Berufskrankheiten – eine Standortbestimmung - DGUV Forum

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Berufskrankheiten – eine Standortbestimmung - DGUV Forum

Foto: shutterstock/photomak

diese Form der Unterstützung also systematisieren?

Für welche Versicherten

kommt sie überhaupt in Frage? Und welche

Voraussetzungen muss ein Peer mitbringen?

Paralympics-Redakteurin Annemieke

Overweg, die die Diskussion

begleitete, fasste zusammen, dass hier innerhalb

der Unfallversicherung noch konzeptionelle

Verantwortlichkeiten fehlen.

Wie können die Maßnahmen zur Rehabilitation

und Teilhabe in der Unfallversicherung

noch passender auf Menschen

mit verschiedenen Behinderungen zuge-

schnitten werden? Das war eine der Leitfragen

im Workshop „Individualität und

Vielfalt“. Im Fokus stand die Beratung

zum „Persönlichen Budget“, das bislang

bei den Unfallversicherten noch auf verhaltene

Resonanz stößt. Zwar kann das

Persönliche Budget die Eigenverantwortung

der Versicherten stärken, aber für

wen ist es geeignet? Wer ist mit dem Management

seiner Behinderung und der

Unternehmerrolle möglicherweise überfordert?

Deutlich wurde, dass mitunter

sogar Barrieren auf Seiten der Reha-Berater

bestehen. Viele Teilnehmer plädierten

Aktuelles

dafür, den Versicherten mehr zuzutrauen.

Auch Selbstbestimmung sei ein individueller

Lernprozess.

Hat Inklusion Grenzen?

Unterstützt von einem Schwerbehindertenvertreter

und einem Integrationsberater

stellte sich die Arbeitsgruppe „Inklusion“

die Frage: „Was wäre, wenn Betriebe

inklusiv wären?“ Schnell kam die Diskussion

zum entscheidenden Punkt, wie weit

Inklusion tatsächlich gehen könne. Noch

kommt sie an ihre Grenzen, sobald zum

Beispiel Schulen und Kommunen kein

Geld für notwendige Umbauten haben,

damit Kinder mit und ohne Behinderung

gemeinsam lernen können. Ist Inklusion

also nur eine Utopie? Dem widersprachen

einige Teilnehmer, die auf andere Länder

verwiesen, in denen Inklusion bereits stärker

gelebt werde als in Deutschland. Hier

schloss sich der Kreis zum Handlungsfeld

Bewusstseinsbildung. Um einen nachhaltigen

Wandel zu erreichen, müsse inklusives

Zusammenleben schon in der Kita

beginnen, darin waren sich die Teilnehmer

einig. Dazu könnten die Unfallkassen

zusammen mit staatlichen Partnern

ihren Beitrag leisten. Ungeachtet dieser

längerfristigen Perspektive sollten Menschen

mit Behinderung aber mehr in UV-

Gremien vertreten sein, um ihre Bedürfnisse

und Anregungen einzubringen. Diese

For derung entspricht auch den Zielen des

Handlungsfelds Partizipation.

Die Tagung in Dresden machte deutlich:

Um den Aktionsplan mit Leben zu füllen,

werden auf allen Ebenen und in mehreren

Handlungsfeldern Anstrengungen notwendig

sein. Gleichzeitig versprechen die

Maßnahmen der Unfallversicherung aber

auch eine spannende Weiterentwicklung

und neue Kooperationen. Und deutlich

wurde auch: Innerhalb der Unfallversicherung

gibt es viele Menschen, die sich

engagieren und anderen die Bedeutung

von Inklusion näherbringen möchten.

„Wir wollen innovativ und in Bewegung

bleiben“, sagte Dr. Friedrich Mehrhoff,

der Projektleiter des Aktionsplans, zum

Abschluss. ●

DGUV Forum 4/12 · 9

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