Risk- und Schadenmanagement: Die Risiken stets im ... - Fuhrpark.de

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Die große Entwertung

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

N

achhaltig“ ist ein Wort das

derzeit gerne genutzt wird.

Ökologie ist eng verknüpft mit

dem Wort, suggeriert es doch verantwortungsvolles

und vorausschauendes Denken.

Wikipedia definiert es so: „Ein Konzept, ein

natürliches System ausschließlich so zu nutzen,

dass es in seinen wesentlichen Charakteristika

langfristig erhalten bleibt“.

Auf den Automarkt übertragen hieße das,

dass wir morgen genauso komfortabel Autofahren

können wie heute – ohne das System

zu ruinieren. Was einschließt, dass die Hersteller

auch morgen und übermorgen mit

ihren Produkten noch Geld verdienen und

Arbeitsplätze bieten. Wir alle wollen, dass

die individuelle Mobilität per Auto noch

lange vorhanden ist.

Doch der Markt nähert sich immer mehr

dem Abgrund, so scheint es. Laut Eurotax-

Schwacke liegt die weltweite Produktion bei

etwa 90 Millionen Fahrzeugen – für einen

Markt, der jährlich etwa halb so viele aufzunehmen

in der Lage ist. Die Konsequenzen

liegen auf der Hand: Die Preise sowohl

für Neu- als auch für Gebrauchtwagen verfallen;

festzustellen hierzulande an seit Jahren

abbröckelnden Restwerten, wie kürzlich

auch wieder vom VMF festgestellt wurde.

Was nichts anderes bedeutet, als dass Werte,

wie in der Finanzkrise anderweitig bereits

geschehen, einfach vernichtet werden.

Jedem in der Branche sind diese Zusammenhänge

bekannt. Doch ein Umsteuern,

ein Verlassen des Teufelskreises gelingt nicht.

Denn ein freiwilliges Zurückfahren der Produktion

käme der Aufgabe von Marktanteilen

gleich und würde dadurch die Konkurrenten

stärken. Sogar der „Notausgang“

einer Pleite, ein natürliches Selbstregulativum

eines Marktes, wird von der Politik

versperrt, die die Arbeitsplätze um jeden

Preis behalten möchte – schön zu beobachten

derzeit im Falle Opel und Saab.

Und so wird letztlich wieder der Steuerzahler

zur Kasse gebeten, um marode Firmen

zu stützen oder Sonderkonjunkturen wie die

Abwrackprämie zu finanzieren oder durch

den Wertverlust des eigenen Fahrzeugs.

Der Automarkt hat ein strukturelles Problem.

Und trotz Krise und der daraus folgenden

Erkenntnisse ist ein Umsteuern nicht in

Sicht. Nachhaltiges Agieren sieht anders aus.

Hans-Joachim Mag, Chefredakteur

fuHrpark + ManageMent 7/8-2009 3

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