meinem Binsen-Bungalow

in der Finner Wampn die Wände wackeln. Aber irgendwann

wird auch dieses Bauwerk fertiggestellt sein und

Seegeist

dann werden hoffentlich alle Erwartungen der Erbauer

erfüllt. Jetzt lieg ich halt auf meinem Seegras-Kanapee

und beglückwünsche euch zu eurem Jubiläum schriftlich.

Ich kann mich ja noch gut erinnern, wie damals alles

angefangen hat: Mit einem Ruderboot sind der Grieblin-

ger Sepp und die Mannen der ersten Stunde in den 50er

Jahren auf den See hinausgerudert um in Not geratenen

Schwimmern und Schifferlfahrern Hilfe zu leisten. Bis

dann eines Tages ein wohlmeinender Industrieller, der

in Rottach wohnte, zu sich einlud. “Meine Herren, ich

weiß schon was Sie brauchen” sagte er zu ihnen und einige

Zeit später kam ein Anruf vom Bahnhof Tegernsee,

dass da ein Schiff auf einem Eisenbahnwaggon angekommen

sei. Jetzt war guter Rat teuer. Wie sollte man dieses

Trumm Schiff von der Eisenbahn in den See verfrachten?

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28

Seegeist

Wir denken für Ihre Möbel schon mal

um die Ecke

Gottseidank gelang es dem Jakob Winfried im Lokal “Barockstube”

einige Amis aus der Tölzer Kaserne mit vielen

Worten und noch mehr Getränken zu überzeugen,

dass hier “Uncle Sam” helfen müsse. Und siehe da - kurz

darauf wurde das Schiff von einem Kranwagen der US-

Armee in den Tegernsee gehieft. So kamen die Wiesseer

zu ihrem ersten Motorboot. Ich hab aus meinem Versteck

oft zugeschaut, wie sie dann in mühevollster Kleinarbeit

eine Hafenbarkasse in ein einigermaßen fahrbereites Rettungsboot

umgebaut haben. Es war eine wahre Mammut-

Leistung. Hut ab! Leider war dieses Schiff von der Bauart

her nicht für den Wasserwacht-Einsatz geeignet und auch

der betagte Dieselmotor hatte seine Mucken. Anträge für

ein neues Boot wurden vom Roten Kreuz mit dem Hinweis

“Ihr habt´s doch ein Schiff” abgelehnt. So kam es,

dass niemand richtig traurig war, als die gute alte “Irene”

eines Tages in Flammen aufging. Mit allen zusammengekratzten

Eigenmitteln und einem kräftigen Zuschuss

der Gemeinde Bad Wiessee, die damals noch mehr Geld

hatte, wurde dann ein neues Boot gekauft, auf den Namen

Bad Wiessee getauft und in Dienst gestellt. Damit waren

die mittlerweile mehr gewordenen Wasserwachtler in

der Lage einen besseren Dienst am Nächsten zu leisten.

Damit das neue Schiff auch eine angemessene Bleibe hat,

wurde von der Gemeinde der “Triftstadl” als Bootsgarage

zur Verfügung gestellt. Auch ein kleiner Wachraum ist eingebaut

worden. In diesen Jahren geschah es auch, dass

der Grieblinger Sepp den Admiral

Schlatter mit seinen Mannen zur

Wasserwacht holte. “Du konnst

daucha - di brauch ma bei der

Wasserwacht” - mit diesen Worten

wurde der Hans verpflichtet.

Er hat aber nicht nur viele Jahre

seine Zeit, sein Können, sein Material

und seine Taucherei in den

Dienst der Wasserwacht gestellt,

sondern auch privat haben wir uns

kennengelernt. Ich denke gerne

an die Zeit, als sie mich in meinem

Binsen-Bungalow besucht haben.

Da wurde so manches Tragerl

Tegernseer Bier geleert und mit wasserfesten Karten so

manche Schafkopfrunde gespielt. In den 70er Jahren drohte

der ganze Baustadl in den See zu kippen. Die Gemeinde

als Eigentümer hat damals die Fundamente erneuert und

verstärkt, um das Bauwerk zu erhalten. Die Wasserwacht

unter dem damaligen Vorstand Willi Zeiger hat dann

den ganzen Baustadl ausgeräumt und nach und nach

ausgebaut. Ein großzügiger Wachraum, ein Geräteraum,

elektrische Seilwinden, Schulungsräume im 1. Stock und

ein neues Dach machten das Gebäude zu einem wah-

Seegeist

ren Schmuckkästchen. So ist es kein Wunder, dass der

Baustadl im Laufe der Jahre zu einem beliebten Treffpunkt

für alle Wasserwachtler geworden ist. Neben dem


offiziellen Dienst treffen sie sich jeden Montag Abend zum

“Hockerts”. Und seit ungefähr 25 Jahren gibt es auch eine

eigene Schifferstecher-Truppe bei der Wiesseer Wasserwacht.

Mit ihren selbstgebauten Booten zeigen sie ihr

Können nicht nur zur Belustigung der Besucher beim

Seefest, sondern auch um zu demonstrieren, wie gewandt

und sicher sie sich auf dem Boot und (manchmal) auch im

Wasser bewegen. Bedanken muss ich mich auch noch bei

meinen Freunden, den Kindern. Wie da schon die Kleinen

bei der Müllsammelaktion mein Seeufer vom Dreck

säubern, den andere weggeschmissen haben, ist schon

aller Ehren wert. Ein Dankeschön auch im Namen aller,

denen im Laufe der Jahre von den Wasserwachtlern, die

freiwillig ihre Zeit opfern, geholfen worden ist. Mir bleibt

jetzt nur noch, euch allen herzlich zum Jubiläum zu gratulieren.

Feierts schön und bleibts so wie ihr seid. Haltets eure

Herzen und meinen See sauber, sonst gibt’s Ärger von mir!

Euer Seegeist

PS : Wenn‘s mir wieder besser geht, schau ich wieder

persönlich vorbei.

Impressum

Auftauchen des Seegeistes

Impressum:

Wasserwacht Bad Wiessee im Juni 2013

V.i.s.d.P Christian Singer und Phillip Wermke

Text:

Fritz Joachim, Christian Singer, Hans Mielke, Peter und

Georg Gaugenrieder, Ingrid Bronnhuber, Thomas Opel,

Melanie Hammerstädt und Phillip Wermke

Internetquellen:

www.wasserwacht-online.de

Bildmaterial:

Wasserwacht Bad Wiessee und Ingrid Bronnhuber

Titelbild:

Tobias Hallinger

Gestaltung / Layout:

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60 Jahre Wasserwacht Bad Wiessee

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