Berufskrankheiten – eine Standortbestimmung - DGUV Forum

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Berufskrankheiten – eine Standortbestimmung - DGUV Forum

Titelthema

Atemwegserkrankungen [einschließlich

Rhinopathie]) und 4302 (durch chemisch-irritativ

oder toxisch wirkende

Stoff e verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen);

der Anteil an den neuen

BK-Renten betrug knapp zwei Prozent.

Rund 17 Prozent aller Fälle mit Übergangsleistungen

nach § 3 Berufskrankheiten-Verordnung

(BKV) waren diesen

Krankheitsbildern zuzuordnen.

Hintergründe

Zwei Jahre nach der Veröff entlichung des

„Reichenhaller Merkblatts“ legten die

Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin

und Umweltmedizin (DGAUM) und die

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie

und Beatmungsmedizin (DGP) gemeinsam

einen Überarbeitungsvorschlag vor.

Die DGUV initiierte daraufhin entsprechend

ihren „Grundsätzen der DGUV für

Empfehlungen zur Begutachtung bei Berufskrankheiten

2 einen interdisziplinär

besetzten Arbeitskreis (AK). Dieser setzte

sich in zweieinhalb Jahren intensiver Arbeit

konstruktiv und dem Konsensprinzip

folgend mit den Änderungsvorschlägen

der medizinischen Fachgesellschaften,

dem aktuellen medizinisch-wissenschaftlichen

Kenntnisstand sowie dem Aufbau

und der Gliederung des bisherigen „Reichenhaller

Merkblatts“ auseinander.

Im AK waren neben der DGUV, dem Spitzenverband

der landwirtschaftlichen

Sozialversicherung (LSV-SpV), den UV-

„Der Entwurf der Neuauflage der ‚Reichenhaller

Empfehlung‘ entwickelt das in der Praxis bekannte

und bewährte ‚Reichenhaller Merkblatt‘

umfassend weiter. Es handelt sich dabei um ein

neues, eigenständiges Papier.“

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Trägern sowie deren Instituten und Kliniken

folgende Fachgesellschaften und Organisationen

vertreten:

• Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin

und Umweltmedizin

• Deutsche Gesellschaft für Pneumologie

und Beatmungsmedizin

• Deutsche Gesellschaft für Hals- Nasen-

Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-

Chirurgie e.V.

• Bundesverband der Pneumologen

• Vereinigung Deutscher Staatlicher

Gewerbeärzte

Auf der Basis des aktuellen medizinischwissenschaftlichen

Erkenntnisstandes,

der seit Erscheinen der Erstaufl age ergangenen

Rechtsprechung sowie der vielfältigen

Erfahrungen, die die UV-Träger, die

Fachgesellschaften und die DGUV in den

vergangenen Jahren gesammelt hatten,

erachtete es der AK als unbedingt notwendig,

die Neuaufl age inhaltlich neu zu

strukturieren und zu gliedern sowie die

Schwerpunkte neu zu setzen.

Die geänderte Konzeption wurde dabei

bereits wesentlich an den Maßgaben

der neuen „Gemeinsamen Empfehlung“ 3

ausgerichtet, die von der DGUV und der

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen

Medizinischen Fachgesellschaften

(AWMF) in Zusammenarbeit mit

der DGAUM und der Deutschen Gesellschaft

für Sozialmedizin und Prävention

(DGSMP) entwickelt wurden, obgleich

dieses Papier erst für Begutachtungsemp-

fehlungen verpfl ichtend anzuwenden ist,

die ab 2010 erstellt oder überarbeitet werden.

4

Der vom AK erstellte Überarbeitungsentwurf

wurde am 15. Oktober 2011 im

Rahmen des Arbeitsmedizinischen Kolloquiums

2011 der Klinik für Berufskrankheiten

in Bad Reichenhall einer

erweiterten Fachöffentlichkeit vorgestellt

und intensiv diskutiert. Die grundlegende

Überarbeitung der Inhalte und

der Gliederung sowie die neue Schwerpunktsetzung

wurden ganz überwiegend

begrüßt. 5

Im Ergebnis der Diskussion wurden Textänderungen

und -ergänzungen vereinbart.

Die Ergebnisse des Fachgesprächs

wurden in den Entwurf eingepfl egt, zusätzlich

wurde dieser auch nochmals

redaktionell überarbeitet. Im nächsten

Schritt folgt die Vorlage bei den Vorständen

der beteiligten medizinischen Fachgesellschaften

und Institutionen zur abschließenden

Stellungnahme, daran

schließt sich die Publikation an.

Inhalte

Der Überarbeitungsentwurf enthält eine

gegenüber der Vorauflage erheblich erweiterte

Darstellung des aktuellen medizinisch-wissenschaftlichenErkenntnisstandes

zur Diagnostik und Beurteilung

des Ursachenzusammenhangs zwischen

Einwirkungen und Krankheit bei den BK-

Nummern 1315, 4301 und 4302 der BKV.

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